Das Universum ein Computerprogramm?

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Kann auch "zu perfekt" sein oder wir haben die Anomalien nur noch nicht gefunden oder deuten sie anders (Marienerscheinungen, Kugelblitze, Visonen, deja-vus u.v.m.)
Bei Visionen und Erscheinungen ist es zudem schwierig zu sagen, ob eine Sache nicht im Kopf passiert. Und da haben wir eine Blackbox. Beispiel, das sich ereignet hat: Eine Gruppe von jungen christlichen Gläubigen meditiert, betet, horcht, ob nicht Gott etwas mitteilen möchte. Ein junges Mädchen verzieht ängstlich das Gesicht, als sie nach unten schaut. Eine andere Person sieht das Mädchen währenddessen. Später erzählt sie der Gruppe von dem, was sie gesehen hat: Eine Schlange ist an ihr hochgekrochen. Nur: was ist tatsächlich passiert? Die Person, die sie während dieser Zeit zufällig betrachtet hat, hat nichts von einer Schlange gesehen. Die Gruppe hat es als Eingriff bzw. als Fingerzeig der höheren Macht interpretiert.
 

phoenix

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Ich denke, dass diese Annahme an Popularität wie auch an Anerkennung gewinnt. Aber die Annahme von vielen Welten ist relativ jung und nichtsdestotrotz Theorie und schwer nachweisbar. Schon die Annahme von vielen belebten Welten stößt bei einigen auf.
Ja nachweisbar ist es eigentlich nicht, ist aber meiner Meinung nach plausibel. Ein Mathematiker hat die Theorie aufgestellt, dass alles was mathematisch möglich ist auch existiert. So wie wir vielleicht nicht die einzigen Lebensformen in diesem Universum sind, sind wir auch mit unserem Universum nicht allein.
Die Erkenntnis scheint sich allerdings durchzusetzen, dass für die Entwicklung von Bewusstsein "Materie" benötigt, oder wie in unserem Fall - ein Körper. Für unser Bewusstseinsempfinden + Empfindungen ist zum Beispiel auch maßgeblich der Tastsinn oder auch durchaus der Magendarmtrakt mitverantwortlich.
Ich denke zur Bewusstseinsbildung sind Sinne nötig - ja. Außerdem natürlich Interaktion mit der Umwelt.
 

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Ja nachweisbar ist es eigentlich nicht, ist aber meiner Meinung nach plausibel. Ein Mathematiker hat die Theorie aufgestellt, dass alles was mathematisch möglich ist auch existiert. So wie wir vielleicht nicht die einzigen Lebensformen in diesem Universum sind, sind wir auch mit unserem Universum nicht allein.
Ich halte es auch für flexibel. Wäre der Schluss aus der Theorie, dass alles was mathematisch möglich ist, auch existiere, doch eine Determiniertheit?

Ich denke zur Bewusstseinsbildung sind Sinne nötig - ja. Außerdem natürlich Interaktion mit der Umwelt.
Wenn allerdings alles physikalisch/mathematisch erklärt werden könnte, wäre dann ein "philosophischer Zombie" möglich? [Ein hypothetisches Wesen, dass sich von einem Menschen nicht unterscheiden lässt, aber keine Empfindungen und keine bewusste Erfahrungen hat]
 

phoenix

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Wenn allerdings alles physikalisch/mathematisch erklärt werden könnte, wäre dann ein "philosophischer Zombie" möglich? [Ein hypothetisches Wesen, dass sich von einem Menschen nicht unterscheiden lässt, aber keine Empfindungen und keine bewusste Erfahrungen hat]
Naja ein Neugeborenes z.B. hat ja kein ausgeprägtes Bewusstsein, wer kann sich an die eigene Geburt erinnern? Ich glaub mit der Sinneserfahrung geht Bewusstsein einher.. Kann mir also einen Zombie nicht vorstellen.
 

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Die Technik der Simulation ist aber keineswegs perfekt. Hin und wieder kommt es zu kleineren Fehlfunktionen, was dann zu Halluzinationen, Deja-vus oder auch Psychosen der Einheiten führt - oder zumindest im Rahmen der Simulation so gedeutet wird.
Manchmal werden Einheiten auch spontan gelöscht, vor allem dann, wenn sie das Wesen der Simulation erkennen und die Gefahr besteht, dass sie das ausplaudern. Die Existenz der Einheit wird dann vertuscht, es hat sie nie gegeben. Aber auch das funktioniert nicht immer reibungslos. Manchmal hat es die Einheit zwar vordergründig nie gegeben. Auf verschlungenen Wegen lassen sich dann aber manchmal noch Informationen über die Einheit finden, da es nicht immer gelingt, alle Spuren zu tilgen.
Das macht den Plot freilich spannender. Mit dem Wissen der Einheiten würden die Wissenschaftler Gefahr laufen, selbst im Experiment verwickelt zu werden, denn die Einheiten könnten Strategien entwickeln, um die Reaktionen der Wissenschaftler auszutesten. Die Einheiten können nicht wirklich nach Außen blicken, aber doch Schlüsse daraus ziehen, wie die Schöpfer tatsächlich ticken.
 

Giacomo_S

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Ein Mathematiker hat die Theorie aufgestellt, dass alles was mathematisch möglich ist auch existiert.
Damit ist der besagte Mathematiker aber nur Teil von mindestens zwei gegensätzlichen Gruppen in der Mathematik, die über Ursprung und Grenze der Mathematik debattieren.
Spätestens seit Georg Cantor (1845-1918) wird - bislang ohne eindeutiges Ergebnis - über die Frage diskutiert, ob es sich bei der Mathematik um eine menschengemachte Philosophie handelt, oder ob sie eine elementare Eigenschaft dieses Universums ist.
Für Cantors Zeitgenossen und Gegenspieler waren bereits die irrationalen Zahlen von Menschen gemacht: „Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht, alles andere ist Menschenwerk.

Die Zahl Pi ist, wie wir alle wissen, eine irrationale Zahl: Weder endet ihre Stellenzahl, noch wiederholen sich die Zahlen. Jenseits der etwa 65. Stelle jedoch sind die Ziffern ohne physikalische Bedeutung. Denn dann hat man Kreise, die mit der Genauigkeit der Planck-Länge (= kleinste Dimension) und der Größe des sichtbaren Universums beschrieben werden können (das Universum mag größer sein? Na gut, legen wir noch ein paar Stellen hinzu).

Die meisten Computer haben als Standard der Zahlendarstellung IEEE 754 implementiert. Bei 64 Bit z.B. ergibt das einen Zahlenbereich von 2*10^-308 bis 1.7*10^308, mit einer Genauigkeit von 16 Stellen.
Für die allermeisten Berechnungen reicht das, zumal die Zahlen, die man in Berechnungen miteinander verknüpft, i.d.R. ähnliche Größenordnungen haben. Dadurch kann die Stellengenauigkeit maximal genutzt werden, denn schließlich rechnet man mit einer Exponentialdarstellung.
Probleme ergeben sich nur dann, wenn man sehr kleine Werte mit sehr großen Werten verrechnet - dann verschwinden die sehr kleinen Werte außerhalb der Stellengenauigkeit der großen Werte. Allerdings existieren solche Aufgaben praktisch nicht.
Dennoch sollte man sich vergegenwärtigen, dass praktisch alle unsere Computer ausschließlich mit rationalen Zahlen arbeiten. Möglicherweise werden Fehler durch Rundung abgegriffen - unter Verlust der (nicht notwendigen) Stellengenauigkeit.

Jeder Algebraschüler wird die Rechnung
(1/3) * 3 = 1
richtig berechnen.
Für viele Computer wird
0.3333 ... *3 = 0.9999 ...
daraus, mit einem Rechenfehler in der letzten Stelle. Erst durch Rundung kommt man zum richtigen Ergebnis.
 

phoenix

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Mathematik ist doch wahrhaftig und kein Menschenkonstrukt, ein Außerirrdischer könnte auch auf die selben Lösungen kommen wie ein menschlicher Mathematiker. Klar man kann keine irrationale Zahl komplett darstellen. Aber das ist ja kein Problem in dem Sinne. Mathematik ist universell und wahrhaftig.
 

Giacomo_S

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Mathematik ist doch wahrhaftig und kein Menschenkonstrukt, ein Außerirrdischer könnte auch auf die selben Lösungen kommen wie ein menschlicher Mathematiker. Klar man kann keine irrationale Zahl komplett darstellen. Aber das ist ja kein Problem in dem Sinne. Mathematik ist universell und wahrhaftig.
Ist dem wirklich so? Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr sicher.

Die Mathematik kommt nicht ohne Axiome aus. Ein Außerirdischer könnte andere Axiome postulieren und dann wäre auch dessen Mathematik (vielleicht nur in Teilen) eine andere.
Manche Aspekte einer eher angewandten Methematik sind in der Tat willkürlich und im eigentlichen Sinne nicht mathematisch abgeleitet. Wir akzeptieren sie (oder nehmen sie als selbstverständlich an) nur deshalb, weil sie zu den ältesten Teilen der Mathematik gehören.

Ein Besipiel dafür ist die Abmessung des Vollkreises in 360°. Das benutzen wir praktisch fast ständig, mathematisch ist das aber nicht. Der Vollkreis von 2Pi ist mathematisch, 360° ist aber ein Postulat, welches wir mutmaßlich den Sumerern verdanken.

Willkürlich ist auch unser 10er Zahlensystem. Wir haben es mutmaßlich gewählt, weil wir 10 Finger haben, denkbar sind aber auch andere Zahlensysteme. Auf der Basis 2 und 16 werden sie sogar viel genutzt, wenn auch nur von Computern.
Aus einer gewissen Sicht heraus wäre die Verwendung eines Zahlensystems auf der Basis 12 sinnvoller, da die Zahl 12 die Teiler 2, 3, 4 und 6 hat und die Zahl 10 nur 2 und 5. "Dezimal"zahlen wären dann deutlich kürzer und viele Berechnungen einfacher, da sich ganzzahlige Ergebnisse ergeben.

Die der Mathematik zugrundeliegende Beweisführung stammt aus der griechischen Antike und ist somit rund 2.500 Jahre alt. Einer der grundlegenden Sätze ist der Satz vom ausgeschlossenen Dritten. Vereinfacht handelt es sich um eine Methode, bei der eine Annahme einen Widerspruch auslöst und somit die gegenteilige Annahme die Richtige sein muss. Denn in Mathematik gibt es nur die Zustände wahr oder falsch.
Spätestens seit den Arbeiten Cantors ist diese Art der Beweisführung umstritten, zumindest für dessen Kontinuitätshypothese. Sie erwies sich als unentscheidbar, worauf diese Methode keine Anwendung finden kann.
Bis heute gibt es aber viele Fragen der Mathematik, die nicht (oder vielleicht noch nicht) positiv beweisen wurden. Darunter auch die Frage, für die diese Methode erstmailg angewendet wurde (die Irrationailtät der Diagonale im Quadrat).

Ein Außerirdischer könnte diese Methode ablehnen oder einen dritten Zustand der Mathematik - den der Unentscheidbarkeit - zulassen. Das hätte auch eine andere Mathematik zur Folge.
 

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Ein Besipiel dafür ist die Abmessung des Vollkreises in 360°. Das benutzen wir praktisch fast ständig, mathematisch ist das aber nicht. Der Vollkreis von 2Pi ist mathematisch, 360° ist aber ein Postulat, welches wir mutmaßlich den Sumerern verdanken.
Dazu gibt es allerdings eine Alternative, die allerdings die Vorteile des Dezimalsystems nutzt: Das Gon. 360° sind 400 Gon. Den vier Quadranten können nun eigene Hunderter-Stellen zugeordnet werden. In der Präzisionsvermessung ist diese Unterteilung von Vorteil. Das mathematische Phänomen Pi bleibt natürlich, das Gon ist nur eine recht praktikable Umsetzung des Dezimalsystems.

Warum bleibt das Dezimalsystem so einschneidend "federführend"? Das hängt wohl auch damit zusammen, dass wir pfadabhängig sind. Es ist ähnlich wie mit den Tastaturen, mit denen wir arbeiten. Schon längst wurden Alternativen entwickelt, die uns schneller schreiben ließen - durch eine andere Anordnung der Buchstaben zum Beispiel. Nur kommen wir aus dem Pfad nicht wirklich raus, da so viel dranhängt, das auch geändert werden müsste.
 

Giacomo_S

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Dazu gibt es allerdings eine Alternative, die allerdings die Vorteile des Dezimalsystems nutzt: Das Gon. 360° sind 400 Gon. Den vier Quadranten können nun eigene Hunderter-Stellen zugeordnet werden. In der Präzisionsvermessung ist diese Unterteilung von Vorteil. Das mathematische Phänomen Pi bleibt natürlich, das Gon ist nur eine recht praktikable Umsetzung des Dezimalsystems.
Sicher, aber auch das Gon ist nicht mathematisch, sondern eine Konvention, nur eben eine andere. In einem mathematischen Sinn lässt es sich nicht begründen.
Wie andere Konventionen auch. So zum Beispiel ist unsere Behandlung der Einheit Sekunde auch eine Schwachstelle des sonst so logischen Systems der sieben SI-Einheiten in der Physik. Denn da rechnen wir ja noch immer mit 60 s / 60 min. / 24 h. Das hat zwar auf die Einheit Sekunde selbst keine Auswirkungen, wohl aber auf abgeleitete Einheiten, wie z.B. die KWh. Das sind wir dann eben wieder mit dem Faktor 3600 dabei und nicht etwa 10, 100, 1000.
Gar nicht zu reden von nicht-SI-Einheiten, die nach wie vor in der Technik noch üblich sind, wie dpi (dots per inch) oder auch psi (pounds per square inch).

Warum bleibt das Dezimalsystem so einschneidend "federführend"? Das hängt wohl auch damit zusammen, dass wir pfadabhängig sind. Es ist ähnlich wie mit den Tastaturen, mit denen wir arbeiten. Schon längst wurden Alternativen entwickelt, die uns schneller schreiben ließen - durch eine andere Anordnung der Buchstaben zum Beispiel. Nur kommen wir aus dem Pfad nicht wirklich raus, da so viel dranhängt, das auch geändert werden müsste.
Der wesentliche Grund für das Dezimalsystem ist die Tatsache, dass wir 10 Finger haben. Mathematisch ist es genauso beliebig wie andere Systeme, binär, oktal, hexadezimal. Wobei die Einführung des Dezimalsystems in Europa ja auch lange gedauert hat (und ohne Adam Riese vielleicht noch länger).
In gewisser Hinsicht wäre ein System auf Basis von 12 sogar vorteilhafter.
Denn die 10 hat zwei Teiler, 2 und 5, die Zahl 12 hat aber vier Teiler, 2, 3, 4, 6. Rechnet man mit einem Zahlensystem auf Basis der 12, dann ergeben sich bei Brüchen Zahlen mit nur halb so vielen Nachkommastellen.
historisch handelt es sich ohnehin um das ältere System, man denke an das Dutzend, das noch heute im Umlauf ist, und an unsere Zählweise, denn auf die Zehn folgen ja nicht Eins-Zehn und Zwei-Zehn, sondern Elf und Zwölf und dann die Drei-zehn.
 
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