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AfD bei der nächsten Wahl - Weimar reloaded?

Dieses Thema im Forum "Politik, Sozialkritik, Zeitgeschehen & Geschichte" wurde erstellt von Guest, 6. April 2013.

  1. Guest

    Guest Guest

    Wie eine Umfrage der "Welt" ergab, liegt die AfD (Alternative für Deutschland) momentan bei ca 24% (wobei ich solche Zahlen erst immer nach der tatsächlichen Auszählung glaube, geredet wir vorher immer viel).


    Wenn ich mir die entwicklung der letzen Zeit so ansehe und dann auch noch Meldungen wie diese lese:

    http://deutsche-wirtschafts-nachric...ie-bank-guthaben-in-europa-sind-nicht-sicher/

    Kann ich mir vorstellen, daß ne menge Leute bereit sind, eine Partei zu wählen, deren Programm praktisch aus der "best of Wunschliste" eines großteils der Bevölkerung besteht.

    -Euro-Austritt
    -Banken sollen Rettung selbst bezahlen
    -Geregelte Zuwanderung à la Kanada
    -massiv vereinfachtes Steuerrecht à la Kirchhof
    -Reform des EEG
    -Keine Nebentätigkeit für Abgeordnete
    usw.

    Sieht aus als hätte jemand sämtliche Foren der großen Medien abgeklappert und zusammengeschrieben, wo den Leuten der Schuh am meisten drückt.

    Obwohl bereits bekannt ist, daß es die Macher hinter der AfD teilweise ganz schön dick hinter den Ohren haben (um das wenigste zu sagen) und manche Aussagen - gelinde gesagt - etwas beunruhigend sind, könnte ich mir vorstellen, wenn es in D und in Europa so weitergeht - womöglich noch mit einem Raubzug der Konten zur Bankenrettung, die Wut und Ohnmacht groß genug werden, über all das hinwegzusehen und nach dem AfD Strohalm zu greifen.

    Hier hab ich mein Weimar Dja-Vue.
    Wenn sich noch irgendjemand fragt, wie damals die NSDAP gewählt werden konnte - obwohl die Absichten der Macher klein Geheimnis waren - mittlerweile ist mir der Vorgang klar.

    Was denkt ihr?
     
  2. POW

    POW Großmeister

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    Den Vergleich zwischen NSDAP und AfD verstehe ich nicht. Soweit ich das bislang beurteilen kann, steht hinter dem AfD die INSM. Und hinter der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" steht die Wirtschaft. Die INSM stellt sowas wie einen Think-Tank dar. Tja und wenn so eine Partei an die Macht kommt, die sich der Wirtschaft verpflichtet fühlt, dann kann sich jeder ja selber ausmalen, wie´s nach einer Wahl mit "denen" weitergeht...
     
  3. dkR

    dkR Forenlegende

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    Wirtschaftsaufschwung und Reduzierung der Staatsverschuldung?
     
  4. POW

    POW Großmeister

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    Ach so...So wie bei all den anderen vor ihnen, die alles besser machen wollten? Hmmm....Da glaube ich ehrlich gesagt nicht mehr so wirklich dran.
     
  5. dkR

    dkR Forenlegende

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    "Besser machen" ist sehr subjektiv.
    Ich wäre schon mit einer Partei zufrieden, mit der ich mich halbwegs identifizieren kann.
     
  6. POW

    POW Großmeister

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    Was für ein schöner Tag...Die Sonne scheint, es ist einigermaßen warm, die Vögel zwitschern und wir zwei sind mal einer Meinung.... :D
     
  7. Guest

    Guest Guest

    Ich brauch mich nicht mit ner Partei "identifizieren".

    Mir reicht es, wenn eine Regierung dieses Land im Dienste (und zum Wohl) der Bürger möglichst optimal verwaltet, anstatt sich über den Souverän zu erheben und den Bürger in Grund und Boden zu regieren.

    Wahrscheinlich könnten wir die Regierung/Verwaltung an eine Firma in China outsourcen und das ganze wäre nicht nur besser und effizienter sondern auch noch billiger.

    Schlimmer als jetzt kann's ja kaum noch kommen.
     
  8. Malakim

    Malakim Ehrenmitglied

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    ...weil wir genau JETZT in unerträglicher Armut hausen und mit dem nackten Überleben ringen.
     
  9. agentP

    agentP Forenlegende

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    Meines Wissens leben in diesem Land 80 Millionen+ Bürger, die ziemlich unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was "optimal verwaltet werden" heisst. Wobei mir schon klar ist, dass es eine gewisse -und nicht immer vorhandene- Reflektionsleistung erfordert zu merken, dass man selber nicht zwangsläufig für alle spricht. Und natürlich, dass alle anderen, die die eigene Vorstellung von Staat, guter Regierung, etc. nicht teilen, deswegen nicht zwangsläufig doof, naiv oder Mittäter sind.

    :why?:
     
  10. Guest

    Guest Guest

  11. agentP

    agentP Forenlegende

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    10. April 2002
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    Klar. Wenn man Leute fragt, ob sie gerne ihr Geld abgenommen bekommen, dann wird jeder mit "Nein!" antworten. Wenn jetzt aber die Alternative wäre, dass ein Auseinanderbrechen des Euroraums vielleicht dazu führt, dass sie neben einem Teil der Ersparnisse auch ihre Jobs, Eigentumswohnungen und Renten verlieren, dann sähe die Antwort vielleicht schon anders aus. Und dann wäre zudem auch wieder fraglich, was die "optimalere Entscheidung " wäre.

    Die Vorstellung, dass es eine "optimale Verwaltung" die alle befriedigt geben kann, halte ich übrigens ohnehin für blauäugig. Bei einer so heterogenen Gesellschaft mit so vielen unterschiedlichen Interessen wird vermutlich nie eine Mehrheit mit ALLEN Entscheidungen einverstanden. Bei Einzelentscheidungen lassen sich vielleicht hohe Ausschläge in die eine oder andere Richtung erkennen.

    Denn vollen Durchblick haben natürlich grundsätzlich Stammtischbrüder und Populisten. Die haben immer eine einfache und "optimale" Lösung.

    Ich glaube aber, dass eine schweigende Mehrheit sich zumindest intuitiv klar darüber ist, dass... (siehe Signatur)
     
  12. Guest

    Guest Guest

    Vor dem EU Schwachsinn hatten die Leute auch Ersparnisse, Jobs, Eigentumswohnungen und Renten. Die EU war dazu also offensichtlich nicht notwendig.

    Es gibt keinen vernünftigen Grund warum sie das nicht wieder haben sollten, wenn wir die EU beerdigen.

    Im Gegenteil. Momentan ist es so, daß ne Menge Leute eben wegen der EU Ersparnisse, ihre Jobs, Eigentumswohnungen und Renten bereits zu guten Teilen verloren haben oder dabei sind.

    Den Durchblick hatten bisher in der Tat "Stammtischbrüder".
    Eigentlich waren das die einzigen die überhaupt Durchblick hatten.

    Wenn man vor Einführung des Euros und der EU, die Gespräche an Stammtischen belauscht hatte, muß man feststellen, daß selbst die schlimmsten Befürchtungen und Vorhersagen der "Brüder" heute eingetroffen sind.
     
  13. vonderOder

    vonderOder Ehrenmitglied

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    na siehste, jetzt haben wir ja die Schuldigen an dem ganzen Scheiß.
    Wenn es nicht solche Querulanten geben würde, dann würde man doch die ganze EU und die entstandenen Schwierigkeiten viel viel positiver sehen und nicht dem Wahn (Paranoia querulans) verfallen, dass es da irgendwelche Leute gibt die alles vernichten wollen.
     
  14. agentP

    agentP Forenlegende

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    Genausogut kann es sein, dass wir ohne EU in einer globalsierten Welt mit neuen Anforderungen zwischen den alten und neuen wirtschaftlichen Supermächten untergehen. Fakt ist, dass die Entwicklung der deutschen Wirtschaft nach dem Krieg parallel zur Entwicklung der EU verlaufen ist. Anzunehmen, dass wir ohne genauso gut dastehen würden ist reine Spekulation. Sinnvoller wäre es vielleicht, die EU zu einem echten, demokratischen Staatenbund voranzutreiben und aus den Fehlern zu lernen, statt das Experiment "Ausstieg" zu fordern, das ohnehin eine populistische Utopie ist.
     
  15. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    So ist es.
    Das Gebaren der Finanzmärkte der letzten Jahrzehnte zeigt doch vor allem eines: Wenn es uns nicht gelingt, internationale Vereinbarungen durchzusetzen, dann wird es immer andere Staaten geben, wo Steuern hinterzogen und mit der Kohle gezockt wird.
    Wie groß soll denn dann unser Einfluss sein, wenn wir erst aus der EU und Euro ausgestiegen sind ?
     
  16. Ein_Liberaler

    Ein_Liberaler Forenlegende

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    Staatenbund oder Bundesstaat?
     
  17. agentP

    agentP Forenlegende

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    Bundesstaat, natürlich. Mehr als ein einfacher Staatenbund ist die EU ja schon. Mein Fehler.
     
  18. Guest

    Guest Guest

    Und wieder ein Stückchen näher an der Weimarer Republik.

    Linke Schlägertrupps überfallen AFD Veranstaltung.

    http://www.welt.de/politik/deutschl...stnahmen-nach-Attacke-auf-AfD-Chef-Lucke.html
     
  19. haruc

    haruc Ehrenmitglied

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    Die Angriffe gehen völlig nach hinten los.
    Die AFD erhält dadurch maximale Aufmerksamkeit und kann sich in der Opferrolle mit moralischem Bonus sehen: Immerhin ist sie eine demokratische Partei, deren Mitglieder von Leuten mit fragwürdiger Gesinnung physisch attackiert werden.

    Die AFD kann sich keinen besseren Wahlkampf wünschen. Jetzt erhält die AFD auch Rückendeckung aus den Reihen der der SPD: http://www.handelsblatt.com/politik...ken-auf-fuenf-prozent-partei-afd/8693076.html

    Mit Weimar kann man das allerdings kaum vergleichen: Angriffe auf Parteien sind nichts neues, und die Dimensionen der Attacken lassen sich mit den bürgerkriegsähnlichen Zuständen Anfangs der 1930er Jahre kaum vergleichen. Außerdem hat heute nur eine Seite halbwegs organisierte Schlägertrupps.
     
  20. Simple Man

    Simple Man Forenlegende

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    Momentan scheinbar Schilda ...
    Naja, vielleicht ist das Stückchen kleiner, als es die AfD den Leuten weismachen wollte: