Hilfe, meine Frau reagiert oft allergisch auf mich

Trestone

Großmeister
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oder zumindest auf bestimmte Verhaltensweisen von mir.

Hintergrund ist wohl ein zehn Jahre zurückliegendes Ereignis,
wo ich provozierend unbekümmert auf einen Abgrund zulief,
und sie mich (mit externer Hilfe) "rettete".

Jetzt hat sie große Angst, selbst wenn ich nur einen flachen Hang hinabgehe und selbst meine,
so mehr positiven Schwung zu bekommen
(schreibe dann z.B. Theaterstücke).

Dazu kommen noch berufliche Belastungen bei ihr durch Wechselschichten und Schlafmangel.
Und der fleißigste Mann im Haushalt bin ich auch nicht,
zudem arbeite ich schon über 6 Monate von Mo-Fr einige hundert Kilometer von der Familie entfernt.

Letzteres habe ich eben auf eine 3-4 Tage-Woche umgestellt,
aber kurzfristig hat das unsere Probleme eher verstärkt
(Stichwort Allergie).

Ein erster Versuch mit einem Psychotherapeuten und uns beiden
vor ca. 10 Jahren scheiterte u.a. daran,
dass er unglücklicherweise ein Studienkollege von ihr war und sie duzte,
aber mich (auf meinen Wunsch) siezte...

Jetzt würde ich gern bald einen neuen Versuch starten,
aber in einer akuten Allergiesituation vielleicht nicht so ratsam?

Tief drinnen glaube ich trotz langfristiger Probleme weiter an unsere Beziehung,
die in zwei Söhnen (12 + 15) sehr positiven und lebendigen Ausdruck hat.

Übrigens sind wir bald zwanzig Jahre verheiratet -
und die ersten sieben Jahre waren fast zu verliebt und schön,
zumindest auf meiner Spätentwicklerseite -
habe mich inzwischen etwas "emanzipiert".

Habt Ihr Ideen/Assoziationen?

Sie hat übrigens auch Seiten, auf die ich allergisch reagiere,
aber das will ich hier nicht ausbreiten.

Gruß
Trestone
 

Semiramis

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Hi Trestone!
Eine ganz dumme Frage: so richtig Allergie? also wirklich körperlich Auschlag und rote Flecken od. ä.?
Dann steigert sich da jemand aber ganz schön psychisch in was rein, hm...?

Kein Vertrauen allgemein mehr da? Wegen so einer Sache vor 10 Jahren? Oder nur in bezug auf bestimmte Dinge (Abgründe, wie Du schreibst)?
Was genau ist da vorgefallen, wenn ich fragen darf (Du musst nicht antworten).

Vertrauen aufbauen, ehrlich seine Meinungen und Gefühle vertreten und belastende Dinge aussprechen und ausdiskutieren ... das ist so mein Rezept für funktionierende Beziehungen... weiß nicht ob Dir das hilft, kenne Deine Situation viel zu wenig...

Was meinst Du mit allergisch? Ist sie auch sauer, verletztend? Aus Angst um Dich?

greetz,
Semi
 

Trestone

Großmeister
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Semiramis schrieb:
Hi Trestone!
Eine ganz dumme Frage: so richtig Allergie? also wirklich körperlich Auschlag und rote Flecken od. ä.?
Trestone: Nein.

Dann steigert sich da jemand aber ganz schön psychisch in was rein, hm...?
Trotzdem ehr ja!

Kein Vertrauen allgemein mehr da? Wegen so einer Sache vor 10 Jahren? Oder nur in bezug auf bestimmte Dinge (Abgründe, wie Du schreibst)?
V.a. in Bezug auf den "Abgrund", aber z.T. auch sonst.

Was genau ist da vorgefallen, wenn ich fragen darf (Du musst nicht antworten).
Hierzu zwei Gedichte von mir:

1)
Von Zeit zu Zeit besucht mich ein "Geist"
und verwandelt mich in einen anderen Menschen.
Meist genieße ich diese kreativen Phasen,
die von einem besonderen Lebensgefühl begleitet sind.

Vor einigen Jahren versuchte ich,
das Ganze in Worte zu fassen,
angeregt durch eine Formulierung von Friedrich Nietzsche:
"Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können."

Ein etwas anderes aber ähnliches Gefühl fand ich bei Georg Trakl
in "In den Nachmittag geflüstert" und noch poetischer ausgedrückt:
"... des Wahnsinns sanfte Flügel...".

Dem Geiste

Ein tanzender Stern
wird wohl kaum
in meine Hosentasche passen,
viel weniger noch
läßt sich mein Geist
in Worte fassen.

Zehn tanzende Sterne
schnippt er lächelnd herbei
ziehn verglühend vorüber,

doch ich hoffe und staun´
daß er mich und auch Euch
noch oft und auch gern
hier besucht.


2) Sisyphos - Luzifer - Diabolus 29.02.2008 V3.0

Unverschämt glücklicher Teufel -
kein gefallener Engel -
zu allem frei:
Nie mehr Kettenhund!

Auch grandioses Scheitern
hätte Würde,
doch selbst Götter zittern
vor Tiefe und Freiheit
im Höllenschlund.
Semiramis schrieb:
Hi Trestone!
Eine ganz dumme Frage: so richtig Allergie? also wirklich körperlich Auschlag und rote Flecken od. ä.?
Trestone: Nein.

Dann steigert sich da jemand aber ganz schön psychisch in was rein, hm...?
Trotzdem ehr ja!

Kein Vertrauen allgemein mehr da? Wegen so einer Sache vor 10 Jahren? Oder nur in bezug auf bestimmte Dinge (Abgründe, wie Du schreibst)?
V.a. in Bezug auf den "Abgrund", aber z.T. auch sonst.

Was genau ist da vorgefallen, wenn ich fragen darf (Du musst nicht antworten).
Hierzu zwei Gedichte von mir:

1)
Von Zeit zu Zeit besucht mich ein "Geist"
und verwandelt mich in einen anderen Menschen.
Meist genieße ich diese kreativen Phasen,
die von einem besonderen Lebensgefühl begleitet sind.

Vor einigen Jahren versuchte ich,
das Ganze in Worte zu fassen,
angeregt durch eine Formulierung von Friedrich Nietzsche:
"Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können."

Ein etwas anderes aber ähnliches Gefühl fand ich bei Georg Trakl
in "In den Nachmittag geflüstert" und noch poetischer ausgedrückt:
"... des Wahnsinns sanfte Flügel...".

Gruß
Trestone


Dem Geiste

Ein tanzender Stern
wird wohl kaum
in meine Hosentasche passen,
viel weniger noch
läßt sich mein Geist
in Worte fassen.

Zehn tanzende Sterne
schnippt er lächelnd herbei
ziehn verglühend vorüber,

doch ich hoffe und staun´
daß er mich und auch Euch
noch oft und auch gern
hier besucht.


2) Sisyphos - Luzifer - Diabolus 29.02.2008 V3.0

Unverschämt glücklicher Teufel -
kein gefallener Engel -
zu allem frei:
Nie mehr Kettenhund!

Auch grandioses Scheitern
hätte Würde,
doch selbst Götter zittern
vor Tiefe und Freiheit
im Höllenschlund.


...
Was meinst Du mit allergisch? Ist sie auch sauer, verletztend? Aus Angst um Dich?
Ja, wohl ja... (der Gedanke hilft mir)


Gruß + Dank
Trestone

...
Was meinst Du mit allergisch? Ist sie auch sauer, verletztend? Aus Angst um Dich?
Ja, wohl ja... (der Gedanke hilft mir)


Gruß + doppelter Dank
Trestone
 

Semiramis

Großmeister
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21. August 2005
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Hi Trestone!

Aha,
als Du von Abgrund sprachst, dachte ich zunächst eher an Depressionen und Selbstmordgedanken...
Da hab ich ein paar Erfahrungen ... eigene und von anderen Menschen...
dass man einen Innenfokus bekommt, nur noch in dem Universum seiner eigenen Gedanken lebt und von anderen Aufmerksamkeit abpresst - durch Androhung von Selbstverletzung etc...

Aber bei Dir scheinen das ja eher kreative Situationen zu sein...

Wahtsoever, ich denke nicht, dass Du diese Situationen unterdrücken willst oder kannst ... Es scheint nicht ganz einfach zu sein, mit Dir zu leben (aber mal ehrlich, die nicht ganz einfachen sind auch die interessanteren Menschen, die werden nie langweilig ... So seh ich das und habe - wenn ich da mal über mein eigenes Leben nachdenke - ein Faible für vielschichtige, will sagen nicht ganz einfache Männer... :))

Den anderen so nehmen wie er ist ... Deine Frau Dich - UND Du Deine Frau!
Ich denke, ihr beide kriegt das wieder hin, wenn ihr euch asusprecht, vielleicht. Ihr habt es so lange miteinander ausgehalten, dass ihr auch das für euch akzeptabel machen könnt, denke ich.. Das schlimmste, was einem in einer Beziehung passieren kann, ist Gleichgültigkeit dem anderen gegenüber... Da seit ihr noch weit von weg... das ist zwar nicht so harmonisch im Moment, aber Liebe und Hass sind irgendwie nur zwei ausdrucksformen von viel Gefühl, das man dem anderen entgegenbringt...
Solange sie sauer ist / sich aufregt / Dich verletzt, bedeutest Du ihr sehr viel, das ist doch sehr schön.

Ich wünsch euch beiden alles Gute!

Gruß,
Semi
 

Booth

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Trestone schrieb:
Ein erster Versuch mit einem Psychotherapeuten und uns beiden vor ca. 10 Jahren scheiterte
Was ist mit dem zweiten/dritten/vierten Versuch? Gabs die überhaupt? Du erwähnst nichts davon.

Ich rekapituliere: Eine Ehe, die ca. 20 Jahre alt ist - die ersten 7 Jahre waren (zumindest für Dich) sehr glücklich - vor ca. 10 Jahren war beiden klar, daß man Hilfe suchen muss, um die Beziehung wieder hinzubiegen. Dieser erste Hilfeversuch scheiterte.

Und dann... ein großes Loch in der Erzählung. Wenn Ihr beide nun 10 Jahre (!!) nebeneinander gelebt habt, obwohl die Beziehung ja schon tiefe Risse hatte... dann wirds meines Erachtens ein verdammt schweres Stück Arbeit, das wieder hinzubiegen... ich mein... ZEHN JAHRE... wenn Ihr beide keinen unbedingten Willen zeigt, hart an Eurer Beziehung (und damit Euch selber) zu arbeiten, glaube ich, daß Euch nur noch ein glücklicher Zufall helfen kann.

Wenn in den vergangenen zehn Jahren aber auch wieder lange Phasen dabei waren, wo die Ehe gut und mit den nötigen, gelegentlichen glücklichen Momenten funktionierte... was ist damals passiert?

Eine zwanzig Jahre währende Beziehung wirste jedenfalls kaum in einem Forum aufarbeiten und "retten" können. Das könnt Ihr beiden nur gemeinsam mit einer Menge Ernsthaftigkeit, unbedingten Willen zur Arbeit und Reflexion - und vermutlich wäre eine erneute Hilfe von Aussen sinnvoll. Übrigens ist ein Bekannter als Therapeut fast immer ein falscher Weg... das hätte der Therapeut aber damals auch wissen müssen.

gruß
Booth
 

Trestone

Großmeister
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Semiramis schrieb:
Hi Trestone!

Aha,
als Du von Abgrund sprachst, dachte ich zunächst eher an Depressionen und Selbstmordgedanken...
Da hab ich ein paar Erfahrungen ... eigene und von anderen Menschen...
dass man einen Innenfokus bekommt, nur noch in dem Universum seiner eigenen Gedanken lebt und von anderen Aufmerksamkeit abpresst - durch Androhung von Selbstverletzung etc...

Aber bei Dir scheinen das ja eher kreative Situationen zu sein...
Trestone: Ja, bis es im Überschwang zerfahren wird und kippt.

Wahtsoever, ich denke nicht, dass Du diese Situationen unterdrücken willst oder kannst ... Es scheint nicht ganz einfach zu sein, mit Dir zu leben (aber mal ehrlich, die nicht ganz einfachen sind auch die interessanteren Menschen, die werden nie langweilig ... So seh ich das und habe - wenn ich da mal über mein eigenes Leben nachdenke - ein Faible für vielschichtige, will sagen nicht ganz einfache Männer... :))
Gilt bei mir für Mann und Frau.

Den anderen so nehmen wie er ist ... Deine Frau Dich - UND Du Deine Frau!
Der Gedanke hilft mir!

Ich denke, ihr beide kriegt das wieder hin, wenn ihr euch ausprecht, vielleicht. Ihr habt es so lange miteinander ausgehalten, dass ihr auch das für euch akzeptabel machen könnt, denke ich.. Das schlimmste, was einem in einer Beziehung passieren kann, ist Gleichgültigkeit dem anderen gegenüber... Da seit ihr noch weit von weg... das ist zwar nicht so harmonisch im Moment, aber Liebe und Hass sind irgendwie nur zwei Ausdrucksformen von viel Gefühl, das man dem anderen entgegenbringt...
Solange sie sauer ist / sich aufregt / Dich verletzt, bedeutest Du ihr sehr viel, das ist doch sehr schön.
Der Gedanke hilft mir!


Ich wünsch euch beiden alles Gute!
Danke!

Gruß,
Semi
Gruß + Dank
Trestone
 

Trestone

Großmeister
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12. April 2002
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Booth schrieb:
Trestone schrieb:
Ein erster Versuch mit einem Psychotherapeuten und uns beiden vor ca. 10 Jahren scheiterte
Was ist mit dem zweiten/dritten/vierten Versuch? Gabs die überhaupt? Du erwähnst nichts davon.
Trestone: Der zweite ist gerade in Vorbereitung, dazwischen hatten wir "Einzelversuche" ...

Ich rekapituliere: Eine Ehe, die ca. 20 Jahre alt ist - die ersten 7 Jahre waren (zumindest für Dich) sehr glücklich - vor ca. 10 Jahren war beiden klar, daß man Hilfe suchen muss, um die Beziehung wieder hinzubiegen. Dieser erste Hilfeversuch scheiterte.
Trestone: Stimmt.

Und dann... ein großes Loch in der Erzählung.
Trestone: Stimmt.

Wenn Ihr beide nun 10 Jahre (!!) nebeneinander gelebt habt, obwohl die Beziehung ja schon tiefe Risse hatte... dann wirds meines Erachtens ein verdammt schweres Stück Arbeit, das wieder hinzubiegen... ich mein... ZEHN JAHRE... wenn Ihr beide keinen unbedingten Willen zeigt, hart an Eurer Beziehung (und damit Euch selber) zu arbeiten, glaube ich, daß Euch nur noch ein glücklicher Zufall helfen kann.
Trestone: Stimmt. hilft mir nicht.
Aber schon das Schreiben hat mir geholfen ...


Wenn in den vergangenen zehn Jahren aber auch wieder lange Phasen dabei waren, wo die Ehe gut und mit den nötigen, gelegentlichen glücklichen Momenten funktionierte... was ist damals passiert?
Trestone: Frei nach Wittgenstein: Worüber man nicht reden will, darüber ...


Eine zwanzig Jahre währende Beziehung wirste jedenfalls kaum in einem Forum aufarbeiten und "retten" können. Das könnt Ihr beiden nur gemeinsam mit einer Menge Ernsthaftigkeit, unbedingten Willen zur Arbeit und Reflexion - und vermutlich wäre eine erneute Hilfe von Aussen sinnvoll...
Trestone: Stimmt, hilft mir.

gruß
Booth
Gruß+Dank
Trestone
 
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