Operation Jugoslawien

streicher

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Die Geheimdienste leisten sich schattenreiche Geschaefte. Es waere ja toll, die Geheimdienste wuerden sich erklaeren, anstatt dass es immer wieder andere tun muessten (oder es probierten). Auf telepolis gibt es eine schattige Story zu den Aktivitaeten des BND zu lesen: 800 Millionen fuer einen Buergerkrieg. Inszenierte Kriege gehoeren zu den Geschaeften.
 

Guglhupf

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Und der BND is ´ne kleine Nummer. Der Etat für amerikanische Geheimdienste ist höher als der deutsche Rüstungsetat. Sogar "offiziell" ;)
 

shevegen

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Du etwa nicht Gurke ?

Merke das die die kein Problem mit dem Etat für einen Geheimdienst auch sekundär den EINSATZ dieses Etat gut heissen.

Und es ist bekannt das damit Kriege geSCHÜRT werden.

Was für ein Nutzen entsteht da für die Menschheit ?
 

samhain

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zum thema krieg als selbstzweck, gibt es ein interessantes buch:

Die Privatisierung des Krieges: Wie Repression und Krieg im Dienste der Eliten und transnationalen Konzerne outgesourct wird.

Das Unternehmen Krieg - Paramilitärs,
Warlords und Privatarmeen als
Akteure der neuen Kriegsordnung"
Dario Azzellini und Boris Kanzleiter (Hg.)

Mit Beiträgen von:
Thomas Seibert, Dario Azzellini, Knut Rauchfuss, Matilde Gonzales, Boris
Kanzleiter, Dr. Matin Baraki, Henri Myrttinen, Björn Aust, Lisa Rimli,
Dieter Drüssel und Volker Eick

In dem Buch wird eine Analyse verschiedener Kriege von links unternommen. Es wird klar Position bezogen gegen das gesammte Geschwätz von "Neuen Kriegen", die immer die Ursache im Staatszerfall sehen und daher mehr Staat, Interventionen und sonstwas wollen. Sehr eindrücklich iwrd die "neue Kriegsordnung" dargestellt und an zahlreichen Beispielen wird deutlich wie es den von Liberalen und Bürgerlichen oft beschworenen Staatszerfall in der Form gar nicht gibt, sondern wie sich die Funktionen des Staates verändern, letztlich aber alle diese vermeintlich "barbarischen" Kriegshandlungen, Privatarmeen, Paramilitärs usw. weiterhin im DIenste der Eliten und transnationalen Konzerne stehen.

Ankündigungstext:

Im Neoliberalismus werden nicht nur Staatsbetriebe privatisiert, sondern
auch die Kriegführung. So übernehmen private Militärunternehmen im
Auftrag des Pentagon verstärkt Kampfaufträge. In Afrika verwandeln sich
reguläre Armeen in private Bergbauunternehmen. Zur Aufstandsbekämpfung
rüsten in Kolumbien und der Türkei Politiker private Paramilitärs aus,
die gleichzeitig vom Drogenhandel profitieren. In Afghanistan werden
Warlords unter Protektoratsherrschaft mit Regierungsgewalt ausgestattet.
"Das Unternehmen Krieg" geht neuen Formen der Kriegsführung nach. Statt
"Staatszerfall" und "Chaos", wie in den Medien oft beschworen, zeichnen
sich dabei die Konturen einer "Neuen Kriegsordnung" ab. In ihr werden
private militärische Akteure von Eliten eingesetzt, um Herrschaft zu
sichern. Dabei ist oft nicht mehr ein militärischer Sieg, sondern die
Kriegführung selbst das Ziel, um Profite erzielen zu können.
Hinterlassen werden Hunderttausende von Opfern und Gesellschaften, in
denen Wege zur Emanzipation neu eröffnet werden müssen.
Der Sammelband füllt diese Thesen mit Länderkapiteln zu Kolumbien, der
Türkei, Mexico, Guatemala, Jugoslawien, Afghanistan, Indonesien, Kongo,
Angola und den USA.
Die AutorInnen versuchen einen Beitrag zur Information und Diskussion
der Neuen Kriege zu leisten und zielen damit nicht zuletzt auf die
Anti-kriegs-und die Friedensbewegung ab. Wichtig erscheint dabei
insbesondere die Erkenntnis, dass sich die Grenzen zwischen Krieg und
Frieden immer weiter verwischen. Wie die im Buch dargestellten
Entwicklungen zeigen, ist das Bombardement Bagdads oder Belgrads eben
keineswegs die kurzzeitige Unterbrechung eines imaginierten "Friedens"
durch den Ausnahmezustand "Krieg". Vielmehr breitet sich in größer
werdenden Teilen des Globus ein permanenter Kriegszustand
unterschiedlicher Intensität aus, der komplexere Antworten erfordert,
als die Forderung nach dem Ende der Bombardierungen.

Erschienen bei Assoziation A, Mai 2003, ISBN 3-935936-17-6, 14 Euro
 

streicher

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Wie könnte es auf der Welt etwas ruhiger zugehen? Ist Krieg Geschäftssache, dann liegt es auch im Interesse einiger Akteure. Und wenn sogar Privatunternehmen Kriegsoperationen usw. als Job betrachten (danke für den Buchtip, samhain), dann ist es kein Wunder das selbst der Terrorismus an einer Art Börse gehandelt werden sollte. Nun ist jetzt eine Erklärung notwendig, wie der Terrorismus oder Despoten gestoppt werden sollen, wenn Krieg so oder so im Interesse von Akteuren und Unternehmen ist (die durch ihr Personal miteinander in Tuchfühlung sind: sie wissen, wie der Hase läuft).

Uns präsentiert man die Kulisse und das halbe Theater, und manchmal bekommen wir sogar eine falsche Vorstellung zu sehen - oder hat von euch jemand eine Backstage-Karte?
 

forcemagick

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leider hab ich auch nur eine leicht dunstige kristallkugel durch die ich auf die geschehnisse hinter den kullisen blicken kann.

ich sehe frustrierenderweise sehr wenig möglichkeiten den modernen despotismus.. diese fast schon grauenerregend perfekte form der diktatur.. der weltmanipulation durch die kurzsichtigen und destruktiven characktere unserer spezies zu beenden.

zumindest nicht auf kurze sicht.

vielleicht hilft es wenn man in immer weiter wachsenden zirkeln den kritischen geist anregt und tradiert... immer weiter in die zeit hinein bis wir endlich genug sind für ein lautes und klares "FUCK YOU BIG BROTHER".

eine subversive gesellschaft der denker und hinterfrager innerhalb der gesellschaft, die unter der fuchtel des ungehemmten und autodestruktiven kapitalismus (was die zerstörer natürlich nicht wahrnehmen, da sie vor allen im rahmen ihrer kurzen lebensspanne denken und agieren... alles was über die paar jahrzehnte ihres schaffens hinausgeht scheint ihnen als kalkulierbares risiko... für sie ist das system nicht selbstzerstörerisch sondern für sie ist das dogma vom immer währenden wirtschaftswachstum ausdruck höchster vernunft... ähnlich wie bei einem krebsgeschwür.. das ja auch im ungehemmten wachstum seine erfüllung sieht bis es hoffentlich von der immunabwehr in den kreislauf des nützlichen und gesunden zurückgebombt wird.) immer mehr zu einem trümmerhaufen bewohnt von manipulierten konsumenten und produktionshelfern verkommt.
 

BelaFarinRod

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n'abend

Andreas von Bülow behauptet auch in seinem neuen Buch, dass auch Al Kaida-Kämpfer im Bürgerkrieg mitgewirkt haben:

Andreas von Bülow, Die CIA und der 11. September - Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste, Kapitel: "Ein Blick zurück - Die Vorgeschichte des 11. September", S.44:
Zwangsläufig war dann die kämpfende Basis nach dem Rückzug der sowjetischen Interventionstruppen aus Afghanistan und dem Zusammenbruch der Sowjetunion zunächst ohne Arbeit. Doch nun tauchte sie in neuer Verwendung bis zum Jahr 2000 immer wieder in allen Krisenherden ders arabisch-asiatisch-muslimischen Raums auf. Wer sie neuerdings besoldet, wissen allenfalls die Geheimdienste. Die "Afghanis" zeigten sich in Algerien, im Kosovo, in Bosnien-Herzigowina, in Albanien, aber auch in Tschetschenien. In jedem dieser Unruheherde haben es die lokalen Behörden mit plötzlich hochschießendem Drogenhandel, massiver international vernetzter Kriminalität und staatliche Instanzen mühelos überspielenden Machenschaften zu tun. Nimmt man die die CIA-Praxis der verdeckten Operationen der Jahre seit 1946 zum Muster, dann müssten geradezu Wunder geschehen sein, wenn die "Firma" nicht auch in diesen Fällen die Hände im Spiel hätte"
mfg
BelaFarinRod
 

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Neue Runde, neues Spiel. Die Regeln der Inszenierung bleiben dieselben. Eigentlich beruhen solche Operationen auch darauf, dass sie einfach durchgezogen werden, wenn die Kritik und die Anklage dagegen nicht gross genug ist (und da braucht man recht genaue Informationen). Leider kann die Bevölkerung noch im grossen Stil hinter das Licht geführt werden, obwohl sie eigentlich die Formeln der Politik durchschaut haben sollte. Wie geht es dann erst denen, die seit Jahren/Jahrzehnten probieren, die Bevölkerung konkret zu informieren, was für abstruse Dinge die Weltgeschichte nachhallig beeinflussen.
Die Frage stellt sich also immer wieder neu: Wie vermehrt man einen nachhaltigen Gegeneinfluss? Wie langfristig politische Veränderungen geschehen können, sieht man in der Geschichte sehr deutlich. Es hat schon allerhand gebraucht, die 'Demokratien' und den 'Rechtsstaat' zu installieren (und auf welchen Wegen...). Und schon wieder sehen wir sowohl in demokratischen Ländern (USA) wie in 'weniger demokratischen' Ländern (wie Aserbaidschan), dass in der Machtpolitik Blutlinien geschaffen werden. Das ist natürlich nur ein Gipfel. Das Geheimdienste so immense Fehler machen können, wie vor dem 11.9.2001, ist ein anderer. Aber nun bekommt die ganze Welt die Folgen von Fehlern der Geheimdienste zu schmecken?!

Ein Beispiel einer 'Geheimdienstoperation' aus alter Zeit neu präsentiert: „So werden wir den Irren los!“. Es liess sich machen. Ähnlich funktionierte es auch anderswo. Friedenszeiten bekam der Iran nicht in Fülle.
Und wie ist es mit dem Balkan nun, um auf das ursprüngliche Beispiel zurückzukommen? Es raucht auch dort hin und wieder doch.
 
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