Anti-Intellektualismus - Eine zunehmende Gefahr?

InsularMind

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Von der Froschperspektive dieser Welt aus sehend frage ich mich manchmal, ob das breitenrelevante Desinteresse so vieler Menschen an so vielen Interessengebieten etwa eine passive Form von Anti-Intellektualismus ist, oder einfach nur Desinteresse.

Man darf vielleicht nicht vergessen, dass auch die Wissenschaft nur eine Art von organisiertem Verein ist, wo versucht wird, Beobachtungen, Kenntnisse und Ideen zu prüfen, zu erklären und ggf. zur nützlichen Anwendung zu bringen. Irgendwie stützt sich die halbe Menschheit auf all dies, als suchte sie darin einen neuen Gott-Ersatz, der für alles Problematische und seine Lösungen verantwortlich ist. Wenn die Wissenschaft sich irrt, wird der dann eben mal zum Teufel bezeichnet, und man ist so auch wieder unzufrieden... bis zur nächsten Runde.

Der Gedankengang : 'Die Wissenschaft hat versagt, also ist sie untauglich' schaut als Folgerung wiederum neu anti-intellektuell aus.
 

agentP

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'Die Wissenschaft hat versagt, also ist sie untauglich' schaut als Folgerung wiederum neu anti-intellektuell aus.
Am coolsten sind Leute, die an einem Rechner sitzen und unter Nutzung von Jahrzehnten wissenschaftlicher Forschungsergebnisse über das Versagen schwadronieren. Hätte die Wissenschaft wirklich versagt, könnten sie sich diese Idee bestenfalls am Lagerfeuer und in Felle gehüllt erzählen. Thesen und Theorien versagen und auch die Wissenschaftstheorie verdient ständig reflektiert zu werden, aber die Behauptung die Wissenschaft versagt kann durch einen unvoreingenommenen Blick aus dem Fenster (oder auf das Fenster, falls man an einem Windows-Rechner sitzt) jederzeit widerlegt werden.
 
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