Fortschritt der Technik versus Arbeit ?

paul20dd

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Hallo Leute

Mich plagt seit langem eine Frage. Viele schlaue Menschen versuchen ja seit langem jedliche Arbeiten die sie machen muessen zu optimieren, Stichwort Industrialisierung "Spinning Jenny"/Automatisierung, Maschienenstuermer. Wollen wir Arbeiten oder nich. Ich versteh das nich. Droht dem menschlischen Verstand der Untergang wenn er nicht arbeitet ? Aber wozu optimieren wir denn Arbeitsprozesse wenn Arbeit als moralische Verantwortung gegenueber der Gesellschaft und des Meschen selbst gesehen wird.


Meine persoenliche Erfahrung, wenn auch unausgepraegt, ist das wenn man nicht beschaeftigt (Arbeit) ist, man leicht "abstumpft". Von daher geb ich jedem recht der sagt "ohne Arbeit gehts nicht", schon allein des Geldes wegen und damit seiner physiologischen Existenz (Nahrungsmittelkauf).

Wenn ich mir so Bilder aus der Industriellen Revolution ansehe, zwei Frauen die verlassen in einer grossen Halle mit Spinnmaschinen stehen, kommen mir zwangsweise parallelen zu einer Frau, die genauso verlassen vor einer Coke-Produktionsmaschine steht.... Was also wollen wir, Automaten die uns die Arbeit abnehmen und uns viel Zeit verschaffen um anderes zu machen, fuer was auch immer ?!

Wuerde das nicht im laufe der Zeit irgendwann zum geistigen Kollaps der Menschheit fuehren wenn sie nicht von Medien mit gesellschaftsfoerderden Programmen gefuettert wuerden?

Ich moechte das erstmal so stehen lassen und Reaktionen abwarten...

gruss Paul
 

agentP

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Was also wollen wir, Automaten die uns die Arbeit abnehmen und uns viel Zeit verschaffen um anderes zu machen, fuer was auch immer ?!
Na für andere Arbeit. Wenn die Automation seit 200 Jahren den Menschen immer überflüssiger machen würde, dann hätte doch heute längst keiner mehr Arbeit. Stattdessen wurden aber einfach aus Druckern Webdesigner und aus Webern Callcenter-Mitarbeiter.
 

lacrime_mundi

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Technologie und Fortschritt lassen sich nicht aufhalten. Nur werden alsbald entsprechende Rahmenbedingungen durch die Politik herbeigeführt werden müssen, da das Heer der Arbeitslosen ständig wachsen wird.
Es wird keine Ersatzarbeitsplätze geben oder aber in einer äußerst geringen Zahl, sodass die Belastung der Sozialsysteme immer größer werden wird. Es ist daher zwangsläufig notwendig, unsere Systeme anzupassen, beispielsweise durch eine Art Maschinensteuer, Unternehmen sollte es gestattet werden an jedem Wochentag 24 Stunden Maschinenlaufzeiten zu fahren usw.

Es könnten auch "Jobwechselbörsen" geschaffen werden: z.B. : Einmal arbeitet Gruppe A für ein Jahr, dann wieder Gruppe B usw. im Wechsel, sodass jeder seinen Beitrag leistet. Ferner müssen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten gefunden werden für die arbeitslosen Menschen.
Leider mangelt es in der politischen Landschaft an Phantasie oder aber an Mut.
Eines geht jedenfalls nicht mehr lange gut und das ist das Herunterschrauben von Leistung und die Diskriminierung der Arbeitslosen, denn das wird über kurz oder lang zu heftigen Unruhen führen.

Fortschritt ja, aber unsere Systeme müssen dem in sozialer Weise angepasst werden, sonst drohen chaotische Verhältnisse.
Und zurück zu Produktions- und Organsisationsformen aus der Vergangenheit zu gehen, verbietet sich von selbst: Stichwort Globalisierung!

lacrime_mundi
 

Giacomo_S

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lacrime_mundi schrieb:
Es ist daher zwangsläufig notwendig, unsere Systeme anzupassen, beispielsweise durch eine Art Maschinensteuer, Unternehmen sollte es gestattet werden an jedem Wochentag 24 Stunden Maschinenlaufzeiten zu fahren usw.

Klingt einleuchtend, wird aber nichts bringen als nur ein Verteuerung der Produktionskosten. Der ganze Abgaben-Wald ist doch sowieso schon aufwändig genug. in der Tat entstehen durch weitere Verordnungen Arbeitsplätze, weil die Strukturen in den Betrieben immer weiter verkopfen. Immer mehr Mitarbeiter verwalten sich selbst, anstatt Produkte herzustellen.
 

Ein_Liberaler

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Das wird nicht funktionieren. Der ganze menschliche Fortschritt beruht darauf, Arbeit wegzurationalisieren, damit mehr andere Arbeit erledigt werden kann. Das aufhalten zu wollen, führt geradewegs in die Armut - weil natürlich nicht der Status quo erhalten werden kann, dafür müßten Bürokratien kostenlos und perfekt arbeiten. wenn wir schon so gedacht hätten, als Dreschmaschine und Mähbinder eingeführt wurden, oder die Walkmühle... Um nicht immer mit dem Faustkeil anzufangen.
 

Booth

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Ein_Liberaler schrieb:
Der ganze menschliche Fortschritt beruht darauf, Arbeit wegzurationalisieren, damit mehr andere Arbeit erledigt werden kann.
Diese Aussage halte ich für falsch. Ersetze "ganze" durch "überwiegende" und ich bin einverstanden.

Gerade im hygienischen oder medizinischen Bereich haben einige Fortschritte dazu geführt, weit mehr Arbeit zu schaffen, als zu vernichten.

gruß
Booth
 

Ein_Liberaler

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Ich sehe keinen Widerspruch. Das sind einige der Arbeitsplätze, die nur entstehen konnten, weil andere wegrationalisiert wurden.
 

Zerch

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Das wird zwar wieder ein Chaos geben , aber ich erwähne dennoch , dass ihr von auferlegter und nicht von selbstbestimmter Arbeit redet......zudem ist von einer Arbeit die Rede , welche rein das Geldsystem als Hintergrund erachtet.Und das Geldsystem macht uns nur durch die dadurch provozierten Existenzängste zu Sklaven anderer. Alles ist von Geld abhängig gemacht worden , das ist die Grundlage->Geld<->Existenzängste<->Menschen die sich selbst für industrielle Zwecke im Sinne anderer verkaufen<->Fremdbestimmung was Leistung ist und wer sie leisten darf<->unkontrollierbare , selbstbestimmte Geldgeschäfte wurden als illegal abgestempelt<->kontrollierter Technologiegewinn , kontrollierte und geknechtete Menschheit.

Wenn Menschen keinen Arbeitsplatz haben heisst das noch lange nicht , dass sie mit sich selbst nichts mehr anfangen können und auf der faulen Haut liegenbleiben....ausser es wird provoziert , dass sie nicht mehr anderst können. In einer Welt , in der das Überleben von Geld abhängig gemacht wurde bekommen sie jedoch keinen Hungerlohn für selbstbestimmte Arbeit.....ausser ihre selbstbestimmte Arbeit ist Systemkonform und somit kontrolliert.......jede andere Form der eigenständigen Geldbeschaffung wurde verboten und als illegal gestempelt. Somit behalten Sie natürlich recht , wenn ein ehrlicher Mensch nichts mehr zu tun hat und ohne fremdbestimmte Arbeit nicht mehr leben kann.........Sie haben den Menschen genau da wo sie ihn haben wollen , und sie behalten recht , da sie alles so hingedreht haben wie sie es brauchen um dem einzelnen Menschen immer was entgegenzuhalten können.<<<Ein in sich meisterhaft getarntes , menschenfeindliches System........nur die Wenigsten scheinen das zu erkennen.
 

paul20dd

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@ Zerch

Wenn Menschen keinen Arbeitsplatz haben heisst das noch lange nicht , dass sie mit sich selbst nichts mehr anfangen können und auf der faulen Haut liegenbleiben.

Das hat zwar, soweit ich das sehe, niemand behauptet, und gebe dir trotzdem recht.

ausser ihre selbstbestimmte Arbeit ist Systemkonform und somit kontrolliert...Sie haben den Menschen genau da wo sie ihn haben wollen...da sie alles so hingedreht haben wie sie es brauchen um dem einzelnen Menschen immer was entgegenzuhalten können.<<<Ein in sich meisterhaft getarntes , menschenfeindliches System.

Hmm, wen meinst du denn damit ? Den erlauchten Kreis...das Establishment... Ich sehe das etwas differenzierter. Wenn es jemand gibt der fuer dieses System Verantwortlich ist dann sind es wir alle...denke ich.
Das trifft aber wahrscheinlich nicht ganz fuer Wirtschaftliche Faktoren zu, weil es dort immer einen Kreis von Beratern gibt die sich an den Strickmustern der fuehrenden Industrie orientieren die, soweit ich das sehe in ihrem eigenem System gefangen ist. Mann kann schlecht "Nachhaltige" Wirtschaft in einem Kongurenzsystem entwickeln, was ja die freie Marktwirtschaft auszeichnet.

Mir geht es eigentlich darum: Fortschritt (biologische Selbstoptimierung, Anpassung an die Umgebung, Entwickeln von Sozialen Struckturen) praegt doch auf gewisse Weise den Menschen, Unterscheidet uns aber keines wegs von Tieren die das gleiche machen. Was uns von Tieren Unterscheidet ist doch eigentlich nur die Geschwindigkeit (wahrscheinlich aufgrund der Gehirnmasse des Menschen) was uns Unterscheidet, und das Tiere noch in der Natur leben und von ihr Abhaengig sind, wenn sie nich im Zoo leben oder gar schon in Grossstaedte vorgedrungen sind. Der Mensch aber lebt ja zu einem nicht unbedeutenen Teil in seiner eigenen Plastikwelt, vor Computern, wie ich gerade :), Tanztempeln mit 5KW Musikmaschienen usw. . Und wie soll das erst werden wenn wir den "Eine Welt Staat haben" mit mehr als 6 Milliarden Menschen. Wir sind ja gerade auf dem Weg dorthin. Wenn der letzte sozialistisch gepreagte Staat die Bilder von Marx von der Wand nimmt und stattdessen ein Boersenbarometer aufhaengt. Aber irgendwann werden wir nicht immer billiger und noch weiter nach Osten Produzieren lassen koennen weil die ihr System an unseres Anpassen werden und wir irgendwann wieder im Westen ankommen....
 

lacrime_mundi

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Du hast ja so recht Zerch, nur die Menschen wollen es gar nicht anders.
Die meisten Menschen sind unfähig, ihre Freiheit zu ihrem und zum Wohl der Menscheit auszuleben. Nur zu gerne folgen sie wie Schafe demjenigen, der am lautesten blökt, lügt und vertuscht. Sie wollen nicht die Wahrheit, sondern die Aufrechterhaltung ihrer Scheinwelten.
Und dies wird von den Mächtigen, den Institutionen, Religionen und Geheimbünden weidlich ausgenutzt. Schau dir nur die Geschichte an, und du wirst wissen was ich meine. Lug und Trug wo du hinschaust.

Diejenigen einsamen Rufer in der Wüste werden entweder lächerlich gemacht, gesellschaftlich/finanziell ruiniert oder Schlimmeres.
Ja, das liebe Geld ist der Dominator der Welt - aufgrund eines untauglichen Zinssystem, das zum Untergang führt, wenn es nicht geändert wird.

Jeder muß für sich selbst zu dieser Erkenntnis kommen und seine Ansichten anpassen und entsprechend handeln, sonst wird es so weiter gehen bis zum Kollaps und dann fängt es wieder von vorn an.
Ein weiteres Problem ist, dass schon unserer Kinder in den Schulen indoktriniert werden, zu systemkonformen Arbeitsbienen reduziert werden, um schließlich voll integriert zu sein. Ein paar fallen durch den Rost, aber wen juckt das schon...

All in all you´re just another brick in the wall...

lacrime_mundi
 

arius

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lacrime_mundi schrieb:
Die meisten Menschen sind unfähig, ihre Freiheit zu ihrem und zum Wohl der Menscheit auszuleben. Nur zu gerne folgen sie wie Schafe demjenigen, der am lautesten blökt, lügt und vertuscht. Sie wollen nicht die Wahrheit, sondern die Aufrechterhaltung ihrer Scheinwelten.
Und dies wird von den Mächtigen, den Institutionen, Religionen und Geheimbünden weidlich ausgenutzt. Schau dir nur die Geschichte an, und du wirst wissen was ich meine. Lug und Trug wo du hinschaust.
Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass wir ja erst am Beginn des Aufstieges stehen, noch keine 2000 Jahre seit der Erlösung. Dass die Macht des Herrschers der Welt immer noch so gross ist, ist auf die immer noch viel zu leicht beeinflussbare Mehrheit der Bevölkerung zurückzuführen.

Am Beispiel von Henry Dunant kann man sehen, wie wahrhaft humanitäre Leistungen nur wegen Machthungers eines Gegners versucht wurden abzusprechen. Schliesslich dank eines Journalisten wurde seine Leistung anerkannt und er wurde mit dem ersten Friedensnovelpreis 1901 ausgezeichnet.

Dass sich ein solcher Aufwand lohnt und die Tatsache, auch schwere Rückschläge wie den Ruin seines Projekts in Afrika ihn nicht verzweifeln ließen und er dann zurückgezogen von Genf im Appenzeller Land seinen Lebensabend verbrachte.
mehr im Mueseion 2000 Jahrgang 2001 Heft6: Henry Dunant – Wegbereiter der Menschlichkeit
und "Solferino - Ein Kriegsbericht macht Weltgeschichte" im selben Heft.
Gruss Arius
 

racingrudi

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@arius
arius schrieb:
mehr im Mueseion 2000 Jahrgang 2001 Heft6
du kriegst doch provision dafür, oder?

@zerch
ich muss paul20dd beipflichten: wen meinst du mit "sie"?

@lacrime
alles schöne vorschläge, nur leider relativ unpraktikabel. das würde die kostensituation der unternehmen nur erhöhen und wäre deshalb kontraproduktiv. vielmehr sollten rahmenbedingungen geschaffen werden, um aus der freigesetzten menge an arbeitskräften diese von dir so genannten "ersatzarbeitsplätze" zu entwickeln. es gibt ja durchaus diese jungen, aufstrebenden unternehmen, die halt nicht jeden tag in der presse erscheinen. die ganze vergnügungsindustrie hat sich dereinst auch erst aus den neuen begebenheiten entwickelt.
irgendwo muss ich auch immer heftig schlucken, wenn wieder neue jobstreichungen veröffentlicht werden. nur leider sehe ich keine lösung, wie man denn die unternehmen auf sinnvolle art und weise zum erhalt dieser arbeitsplätze zwingen soll. wie sollen die leute dann eingesetzt werden? als türsteher? blumenpflücker? nasenbohrer? im kleinen: schreiner A hat gut aufträge, stellt deshalb einen erfüllungsgehilfen ein. die auftragslage flacht ab, er entlässt ihn wieder. am thema: eine neu angeschaffte maschine erledigt einen großteil der schreinerarbeit und ersetzt den erfüllungsgehilfen. er wird entlassen. im kleinen klingt das irgendwie unspektakulär.

jeder ist seines glückes schmied.

ich hätte aber gerne eine art "soziale gewinnbeteiligung" für die gemeinschaft. vielleicht kriegt man's ja irgendwie hin, die unter anderem durch die rationalisierungsmaßnahmen steigenden gewinne mit etwas nachdruck anzuzapfen und so die bildung von "ersatzarbeitsplätzen" zumindest finanziell, vielleicht auch ideell durch patenschaftsmodelle o.ä. zu fördern. irgendwie so.

@liberaler
entdeckst du ein stück weit erkenntnis? (zu einem "liberalen" mutiere ich aber dennoch bei weitem nicht) :wink:
 

lacrime_mundi

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@racinrudi

Ich denke du vereinfachst hier zu sehr. Geh doch mal in die Tiefe! Sollen die Unternehmen weiterhin ihre "überflüssigen" Mitarbeiter auf Kosten des Staates loswerden können? Ich denke, dass sie dafür bezahlen müssen.
Vielleicht läßt sie das doch eher über Alternativen nachdenken.
Ist doch klar, wenn der einfachste Weg der ist, Leute zu entlassen, werden sie es tun, ohne groß nach Alternativen zu suchen.

Ja, eine angemessene Maschinensteuer erhöht doch die Kosten nicht! Sie sparen doch die Kosten für die entlassenen Leute! Ebenso habe ich auch geschrieben, dass die Maschinenlaufzeiten erhöht werden sollen, sodass sich die teuren Maschinen besser rentieren.

Ferner ist doch auch klar, dass die Leute als Arbeitslose weniger konsumieren können und der Unternehmer hier auf dem Binnenmarkt nicht soviel verkaufen kann. Wir haben doch das Dilemma mit der zu geringen Nachfrage auf dem Binnenmarkt.
Und wenn der Unternehmer seine Produkte verkaufen kann, so wird er keine Leute so schnell entlassen und vielleicht sogar welche einstellen.

lacrime_mundi
 

racingrudi

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@lacrime

sicher war es ein seeeehr stark vereinfachtes grenzwertiges beispiel. welche wahl bleibt denn den unternehmen? weiterhin die "überflüssigen" mitarbeiter "irgendwie" einsetzen? man muss von glück sagen, dass noch nicht alle arbeitgeber (u. a. der staat selber) sämtliche luftblasen ausgedrückt haben. die versteckte arbeitslosigkeit ist verdammt hoch ... sprich: die unternehmen beherbegen jetzt schon eine ordentliche zahl an arbeitnehmern, die sie eigentlich nicht bräuchte. das betätigungsfeld von mckinsey und konsorten ist annähernd unerschöpflich ... (die damit boomen und somit zu verstärkten nachfragern an arbeitskraft werden :wink: )

lacrime_mundi schrieb:
Sollen die Unternehmen weiterhin ihre "überflüssigen" Mitarbeiter auf Kosten des Staates loswerden können? Ich denke, dass sie dafür bezahlen müssen.
man kann den spieß auch umdrehen: unternehmen haben vorher mitglieder der "großfamilie" in lohn und brot gehalten, ohne dass es ihre verpflichtung war. irgendwann ist die liaison halt beendet.

das mit dem "bezahlen müssen" sehe ich zwar ähnlich, aber ich würde es einfach am gewinn festmachen. ein unternehmen, das leute entlässt, weil es sich sonst nicht mehr über wasser halten kann, kann man nicht noch zusätzlich mit zwangsabgaben eindecken. unternehmen mit ordentlichen gewinnen könnte man schon an die wäsche gehen, und zwar nach feststellung des jahresabschlusses, wenn es darum geht, den gewinn zu verwenden.

lacrime_mundi schrieb:
Vielleicht läßt sie das doch eher über Alternativen nachdenken.
tjo, die alternativen liegen außerhalb der arbeitskraft abgebenden unternehmen. jedes modell, das unternehmen zwingt, irgendwie künstlich arbeitsplätze zu erfinden, ist in meinen augen ziemlich schwachsinnig. dann könnte man's gleich so lassen, wie's ist. für die aufrechterhaltung des produktionsablaufs benötigt ein unternehmen X mitarbeiter. so ist die rechnung. es ist für großunternehmen schon schwierig genug, den personalbedarf X festzustellen. wenn dann noch seltsame konstellationen hinzukommen würden wäre das ... ABM.

ich sehe schon auch, dass unternehmen eine gewisse verantwortung gegenüber staat und gesellschaft haben, schließlich ziehen sie einen existenziellen nutzen daraus: grund und boden, infrastruktur, know how, um nur wenige punkte zu nennen. entweder man beteiligt sie nun direkt und unmittelbar am aufwand (bildung: sponsoring oder zwangsabgaben; infrastruktur: firmen bauen ihre zugangswege selber; grund und boden: firmen beteiligen sich an flurbereinigungen/an erschließung von ausgleichsflächen/an erschließung des gewerbegebiets). dennoch wird es nicht gelingen, die firmen dazu zu zwingen, leute zum sprichwörtlichen nasenbohren einzustellen.

Ja, eine angemessene Maschinensteuer erhöht doch die Kosten nicht! Sie sparen doch die Kosten für die entlassenen Leute!
ich hätte so was ähnliches gern nach ermittlung des jahresüberschusses (siehe oben).

Ebenso habe ich auch geschrieben, dass die Maschinenlaufzeiten erhöht werden sollen, sodass sich die teuren Maschinen besser rentieren.
jetzt vereinfachst aber du :wink: maschinen laufen dann rentabel, wenn sie mehr zaster abwerfen und somit eine höhere verzinsung erzielen als sie unternehmen im freien finanzmarkt erzielen könnten. einer ausweitung der maschinenlaufzeiten folgt eine erhöhung der produktion. sprich: mehr produkte müssen umgesetzt werden, um die rentabilität entsprechend zu erhöhen. in gesättigten märkten geht das immer einher mit verdrängung. die konkurrenz wird deshalb federn lassen und ... tirili ... arbeitnehmer entlassen müssen ... verlagerung des problems. im endeffekt hat man immer arbeitslose, die bei adäquater bildung/bei ensprechender förderung das zeug haben sollten, selbst was anzuleiern. nischen gibt es immer und überall. je größer die unternehmen werden, desto spezialisierter werden sie. am rand gibt's an sich genügend spielraum für existenzgründer. staatliche eintrittshürden, so vorhanden, sollten so gering wie möglich gehalten werden.

Ferner ist doch auch klar, dass die Leute als Arbeitslose weniger konsumieren können und der Unternehmer hier auf dem Binnenmarkt nicht soviel verkaufen kann. Wir haben doch das Dilemma mit der zu geringen Nachfrage auf dem Binnenmarkt.
Und wenn der Unternehmer seine Produkte verkaufen kann, so wird er keine Leute so schnell entlassen und vielleicht sogar welche einstellen.
lassen wir uns mal überraschen, was die staatsbosse in sachen grundeinkommen einfallen lassen ...


gruß
ein bruder im geiste :wink:
rg
 

paul20dd

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Interessante Ansichten erstmal... :)

Aber hat der Staat jetzt, und wie soll das erst in 50 Jahren aussehen, noch die Authoritaet gewisse Regeln festzulegen ? Die Grenzen zwischen Wirtschaftslobby (tut mir leid wenn dem Namen Lobby was negatives anhaftet) und Staat sind doch schon so verwaschen das ich eher eine Einflussnahme von Wirtschaftsvertretern auf Politiker sehe als andersrum, siehe Schroeder und McKinsey.

"Berlin, den 17. Dezember 2004 Anlässlich der aktuellen Presseberichte über die Bezahlung des CDU-Politikers Laurenz Meyer durch den Energie- und Atomkonzern RWE weist die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW darauf hin, dass die Bezahlung von Politikern und Parteien durch Großkonzerne systematisch erfolgt. Die Organisation erinnert an die nach dem Flick-Parteispendenskandal legalisierten Großspenden."

"Im Jahr 2002 spendete der zu Daimler-Chrysler gehörende Rüstungskonzern EADS der SPD 26.000 Euro und der CDU 18.000 Euro. EADS-Großaktionär DaimlerChrysler half mit gut 211.000 für die SPD und mit 150.000 Euro für die CDU nach. EADS erhält umgekehrt vom deutschen Staat Rüstungsaufträge in Milliardenhöhe."

"Auch der Panzerhersteller Rheinmetall De Tec AG gehört zu den spendierfreudigen Unternehmen. Die SPD erhielt 20.000 Euro und die CDU 17.000 Euro. Rheinmetall stattet die Bundeswehr gemeinsam mit Krauss-Maffei Wegmann mit dem Kampfpanzer „Leopard“ aus. Ein Milliardengeschäft gegenüber dem sich die jährlichen Spenden wie Peanuts ausnehmen. "

"Beispiel Energie- und Atomwirtschaft: Der Versicherungskonzern Allianz, Großaktionär der AKW-Betreiber RWE und E.ON überwies 125.000 Euro an die SPD und ebenfalls 125.000 Euro an die CDU. Die ebenfalls bei RWE und E.ON beteiligte Deutsche Bank spendete der CDU im gleichen Jahr gut 260.000 Euro. "

Das man fuehr solche Spenden, auch wenn es eine SPENDE ist, gewisse Gegenleistung erwartet muss nicht sein, ist aber keinesfalls ausgeschlossen!

Mann koennte das endlos weiterfuehren aber das lass ich mal sein.
 

arius

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racingrundi, die vorherige Antwort war für lacrime-Mundi bestimmt und auf seine Bemerkung bezogen: Sicher gibt es noch genug andere Beispiele, wo im Zuge von materieller Gier Tatsachen verdreht und zum eigenen Vorteil Fälschungen erschlichen werden, aber der erste Friedensnobelpreisträger und Gründer des CVJM und Roten Kreuzes ist eben jedem ein leuchtendes Vorbild, mit dem er was anfangen kann.

Es wäre eben gut, wenn nicht nur wenige Menschen wie z.B. er und Albert Schweitzer soviel geistigen Gewinn in ihrem Leben erreicht hätten! Man muss sich im Kleinen bemühen, um größeres zu vollbringen.
Gruss Arius

lacrime_mundi schrieb:
Die meisten Menschen sind unfähig, ihre Freiheit zu ihrem und zum Wohl der Menscheit auszuleben. Nur zu gerne folgen sie wie Schafe demjenigen, der am lautesten blökt, lügt und vertuscht. Sie wollen nicht die Wahrheit, sondern die Aufrechterhaltung ihrer Scheinwelten.
Und dies wird von den Mächtigen, den Institutionen, Religionen und Geheimbünden weidlich ausgenutzt. Schau dir nur die Geschichte an, und du wirst wissen was ich meine. Lug und Trug wo du hinschaust.
Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass wir ja erst am Beginn des Aufstieges stehen, noch keine 2000 Jahre seit der Erlösung. Dass die Macht des Herrschers der Welt immer noch so gross ist, ist auf die immer noch viel zu leicht beeinflussbare Mehrheit der Bevölkerung zurückzuführen.

Am Beispiel von Henry Dunant kann man sehen, wie wahrhaft humanitäre Leistungen nur wegen Machthungers eines Gegners versucht wurden abzusprechen. Schliesslich dank eines Journalisten wurde seine Leistung anerkannt und er wurde mit dem ersten Friedensnovelpreis 1901 ausgezeichnet.

Dass sich ein solcher Aufwand lohnt und die Tatsache, auch schwere Rückschläge wie den Ruin seines Projekts in Afrika ihn nicht verzweifeln ließen und er dann zurückgezogen von Genf im Appenzeller Land seinen Lebensabend verbrachte.
mehr im Mueseion 2000 Jahrgang 2001 Heft6: Henry Dunant – Wegbereiter der Menschlichkeit
und "Solferino - Ein Kriegsbericht macht Weltgeschichte" im selben Heft.
Gruss Arius
 

agentP

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Ferner ist doch auch klar, dass die Leute als Arbeitslose weniger konsumieren können und der Unternehmer hier auf dem Binnenmarkt nicht soviel verkaufen kann. Wir haben doch das Dilemma mit der zu geringen Nachfrage auf dem Binnenmarkt.
Und wenn der Unternehmer seine Produkte verkaufen kann, so wird er keine Leute so schnell entlassen und vielleicht sogar welche einstellen.
Also soll der Unternehmer dem Arbeitnehmer Geld geben, damit der seine Produkte kaufen kann und dann wird alles gut? Klasse. Du hast das wirtschaftliche Perpetuum Mobile erfunden.

Sollen die Unternehmen weiterhin ihre "überflüssigen" Mitarbeiter auf Kosten des Staates loswerden können? Ich denke, dass sie dafür bezahlen müssen.
Warum denn bitte auf Kosten des Staates? Mein Arbeitgeber zahlt für mich genausoviel Arbeitslosenversicherungsbeitrag wie ich, das heisst, das Geld, das ich bekomme, wenn ich gekündigt werde stammt doch ohnehin schon zur Hälfte vom Unternehmer. Warum sollte er denn dann nochmal zahlen?
 

DrJones

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Firmen sollten finde ich keine Maschinensteuer zahlen oder
irgendwie dafür bluten das der technische Fortschritt menschliche
Arbeitskraft überflüssig macht.

Wenn ich das Thema hier so beobachte geht es doch darum das wir
uns ein Utopia ausdenken. Eine funktionierende Gesellschaft
die von der Arbeit befreit ist.

Meiner Meinung nach ist der Mesch für sowas nicht geschaffen.
Das gilt vielleicht nicht für alle, ich wüsste denke ich schon
genügend geistreiche Dinge die ich tun würde.
Allerdings gibts auch viele die einfach nur versiffen würden.
(Das sieht man denke ich exemplarisch an den Arbeitslosen
die uns in Boulevardsendungen vorgeführt werden).
Wenn aber nichts mehr gearbeitet würde, würde aber auch der
technische Fortschritt zum erliegen kommen.
Vielleicht müssten nur noch Wissenschafftler, Entwickler und Ingenieure arbeiten. Und natürlich Ärzte.
Grübel grübel.
 

Ein_Liberaler

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Wenn florierende Unternehmen nach einer Rationalisierung niemanden entlassen dürften, wo sollen dann neue Unternehmen ihre Mitarbeiter hernehmen? (Davon abgesehen, daß Unternehmen mit zig überflüssigen Angestellten nicht mehr lange florieren würden. Seien wir ehrlich, das Unternehmen mit den überflüsssigen Mitarbeitern wäre einer neuauftretenden Konkurrenz, die gleich mit mehr Kapital und weniger Arbeit anfängt, nicht gewachsen. Nach ein paar Jahren würde es die Verluste machen, die als Voraussetzung für Entlassungen verlangt werden.)

Warum denn bitte auf Kosten des Staates? Mein Arbeitgeber zahlt für mich genausoviel Arbeitslosenversicherungsbeitrag wie ich, das heisst, das Geld, das ich bekomme, wenn ich gekündigt werde stammt doch ohnehin schon zur Hälfte vom Unternehmer. Warum sollte er denn dann nochmal zahlen?

In einer funktionierenden Volkswirtschaft würden die Entlassenen anderswo Arbeit finden. Das wird in Europa mit einigem Geschick verhindert. (Steuern auf Arbeit, Subventionen für Nichtarbeit, allgemein hohes Steuerniveau.)
 
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