Glaubenskrieg "Homöopathie"

agentP

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Ich halte Homöopathie auch für Mumpitz und habe auch kein Problem damit, wenn mein Geld im Rahmen einer Solidargemeinschaft nicht dafür ausgegeben wird.
Ich befürchte aber, dass bei weitem mehr Geld zu sparen wäre, wenn auch bei anderen Medikamenten genauer hingeschaut werden würde.
Damit meine ich nicht, dass die gängigen Wirksamkeitsnachweise oder Zulassungsverfahren mangelhaft wären, aber es gibt in letzter Zeit auch genug Stimmen aus dem medizinisch-wissenschaftlichen Betrieb heraus, die Zweifel anmelden, dass alles behandlungswürdig ist, was behandelt wird oder zumindest ob unbedingt alles mit Pillen behandelt werden muss. Z.B. um die Grenzwerte bei Hypertonie, die seit Jahren immer weiter gesenkt werden, tobt so eine Diskussion und im Bereich der Psychopharmaka sowieso. Da wäre unter Umständen mehr zu sparen, als bei den paar Zuckerkügelchen.
 

Malakim

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In der tat, was man da meinem Sohn an Cremes verschrieben hat, OHNE überhaupt irgendwas Diagnostisches zu tun, garnichts.

Diagnose nach Beschau: "Neurodermitis", hier nimm Cortison.
(Wir reden von einem EINJÄHRIGEN).

Jeder weiß das mit Cortison NUR die Symptome behandelt werden und das auch noch unter größeren Nebenwirkungen und nicht langfristig. Also wird da aus einem EINJÄHRIGEN ein möglicherweise lebenslanger Konsument von verschriebenen Cremes gemacht OHNE mal zu schauen ob man das nicht auch mal anders in den Griff bekommen kann.

DA kann man SPAREN (als erstes würde ich die Ärztin dem Heer der Arbeitslosen beimischen un die Praxis durch einen echten Arzt besetzen)
 

agentP

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Das liegt aber auch nicht nur an den Ärzten, die müssen auf ihr Budget achten, das ihnen vorgeschrieben wird und sie dürfen nur die Medikamente verschreiben, die zugelassen sind.
Bei Kindern kommt erschwerend hinzu, dass es kaum zugelassene Medikamente speziell für Kinder gibt, weil das erfordern würde, dass man auch die Medikamentenstudien an Kindern durchführt, wogegen es nicht ganz unberechtigte ethische Bedenken gibt.
 

Malakim

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Das aus Budgetgründen Diagnostik gleich ganz aufgegeben wird zugunsten einer ewigen Symptombehandlung ist aber schon etwas am Leben vorbei gearbeitet, oder?
 

agentP

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Keine Frage. Wobei im speziellen Fall Neurodermitis gibt es doch meines Wissens gar keine Diagnosemöglichkeit ausser Beschau und der berümhmten Frage nach Allergien, etc. in der Familie, oder bin ich da nimmer auf dem neuesten Stand?
 

Goatboy

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Malakim, mach mal dein Postfach frei, dann flattert eine Nachricht ein.
 

Simple Man

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Tja, die Homöopathie – die Wirkungslosigkeit ihrer Globuli ist imhO mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen: mehr als Placeboeffekte und psychotherapeutische Effekte dürften nicht dahinter stecken. Wie sollte es aber auch anders sein? Weder gibt es einen Nachweis für das "Ähnlichkeitsprinzip", noch lassen sich in den teilweise extrem potenzierten Tinkturen Reste der Ursprungsflüssigkeit nachweisen – etwas, das Homöopathen ja nicht mal bestreiten; sie verweisen dann gerne auf eine ebenfalls nicht nachgewiesene energetische Essenz, die vom Wirkstoff auf das "Wassergedächtnis" und von dort auf die Globuli übergeht.

Wie sieht es aber mit der homöopathischen Behandlung aus? Führt man sich die Ursachen für die ursprüngliche Erforschung der Homöopathie durch Hahnemann vor Augen, könnte hier ein Treppenwitz der Geschichte zu finden sein. Mitte des 19. Jahrhunderts sah es in der Medizin so aus, dass man eine bessere Aussicht auf Gesundung hatte, wenn man den Arzt nicht aufgesucht hat – Stichwort "Aderlass", um nur mal ein Beispiel zu nennen. Und somit stellte Homöopathie durchaus einen Fortschritt dar und reagierte vor allem auf die Unzufriedenheit der Menschen mit der "Schulmedizin" der damaligen Zeit. Und genau hier liegt der Witz: der heute wachsende Erfolg der Homöopathie ist wiederum Folge einer wachsenden Unzufriedenheit mit dem medizinischen System, davon bin ich überzeugt. Ich bezweifle nämlich, dass so viele Menschen so einfältig sind, von der Wirksamkeit von Zuckerkügelchen überzeugt zu sein. Vielmehr dürften es die Aufmerksamkeit durch den Arzt, das Gefühl der Anerkennung und das Vertrauen, das sich dadurch aufbaut, sein, die Menschen dazu bringen, zu einem Homöopathen zu gehen. Somit ergibt sich der Glaube an die Homöopathie durch die Technikgläubigkeit und empfundenen Kälte der Schulmedizin, der fehlenden Zeit der Ärzte und der daraus resultierenden Unzufriedenheit der Menschen mit der Schuldmedizin. Der Arzt fungiert also in der Homöopathie, frei nach Thure von Uexküll, als häufigstes verwendete Medikament. Dazu kommt dann natürlich noch der Selbstbetrug der Patienten: man wird von allein gesund, nimmt aber Globuli und meint, dass diese die Heilung bewirkt haben. Von der Geist-Körper-Verbindung in der Medizin ganz zu schweigen.

Sollte Homöopathie also verboten werden? Ich verstehe die Gründe für den Ruf nach Verboten: in Zeiten knapper Kassen sollen die Gesundheitsetats nicht mit Zuckerkügelchen belastet werden. Solche Verbotsversuche gab es ja auch früher schon, aber entweder haben das prominente Anhänger in Politik und öffentlichem Leben verhindert – es sei hier z.B. auf das englische Königshaus verwiesen – oder aber es waren Lobbyisten und – Überraschung – Krankenkassen selber. Für die ist das nämlich durchaus ein lohnendes Geschäft. Denn obwohl die Gewinnspannen in der Homöopathie beinahe unverschämt hoch sind (Beispiel: für das Mittel Oscillococcinum braucht der Hersteller imhO im Jahr 1(!) Leber und 1(!) Herz einer Ente, bisl Wasser, Alkohol, Zucker. Verkauft wird das ganze aber für 1 Euro das Gramm.) und die Preisgestaltungen kaum nachvollziehbar, sind die Mittelchen immer noch vergleichsweise billig. Sie machen in deutschen Apotheken auch nur knapp 1% des Umsatzes aus, 3/4 davon werden imhO auch über Selbstbeteiligungen der Patienten bezahlt. D.h., die Kassen geben gar nicht soviel dafür aus. Aber wer nutzt Homöopathie? Haushalte mittleren Alters mit überdurchschnittlichem Einkommen – also eine lukrative Klientel, die kaum krank wird. Aus Marketing- und Kundenanwerbungsgründen macht die Werbung mit teilweiser Homöopathiekostenübernahme durchaus Sinn. (Lustigerweise ist das auch ein sich selbst verstärkender Effekt: Menschen glauben, dass Kassen nur Kosten für etwas übernehmen, das auch nachweislich hilft. Da Homöopathie bezahlt wird, muss es ja wirken, also kaufen wir es. Was die Kassen glauben lässt, dass die Kunden das vermehrt nachfragen …)

Stellt sich die Frage, ob Homöopathie gar nicht mehr bezahlt, evtl. sogar verboten werden sollte? Ich tue mich schwer damit, den Kassen vorzuschreiben, was sie wie finanzieren sollen. Genauso tue ich mich schwer damit, die Kaufentscheidungen von Menschen zu kritisieren – wenn Leute meinen, sie müssten Globuli kaufen, wer bin ich dann, dass ich ihnen das verbieten will? Allerdings macht mir der wachsende Einfluss der Homöopathie-Lobby Sorgen. Da gibt es doch tatsächlich Bestrebungen, dass nicht mehr Doppelblindstudien als Nachweis für die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln dienen sollen (was, entgegen den von Homöopathen oft geäußerten Bedenken ob der individualisierten Behandlung sehr wohl möglich ist), sondern dass die Homöopathie mit Mitteln untersucht werden soll, die die Homöopathen für richtig halten. DAS wäre imhO ein Rückfall ins wissenschaftliche Mittelalter und sollte auf jeden Fall verhindert werden. Und obwohl sich die Homöopathie ja gerne als bessere Alternative zur Pharmabranche darstellt, gleichen sich die Methoden in der Lobby-Arbeit und bei den Tricks zum Pillenverkauf immer mehr an. Man ist nicht deswegen harmloser, nur weil man wesentlich weniger Umsatz macht (2 Mrd./Jahr vs. 750 Mrd./Jahr).

Was also tun? Verbieten? Nicht mehr durch Krankenkassen finanzieren lassen? Wäre nicht eine pragmatische Reaktion sinnvoll? Eine Kombination aus alternativen, homöopathischen Therapien und Schulmedizin? Eine Berücksichtigung therapeutischer Beziehungen, die Nutzung von Placebo-Effekten und der Arzt-Patienten-Beziehungen bei "harmlosen" Beschwerden und die Nutzung von Schulmedizin bei ernsten Beschwerden? Natürlich sind mir die Gefahren bewusst, die damit einhergehen können, nämlich, dass wirksame Medikamente aus ideologischen Gründen den Patienten vorenthalten und damit Leben gefährdet werden (Stichwort Impfgegner). Aber eben weil Homöopathie soviel von durchaus gebildeten Leuten genutzt wird und die Kosten im Vergleich zur Pharmabranche vergleichsweise gering sind, wäre dies imhO ein sinnvoller Ansatz, sinnvoller jedenfalls, als die komplette Streichung, die wiederum eher etwas von Reflexhandlung hat – auch wenn das natürlich überhaupt nicht dem fanatischen, beinahe totalitären Hahnemann entsprechen würde, der solch eine Kombination in seinem Hauptwerk abgelehnt hat: ein solcher Versuch, meinte er, wäre ein Verrat an der göttlichen Homöopathie. ;-)
 

Malakim

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agentP schrieb:
Keine Frage. Wobei im speziellen Fall Neurodermitis gibt es doch meines Wissens gar keine Diagnosemöglichkeit ausser Beschau und der berümhmten Frage nach Allergien, etc. in der Familie, oder bin ich da nimmer auf dem neuesten Stand?
Es gibt zumindest ausser Cortison noch weitere Therapiemöglichkeiten ... die man wenigstens mal versuchen kann bevor man willenlos schmiert und schmiert und schmiert.

Witzigerweise wird einem ja z.B. erzählt das Seife und andere basische Pflegeprodukte ganz schlecht seien. Nun ich beobachte das Gegenteil, insgesammt lies sich das ganze von "das Kind ist blutiggekratzt von oben bis unten" auf "Oh Ihr Kind hat da etwas schlechet Haut an den Kniekehlen" reduzieren nachdem wir die ganze scheiße von der Hautärztin abgestzt haben und uns selber mal gekümmert haben was man da NOCH so tun kann.
Man muß sich ja heute lieber mit anderen Betroffenen unterhalten als mit Ärzten:
http://www.neurodermitis-bund.de/im_fokus.php
 

agentP

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Nur mal so als Anregung:
Ich mag den Begriff "Schulmedizin" immer noch nicht. Heilpraktiker werden an Schulen ausgebildet, Ärzte an Hochschulen.

Der Begriff suggeriert, dass hier starre Lehrmeinung vermittelt wird, was dem universitären Ansatz von "Lehre UND Forschung" nicht gerecht wird.
Das ist imho ziemlich abwertend und wird in der "alternativen Szene" auch genau deshalb benutzt. Wenn man nicht bewusst so eine Haltung zum Ausdruck bringen möchte, dann wären "Hochschulmedizin", "wissenschaftliche Medizin" oder u. U. "evidenzbasierte Medizin" zur Abgrenzung vielleicht besser geeignet.

Witzigerweise wird einem ja z.B. erzählt das Seife und andere basische Pflegeprodukte ganz schlecht seien. Nun ich beobachte das Gegenteil
In so einem Fall spreche ich das an, wird es komplett ignoriert, hat mich der Arzt gesehen. Ich habe z.B. anfallsartige chronische Kopfschmerzen, die sich von der völlig verhärteten Nackenmuskulutatur nach vorne ziehen. In neun von 10 Fällen wirkt ein Kombipräparat wie Thomapy... + eine Tasse Kaffe in 40 min schnell und zuverlässig. In Fall 10 hilft nur noch ein Muskelrelaxans. Trotzdem musste ich bisher jeden Arzt davon überzeugen, dass er sein Ibuprofen stecken lässt, weil ich aus Erfahrung weiss, dass es in allen 10 Fällen nix bringt. Einen Arzt der diesen aus meiner Erfahrung stammende Erkenntnis nicht zur Kenntnis nimmt, würde ich kein zweites Mal aufsuchen.
 

Malakim

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Wer hat den Begriff "Schulmedizin" denn benutzt? Ich eigentlich nicht.

Edit:
Aber ausser man trifft auf einen GUTEN Arzt, trifft man auf genau das, festgezurrte Meinungen und 0 Flexibilität.

Das ist meiner Meinung nach dem Fakt geschuldet das es eine ganze Zeit so war das nicht Leute Mediziner wurden, die auch gerne Mediziner sein wollten (Berufung) sondern welche die gerne Papas Praxis übernehmen wollten. Das Medizinstudium verlangt auch nicht gerade Hirn sondern eher Ausdauer und den Willen zum Auswendiglernen, so das es eben einen ganzen Schwung von "Ärzten" gibt die besser was anderes hätten machen sollen.
 

agentP

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Wer hat den Begriff "Schulmedizin" denn benutzt? Ich eigentlich nicht.
Nö, war so ganz allgemein in den Raum gestellt und nicht auf dich bezogen. Benutzt wurde er aber schon diverse male.
 

Simple Man

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agentP schrieb:
Der Begriff suggeriert, dass hier starre Lehrmeinung vermittelt wird, was dem universitären Ansatz von "Lehre UND Forschung" nicht gerecht wird.
Aber dann kann ich meine Kritik an den Bologna-Reformen gar nicht einfließen lassen ... ;-)

Also ich habe den Begriff "Schulmedizin" nicht in einem abwertenden Sinne gebrauchen wollen - ich ging, ohne das genauer zu hinterfragen oder mir näher Gedanken dazu zu machen, davon aus, dass in diesem Sinne "wissenschaftliche Schule" gemeint sei, wie beispielsweise die "Wiener Schule", der ja imhO auch die wenigsten starre Lehrmeinungen vorwerfen würden ...
 

Edo

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Ich seh es nicht wegen den Kosten kritisch das diese Mittel in Aphoteken verkauft wird und von den Krankenkassen bezahlt wird.
Was kontraproduktiv ist ist das dadurch das es in der Aphoteke vertrieben wird MUSS es doch helfen können und wenn geschulte APhoteker und manche (Hochschul)Ärzte das praktizieren gibt dem ganzen einen unerwünschten Aufwind.

Ich hab kein Problem damit das es verkauft wird und wenn jemand 50€ für ein paar Gramm Salz ausgibt dann soll er, aber es darf nicht als Medizin bezeichnet werden weil es das nicht ist.

Vor allem der Gesetzestext der es Homöophatischen Mitteln erlaubt vertrieben zu werden ohne Wirksamkeitsnachweis muss gestrichen werden.
 

dkR

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Wie gesag, Homöopathie folgt keinen wissenschaftlichen Regeln , daher kann auch kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnacheis erbracht werden (und erst recht würden die Mittel kein Zulassungsverfahren überleben).
Man kann die Dinger ja gerne verkaufen, aber nicht auf Kassenkosten, vielleicht als Nahrungsergänzung.
 

vonderOder

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dkR schrieb:
Wie gesag, Homöopathie folgt keinen wissenschaftlichen Regeln , daher kann auch kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnacheis erbracht werden (und erst recht würden die Mittel kein Zulassungsverfahren überleben).
Man kann die Dinger ja gerne verkaufen, aber nicht auf Kassenkosten, vielleicht als Nahrungsergänzung.
soviel ich weiß, weden die Mittelchen auch nicht von den Kassen bezahlt sondern max. das Arzthonorar.
 
G

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Der Donner-Bericht - Das Desaster der Homöopathie im Dritten Reich

Von 1936 bis 1939 versuchte man in Deutschland, die Wirksamkeit der Homöopathie zu prüfen. Eine enorme Untersuchung wurde geplant, endete aber in einem Desaster. Die Versuche wurden durch den Krieg abgebrochen. Fritz Donner, ein homöopathischer Arzt, war einer der vielen Beteiligten. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1961 schrieb er einen Bericht.


Bemerkungen zu der Überprüfung der Homöopathie durch das Reichsgesundheitsamt 1936 bis 1939

Falls es jemand interresiert: http://www.kwakzalverij.nl/699/Der_Donner_Bericht
 

agentP

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Durch das "überaus subtile Eingehen auf die verschiedenen, zuweilen durchaus nebensächlichen Symptome der Kranken" könnte "doch wohl eine Beeindruckung der Kranken erzielt werden", notierte Rabe. Dies könnte "dann von der psychischen Seite her uns noch unbekannte Heilwirkungsmechanismen in Gang bringen".
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,706337,00.html
Ich habe einen bekannten, der als Internist in der Geriatrie arbeitet und der nicht an die Wirksamkeit der Homöopahie auf stofflicher Ebene glaubt, aber er sagte mir mal, dass er wenn er Zeit hat, sich eine Patientenakte in die Hand nimmt und mit einem Patienten alle tausend Zipperlein, die die alten Herrschaften so haben bespricht. Oft reicht das um eine deutliche Besserung in vielen Dingen zu erziehlen, vermutlich reicht alleine die Aufmerksamkeit aus die die Patienten mit ihren Wehwehchen erfahren.
Und er meinte nur, er könne sich vostellen, so ähnliche entstehen auch die anekdotischen Erfolgsstories im Zusammenhang mit Homöopathie in Verbindung mit der umfassenden Anamnese eines Heilpraktikers.
Ich finde sehr interessant, dass ein führender Homöopath praktisch das gleiche schon vor ca 80 Jahren vermutet hat.
 
G

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Bringt uns das jetzt zu dem Punkt, daß VooDoo, Geistheilen, Homöopathie, Bachblüten und Gesundbeten genauso wirksam oder unwirksam sein können wie die Mittelchen der modernen Pharmazie?

Weiß jemand wie hoch der Anteil dieser "unbekannten Heilwirkungsmechanismen" und "deutliche Besserung in vielen Dingen" bei der Gabe von herkömmlichen Medikamenten hat?
 

dkR

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shechinah schrieb:
Bringt uns das jetzt zu dem Punkt, daß VooDoo, Geistheilen, Homöopathie, Bachblüten und Gesundbeten genauso wirksam oder unwirksam sein können wie die Mittelchen der modernen Pharmazie?

Weiß jemand wie hoch der Anteil dieser "unbekannten Heilwirkungsmechanismen" und "deutliche Besserung in vielen Dingen" bei der Gabe von herkömmlichen Medikamenten hat?
Das ist einfach der Placeboeffekt. :mimpel:
 
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