Pro und Contra Gesichtstransplantationen

Flanschkuh

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Hallo liebe User !

Wieder tauchte eine Gesichtstransplantation in den Medien auf. Diesmal wurde in China einem 30-jähriger Mann nach einen Bärenangriff Gesichtsteile transplantiert. Er ist der zweite, bei dem die Medizin es versucht hat. Als erste war es eine Französin gewesen, der nach einen Hundeangriff das Gesicht entstellt wurde.

Es wurden auch Meinungen von anderen Medizinern erwähnt, manche waren dagegen, weil es für den Patinten nicht seelisch zu Verkraften ist, wenn die Transplantate abgestoßen werden.

Die USA planen eine komplette Gesichtstranplantation.

Meine Meinung: Einen Versuch ist es wert, Weil die Opfer eine kleine Chance bekommen vielleicht wieder ein ganz normales Leben zu führen.

Was ist eure Meinung dazu. Was würdet ihr tun? Die Operation durchführen lassenund ein Leben lang Medikamnte nehmen oder mit einem entstellten Gesicht leben?
 

JimmyBond

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ganz ehrlich?

ich wuerde mich zunaechst einmal von meinem gesamten umfeld loesen, irgendwo hinziehen wo mich niemand kennt. mich mit alkohol und tabletten vollaufen lassen und mir anschliessend die kugel geben.

... oder meinetwegen ohne alkohol und tabletten, aber sonst...nee. so wuerd ich nicht weiterleben wollen..

ach und wer das machen will, der soll. jeder soll fuer sich die entscheidung treffen, die er fuer richtig haellt. :!:
 

antimagnet

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die alternative zu einer gesichtstransplantation ist doch nicht, dass die entstellungen so gelassen werden, sondern dass man mit herkömmlicher plastischer chirurgie versucht, ein gesicht zu bilden. solange das möglich ist, ist es einfach unnötig, die medizinischen und psychischen risiken einer transplantation eines echten, fremden gesichts einzugehen.
 

holo

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Schwere Entscheidung zwischen plastischer und transplantativer (sagt man das so?) Chirurgie. Der Vorteil einer Transplantation liegt in der Bewegungsfähigkeit. Den Mund schließen und vor dem Austrocknen zu schützen, ein Lächeln schenken können - das dürfte mit einer Plastik nicht gehen.

Gruß
Holo
 

polylux

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Ich könnte auch nach einer Transplantation so nicht weiterleben und schliesse mich JimmyBond an.

Dazu wäre ich viel zu eitel.

Doch wem es hilft sollte es machen.
Ich finde daran nichts verwerfliches.

Viel verwerflicher finde ich reine Schönheits OPs, bei denen man sich das Fett absaugen lässt, denn das ist reine Bequemlichkeit um einer gesunden Ernährung und Sport zu entgehen.

Gruss . Polylux
 

DrJones

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Kann mich Polylux anschließen.

Das Problem ist ja auch das man bei den Gesichtstransplantationen
dennoch sieht das da irgendwas nicht ganz stimmt.
Ein Fremder kann sehen das da was gemacht wurde.
Von daher wird man auf der Straße wohl immer komisch
angesehen.

Was aber wenn man es so perfekt machen könnte das man
keinerlei Unterschied mehr feststellen kann?

Hättet ihr dann auch Probleme mit der Eitelkeit?
 

polylux

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DrJones schrieb:
Hättet ihr dann auch Probleme mit der Eitelkeit?
Dann wohl eher mit den Kosten dafür :)

Ausser ich finde eine Frau, die mich so symphatisch findet und so viel Kohle hat, dass sie aus mir einen James Bond machen lassen will. :p

Ach nö ... Bin ganz zufrieden.

Nur ein paar cm grösser wäre ich wirklich gerne.

Polylux
 

Zarnikor

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ich habe erst vor kurzem eine dokumentantion zum thema "das transplantierte gesicht" auf discovery gesehn und mir meine gedanken dazu gemacht. obwohl nur eine TV produktion wurde sehr intensiv auf eventuelle komplikationen (abstoßungsreaktion) , psychische belastungen (gesicht eines fremden tragen) und transplantationsmöglichkeiten eingegangen.

so wurde etwa erklärt, dass das fremde gesicht nicht 1 zu 1 das gesicht des verstorbenen ehemaligen trägers wäre, da die gesichtshaut- und muskeln ihre form etwas verändern würden, aufgrund der anderen knochenform des empfängers. es würde bei gelingen also eine mischung beider gesichter entstehen, das weder wie der eine, noch wie der andere aussehn würde. es würde also niemand ohnmächtig zusammenbrechen, der vielleicht irgendwann das gesicht eines verstorbenen in der fußgängerzone erblicken würde. solche versuche wurden laut dieser doku bereits an toten unternommen und es wären immer völlig neue gesichter mit neuen zügen entstanden.

obwohl es sicher nicht einfach wäre, ein plötzlich völlig fremdes gesicht zu tragen und sich damit identifizieren zu müssen, denke ich doch, dass ich es wagen würde, würden die vorteile und verbesserungen die gefahren und komplikationen aufwiegen. ich denke dabei an DIESES schwerverbrannte mädchen (ihre geschichte im zusammenhang mit einer kampagne, allerdings konnte ich gerade keine bessere seite finden und ich denke diese, enthält genug botschaft), in dessen entstellter haut ich keinesfalls würde leben wollen!
für derart entstellte menschen wäre eine gesichtstransplantation sicher der weg in ein neues leben. wer würde eine etwa durch unfall vernarbte fratze, die einem imho einen großteil der persönlichkeit und lebensqualität beraubt, austrocknende augen, etc. nicht gerne gegen ein funktionstüchtiges gesicht tauschen, dass einen schmerz und leid nimmt und ein würdiges leben, ohne angewiederte blicke ermöglichst?
ich frage mich manchmal, was in diesem hübschen mädchen wohl vorgegangen sein mag, als sie ihr "neues" gesicht akzeptieren sollte, wo sie vorher doch so gut aussehend war. ich weiss nicht, ob ich mit diesem schicksal leben wollen würde und soviel optimismus und kraft, wie sie aufbringen könnte.

in der doku wurde eben dieses mädchen zum thema gesichtstransplantation interviewt und wenn ich mich recht erinnere, fiel ihre antwort etwa so aus: (frei gedanklich wiedergegeben)
dass sie die möglichkeit in erwägung ziehen würde, wenn man die abstoßungsrisiken minimieren, oder gar abstellen könnte. dass sie mittlerweilen so viele operationen und schmerzen durchgemacht hat, um wenigstens dieses von der hautfläche her geschlossenes gesicht zu erhalten. dass sie bei einer abstoßungsreaktion sogar angst um ihr jetziges gesicht hätte (dass ihr sicher bleibt, aber ein überleben ermöglicht) und dann quasi "gehäutet" sich wiederrum ettlichen leidvollen rekonstruktionsoperationen unterziehen müßte (da frage ich mich, wo man bei ihr noch gesundes gewebe zur transplantation entnehmen könnte?), oder gar versterben würde, könnten man das gesicht nach einer abstoßung des transplantates nicht wieder mit eigengewebe aufbauen.

wenn ich in dieser schrecklichen situation wäre, würde ich wohl eher das risiko eingehen sogar versterben zu können, anstatt so weiter zu leben. ich finde, als "gesunder" mensch hat man einfach nicht das recht über sinn, oder unsinn einer solchen operation zu entscheiden, sondern sollte die entscheidungen der willigen legitimieren, was diesen betroffenen ein normales leben, gestikulieren und fühlen ermöglichen würde - ohne den spott der gesellschaft und diese schrecklichen entstellungen.
 

Flanschkuh

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Der Meinung von Zarnikor kann ich mich nur anschließen.

Aber komisch ist es das man Nieren-, Herz-, Lebertransplantaionen als ganz normal sieht und das darüber keiner mehr spricht.

Gut jeder sollte die Entscheidung für sich selbst treffen, ich würde mich dafür entscheiden, um vielleicht mein leben weiter zu leben. Ohne Gesicht kann ich es nicht mehr Leben nennen.
Die Operationnarben sind nicht so schlimm, wie ein entstelltes Gesicht.

Klar sollte diese Operation nicht für Leute sein, die mit ihr Aussehen nicht zu frieden sind. - Schönheitsoperationen -
 

Ehemaliger_User

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Ansonsten könnte man ja das Gesicht von Natalie Portman in der Petrischale züchten und jeder Frau auf den Schädel hauen, die mit ihrem Aussehen nicht zufrieden ist.
 

Shishachilla

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polylux schrieb:
Viel verwerflicher finde ich reine Schönheits OPs, bei denen man sich das Fett absaugen lässt, denn das ist reine Bequemlichkeit um einer gesunden Ernährung und Sport zu entgehen.
Also das........................ ja! Aber nicht alles Schönheits-OPs kann man mit Sport umgehen! Also bei Brustvergrößerungen hab ich kein Problem, solange es nicht aus dem Rahmen fällt (Gott wie zweideutig!!!!!!!!!!! :lol: ) und noch ästhetisch aussieht. Mit DD kann glaub ich eh niemand was anfangen also alles wenn möglich figurbezogen usw. und wenn möglich solls natürlich aussehen. Mensch jetzt komm ich wieder vom Thema ab.........


DrJones schrieb:
Was aber wenn man es so perfekt machen könnte das man
keinerlei Unterschied mehr feststellen kann?
Dann hätt ich Angst davor Frauen kennen zu lernen.... Woher willste denn dann wissen, obs nicht mal n Kerl war??? Oder eben entsprechend andersrum?
Da müßt man sich dann ja echt Gedanken machen.....

Flanschkuh schrieb:
Aber komisch ist es das man Nieren-, Herz-, Lebertransplantaionen als ganz normal sieht und das darüber keiner mehr spricht.
Vielleicht liegt das einfach daran, dass die eine OP überlebensnotwendig ist, und die andere nicht?
 

holo

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Shishachilla schrieb:
Mit DD kann glaub ich eh niemand was anfangen also alles wenn möglich figurbezogen usw.
Glaubst du, ja? ;-)

Shishachilla schrieb:
Vielleicht liegt das einfach daran, dass die eine OP überlebensnotwendig ist, und die andere nicht?
Das ist für mich das Stichwort. Überleben, leben, vegetieren ... ist es ein Leben ohne Gesicht? Soll es ein reines Überleben sein mit regelmäßigen Augentropfen und dem Strohhalm für die Nahrungsaufnahme? Als Herdentier gehört die Gesellschaft zum Leben dazu - zumindest für die Allermeisten. Wofür würdest du dich entscheiden, wenn du nur das Geld für eine Option hättest: Gesicht oder Niere? Entstellt oder Dialyse? Ich denke, ich würde mich für das Gesicht entscheiden.

Gruß
Holo
 

Shishachilla

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holo schrieb:
Glaubst du, ja? : Wink :
Muhaha, okok, aber du weißt was ich meine!!
holo schrieb:
Als Herdentier gehört die Gesellschaft zum Leben dazu - zumindest für die Allermeisten. Wofür würdest du dich entscheiden, wenn du nur das Geld für eine Option hättest: Gesicht oder Niere? Entstellt oder Dialyse?
Der Mensch ist ein Herdentier?? Ich bin eher der Meinung, dass der Mensch ein Einzelgänger ist, oder dass er zu mindest jederzeit als Einzelgänger leben kann, ohne sich umstellen zu müssen.
Aber um darauf zurück zu kommen: Ich denke unter diesem Gesichtspunkt würde jeder die Dialyse vorziehen, aber zum Glück wohnen wir nicht in den USA, sondern in Deutschland, wo 99% der Bevölkerung krankenversichert ist und eine solche OP bezahlt bekommt, auf gut deutsch man muss sich nicht zwischen den beiden Optionen entscheiden.

Ich finde nur trotz der Transplantation der Geischtshaut sieht man immernoch , dass die Menschen starke Verletzungen hatten, man sieht Narben, die trotz Laser nicht zu entfernen sind..... Mal sehen, was die Zukunft noch so Interessantes bringt... :roll:
 

holo

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Shishachilla schrieb:
Muhaha, okok, aber du weißt was ich meine!!
Nö, ich habe zwei gesunde Hände ;-)

Shishachilla schrieb:
Ich finde nur trotz der Transplantation der Geischtshaut sieht man immernoch , dass die Menschen starke Verletzungen hatten, man sieht Narben, die trotz Laser nicht zu entfernen sind..... Mal sehen, was die Zukunft noch so Interessantes bringt... :roll:
Jo, stimmt schon. Nur kannst du halt Muskeln bewegen, dein Ansinnen mit Mimik zum Ausdruck bringen - das ist schon sehr wichtig in der Gesellschaft und ein entscheidender Vorteil gegenüber der alten Methode.

Gruß
Holo
 

Shishachilla

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holo schrieb:
Nö, ich habe zwei gesunde Hände ;-)
jap, das schon, aber hast du schonma gesehen wie das dann aussieht, wenns gemacht ist? Is nich wirklich sooo der Hammer, viel zu abstehend...

holo schrieb:
Jo, stimmt schon. Nur kannst du halt Muskeln bewegen, dein Ansinnen mit Mimik zum Ausdruck bringen - das ist schon sehr wichtig in der Gesellschaft und ein entscheidender Vorteil gegenüber der alten Methode.
Jap, dat stimmt.
 
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