Gewaltbereitschaft

lenzerl

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wenn mich jemand provoziert höre ich meistens einfach weg aber wenn ich die person sowieso nicht leiden kann und sie sagt etwas provozierendes zu mir kann es schon mal sein dass ich aushole...aber das ist eher selten aber wenn jemand eine meiner freundinnen oder freunde anpöbelt schlage ich schnell zu oder sage zumindest heftig meine meinung...dafür bekomme ich auch viel ärger..oder ich blamiere mich dadurch auch manchmal... :oops:
 

si3ge-dERlux

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sillyLilly schrieb:
Ich empfinde es auch nicht als Unterlegenheit wenn man sich in Konflikten körperlich deffensiv verhält.
Wenn jemand mich provoziert und z.B. irgendein Schimpfwort an den Kopf wirft oder irgendwelche provokanten Unterstellungen macht, dann finde ich das auch sehr lächerlich. Es tut mir dann auch ein bischen leid ... das der andere sich vor mich so entblößt, dadurch das er seine Gefühle und Minderwertigkeitsgefühle vor mir rausläßt. Die Angst die jemand damit offenbart, ist einerseits lächlich und andereseits auch traurig.
Würde ich dadurch dumm, weil jemand anders mich dumm nennt?


Wenn jemand selber so arm dran ist, daß er mit seinen Agressionen nicht klar kommt und seine Wut an mir auszulassen meint, wogegen soll ich mich dann wehren?
Dagegen daß er meint ich wäre ein Idiot?
Wenn ich ihm eine reinhauen würde, dann würde ich es eher als armseelig von mir ansehen. Damit würde ich der Person und ihren Provokationen Macht über mich zugestehen.
Denn zum Idiot kann mich kein anderer machen, sondern ich mich nur selber.


Wer hat gewonnen ... der körperlich Stärkere oder der der weiß wer er ist?

Namaste
Lilly
aber wenn der andere schon zum schlag ausholt dann hat er verschissen ... ich habe keine probleme damit was einzustecken aber besonders scharf bin ich auch net drauf.
deswegen ist gewalt zum zwecke der selbstverteidigung imo auch erlaubt!
.... trotzdem wuerd ich gern mal wissen was im hirn von so nem asso abgeht wenn jemanden ohne grunde anmacht... vielleicht koennens ja eingige hier beantworten :p
gruß si3ge
 

sillyLilly

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NoToM schrieb:
@ sillyLilly
Ich kann Dir voll und ganz zustimmen. Aber das ist ja hauptsächlich Theorie, in der Praxis regst Du Dich bestimmt auch auf und würdest gerne der Person ordentlich die Meinung geigen oder sogar eins reinhauen.
Ich unterstelle Dir das jetzt einfach mal. Die Frage ist, wieso tust Du es in dem Moment nicht, was hält Dich zurück ? Erst im Nachhinein, wenn Du die Situation nochmal analysiert hast, findest Du es wahrscheinlich lächerlich oder tut Dir es leid.
Ich war früher jähzornig, .....habe aber meine Wut eher an Dingen als an Menschen ausgelassen....
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde ..."ich bin immer gelassen und ärgere mich nicht"

Es mag auch daran liegen, daß ich mittlerweile ein anderes Selbstbewußtsein habe und die Pubertätshormone mich auch schon lange nicht mehr drangsalieren *g* .....
Insofern gehöre ich natürlich auch selten zur Zielgruppe von provokanten Jugendlichen.
Aber früher hatte ich jede Menge Möglichkeiten an soetwas zu wachsen.

Ich habe diesen Impuls Agressionen ablassen zu müssen, mittlerweile nur noch selten und wenn dann tue ich das verbal.

Ich empfinde es nicht so, als wenn ich etwas unterdrücke.
Ich empfinde mehr Verachtung oder im besten fall Mitleid mit jemandem, der sich so primitiv verhält und sich emotional vor mir so entblößt, daß er seine Ohmacht beweist, indem er primitive Sprache oder Gewalt anwendet.

Namaste
Lilly
 

si3ge-dERlux

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Ra-Z-ieL schrieb:
Das ham mal zwei halbstarke versucht. Ich hab kurz abgewehrt, und dem einen Nase und Arm gebrochen, der andere meinte darauf, es auchmal versuchen zu müssen. Leider bekam ihm das nicht. Hab ihm gegen die Kniekehle getreten und musste mich echt zusammenreißen, ihm aus reflex nicht eins auf den kehlkopf zu geben... :lol:
Meine eigene Brutalität, die ich eigentlich nie spüre, gepaart mit meiner kaltblütigkeit hat mich dann doch schockiert...
Ra-Z-ieL
machst du einen kampfsport / lernst du eine selbstverteidigungstechnik .. wenn ja welche?
gruß si3ge
 

si3ge-dERlux

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Q schrieb:
Ich bin defensiv.Es liegt wohl zu einem Grossteil das 1.bei uns wenig gemobbt wird und wenn dann nicht ich und 2. wenn ich rumgeschubst werde ich sowieso keine kraft habe denn stellt euch mal vor 9. Klasse 37kg :oops:
hier! junge! hast du keine angst vom wind weggeweht zu werden? fuehlst du dich nicht irgendwie unwohl? fang mal an etwas mehr zu essen weil 37kg bei ???cm groeße (glaube ich jetzt mal) nicht all zu gesund sind!
falls du einfach nicht mehr essen kannst dann fang mit leichtem krafttraining an.. so bekommst du deine kilos! ...
.. gruß si3ge
 

Adamantios

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Bewußtsein für Recht und Unreht Voraussetzung für Bekämp

Ich halte Gewalt für ein Grundthema, das jeden Menschen elementar angeht: Jeder kann Opfer von Gewalt werden; es kann aber auch jeder selber zum Gewalttäter werden, weil sich im Laufe seines Lebens unweigerlich Situationen ergeben, in denen er Macht erlangt, sei es über Mitmenschen oder Tiere - und wer Macht über andere besitzt, hat auch die Möglichkeit, diese zu missbrauchen. Aus diesem Grund liegt es in der Verantwortung jedes einzelnen, sich über die eigenen Verhaltensweisen Rechenschaft zu geben.

Die elementarste Voraussetzung im Kampf gegen Gewalt und Machtmissbrauch ist das Vorhandensein eines Bewusstseins für Recht und Unrecht. Im Denken des Menschen muss eine Werteordnung bestehen, die ihn Gewalt gegen andere als verwerflich erkennen und verurteilen lässt. Dies ist eine Binsenwahrheit, die jedoch gar nicht so selbstverständlich ist, wie sie zu sein scheint. Betrachten wir nämlich unsere Umgebung und manche Beiträge hier im Forum, so macht es den Anschein, als ob es an der klaren, verbindlichen Wertdarstellung bezüglich Recht und Unrecht fehlt. Gewalt scheint für unzählige Zeitgenossen nichts Verwerfliches zu sein, sondern im Gegenteil ein sehr geeignetes Mittel, schnell und einfach Konflikte zu lösen oder Ziele zu erreichen.
 

InsularMind

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Eben@ Dominic, und sie denken nicht nur an sich oder die momentane Situation -- es könnte auch sein der Andere fällt, kommt ungünstig auf und verdreht sich was oder schlägt sich den Schädel so unglücklich an dass er dabei draufgeht, bzw. lässt sich extra noch dumm hinfallen, um auf ne Anzeige wegen Körperverletzung bzw. auf Versicherungskohle zu deichseln.

@NoTom, meinst Du dass durch das Übertreten der Hemmschwelle eine gewisse Überlegenheitseuphorie entsteht, wo die sich zusätzlich noch bestätigt finden, a la 'Seht mich an, eure dumme Zögerei brauch ich nicht, ich bin sowieso der entschiedene Chef' oder so?

Die auf der Straße unfreundlich werden, -- ich gewöhn mich ja nicht dran, und mag es eigentlich nicht -- aber da stell ich mir heute oft einfach vor, sie wären alle keifende Hühner, oder sie hätten nen Rüssel.
Das macht es irgendwo schon fast wieder lustig.
 

Bonsai

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Was ich ja recht interessant finde ist, dass viele sagen:

"werde ich angegangen, das kann ich wegstecken, da stehe ich drüber. Aber wenn jemand meine liebsten angreift, dreh ich durch."

Im Grunde habe ich die selbe Einstellung. Ich weiß, dass ich den finden würde, der meiner Freundine, meinen Bruder oder so ernsthaft Verletzungen beibringen würde und dass das sein Alptraum werrden würde.
Aber woher mag diese Einstellung bei vielen Leuten kommen?
Heißt dass mein Leben/ Gesundheit ist mir weniger wert als das meiner Liebsten?
Dann müßte ich ja auch sagen dass wenn ich die Wahl hätte lieber ich sterben möchte als ein anderer.
...glaube nicht dass ich mich dann so entscheiden würde. Denke dass sich dann doch wieder jeder selbst der Nächste ist.

Aber woher kommt diese Einstellung bei Schlägereien?

Gruß,
Bonsai.
 

Zerch

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wie schon gesagt wurde sollte es erst gar nicht zu einem kampfe kommen wenn alles in ordnung sein sollte.
-ich selbst bin auch zurückhaltend , höchstens verbal bewehrt .... auch wenn der temporäre hass in gedanken das mass übersteigt.
dennoch bin ich mir bewusst eine hemmschwelle zur aktiven gewaltanwendung zu besitzen , auch wenn bisher keine menschen unter ihr leiden mussten.
was ich damit meine ist , dass es bestimmt personenbezogene situationen gibt in denen jeder die hemmschwelle zur (gegen)gewalt überschreitet. nur ein beispiel wäre das töten-bevor-man-getötet-wird das durch den selbsterhaltungstrieb angetrieben wird.dass der gedanke töten bevor getötet werden eine illusion sein kann spielt dabei keine rolle.
-es erschraken sicherlich schon unzählige über sich selbst zu was für handlungen sie situationsbedingt fähig sind...wie in allen bisherigen kriegen.

Bonsai schrieb:
Aber woher kommt diese Einstellung bei Schlägereien?
ich denke die gewaltlose erziehung der kinder spielt dabei eine entscheidende hauptrolle. eltern die ihre kinder heute gewaltlos erziehen wollen haben es schwer , da sie oft ratlos sind.-einerseits sollte das kind niemals mit gewalt in kontakt kommen , andererseits führt kaum ein weg daran vorbei...ein kind heutzutage sollte weltoffen erzogen werden inklusive allem schönen und unschönen , nach und nach mit dem heranwachsendem alter ....so dass es seine eindrücke verarbeiten kann und es erkennt dass alles schöne es wert ist das unschöne zu akzeptieren....wennauch nur bedingt.
dafür wird von den elterteilen viele an konzentration und feingefühl abverlangt , was heutzutage nicht alle elternteile aufbringen können , vor allem wenn berufstätig.

ich habe selbst kein kind gezeugt und beabsichtige dies auch nicht , aber ich lasse meinen hut schweben vor jenen die ihre kinder gerecht und ausgewogen aufwachsen lassen können und die geduld , inkl.dem nötigen feingefühl aufbringen.--ich bin mir sicher , wie man es macht könnte es falsch sein.
 

Jerry24

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Hallo!

Um mich zu schützen, habe ich mich noch nie geprügelt.

Aber als einer meiner Freundin unter den Rock gepackt hat...
da habe ich mich sogar alleine mit 6 Leuten geprügelt.

Da kam mir dann sogar nachher ein Passant zur Hilfe. Hätte ich nicht gedacht.. leider haben die dem die Nase gebrochen.

Ich hatte ein eingerissenes Ohr, muss mich aber immer noch wundern, wie cool ich war...

Damit meine ich nicht "cool" im herkömlichen Sinne, sondern eher distanziert meinem Körper gegenüber.
Ich lag nachher auf dem Boden und habe wirklich nur gedacht:

"das war jetzt ein Fuß auf Deinem Kopf" (ich denke, dass das Profil der Sohle mein Ohr eingerissen hat)
"Das war jetzt ein Tritt in die Rippen"

Schmerzen hatte ich keine. Bin sofort wieder aufgestanden und wollte wieder drauf... irgendwie hat`s klick gemacht und ich bin ausgetickt.

Und ohne jetzt wieder antisemitisch zu werden:
Das waren 6 Türken, die meinten, meine Freundin sei Freiwild, nur weil sie einen Minirock an hatte (wir waren auf dem Weg zur Love parade).
Belassen wir es lieber bei der Aussage "das waren 6 Arschlöcher"... aber trotzdem denke ich, dass viele ethnische Gruppen selbst schuld sind, wie die sich hier aufführen, dass es sowas wie Ausländerfeindlichkeit gibt.
Mit Deutschen hatte ich nie größere Probleme...

Naja, man soll sich damit zwar nicht brüsten, aber irgendwie bin ich stolz, dass ich es mit 6 Leuten aufgenommen habe und nachher noch stand :twisted:

Dennoch ist Gewalt keine Lösung!!! :roll:
 

Zerch

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natürlich ist die gefährdung verbundener personen ebenfalls ein auslöser für eigene gewaltbereitschaft.....das gleiche prinzip , da verbundene personen einem SELBST wichtig sind...da wären wir wieder bei der selbstverteidigung.
...man hätte auch sagen können töten-bevor-mein-verbündeter-getötet-wird.
in dem moment wo der verbündete angegriffen wird , wird man selbst indirekt angegriffen.

alles psychologisch...deswegen ist in der armee die kameradschaft so unentbehrlich wichtig um erfolgreich als armee funktionieren zu können.
 

deLaval

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Ich denke, daß jeder Mensch einen Punkt, der besser nicht überschritten wird.
Ob dieser Punkt bei mir außergewöhnlich hoch liegt, kann ich nicht sagen.
Mit "normalen" Beleidigungen im Sinne von "Du Saupillemannarschloch" ist da sicher nichts zu machen.
Es ist aber schon mal jemandem gelungen mich so wütend zu machen, daß ich es irgendwie raus lassen mußte (keine Angst so weit, daß ich ich meine Wut auf einen anderen Menschen losgelassen hätte war es nicht)

Wie gesagt, jeder Mensch hat seine Grenzen...
 

sillyLilly

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Das sehe ich auch so, deLaval
die Grenzen sind wohl nur sehr unterschiedlich gesteckt.


Was ich ja recht interessant finde ist, dass viele sagen:

"werde ich angegangen, das kann ich wegstecken, da stehe ich drüber. Aber wenn jemand meine liebsten angreift, dreh ich durch."
Bei mir ist es auch so. Ich würde eher reagieren, wenn es um meine Kinder geht.
Aber woher mag diese Einstellung bei vielen Leuten kommen?
Interessante Frage :gruebel:

Ich kann nur spekulieren.
Einerseits kann es einfach ein Instikt sein, der da durchkommt ..... auf den wir mit unserem Verstand nicht so viel Einfluß haben.

Außerdem denke ich, dass ich für mich entscheiden kann, dass ich ein gewisses Risiko bereit bin einzugehen, welches ich jemandem anders, für den ich Verantwortung trage, nicht zumuten möchte.
Entscheidungen für mich kann ich anders treffen, weil ich die Konsequenzen dafür tragen muß. Wenn ich für jemanden Verantwortung trage, dann trägt der andere sozusagen die konsequenzen für meine entscheidung. Da gilt es abzuwägen, ob ich durch meine Einstellung und daraus resultierende Entscheidung nicht eine Einschränkung für den anderen herbeiführe, die ich ihm nicht zumuten möchte/darf.

Ein wenig hat das Thema ja auch mit der eigenen Einstellung zum Tod zu tun.
Wenn ich aufgrund meiner Lebenssicht und meines Glaubens, dem eigenen körperlichen Tod nicht als das Ende aller Dinge ansehe, kann ich diese Einstellung doch nicht auf andere übertragen und sie sozusagen jemandem einfach überstülpen.

Naja ... außerdem würde ich eher das Risiko eingehen, daß ich selber zu Schaden komme, als meine Kinder, weil ich ja schon einige Jahre auf dieser Erde gelebt habe .... während die Kids noch ne lange Zeit vor sich haben sollten.

Und vielleicht ist es auch ein Stückchen Egoismus, der einen dazu treibt, für andere das Risiko einzugehen. Die Vorstellung das einem der Liebsten etwas zustößt und man hätte selber daneben gestanden und nichts getan .....
Ich glaube damit wäre es nicht leicht, die weiteren Jahre zu leben, wenn das ernsthafte Folgen für die Person hätte (wie schwere Schäden oder sogar Tod)

Namaste
Lilly
 

NoToM

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InsularMind schrieb:
@NoTom, meinst Du dass durch das Übertreten der Hemmschwelle eine gewisse Überlegenheitseuphorie entsteht, wo die sich zusätzlich noch bestätigt finden, a la 'Seht mich an, eure dumme Zögerei brauch ich nicht, ich bin sowieso der entschiedene Chef' oder so?
Ja, so ungefähr. Der kick ist ja auch nicht die Prügelei ansich, sondern der Moment kurz davor, wenn man seine Hemmungen langsam verliert.

Zerch schrieb:
alles psychologisch...deswegen ist in der armee die kameradschaft so unentbehrlich wichtig um erfolgreich als armee funktionieren zu können.
Da kommt mir noch einen nette Geschichte in den Sinn, welche uns in der Ausbildung erzählt wurde. In einem Gefecht würde gerade mal ein Drittel der Soldaten gezielt auf ihre Gegner schiessen, wärend der Rest absichtlich vorbeischiesst oder gar keinen Schuss abgibt. Das zeigt doch auch, dass selbst in Lebensgefahr noch Hemmungen da sind.
 

Jerry24

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@Zerch: Hast vollkommen Recht. ich habe letztens in der Zeitung gelesen, dass die deutsche Armee im dritten Reich gerade wegen der Kameradschaft so erfolgreich war. Da war zumindest die These eines Geschichtsprofessors... der Artikel dürfte jetzt ungefähr ein Jahr alt sein.
 

OTO

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@ NoToM

ich denke mit der Kameradschaft einer Einheit, Gruppe etc im Militärischen sinne ist gemeint, dass man nicht wegrennt. Schiß hat man sicher nur geht es eben darum neben seinem Kameraden zu stehen und das Leid mit ihm zu teilen. Deswegen habe ich auch etwas gegen Desatöre, nicht weil sie so schlau sind einfach abzuhauen sonderen weil sie die anderen hängen lassen. Einfach um das Gefühl, der macht den selben mist wie ich durch. Für ihn werde ich meinen Job tun. Nicht für den Befehl sondern für meine Kameraden.

@ Bonsai

ich glaube das es daran liegt wenn ein freund, freundin, bruder etc angegriffen ist man sich verletzt fühlt da man nichts dagegen machen konnte. Man denkt sich, ich hätte die fertig gemacht. Aber mein Bruder hatte keine Change. Jedenfalls ist bei mir auch so. Wenn jemand meinem Bruder was macht ist die hölle los. Auch bei meinen Kumpels, Freundinn. Man ist einfach für die anderen da. Es ist eine Art Pflichtgefühl. Was aber nicht bei jeden vorhanden ist.
 

Philipp

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[/quote]dennoch bin ich mir bewusst eine Hemmschwelle zur aktiven Gehwaltanwendung zu besitzen , auch wenn bisher keine Menschen unter ihr leiden mussten. [/Quote]

@ zwerch

weist du das du diese grenze hast und ob sie nach durchbrechen wirklich in einer aggressiven Handlungsweise deiner Person endet? ich glaube diese frage ist ohne Erfahrung nicht zu beantworten.

ich dachte immer ich hab mich unter Kontrolle, jedoch empfinde ich ein extremes Ungereichtigkeits Gefühl wenn mir oder mir nahestehenden Menschen leid angetan wird. Dann werde ich auch ziemlich brutal und schlage auch zurück. wobei ich in den Letzte 10 Jahren keine Schlägerei mehr hatte da ich versuche im Vorfeld Konflikte zu lösen. In meiner Jugend hatte ich jedoch sehr viel Kohntakt zu Gewalt (schule). Darum erschreckt es mich nicht wenn ich Aggression begegne.

Ich kenne aber auch Freunde die sich eher zusammenschlagen lassen als sich zu wehren. Auch Leute die nicht danach aussehen.

ich denke das man das nicht wissen kann, einer wehrt sich der nächste pinkelt sich vor angst in die Hose. Ich glaube auch umso länger du dich so einer Situation nicht stellen mußt, oder auch noch nie gestellt hast. Umso eher verlierst du vollkommen die Kontrolle über dein Verhalten.

So was muss man trainieren (Selbsverteidigungskurs usw.) sonst könntest du echt überrascht sein über deiner Reaktion.

Ich muss sagen das ich nicht stolz auf mich bin. in meiner Jugend habe ich viele Fehler gemacht aber leider hatte ich einen anderen Erfahrungshorizont und konnte mich dem nicht so leicht entziehen. Ich habe damit insofern jetzt noch zu kämpfen das ich. In Situation der Verteidigung zu Unverhältnismäßiger Gewaltanwendung tendiere. Was ich aber nicht unter Kontrolle habe....
 

Gradualmesser

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zu der Statistik das jeder dritte Soldat vorbeischießt, soweit ich weiß war das im erstsen Weltkrieg so, im zweiten lag die Quote schon bedeutend niedriger und seit demVietnamkrieg bis heute soll sie noch weiter gesunken sein, weil sich die Armeeausbildung darauf eingestellt hat.
 

Mother_Shabubu

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Gradualmesser schrieb:
zu der Statistik das jeder dritte Soldat vorbeischießt, soweit ich weiß war das im erstsen Weltkrieg so, im zweiten lag die Quote schon bedeutend niedriger und seit demVietnamkrieg bis heute soll sie noch weiter gesunken sein, weil sich die Armeeausbildung darauf eingestellt hat.
Nach einer anderen Theorie soll das auch erklären, warum nach dem Vietnamkrieg so viele US-Soldaten ausgetickt sind. Sie haben es nicht verkraftet, daß sie Menschen umgebracht haben und wurden damit alleinegelassen.
 

Zerch

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@jerry

kameradschaft spielt jedenfalls eine entscheidende rolle , doch unzählige andere faktoren sind mitentscheidend.


@Philipp

das ist wahr , dass man seine grenzen nicht kennen kann wenn nie eine situation sie herausforderte.
gut erkannt , ich kenne meine grenzen nicht , und doch kann ich mir sicher sein eine zu haben wie jeder eine hat....nur wo sie liegt weiss ich nicht , doch war das indirekt meinem geschriebenen zu entnehmen.auch war zu entnehmen , dass bei jedem die grenzen verschienden gespannt sind.

@noTom

das beispiel ist gut und sagt nur aus , dass die hemmschwelle noch nicht überschritten wurde und es nur eine frage der zeit und der einwirkenden erlebnisse ist. je länger ein krieg dauert , desto brutaler und rücksichtsloser wird er in der regel.
ausserdem hatte der spiess früher wirklich einen spiess der mögliche desateure und befehlsverweigerer angst einflösste damit sie doch lieber auf deklarierte gegner zu schiessen pflegten falls sie nicht sofort durch den spiess enden wollten.es ist also auch frage der hemmschwelle der vorgesetzten der seine soldaten zum töten animieren muss.
 
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