Boykottiert die Musikindustrie!

Winston_Smith

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Wie erklärt es sich dann aber, dass die meisten (großen) Künstler ihren eigenen offiziellen Youtube-Channel haben? Sie wollen doch sogar, dass die User sich ihre Musik dort (in nicht perfekter) Qualität anhören, das ist kostenlose Werbung!
Ja, ganz genau. Das ist Werbung. Die Entscheidung, ob ein Song in dem Chanel landet, liegt aber beim Künstler.


Meine eigene Präferenz und Kaufverhalten ist sicher nicht repräsentativ, aber die ganzen CDs die ich mir in den letzten zwei Jahren gekauft haben, sind nur auf meinem Einkaufszettel gelandet, weil ich über Youtube auf die Künstler/die CD aufmerksam wurde.
Das geht mir bei vielen Alben genau so. Und ich habe auch einige Alben eben nicht gekauft, weil ich nach dem "Vorhören" enttäuscht war.

Was halten wir eigentlich von Spotify und Co? Ich mags. Und wenn die Künstler dann noch anständig entlohnt werden, geht für mich auch die Werbung für Titanic 3D in Ordnung.
 

Ein_Liberaler

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Wenn die Aushebelung des Urheberrechts tatsächlich Bigbudgetproduktionen verhindert, dann haben wir es tatsächlich mit einem Vermögensschaden zu tun. Und dann ist es imho unerheblich, ob wir Bigbudgetproduktionen haben wollen, denn nicht nur dasjenige Eigentum, das Deinen und meinen Geschmack trifft, genießt grundgesetzlichen Schutz, anti.
 

antimagnet

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wenn die bigbudgetproduktionen erst gar nicht durchgeführt werden (weil keiner investieren will, weil es sich wahrscheinlich nicht lohnt) - wo ist denn da ein schaden?
 

Ein_Liberaler

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Der Schaden realisiert sich dann nicht. Und? Das ändert nichts daran, daß Du einräumst, daß die Nichtachtung des Urheberrechts die Rechteinhaber dieser Produktionen schädigen würde, und das ändert imho auch nichts daran, daß der Staat kein Recht hat, die Kunstfreiheit zu beschneiden und daß es, wenn, nicht auf eine Weise geschehen darf, die den "Delinquenten" durch Verweigerung des Rechtsschutzes jedermanns Willkür aussetzt.
 

Mr. Anderson

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Wobei imho das jetzige Urheberrecht in Deutschland weit über das hinausgeht, was man beim besten Willen noch lediglich als Achtung der Kunstfreiheit bezeichnen kann.
Ich würde es zu diesem Zweck eigentlich auch für angemessen halten, den Künstler selbst etwas mehr zu schützen als den Distributor der Werke. Die formale Rechtslage ist nämlich eine Sache, die "informalen" Strukturen, die sich drumherum gebildet haben und heute Usus sind (und imho eine viel bestimmendere Wirkung auf die Kunstfreiheit entfalten als unmittelbar der Staat), ist eine andere Sache.

Aber mal bezüglich BigBudgetProduktionen: Der Film Speed (1994) kostete 30 Millionen US-$ . Rendezvous mit Joe Black (1998) kostete 90 Mio $. Von welchem Film hätte man z. B. erwartet, dass er teurer ist?
Persönlich hätte ich auch vermutet, dass Die Rückkehr des Königs (94 Mill $) teurer gewesen wäre als Ein Quantrum Trost (230 Mio $)
Will nur darauf hinaus: Teuer kann gerne sein. Aber doppelt so teuer bedeutet nicht bessere Effekte, bessere Darsteller oder auch nur höhere Publikumswirksamkeit.
Das wiederum würde ich natürlich nicht (über x Ecken) als Argument für ein lockereres Urheberrecht benutzen, Gott bewahre; da würde ich eher die Freiheit der Masse der Bürger als Gegengewicht in die Schale werfen.

Es ist m. E. übrigens auch kaum erträglich, dass man legal nicht einmal aus Spaß ein "aktuelles" Lied singen und in Youtube reinstellen darf, selbst wenn man damit kein Geld verdient. Oder dass bei Vorhandensein eines Kopierschutzes eines gekauften Mediums man keine Privatkopie davon anfertigen darf.
Mit "kaum erträglich" meine ich übrigens nicht, dass ich persönlich nur so darauf brenne, auf Youtube ein Lied zu singen; ich finde nur, die Rechtslage sollte sich ändern. So wie sie ist, ist sie nicht nett. Und der Gesetzgeber sollte sich imho davor hüten, zu einem wertvollen Gut wie Kunst solche bösen Assoziationen zu schaffen, wie das Androhen von übler Staatsgewalt beim Verstoß selbst gegen irgendwelche kleinlichen, letztlich unzweckmäßigen Regelungen. Ich würde sagen: Schutz: Ja, Bürokratismus: Nein.
 
G

Guest

Guest
Gentlemen, wir werfen hier zwei Sachen durcheinander.

1. Faire Bezahlung für Arbeit (Künstler oder Maurer)
2. Leistungsloses Einkommen über den Tod hinaus.

Um bei dem Film Beispiel zubleiben, natürlich müssen alle die einen Film machen - vom Autor bis zum Kabelträger - durch die Einnahmen an der Kinokasse und Zweitverwertung bezahlt werden. Und das, nach einem entsprechenden Schlüssel und Stundensatz. Das beinhaltet auch die Produktionsfirma, die das alles organisiert und vorstreckt.

Aber es gibt keinen Grund warum ein Teil der Crew, darüber hinaus, bis zu seinem Lebensende aus dem Film Geld melken kann, ohne irgendeine entsprechende weitere Leistung zu vollbringen.

Ich kann nicht sehen, warum das nicht gehen soll.
Der größte Teil der Menschheit lebt davon eine Leistung zu erbringen und für diese Leistung Geld zu bekommen. Nur ein kleine Teil, bekommt - aufgrund eines Zustandes, den wir Kultur nennen - für die eine Leistung mehrfach Geld.
 

InsularMind

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Mr. Anderson schrieb:
Ich will auch nicht sagen, dass es prinzipiell völlig un-OK wäre, aber die Frage ist doch immer noch, wo das Geld herkommen soll. Wer bezahlt für die Herstellung von Spielfilmen, wenn er sie danach nicht gewinnbringend vermarkten kann? So viele reiche Idealisten gibt es m. E. nicht.
Da gibt's heute über "Crowd-Funding" auch schon alternative Ansätze dazu, wie man die Kosten von (Film)-Projekten zusammenkriegen kann. Da zahlen dann tausende von Leuten irgend einen Spendenbetrag ein, die an dem Filmprojekt Interesse haben, unterstützen wollen. http://leanderwattig.de/index.php/2...owdfunding-plattformen-wer-kennt-noch-andere/
Finde ich eigentlich richtig cool, weil so auch Film-Studenten oder Hobby-Leute an Möglichkeiten kommen können, ernsthaftere Projekte überhaupt erst in die Gänge zu bekommen. Ich weiß nicht genau wie das hinterher läuft, wenn der Film fertig ist. Ob die Spender dann alle verünstigte Karten zum Filmstart kriegen, oder ob's die DVD für lau gibt oder was.

Ich habe meine Meinung zu dem Thema insgesamt noch nicht mal fertig gekocht. Einerseits verstehe ich es, dass Leute von ihrer Arbeit leben wollen, so, wie halt ein Landwirt von seinen Produkten eben auch ein Sänger von seinen Produkten. Andererseits verstehe ich es nicht, weshalb zig weitere Stellen dieses Produkt aussaugen müssen, bis dem Sänger kaum mal ein Überleben möglich bleibt. Das ähnliche Problem sehe ich beim Landwirt, dessen Schweinefleisch-Verdienst über zig andere Stellen, Fleischbeschau, Transport, Schlachter & Co praktisch so zerteilt wird, bis für ihn kaum noch ein Überleben möglich bleibt.

Das Boykottieren hat für mich andere Gründe, es geschieht von Natur aus, weil mir die Art, die Genrè, die Musik, die verkäuflich vorliegt, entweder nicht mehr gefallen kann, oder die Musikartikel viel zu teuer sind -- eben weil noch jede Menge Leute daran abschöpfen, die mit der Musik selbst oder ihrer Herstellung nicht viel zu tun haben.
Ich höre seit Jahren fast nur noch sogenannte "unsigned" Künstler, die ihre Sachen zum kostenlosen Downloaden auf Amateurportalen wie etwa Myownmusic.de oder Soundcloud, Searchmpthree.com usw. anbieten. Auch die Musik, die ich selbst baue, stelle ich so ins Netz, verdiene keinen Cent daran, andererseits entspricht das meinem gewählten Motto : "Free music for free people" Es ergibt sich einfach aus der Natur der Dinge. Die Musik, die ich mag, gibt es nicht zu kaufen, sonst könnte es schon mal sein, dass ich nem Künstler auch was dafür gebe. Man kann's auch egoistisch sehen -- was kann ich dafür wenn der Künstler seine Musik zum Gratis-Download zur Verfügung stellt?

Der ganze Krieg ums Internet, um mp3 und um Raubkopierer hätte gar nicht sein müssen, wenn die MI früher geschnallt hätte, wohin die technische Entwicklung läuft. Nach wie vor bin ich der Ansicht, dass ein realistisches Verhältnis von Qualität zu Einnahmenvorstellungen und Vergütungen der Künstler einen gewissen Markt halten ließen. Die aktuell vorherrschenden Vorstellungen unterstützen eben nur gewisse erhabene Kreise, und den Menschen zu verbieten, sich Musik irgendwo sonst über Dritte und Weitere anzuhören, erzeugt mit der Zeit wahrscheinlich eher eine Abkehr von Mainstream und Chart-Musik, anstatt die potenziell Kriminellen zum Bezahlen zu animieren.

Das Meiste in Sachen Urheberrecht bzw. Verwertungsrecht ist das eher, verwirrt mich einfach zusehends mehr, umso weiter ich versuche, mich darin zu bilden...
 
G

Guest

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Es gibt in letzter Zeit immer mehr einen Trend dazu, die Mittelsmänner auszuschalten.

Hier ein Beispiel für deinen Bauern, wird in Amerika schon ne ganze Weile praktiziert: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,827252,00.html

Deshalb versucht eine starke Lobby auch, das ganze im Keim zu ersticken:

http://connollysfarmersmarkets.com/nevada-health-dept-raids-local-farm-to-fork-picnic-dinner/

Wird im Musik und Film Business nicht anders laufen, aber aufhalten können die das nicht mehr.

Parasitäres, leistungsloses Einkommen ist ein Auslaufmodell.
 

haruc

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Das geschieht zum Beispiel auch im Buchsektor. Amazon bietet direkte Zusammenarbeit mit dem Autoren an. Der Autor stellt sein Buch bei Amazon rein und Amazon verkaufts als E-Book oder Print-Version. Für beide ist das ertragreich, weil erstens viele Autoren überhaupt erst eine Chance bekommen, zu verlegen und zweitens für Amazon und den Autor mehr bei rumkommt. Also eine Win-Win Situation für alle außer den Verlag, dessen spezielle Funktion - Bereitstellung von Finanzmitteln um die Publikation zu finanzieren sowie Werbung und Vertrieb des Buches - jetzt nicht mehr benötigt wird.

Das klassische Verlagswesen wirkt quasi wie ein Hindernis, wenn es für Autoren darum geht, in den Markt einzusteigen. Dank neuer Technologien und Geschäftsmodelle ist es für jeden Schreiberling jetzt möglich, seine Ergüsse anzubieten. Das Angebot an Literatur wird vielfältiger und bunter. Und die klassischen Verlage müssen nachziehen, wenn sie nicht in 10-20 Jahren ein Nischendasein fristen wollen.

Wie auch in der Film- und Musikindustrie haben die Mittler zwischen "Produzent" und "Kunde" die Trends der Zeit verschlafen, indem sie sich darauf verlassen haben, dass das alles nur ein "Spuk" sei, und man weiterhin mit Repression und altbackener Technik den Markt beherrschen würde.
 

Telepathetic

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Mit den modernen technischen Möglichkeiten ließe auch das zwangssubventionierte staatliche Medienangebot besser kontrollieren, so dass uns die geplante Gebühr pro Haushalt ab 2013 erspart bliebe. Sämtliche Internet-Auftritte der über die GEZ finanzierten Medienanbieter müssten dann mittels eines individuellen Codes vom Nutzer freigeschaltet werden. Jene, die keine GEZ bezahlen, würden nach Eingabe einer Internetadresse wie z.B. tagesschau.de eine Seite aufrufen, die erklärt, dass diese Seite nur nach Bezahlen erreichbar ist. Ähnliches würde für das Fernsehangebot funktoinieren können. Die an die GEZ angeschlossenen Sender wären einfach nicht freigeschaltet. Bliebe nur, eine Lösung zu finden, um die Radiosender pro Hörer abzurechnen. Denkbar wäre, dass Radiosender ebenfalls mit einem individuellen Code freigeschaltet werden müßten. Oder dass tatsächlich gehörte Sendezeit berechnet würde. Im Radiogerät befände sich ein digitaler Zähler.

Internet-Zeitungsauftritte könnten über Micropayments pro Artikel bezahlt werden. Ich z.B. möchte nicht eine ganze Papier-Zeitung kaufen müssen. Ich würde die Schlagzeilen auf der Homepage der Zeitung anschauen und dann sagen wir mal 5 ct. für einen bestimmten Artikel bezahlen. Der staatliche Zwangsrundfunk könnte ebenso über Micropayments finanziert werden.
 
G

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Mann muß sich nicht wundern:

Einer der Großverdiener ist der nordrhein-westfälische Europaabgeordnete Klaus-Heiner Lehne. Als Partner der international tätigen Großkanzlei TaylorWessing kommt er auf monatliche Einkünfte der Stufe 4, also auf mindestens 10.000 Euro. Lehne ist als Vorsitzender des EU-Rechtsausschusses einer der einflussreichsten Europaabgeordneten, für die Organisation Lobbycontrol gehört er zu den “schlimmsten Lobbyisten” in Brüssel. Wie problematisch die Doppelfunktion Volksvertreter/Anwalt ist, zeigen Recherchen von abgeordnetenwatch.de: Während Lehnes Kanzlei 2010 einen Großdeal für den Platten-Multi Sony Music einfädelte, hatte der Abgeordnete Klaus-Heiner Lehne wenig später im Europaparlament über eine bessere “Durchsetzung von Urheberrechten” mitzuentscheiden. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.
http://blog.abgeordnetenwatch.de/20...dient-mindestens-120-000-euro-in-groskanzlei/
 
G

Guest

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Einige interessante Betrachtungen von Francis Ford Coppola über "Urheberrechtsverletzung" und das Einkommen von Künstlern:

Is it important to veer away from the masters to develop one’s own style?
I once found a little excerpt from Balzac. He speaks about a young writer who stole some of his prose. The thing that almost made me weep, he said, “I was so happy when this young person took from me.” Because that’s what we want. We want you to take from us. We want you, at first, to steal from us, because you can’t steal. You will take what we give you and you will put it in your own voice and that’s how you will find your voice.

And that’s how you begin. And then one day someone will steal from you. And Balzac said that in his book: It makes me so happy because it makes me immortal because I know that 200 years from now there will be people doing things that somehow I am part of. So the answer to your question is: Don’t worry about whether it’s appropriate to borrow or to take or do something like someone you admire because that’s only the first step and you have to take the first step.

How does an aspiring artist bridge the gap between distribution and commerce?
We have to be very clever about those things. You have to remember that it’s only a few hundred years, if that much, that artists are working with money. Artists never got money. Artists had a patron, either the leader of the state or the duke of Weimar or somewhere, or the church, the pope. Or they had another job. I have another job. I make films. No one tells me what to do. But I make the money in the wine industry. You work another job and get up at five in the morning and write your script.

This idea of Metallica or some rock n’ roll singer being rich, that’s not necessarily going to happen anymore. Because, as we enter into a new age, maybe art will be free. Maybe the students are right. They should be able to download music and movies. I’m going to be shot for saying this. But who said art has to cost money? And therefore, who says artists have to make money?

In the old days, 200 years ago, if you were a composer, the only way you could make money was to travel with the orchestra and be the conductor, because then you’d be paid as a musician. There was no recording. There were no record royalties. So I would say, “Try to disconnect the idea of cinema with the idea of making a living and money.” Because there are ways around it.
http://the99percent.com/articles/6973/Francis-Ford-Coppola-On-Risk-Money-Craft-Collaboration
 

hives

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haruc

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Passend dazu:

http://www.fr-online.de/medien/pira...r-wille-in-zehn-punkten,1473342,16085086.html

Tatsächlich sind die in dem 10-Punkte-Papier zur Urheberrechtsreform angeführten Positionen weit weniger radikal, als sie den Piraten teilweise unterstellt werden.
und besonders nice:

Schulen und Universitäten soll es erlaubt werden, einmal gekaufte Bücher intern frei zugänglich zu machen. Bisher dürfen Bildungseinrichtungen Bücher und Zeitschriften nicht ohne weiteres scannen und an Schüler oder Studenten verteilen.
Ich frag mich seit 3 Jahren, warum Universitäten nicht digitale Versionen der wichtigsten Bücher bereitstellen dürfen?? Das ist doch kontraproduktiv und kompletter Schwachsinn!

Zum Beispiel das Lexikon des Mittelalters (= Ausgangspunkt für ALLE Arbeiten, die mit dem Mittelalter zu tun haben.): kostet bei der WBG etwa 1200€. Bei uns in der Uni ist es total zerfleddert, manche Seiten fehlen und meistens sind die einzelnen Bände nicht an ihrem Platz. Gleiches gilt für extrem wichtige Präsenzbestände. Manches Bucht ist gerade einmal 2 Monate alt und sieht aus, als hätts 50 Jahre auf dem Buckel.

Mit einer digitalen Version wären alle Probleme auf einmal gelöst: Zugriff immer und für alle, keine Ausleihen, keine Rückgabefristen, keine Beschädigungen. Den Zugang kann man ja über nen VPN-Client regeln, das wird bei anderen Inhalten, wie zb. E-Zeitschriften oder speziellen Datenbanken, auch so gehandhabt.

Das ist ein weiteres hervorragendes Beispiel, wie das Urheberrecht in seiner gegenwärtigen Ausformung Forschung, Bildung und Lehre in extremer Weise behindert.

Wenn man will, dass immer mehr Menschen studieren und einen qualifizierten Abschluss machen, dann sollten auch die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Wenn ein absolutes Standardwerk nur einmal vorgehalten wird, aber täglich 100 Studierende damit arbeiten müssten, dann kann man sich leicht vorstellen, wie effektiv das in der Realität ist.
 

dkR

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haruc schrieb:
Ich frag mich seit 3 Jahren, warum Universitäten nicht digitale Versionen der wichtigsten Bücher bereitstellen dürfen?? Das ist doch kontraproduktiv und kompletter Schwachsinn!
Das wäre ja sinnvoll.
Ha, Bücher!
Es gibt Subito, einen Literaturlieferdienst. Früher hat man via Formular ein Paper angefordert und bekam es postwendend per email als PDF.
Heute schicken die einen den Ausdruck per Post... dauert ne Woche.
 
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