Peter Scholl-Latour

Was hälst du von Peter Scholl-Latour?

  • Der Mann kennst sich aus!

    Stimmen: 0 0,0%
  • Der hat doch keine Ahnung!

    Stimmen: 0 0,0%
  • Er hat schon Ahnung, wird aber überschätzt!

    Stimmen: 0 0,0%
  • Peter ... WER?

    Stimmen: 0 0,0%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    0

Winston_Smith

Forenlegende
Mitglied seit
15. März 2003
Beiträge
5.237
aber es gibt bessere und er spiegelt nur seine Meinung wieder, ein Punkt, den man nie vergessen sollte. Man ist kein Experte für Weltpolitik, nur weil man Scholl-Latour gelesen hat. Auch ihn sollte man kritisch hinterfragen.
Bravo! Das würde ich genau so unterschreiben.

ws
 

InsularMind

Erleuchteter
Mitglied seit
9. Dezember 2003
Beiträge
1.086
Ich seh ihn eigentlich gern, wenn mir die Gelegenheit unterkommt. Finde, dass er wohl einen umfassenderen Überblick haben wird, als viele andere, habe aber angekreuzt, dass dies wohl überschätzt wird, denn es ist trotz aller Einsicht, Lebenserfahrung, trotz intensiver, jahrzehntedauernder Beschäftigung immer noch nur seine individuelle Betrachtungsweise, die er anbieten kann. Ein Kontrast, der über viele verschiedene Erfahrungswege und Wissensdarlegungen gezogen wird, ist meistens näher am Kern der Authentizität als einzelne Erfahrungspfade, weil jeder, auch der selbsttreuste Mensch seine Wahernehmung in gewissem Anteil verändert wiedergibt.
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Peter S.-L. ist laut Winston arrogant und besserwisserisch. Ja, würd ich auch sagen. Angesichts der, höflich ausgedrückt, Laien, mit denen er in den einschlägigen Runden zu diskutieren gezwungen ist, und die sich nicht scheuen, ihre ebenso unmaßgebliche wie unfundierte Meinung rauszuposaunen, ist das eigentlich kein Wunder. Gegenüber diesen Politikern, Prominenten und Journalisten ist es kaum möglich, nicht in Arroganz und Besserwisserei zu verfallen.
 

Aphorismus

Ehrenmitglied
Mitglied seit
22. Dezember 2004
Beiträge
3.690
"Politikern, Prominenten und Journalisten" ... "Laien"
Scholl-Latour = a) Journalist, b) Prominenter, c) politisch eindeutig ausgerichtet (Stichwort Israel).

Gut, er ist studierter Politologe, aber sein Abschluss ist inzwischen auch länger als 50 Jahre her. Ob da noch soviel an Wissenschaftlichkeit geblieben ist, nach über 50 Jahren Tätigkeit als Journalist? Seine Bücher sind imho jedenfalls eher Kommentare als Fallstudien.

Sehe da ansonsten wenig Unterschiede was die genannten Kriterien angeht. Und nichts, was seine Arroganz rechtfertigen würde, außer Räuberpistolen wie den Reisen, dem Flug in den Iran und dem Herumrobben in Vietnam. Mir war da Sebastian Haffner erheblich lieber, weil weniger emotional und analytischer. :read:
 

HunabKu

Erleuchteter
Mitglied seit
22. Mai 2009
Beiträge
1.049
aber sein Abschluss ist inzwischen auch länger als 50 Jahre her. Ob da noch soviel an Wissenschaftlichkeit geblieben ist, nach über 50 Jahren Tätigkeit als Journalist? Seine Bücher sind imho jedenfalls eher Kommentare als Fallstudien.
Nun, ist es denn zwingend von einem Studium an einer Uni abhängig, in wieweit jemand kompetent genug ist, sich zu gewissen Themen zu äußern oder könnte es sein, dass jede Menge Erfahrungen und sehr viel Zeit, die man in einem Land und mit den Menschen verbringt die dort leben gerade erstrecht dafür sorgen, dass man einen tatsächlichen und viel tieferen Einblick bekommt als den, den uns die Nachrichten liefern. Ich für meinen Teil empfinde das eher logisch als unsinnig. Was ich auch logisch für Deutschland finde ist die Tatsache, dass er auch deswegen oft kritisiert wird, weil er sich ab und zu auch mal kritisch zum Thema Israel äußert und das darf aus Deutschland nicht kommen. Abe egal. Ich halte Ihn für sehr kompetent und es gefällt mir, dass er die Dinge beim Namen nennt und seinen Mund, im Gegensatz zu mach anderen, eben nicht hält, was fälschlicherweise immer als arrogant bezeichnet wird (den Mund auf machen). Sicher weiß Scholl-Latour nicht alles ganz genau und er irrt sich sicher hier und da auch, keine Frage. Er kann uns aber mit Sicherheit mehr "Wahrheiten" erzählen als das der Mainstream kann. Davon bin ich überzeugt.

Mir war da Sebastian Haffner erheblich lieber, weil weniger emotional und analytischer.
emotional und ananlytisch sein ist doch ok. Warum denn nicht so? Oberflächlichkeit ist mir zumindest nicht lieber.


HunabKu
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Wir haben mit Sicherheit ganz tolle junge Politologen, aber von denen hört und sieht man nichts. Es gibt auch fundierte Studien zu, beispielsweise, Afghanistan, aber die schaffen es selten in die Tagespresse. (Und es gibt auch jede Menge Müll und jede Menge ausgebildete Experten, die Müll abliefern.) Aus dem, was uns Tag für Tag vorgesetzt wird, ragt Scholl-Latour wie ein Riese heraus. Wenn man ihn mal mit einem Politikwissenschaftler konfrontieren würde, der im Thema steckt, könnte er sicher ins Schwimmen kommen, aber so nicht.

emotional und ananlytisch sein ist doch ok.
Stand da aber nicht. Da stand: Weniger emotional, dafür analytischer.

Und man muß auch sagen, daß Scholl-Latour ein Mann der Kaminrunden ist, während ich nach einem seiner Bücher schonmal nicht sagen konnte, worum es eigentlich gegangen war.
 

Aphorismus

Ehrenmitglied
Mitglied seit
22. Dezember 2004
Beiträge
3.690
HunabKu schrieb:
Nun, ist es denn zwingend von einem Studium an einer Uni abhängig, in wieweit jemand kompetent genug ist, sich zu gewissen Themen zu äußern...
Nicht unbedingt. Es ging mir lediglich darum, die Abgrenzung zwischen den "Laien", mit denen Scholl-Latour diskutiert, und seiner eigenen (akademischen) Qualifikation anzuzweifeln.

Was ich auch logisch für Deutschland finde ist die Tatsache, dass er auch deswegen oft kritisiert wird, weil er sich ab und zu auch mal kritisch zum Thema Israel äußert und das darf aus Deutschland nicht kommen.
Darf es, tut es, und hat mit dem, was bspw. ich regelmäßig an Scholl-Latour kritisiere nichts zu tun. Ich finde ihn einfach im Gespräch herablassend, verbohrt und (irgendwo altersgemäß) dialogresistent.

Ich fasse mal zwei Statements zusammen:

HunabKu schrieb:
Er kann uns aber mit Sicherheit mehr "Wahrheiten" erzählen als das der Mainstream kann. Davon bin ich überzeugt.
Ein_Liberaler schrieb:
Es gibt auch fundierte Studien zu, beispielsweise, Afghanistan, aber die schaffen es selten in die Tagespresse.
Wer zwingt euch eigentlich dazu, der Tagespresse irgendeine Bedeutung beizumessen? Ich lese keine Zeitung, gucke so gut wie nie Nachrichten und informiere mich über's aktuelle Geschehen in maximal 10 Minuten täglich, indem ich im Natz verschiedene Online-Zeitungen überfliege. Wenn mich etwas interessiert, dann lese ich bei ausgewiesenen Experten nach. Zum Beispiel bei der International Crisis Group, beim East West Center oder bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, um nur drei von vielen Anlaufpunkten zu nennen, wo man in der Regel vernünftige und in die Tiefe gehende Publikationen, oftmals kostenlos und als pdf zum Download bereitgestellt, bekommen kann. Um den Bogen zum Thema zu kriegen: Gerade im Vergleich mit diesen Studien wirkt die "Ich habe da mal mit einem Araber geredet, als ich vor XY Jahren in XY war, und der sagte mir..."-Herangehensweise von Herrn Scholl-Latour eher... amüsant.
 

Simple Man

Forenlegende
Mitglied seit
4. November 2004
Beiträge
8.450
Also, nur weil man selber der Tagespresse keine Bedeutung beimisst, heißt das ja nicht, dass sie keine Bedeutung hat - denn imo hat sie das für viele Menschen ... zudem stellt sich ja auch die Frage, wann jemand "ausgewiesener Experte" ist ... der Mensch neigt hier ja nicht selten dazu, selektiv und subjektiv vorzugehen, wie es HunabKu ja beispielsweise auch macht, indem er Scholl-Latour als wichtig(er) und richtig(er) erachtet ...

Gespräche von Scholl-Latour oder Diskussionsrunden schaue ich mir eh selten (bis gar nicht) an ... was nicht an ihm liegt, sondern eher daran, dass mir das teils endlose Geseier bei solchen Talkrunden an sich auf den Senkel geht ... seine Bücher lese ich mal ganz gerne, meistens allerdings auf Zugfahrten oder ähnliches ... was für mich auch ein Anzeichen dafür ist, dass das ganze eher leichte Kost ist ... für kompliziertere Sachen fehlt mir da schlicht die Konzentration ... aber leichte Kost heißt ja nicht schlecht, es stellt sich nur die Frage nach der Tiefe, mit der auf das Thema eingegangen wird ... gerade bei einem Thema wie Weltpolitik oder Naher Osten ...

Aus diesem Grund denke ich, hat Scholl-Latour durchaus seine Berechtigung - man kann evtl. gut einen Einstieg zu bestimmten Themen über ihn finden, sollte aber halt - wie bereits erwähnt - nicht bei ihm allein hängen bleiben, sondern auch ihn eben hinterfragen ... generell neige ich ja eher auch dazu - bzw. versuche es - den Mephistopheles zu spielen, und meine Ansichten zu verneinen, sprich: mich auch mit Autoren zu beschäftigen, die nicht so meine Meinung widerspiegeln ... kann aber auch dazu führen, dass sich beim lesen die Finger verkrampfen oder es manchmal besser wäre, bestimmte Bücher/Autoren auf dem Klo zu lesen ... ;-) ... wobei ich irgendwie sowieso das Problem habe, mich für zuviele Themen zu interessieren, was teils dazu führt, eher an der Oberfläche hängen zu bleiben, weil mir für eine tiefergehende Beschäftigung dann die Zeit fehlt ... ^^

So, worauf wollte ich jetzt eigentlich hinaus? :gruebel: Ach ja: Scholl-Latours Bücher sind als Einstieg- und Zuglektüre okay, den Vergleich mit Däniken finde ich mehr als albern bis grotesk und man sollte auch Herrn Scholl-Latour hinterfragen bzw. seine Meinung als das ansehen, was sie nun mal ist: seine Meinung ...
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Okay, statt selbst zu antworten, unterschreibe ich einfach das, was Simple geschrieben hat. Danke für die mir ersparte Mühe, Simple.

Wer zwingt euch eigentlich dazu, der Tagespresse irgendeine Bedeutung beizumessen?
Der Einfluß, den sie hat.
 

Winston_Smith

Forenlegende
Mitglied seit
15. März 2003
Beiträge
5.237
Der Liberale hat Recht. Danke simple, danke Apho.

Zur Tagespresse: Die ist ja nicht per se schlecht. (Nur weil irgendwelche Spinner sie als Mainstream abtun.)

Beispielhaft ist hier die NZZ zu nennen. Ich denke, dass es nur wenig Tageszeitungen gibt, die kompetenter berichten.

ws
 

Aphorismus

Ehrenmitglied
Mitglied seit
22. Dezember 2004
Beiträge
3.690
Ich kann das nur in Bezug auf Sachen beurteilen, mit denen ich mich notgedrungen, nämlich beruflich etwas gründlicher befassen muss. Und da sind z.B. zehn Artikel a sieben Spalten in der Taz, der International Herald Tribune und der Faz zusammengenommen schlichtweg weniger tiefgründig und aufschlussreich als ein oder zwei 20-60 Seiten Papers der oben genannten Institute. In den Artikeln werden Dinge fast immer verkürzt dargestellt. Nachvollziehbar auf Grund der Beschränkung des Platzes, aber eben auch wenig befriedigend für mich. Ich finde nur, dass es Scholl-Latour nicht sonderlich aufwertet, wenn jemand seine Bücher besser und tiefgründiger als Zeitungsartikel findet. Wenn, das ist mein Punkt, müsste man sie eben mit ebenso umfangreichen oder zumindest vom Anspruch her ebenso tiefgründigen Publikationen vergleichen. Daher der Verweis auf die anderen "Profis" in dem Bereich. Und da sieht er für mich halt eben ziemlich *ehem* alt aus. :wink: Aber genug mit dem Offtopic.
 
Ähnliche Beiträge




Oben