Augenwinkel-Guck-Frage

Ellinaelea

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Ich hoffe, ich nerv euch noch nicht mit meinen ständigen Fragen :)

Also, hier die nächste:

Kann mir jemand erklären, warum ich mit blossem Auge beim Sterngucken die schwächer leuchtenden Objekte bei direktem Fokussieren nicht sehe, dafür aber deutlicher, wenn ich ein helleres Objekt in der Nähe fixiere.

Ein paar Beispiele:

- Pegasus: wenn ich vAnd (Helligkeit V+4.51) oberhalb von Mirach (Helligkeit V+2.07) angucke, kann ich die Andromeda-Galaxie (Helligkeit V+3.47) deutlich sehen. Wenn ich dann aber direkt auf die Andromeda-Galaxie gucke, sehe ich nichts von ihr.
- In der Kassiopeia sind zwischen yCas und Achird noch zwei weniger helle Sterne (u1Cas + u2Cas). Diese sehe ich ebenfalls nicht, wenn ich direkt draufblicke, sondern nur, wenn ich yCas oder Achird fixiere
- Wenn ich die Plejaden fokussiere sehe ich (je nach Wetterlage) zwischen 3 und 5 Sterne. Wenn ich leicht daneben gucke, kann ich bis neun und an sehr klaren Tagen sogar mehr sehen.

Und so weiter und so fort. Ich rede von Nacktem-Auge-Gucken, nicht von Fernglas oder Teleskop.

Mir gibt das zu Denken. Warum kann ich im nächtlichen Sternenhimmel weniger helle Objekte besser sehen, wenn ich sie nicht direkt ansehe?

Und lässt das evtl. Rückschlüsse zu, auf die Dinge im Alltag, die man manchmal meint, aus dem Augenwinkel zu erkennen und wenn man genauer hinguckt, ist da nichts?


ps: da es hier um Sehkraft und Augenfunktion geht, hab ich das im Medizin-Forum plaziert.
 

Ramses

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Hat das nicht was mit dem "Gelben Fleck" zu tun? Dort sind mehr Zellen für die Farbwahrnehmung als für die Hell-Dunkel-Wahrnehmung. Deshalb kann man im halbdunkeln nicht genau auf einen Gegenstand sehen, sondern muss daran vorbei schauen, um ihn zu sehen/erkennen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gelber_Fleck_(Auge)
 

arius

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Ellinaelea schrieb:
Kann mir jemand erklären, warum ich mit blossem Auge beim Sterngucken die schwächer leuchtenden Objekte bei direktem Fokussieren nicht sehe, dafür aber deutlicher, wenn ich ein helleres Objekt in der Nähe fixiere.
Die Stäbchen, die für das Hell-Dunkelsehen und für empfindliches Sehen Sehfarbstoff liefern, sind um den gelben Fleck herum verteilt, daher muss man 'etwas daneben' schauen, denn am gelben Fleck selbst sind fast aussschließlich die weniger empfindlichen Farbseh-Zäpfchen.

Der Mensch hat also unterschiedliche Lichtrezeptoren.

Dienstagabend und gestern Abend übrigens waren am Abendhimmel sehr schön Jupiter, Venus und Mond mit bloßem Auge zu sehen.

Weiß jemand, ob das der Mars ist, der gegen 5 Uhtr sehr hell fast im Zenit leuchtet ? Er steht unweit der Plejaden und westlich des Orion, eines typischen Wintersternbildes, das jetzt am Morgenhimmel schon zu sehen ist. Im Orion kann man auch den Orion-Nebel erkennen, aber nur mit guter Vergrößerung.

Gruß Arius
 

cyriel

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die wahrnehmung des auges geschieht durch stäbchen und zäpfchen, wobei die zäpfchen für die farbwahrnehmung zuständig sind und sich eher im zentrum des auges konzentrieren. die stäbchen nehmen nur schwarz/weiss wahr, sind aber sensibler als zäpfchen, und liegen eher am rand des auges, deswegen sieht man hell/dunkel unterschiede besser wenn man sie nicht direkt fokussiert

sorry wenn die aussagen nicht ganz akkurat sind, biologieunterricht ist schon ein bisschen her, aber im groben sollte es schon stimmen
 

Ellinaelea

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Danke euch für die Antworten. Schien mir doch sehr seltsam, aber nun ist es erklärt :)


arius schrieb:
Weiß jemand, ob das der Mars ist, der gegen 5 Uhtr sehr hell fast im Zenit leuchtet ? Er steht unweit der Plejaden und westlich des Orion, eines typischen Wintersternbildes, das jetzt am Morgenhimmel schon zu sehen ist. Im Orion kann man auch den Orion-Nebel erkennen, aber nur mit guter Vergrößerung.
Arius, ich hab mir Redshift5 zugelegt für den Durchblick am Himmel. Ich hab dir schnell eine Karte gemacht für den Himmel um ca. 4.30 Uhr mit Blickrichtung Mars.
http://www.underworld.ch/ask1/sept_himmell.jpg
Ist zwar von meinem Standort (AG Schweiz) aus. Für den Mars-Standort zu dem Zeitpunkt ist das aber egal. Du hast richtig gesehen. Mars befindet sich, wo er meiner Meinung nach hingehört, nämlich in der Nähe meines Sternzeichens Widder *ggg*
Mars ist sowieso kaum zu verwechseln. Er ist wesentlich heller als alles Umgebende und hat ja noch seinen berühmten rötlichen Schimmer.
Aldebaran und Capella sind dann in die Richtung und Zeit die nächsthelleren Himmelsobjekte.
Ist übrigens auch grad Sternschnuppenzeit. Wenn man die Ruhe hat und sich nachts mit Blickrichtung Osten irgendwo hinsetzt, kann man alle paar Minuten Richtung Perseus Schnuppen sehen.
 

arius

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Vielen Dank Elli,

ist denn der eingezeichnete Komet auch mit bloßem Auge oder mit Feldstecher zu sehen ?

Der Mars steht zwischen dem Sternbild Widder und Stier, richtig, gemäß der Astrologie jedoch ist er ja bereits weiter und ging Anfang August in den Stier und bleibt dort bis Februar, weil er im Oktober für mehrere Wochen rückläufig wird, vor 2,3 Jahren war er sehr lange in den Fischen.
Normal durchläuft er in 2 Monaten ein Zeichen, weil er nur eine Umlaufzeit von knapp mehrals 2 Jahren hat. Jupiter als nächster Außen-Planet braucht gleich 12 Jahre... Saturn dann 28, Uranus 84 Jahre.

Gruß Arius

Hier habe ich auch noch was gefunden: 2005 - der Herbst des Mars.
Vorspiel beginnt bereits im September 2005 - Die minimale Distanz von 69.4 Mio. Kilometern wird Mars am frühen Morgen des 30. Oktober erreichen, er wird aber nicht ganz so hell wie im August 2003.
 

Ellinaelea

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arius schrieb:
ist denn der eingezeichnete Komet auch mit bloßem Auge oder mit Feldstecher zu sehen ?
Mit einer Helligkeit von +6.8 ist der Komet Helfenzrieder von blossem Auge nicht zu sehen. Ich schätze, auch ein Fernglas genügt da nicht, würde aber nicht drauf wetten, da ich meine Himmelsbeobachtungen bisher noch ohne Instrumente mache. Werd erst in einem oder zwei Jahren auf Teleskope umsteigen und mich um den Deep Sky kümmern :)
 

Aleister

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zu diesem thema noch eine interessante beobachtung, die ich vor einiger zeit gemacht habe. schaut man nachts den sternenhimmel an und konzentriert sich auf einen stern (bei den hellen geht es besser), so verblassen mit der zeit alle anderen sterne am himmel, bis es scheint, der beobachtete stern sei der einzige. sobald man aber den blick nur kurz abwendet, sind alle sterne wieder sichtbar. womit das wohl zu tun hat?
 

Ellinaelea

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Keine Ahnung. Aber den Effekt kann ich überall haben, nicht nur im Sternenhimmel. Guck mal im Spiegel in deine Augen ohne zu blinzeln! Bald siehst du nur noch deine Augen. Oder such dir ein beliebiges Objekt draussen aus. Funktioniert mit allem. Häuser, Autos, Bäume, Blumen.
Je kleiner das Objekt ist, desto schneller stellt sich der Effekt ein.
Bei mir löst sich dieser Fokus allerdings schon mit dem kürzesten Blinzeln auf.
 
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