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Das Universum ein Computerprogramm?

Dieses Thema im Forum "Weltraum und Raumfahrt" wurde erstellt von Ascarius, 3. Februar 2006.

  1. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Bei Visionen und Erscheinungen ist es zudem schwierig zu sagen, ob eine Sache nicht im Kopf passiert. Und da haben wir eine Blackbox. Beispiel, das sich ereignet hat: Eine Gruppe von jungen christlichen Gläubigen meditiert, betet, horcht, ob nicht Gott etwas mitteilen möchte. Ein junges Mädchen verzieht ängstlich das Gesicht, als sie nach unten schaut. Eine andere Person sieht das Mädchen währenddessen. Später erzählt sie der Gruppe von dem, was sie gesehen hat: Eine Schlange ist an ihr hochgekrochen. Nur: was ist tatsächlich passiert? Die Person, die sie während dieser Zeit zufällig betrachtet hat, hat nichts von einer Schlange gesehen. Die Gruppe hat es als Eingriff bzw. als Fingerzeig der höheren Macht interpretiert.
     
  2. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Ja nachweisbar ist es eigentlich nicht, ist aber meiner Meinung nach plausibel. Ein Mathematiker hat die Theorie aufgestellt, dass alles was mathematisch möglich ist auch existiert. So wie wir vielleicht nicht die einzigen Lebensformen in diesem Universum sind, sind wir auch mit unserem Universum nicht allein.
    Ich denke zur Bewusstseinsbildung sind Sinne nötig - ja. Außerdem natürlich Interaktion mit der Umwelt.
     
  3. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Ich halte es auch für flexibel. Wäre der Schluss aus der Theorie, dass alles was mathematisch möglich ist, auch existiere, doch eine Determiniertheit?

    Wenn allerdings alles physikalisch/mathematisch erklärt werden könnte, wäre dann ein "philosophischer Zombie" möglich? [Ein hypothetisches Wesen, dass sich von einem Menschen nicht unterscheiden lässt, aber keine Empfindungen und keine bewusste Erfahrungen hat]
     
  4. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Naja ein Neugeborenes z.B. hat ja kein ausgeprägtes Bewusstsein, wer kann sich an die eigene Geburt erinnern? Ich glaub mit der Sinneserfahrung geht Bewusstsein einher.. Kann mir also einen Zombie nicht vorstellen.
     
  5. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Das macht den Plot freilich spannender. Mit dem Wissen der Einheiten würden die Wissenschaftler Gefahr laufen, selbst im Experiment verwickelt zu werden, denn die Einheiten könnten Strategien entwickeln, um die Reaktionen der Wissenschaftler auszutesten. Die Einheiten können nicht wirklich nach Außen blicken, aber doch Schlüsse daraus ziehen, wie die Schöpfer tatsächlich ticken.
     
  6. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Damit ist der besagte Mathematiker aber nur Teil von mindestens zwei gegensätzlichen Gruppen in der Mathematik, die über Ursprung und Grenze der Mathematik debattieren.
    Spätestens seit Georg Cantor (1845-1918) wird - bislang ohne eindeutiges Ergebnis - über die Frage diskutiert, ob es sich bei der Mathematik um eine menschengemachte Philosophie handelt, oder ob sie eine elementare Eigenschaft dieses Universums ist.
    Für Cantors Zeitgenossen und Gegenspieler waren bereits die irrationalen Zahlen von Menschen gemacht: „Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht, alles andere ist Menschenwerk.

    Die Zahl Pi ist, wie wir alle wissen, eine irrationale Zahl: Weder endet ihre Stellenzahl, noch wiederholen sich die Zahlen. Jenseits der etwa 65. Stelle jedoch sind die Ziffern ohne physikalische Bedeutung. Denn dann hat man Kreise, die mit der Genauigkeit der Planck-Länge (= kleinste Dimension) und der Größe des sichtbaren Universums beschrieben werden können (das Universum mag größer sein? Na gut, legen wir noch ein paar Stellen hinzu).

    Die meisten Computer haben als Standard der Zahlendarstellung IEEE 754 implementiert. Bei 64 Bit z.B. ergibt das einen Zahlenbereich von 2*10^-308 bis 1.7*10^308, mit einer Genauigkeit von 16 Stellen.
    Für die allermeisten Berechnungen reicht das, zumal die Zahlen, die man in Berechnungen miteinander verknüpft, i.d.R. ähnliche Größenordnungen haben. Dadurch kann die Stellengenauigkeit maximal genutzt werden, denn schließlich rechnet man mit einer Exponentialdarstellung.
    Probleme ergeben sich nur dann, wenn man sehr kleine Werte mit sehr großen Werten verrechnet - dann verschwinden die sehr kleinen Werte außerhalb der Stellengenauigkeit der großen Werte. Allerdings existieren solche Aufgaben praktisch nicht.
    Dennoch sollte man sich vergegenwärtigen, dass praktisch alle unsere Computer ausschließlich mit rationalen Zahlen arbeiten. Möglicherweise werden Fehler durch Rundung abgegriffen - unter Verlust der (nicht notwendigen) Stellengenauigkeit.

    Jeder Algebraschüler wird die Rechnung
    (1/3) * 3 = 1
    richtig berechnen.
    Für viele Computer wird
    0.3333 ... *3 = 0.9999 ...
    daraus, mit einem Rechenfehler in der letzten Stelle. Erst durch Rundung kommt man zum richtigen Ergebnis.
     
  7. phoenix

    phoenix Großmeister

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    Registriert seit:
    6. Oktober 2002
    Mathematik ist doch wahrhaftig und kein Menschenkonstrukt, ein Außerirrdischer könnte auch auf die selben Lösungen kommen wie ein menschlicher Mathematiker. Klar man kann keine irrationale Zahl komplett darstellen. Aber das ist ja kein Problem in dem Sinne. Mathematik ist universell und wahrhaftig.
     
  8. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Ist dem wirklich so? Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr sicher.

    Die Mathematik kommt nicht ohne Axiome aus. Ein Außerirdischer könnte andere Axiome postulieren und dann wäre auch dessen Mathematik (vielleicht nur in Teilen) eine andere.
    Manche Aspekte einer eher angewandten Methematik sind in der Tat willkürlich und im eigentlichen Sinne nicht mathematisch abgeleitet. Wir akzeptieren sie (oder nehmen sie als selbstverständlich an) nur deshalb, weil sie zu den ältesten Teilen der Mathematik gehören.

    Ein Besipiel dafür ist die Abmessung des Vollkreises in 360°. Das benutzen wir praktisch fast ständig, mathematisch ist das aber nicht. Der Vollkreis von 2Pi ist mathematisch, 360° ist aber ein Postulat, welches wir mutmaßlich den Sumerern verdanken.

    Willkürlich ist auch unser 10er Zahlensystem. Wir haben es mutmaßlich gewählt, weil wir 10 Finger haben, denkbar sind aber auch andere Zahlensysteme. Auf der Basis 2 und 16 werden sie sogar viel genutzt, wenn auch nur von Computern.
    Aus einer gewissen Sicht heraus wäre die Verwendung eines Zahlensystems auf der Basis 12 sinnvoller, da die Zahl 12 die Teiler 2, 3, 4 und 6 hat und die Zahl 10 nur 2 und 5. "Dezimal"zahlen wären dann deutlich kürzer und viele Berechnungen einfacher, da sich ganzzahlige Ergebnisse ergeben.

    Die der Mathematik zugrundeliegende Beweisführung stammt aus der griechischen Antike und ist somit rund 2.500 Jahre alt. Einer der grundlegenden Sätze ist der Satz vom ausgeschlossenen Dritten. Vereinfacht handelt es sich um eine Methode, bei der eine Annahme einen Widerspruch auslöst und somit die gegenteilige Annahme die Richtige sein muss. Denn in Mathematik gibt es nur die Zustände wahr oder falsch.
    Spätestens seit den Arbeiten Cantors ist diese Art der Beweisführung umstritten, zumindest für dessen Kontinuitätshypothese. Sie erwies sich als unentscheidbar, worauf diese Methode keine Anwendung finden kann.
    Bis heute gibt es aber viele Fragen der Mathematik, die nicht (oder vielleicht noch nicht) positiv beweisen wurden. Darunter auch die Frage, für die diese Methode erstmailg angewendet wurde (die Irrationailtät der Diagonale im Quadrat).

    Ein Außerirdischer könnte diese Methode ablehnen oder einen dritten Zustand der Mathematik - den der Unentscheidbarkeit - zulassen. Das hätte auch eine andere Mathematik zur Folge.