Pakt mit Satan???

morgenroth

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So etwas ähnliches hat WolArn auch schon geschrieben, worauf ich dann ja antwortete:
Ich habe zweimal "ich denke" und einmal "ich glaube" geschrieben. Das sollte doch genügen....glaube ich
Das dies ein Glaube meinerseits ist, steht doch ausser Frage. Ich find es nur komisch, dass viele von einer realen Existenz solcher Gestalten ausgehen, obwohl es nicht den geringesten Anhaltspunkt dafür gibt - ausser eben dem uralten Geschreibsel einiger Leute, die sich die Dinge aufgrund einer noch nicht weiterentwickelten Wissenschaft mit so einem Glauben erklärt haben.
Natürlich kann man an alles glauben, was nicht beweisbar ist - aber ob das Sinnvoll ist...ich weiss nicht.
 

racingrudi

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jo, das ist so eine sache mit dem glauben. das ganze thema ist halt heftig komplex und in seiner gesamtheit von unseren beschränkten menschenhirnen nicht zu fassen. ich will dir da gar nicht widersprechen, dass der mensch, um sich etwas unvorstellbares greifbar zu machen, dieses in bilder fasst, diese in unserem fall im laufe der zeit personifiziert wurden. angesichts dieser unfassbarkeit kann man allerdings auch kein abschließendes urteil bilden. alles ist möglich, lediglich mit unterschiedlicher plausibilität. alter weiser mann mit bart? wohl eher nur was für kinderbücher. gehörnter behufter widersacher? erinnert mich an pan, dem alten griechen. hm, ... der trend geht zum metaphysischen ... oder doch nur zur hirnforschung??? weiß man's?
 

WolArn

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morgenroth schrieb:
So etwas ähnliches hat WolArn auch schon geschrieben, worauf ich dann ja antwortete:
Ich habe zweimal "ich denke" und einmal "ich glaube" geschrieben. Das sollte doch genügen....glaube ich
Das dies ein Glaube meinerseits ist, steht doch ausser Frage. Ich find es nur komisch, dass viele von einer realen Existenz solcher Gestalten ausgehen, obwohl es nicht den geringesten Anhaltspunkt dafür gibt - ausser eben dem uralten Geschreibsel einiger Leute, die sich die Dinge aufgrund einer noch nicht weiterentwickelten Wissenschaft mit so einem Glauben erklärt haben.
Natürlich kann man an alles glauben, was nicht beweisbar ist - aber ob das Sinnvoll ist...ich weiss nicht.
Es gibt nicht nur dieses uralten geschriebsel. Auch in jüngster Zeit haben gewisse Leute, Propheten nennt man diese, auch Gottes Wort, durch Jesus oder seine Engel, gehört und aufgeschrieben. Es ist schon komisch, daß wenn einer plötzlich eine innere Stimme hört, die sagt, Nimm Deinen Griffel und schreibe auf was ich Dir zu sagen habe. Und dieser dann bis zu seinem Tode Bücher geschrieben hat, die Ihm diese innere Stimme diktiert hatte. Und er selber das geschriebsel nicht so recht verstand, und auch die Leute in seinem Umfeld darüber staunten, woher er plötzlich dieses Wissen hat.

Eben weil ich vor vielen Jahren mal zwei, drei Bücher von solch einem Propheten in die Hand bekam, hatte sich mein Glaube an Gott erst wieder so richtig gefestigt. So stark, daß ich diesen Glauben bis zu meinem Tode niemals mehr verlieren werde.
Also die Bücher hatten mich fastziniert, hab die regelrecht verschlungen. Von einem Christentum wird da berichtet, anders wie man's von den Kirchen und Sekten kennt.
!ch denke aber auch, solche Bücher versteht man nur, wenn man sich für Gott interessiert, Ihn sucht, und kennenlernen möchte.
 

morgenroth

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WolArn schrieb:
Es ist schon komisch, daß wenn einer plötzlich eine innere Stimme hört, die sagt, Nimm Deinen Griffel und schreibe auf was ich Dir zu sagen habe. Und dieser dann bis zu seinem Tode Bücher geschrieben hat, die Ihm diese innere Stimme diktiert hatte.
Das ist in der Tat sehr komisch und würde demjenigen heutzutage bestenfalls einen Klinikaufenthalt einbringen.
Verstehe mich nicht falsch - ich respektiere deinen Glauben in jedem Fall. Es ist ja nicht so, als hätte die Idee mit Gott usw nicht auch schon in mir einen gewissen Reiz ausgelöst - alles hat plötzlich eine Erklärung und einen Sinn und ausserdem hat man einen netten Leitaden nachdem man leben kann. Es ist nur so, dass bei mir immer wieder der Verstand siegt und der schliesst eine derartige Verdeckelung der Sachlage nunmal aus.

Gruß,
morgenroth
 

Aleister

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Aus dem düsteren Mittelalter gibt es interessante, wie auch zum Teil seeehr makabere Dokumentationen zur Herbeirufung des Lucifer. Ich verweise auf das 6. Buch Mose (welches wahrscheinlich gut 2000 Jahre nach den ersten fünf geschrieben wurde)
 

Choronzon

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Ich korigiere mich.

Satanismus heist nicht,das man sich mit Teufelei auskennt..das ist auch nicht gut...
 

Ein_Satanist

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Da es für einen Satanisten keinen Teufel in Form eines anthropomorphen Wesens gibt, existiert auch kein "Pakt mit dem Teufel"; außer er schreibt sich selber einen Brief... :twisted:

Bei einem Teufelsanbeter, der den Teufel als ein über ihm stehendes und "real" existierendes Wesen ansieht, mag dies durchaus auf der Tagesordnung stehen. :D
 

Choronzon

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:D Wie sagte Butler einmal? Ich wünsche zu wissen ,um besser dienen zu können....sicher nur die halbe Wahrheit,aber immerhin.

Wissen kann mann nicht pachten (in Form von Datenbanken),ich hoffe ,ich habe nun nicht wieder beim Boardadmin angeegt


gruss cho
 

Aphorismus

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Okay, ich versuche es nochmal:

Satanist = Jemand, der...

  • Mitglied der Church of Satan ist
  • und die Rituale der Church of Satan durchführt
  • und nicht daran glaubt, dass es "Satan" als menschenähnliche Entität gibt
  • und nicht an Götter glaubt
  • und sich trotzdem Erfahrungen mit dem Übersinnlichen zuschreibt

Teufelsanbeter = Jemand, der...

  • kein Mitglied der Church of Satan ist
  • und schwarze Messen feiert
  • und an die 'wahrhafte Existenz' Satans glaubt
  • und den christlichen Glaubenskanon akzeptiert, aber lieber "den Bösen" anbetet

Ist das soweit halbwegs korrekt?

Was ich bei der Church of Satan nicht verstehe: Wie gehen das Ablehnen von Solipsimus und "Deus est homo" zusammen?
 

Ein_Satanist

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Ein Satanist ist jemand,
[*] der nicht daran glaubt, dass es "Satan" als menschenähnliche Entität gibt.

Teufelsanbeter = Jemand, der...
[*] an die 'wahrhafte Existenz' Satans glaubt
[*] und den christlichen Glaubenskanon akzeptiert, aber lieber "den Bösen" anbetet.

SO ist es halbwegs korrekt. :D

Es ist nicht gesagt, daß ein Satanist Mitglied bei der CoS sein muß. Das Bindeglied zwischen einem elitärem Satanisten und der Organisation, ist der Begründer, Anton LaVey.
 

Ein_Satanist

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Wie gehen das Ablehnen von Solipsimus und "Deus est homo" zusammen?
Der Begriff "Deus" - Gott - hat für den Satanisten die Bedeutung 'Höchster' oder 'Allmächtiger'. D.h. er stellt nichts über den Menschen bezw. über sich als Satanist. ER selbst ist der 'Höchste' - er ist Gott.
Die Definition von Gott ist hier entscheidend.

Gruß
ein Satanist.
 

Aphorismus

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Danke für die Erklärung.

Hat diese Interpretation von "Deus" - Gott - nicht ziemlich starke Ähnlichkeiten mit der thelemitischen Vorstellung der Kommunikation mit dem eigenen 'heiligen Schutzengel'? Falls du von Thelema keine Ahnung haben solltest musst du die Frage natürlich nicht beantworten.

Zusammenfanssend möchte ich festhalten, dass mir die Philosophie, die sich hinter dem Satanismus a la CoS zu verbergen scheint, gar nicht mal so unsinnig vorkommt. Den einzigen Vorwurf, den ich ihr mache, ist der, dass sie sich hinter einem unnötigen Wust an anti-christlichen Metaphern verbirgt, die mehr stören als helfen. Auch wenn der Kontrast gewollt ist - ich finde das ständige Anlehnen an und Umkehren von christliche(n) Metapher(n) unnötig.
 

Malakim

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Aphorismus schrieb:
Zusammenfanssend möchte ich festhalten, dass mir die Philosophie, die sich hinter dem Satanismus a la CoS zu verbergen scheint, gar nicht mal so unsinnig vorkommt.
Sie läuft aber sehr vielen "Wegen" entgegen. Im Sufismus z.B. wird eher die Aufgabe des "Ego" praktiziert. :roll:

Das macht die entgegengesetzte Philosophie wie sie die Cos vertritt natürlich nicht uninteressant. :O_O:
 

Aphorismus

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Malakim schrieb:
Sie läuft aber sehr vielen "Wegen" entgegen. Im Sufismus z.B. wird eher die Aufgabe des "Ego" praktiziert. :roll:
Sicher. Das war auch eine nette Formulierung. Im Grunde ist die CoS und deren Philosophie für mich jetzt von "Was für'n Quatsch" zu "Not my cup of tea" avanciert. Ich kann jetzt wenigstens die zunächst widersprüchlich erscheinenden Formulierungen und Gedanken besser nachvollziehen als zu Beginn der Diskussion. Das ist übrigens für mich ein betrachtlicher Erfolg, auf den ich zwischendurch keine zehn Cent mehr gesetzt hätte! :wink:

Malakim schrieb:
Das macht die entgegengesetzte Philosophie wie sie die Cos vertritt natürlich nicht uninteressant. :O_O:
Also neugierig bin ich eigentlich nicht gerade geworden. Aber immerhin habe ich jetzt eine ungefähre Vorstellung der groben Struktur satanistischer Grundannahmen und Kerngedanken.
 

Ein_Satanist

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Aphorismus schrieb:
Hat diese Interpretation von "Deus" - Gott - nicht ziemlich starke Ähnlichkeiten mit der thelemitischen Vorstellung der Kommunikation mit dem eigenen 'heiligen Schutzengel'?
Wenn mit "heiliger Schutzengel" das eigene Unterbewußtsein gemeint wäre, dann ja. Ist es aber nicht und daher ergibt sich keine Gemeinsamkeit.

Den einzigen Vorwurf, den ich ihr mache, ist der, dass sie sich hinter einem unnötigen Wust an anti-christlichen Metaphern
Zu behaupten, daß ein Satanist ein "Antichrist" ist, wäre nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit ist er auch ein "Antimoslem", ein "Antihinduist", ein "Antibuddist" usw.
Satan = Widerstand gegen alles, was den Menschen in seinen Bedürfnissen einschränkt.

Die Aspekte, die Satan repräsentiert, sind in keinem andern Archetyp so stark vorhanden.

Im übrigen freut es mich sehr, in so angenehmer und entspannter Atmosphäre zu diskutieren. :D

Gruß
ein Satanist
 

Aphorismus

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Ein_Satanist schrieb:
Wenn mit "heiliger Schutzengel" das eigene Unterbewußtsein gemeint wäre, dann ja. Ist es aber nicht und daher ergibt sich keine Gemeinsamkeit.
Das wäre fast einen neuen Thread wert. Meinem Kenntnisstand zu Folge gibt es durchaus thelemitische Orden, die den 'heiligen Schutzengel' als Manifestation ihrer selbst auf anderer Ebene auffassen.

Ein_Satanist schrieb:
Zu behaupten, daß ein Satanist ein "Antichrist" ist, wäre nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit ist er auch ein "Antimoslem", ein "Antihinduist", ein "Antibuddist" usw.
Das habe ich inzwischen verstanden. Die Metaphern, die ihr benutzt sind aber christlich. Es heisst ja auch die Satanische Bibel und nicht der Satanische Koran oder die Satanistischen Veden. Das mich - als jemand, der kein Fan des Christentums ist - das erstmal erschreckt, diesen Begriffen sogar auf der 'Gegenseite' zu begegnen ist denke ich nachvollziehbar. Allerdings hast du die Entstehungsgeschichte ja schon erklärt.

Ein_Satanist schrieb:
Satan = Widerstand gegen alles, was den Menschen in seinen Bedürfnissen einschränkt.

Die Aspekte, die Satan repräsentiert, sind in keinem andern Archetyp so stark vorhanden.
Meinst du mit "den Menschen" auch irgendeinen Archetyp oder einfach "jeden einzelnen Menschen"? Mit ersterem hätte ich keine Probleme, mit letzterem schon. Denn schließlich gibt es auch Menschen mit Bedürfnissen, die mir absolut gegen den Strich gehen.

Ein_Satanist schrieb:
Im übrigen freut es mich sehr, in so angenehmer und entspannter Atmosphäre zu diskutieren. :D
Dito :p
 

Ein_Satanist

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Meinst du mit "den Menschen" auch irgendeinen Archetyp oder einfach "jeden einzelnen Menschen"? Mit ersterem hätte ich keine Probleme, mit letzterem schon.
Ich meine jeden Menschen, der sich durch Dogmen und Regeln der "großen" Religionen eingeschränkt fühlt.

Denn schließlich gibt es auch Menschen mit Bedürfnissen, die mir absolut gegen den Strich gehen.
Was stören dich die Bedürfnisse eines anderen Menschen, solange er dich damit nicht belästigt?
 

Aphorismus

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Ein_Satanist schrieb:
Aphorismus schrieb:
Meinst du mit "den Menschen" auch irgendeinen Archetyp oder einfach "jeden einzelnen Menschen"? Mit ersterem hätte ich keine Probleme, mit letzterem schon.
Ich meine jeden Menschen, der sich durch Dogmen und Regeln der "großen" Religionen eingeschränkt fühlt.
Der ursprüngliche Satz war: "Satan = Widerstand gegen alles, was den Menschen in seinen Bedürfnissen einschränkt."

Insofern müsste es dann heissen: "Satan = Widerstand gegen alles, was jeden Menschen, der sich durch Dogmen und Regeln der "großen" Religionen eingeschränkt fühlt, in seinen Bedürfnissen einschränkt."

Und damit habe ich wirklich überhaupt gar keine Probleme, das finde ich sogar sympatisch! :wink:

Ein_Satanist schrieb:
Was stören dich die Bedürfnisse eines anderen Menschen, solange er dich damit nicht belästigt?
So lange er mich nicht und niemanden der mir nahe steht belästigt und kein Verhalten an den Tag legt, was ich bei jedem anderen Menschen auch kritisieren würde, stört es mich in der Tat überhaupt gar nicht.
 
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