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Die Milch-Lüge

Dieses Thema im Forum "Medizin" wurde erstellt von vonderOder, 1. August 2012.

  1. vonderOder

    vonderOder Ehrenmitglied

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    Registriert seit:
    24. November 2004
    Ort:
    im Osten von Deutschland
    Die Milch ist wohl gesund, aber...

    http://www.youtube.com/watch?v=oa9mD7RBFzI

    Die Milch-Lüge
    Kaum ein Produkt hat ein besseres Image. Doch mittlerweile mehren sich die kritischen Stimmen. Die Milch steht unter Verdacht, Krankheiten wie Neurodermitis, Asthma oder Diabetes auszulösen. Außerdem ist Milch als Grundnahrungsmittel, insbesondere für Erwachsene, unter Wissenschaftlern nicht unumstritten. Die einen behaupten, ohne Milch fehle dem Menschen ein wichtiger Kalziumlieferant, andere warnen vor möglichen Nebenwirkungen und Folgeschäden.

    der Beitrag "Die Milch-Lüge" wurde am 30.07.2012 im NDR gezeigt.

    nach Kritik von erik überarbeitet
     
  2. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister

    Beiträge:
    704
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    nicht so sehr für den Menschen. Man liest ja immer wieder mal, der Mensch sei ein Omnivore, weil er fast alles Ess- und Trinkbare zu sich nehmen kann, aber ich nehme an, diese Fähigkeit ist eher für's Überleben gedacht, um in Zeiten knapper Nahrungsmittel nicht sterben zu müssen. Der heutige im Westen mögliche Lebensstil taugt eher durch Falschernährung dauerhaft krank zu machen. (Ich bin mir nicht sicher, ob ich es bereits irgendwo auf ask1 erwähnt habe, aber ich frage mich, ob nicht manche psychische Störung durch falsche Essgewohnheiten ausgelöst wird. In dem Zusammenhang offtopic: Oder ob vermeintliche seelische Schmerzen nicht in Wahrheit falsch wahrgenommene Körperschmerzen sind. Kann eine eventuell existierende Seele überhaupt schmerzen?)
     
  3. erik

    erik Erleuchteter

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    1.561
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    Westpol
    Ich finde es ein echter Armutszeugnis (auch in anderen Foren zu beobachten) wenn die Leute nur noch meinen, einen YT Link hinzuklatschen und damit irgendeinen Diskussionsbeitrag geleistet zu haben.

    Insbesondere wenn es um die Eröffnung eines Threds geht. Ich habe keine Lust, mir solche Filmchen anzusehen, wenn ich nicht weiß, worum es gehen soll.

    Ich erwarte vom Diskussionseröffner, dass er wenigstens die Kernthesen zusammenfaßt und seine eigene Meinung dazu hinschreibt.

    Ansonsten ist eine Diskussion total überflüssig

    Milch ist ein wichtiger Lieferant für Eiweiß, Calcium und andere Mineralien.
    Wir haben im Lauf der Evolution extra ein Enzym entwickelt, dass es uns erlaubt, das Milcheiweiß zu verarbeiten. Dafür wird es schon einen Grund gegeben haben.
     
  4. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister

    Beiträge:
    704
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    Der Grund könnte sein, dass Menschen irgendwann angefangen haben, Tiermilch zu trinken und dass die Entwicklung eines Enzym's ein Anpassungsprozess gewesen ist.

    Tja, die Menge macht's wohl .. für diejenigen, die nicht allergisch auf Milch-Eiweiß reagieren z.B. Mir würde für die Aufnahme von Mineralstoffen Mineralwasser besser geeignet erscheinen als Milch. Wasser verstopft auch nicht, wenn man mehr als einen halben Liter auf einmal trinkt. (Zumindest kann ich nicht mehr als einen halben Liter Milch auf einmal trinken ohne dass sich mein Gesundheitszustand verschlimmert. Mit Wasser hatte ich noch nie Probleme.)
     
  5. Goatboy

    Goatboy Erleuchteter

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    Registriert seit:
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    Da wird in einem Thread seitenlang über Neuroenhancer herumgejammert und wie sie uns doch alle zu gefühllosen Zombierobotern aus dem Weltall machen würden, bemängelt, dass uns unsere menschlichen Schwächen nicht zugestanden würden und es nur noch auf Optimierung ankäme, und woanders wird dann ein Grundnahrungsmittel bis aufs letzte Molekül auf seine Wirkung überprüft und analysiert, ob man damit zehn Minuten länger oder kürzer lebt und pro Jahr zwei Stuhlgänge mehr oder weniger hat. Manchmal glaube ich, den Menschen in unserer überhetzten, stressdurchsetzten und gnadenlosen Zeit ist einfach langweilig.
     
  6. POW

    POW Großmeister

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    @ goatboy: "gefällt-mir"

    Ich selber habe mal irgendwo aufgeschnappt, dass der Mensch, das einzige Lebewesen auf der Erde ist, dass auch weit nach seiner Geburt noch Milch, bzw. Milchprodukte zu sich nimmt. Vielleicht ist doch so ein klitzekleines bisschen was dran ?!
     
  7. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    München
    Och, erwachsene Katzen schlabbern auch gern Milch, wenn man sie ihnen hinstellt. Auch wenn sie - aus ähnlichen Gründen wie bei manchen Menschen - unverdünnte Milch nicht so gut vertragen.

    Im Zusammenhang mit "gesunder Ernährung", und als einer, der das mittlerweile seit Jahrzehnten, u.a. berufsbedingt beobachtet, finde ich ein paar Dinge besonders bemerkenswert:

    1. Alle paar Jahre wird uns was "neues" erzählt, oft völlig konträr zu früheren "wissenschaftlichen Erkenntnissen". In paar Jahren wird es wieder die gegenteilige Meinung geben.

    2. Buchstäblich jeder hat zu diesem Thema was zu sagen. Un- und Halbwissen wird bis aufs Messer verteidigt. In Diskussionen akzeptiert ein Heimwerker einen Handwerker als Experten; ein (Diät-)Koch wird dennoch nicht als Fachmann akzeptiert, ein jeder weiss es besser.

    3. Kaum ein Bereich wird in den Medien in diesem Maße durch gezielte Lobbyarbeit gesteuert.

    In diesem Zusammenhang möchte ich hier einmal ein mittelalterliches Kochbuch zitieren:

    "Erkenne Deine Natur, dann weisst Du auch, was gegen Deine Natur ist. Dementsprechend bereite Dein Essen zu."

    (Anmerkung: Mit "Natur" ist hier ein spezieller Begriff im Zusammenhang mit der Temporallehre gemeint. Im weiteren Sinne lässt er sich aber auch synonym im Allgemeinen verstehen)

    Auch der Genuss ist in meinen Augen ein nicht zu unterschätzender Faktor einer gesunden Lebensweise. Wer sich immer jeden Genuss zugunster einer "gesunden" Lebensweise verkneift, der wird auch nicht alt und stirbt an Magen- oder Kopfkrebs. :geifer:
    So mancher fiese Stinker unter den Käsen hat eine jahrhunderte- oder gar jahrtausendelange Tradition. Sollen wir uns jetzt auch noch von irgendwelchen selbsternannten Wichtigtuern diese Genüsse madig machen lassen, nur damit die eine Existenzberechtigung haben ? Nur, damit sie uns nächstes Jahr das völlige Gegenteil erzählen - weil sie nun ein anderer bezahlt ?
     
  8. agentP

    agentP Forenlegende

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    Vielleicht weil der Mensch das einzige Lebewesen ist, das eine Kuh oder Ziege melken kann? Ich bezweifle, dass viele Lebewesen ein derartig nährstoffreiches Nahrungsmittel links liegen lassen würden wenn es für sie verfügbar wäre. (siehe Giacomos Katzenbeispiel)
     
  9. haruc

    haruc Ehrenmitglied

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    Achgott, Milch ist jetzt (wieder mal) 'ungesund'.. also keine Milchprodukte. Von Fleisch, Hülsenfrüchten und manchen Gemüsen kriegt man Gicht.. Also auch das nicht. Ausserdem kann manches Fleisch Magenkrebs verursachen.
    Obst enthält unheimlich viel Zucker, der die Zähne angreift und dick macht.

    Bleibt eigentlich ausser Kartoffeln und Salat nix übrig. Salat ist aber im besten Fall in etwa so 'wertvoll' wie Klopapier, also Erdknollen. Und die sind dann meist noch mit irgendwelchen Umweltgiften belastet...

    Man findet bei jedem Lebensmittel irgendwas, was dafür spricht, dieses Lebensmittel nicht zu konsumieren. Soll man jetzt deswegen mit dem Essen aufhören, um sich nicht zu schädigen? Da stirbt man doch vorher..

    Aprospos Gicht: Milchprodukte sind die einzigen schmackhaften Lebensmittel, bei deren Verzehr ich nicht das Risiko eingehe, einen schrecklichen Gichtanfall zu bekommen. Die einzige Alternative wären etwa 5 Kilo Gemüse pro Tag... keine tolle Alternative.
     
  10. Helika

    Helika Meister

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    Ich gehe davon aus, dass auch Raubtiere nicht halt vor gefüllten Milchzitzen einer Gazelle oder eines Wildrinds machen. Käse wurde von unseren Vorfahren ja auch zufällig im Magen von Kälbern "entdeckt".


    Im übrigen könnte Homogenisierung und andere "moderne" Verarbeitungsmethoden der Milch ein Grund sein, wieso aktuell die Lactose-Intoleranz so um sich greift*. Wissenschaftliche Beweise dafür hab ich nicht, aber ich beobachte es kritisch, wenn mit einem Naturprodukt so umgegangen wird und dann hinterher gemosert wird, dass das Naturprodukt auf einmal nicht mehr so natürlich und verträglich ist...


    *Antibiotika stehen auch im Verdacht, die LI zu fördern...
     
  11. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister

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    Ich behaupte jetzt einfach mal, ebenfalls ohne Beweise, dass dieses auch für andere Nahrungsmittel gilt. Ich finde es auffällig, dass ich mit Ausnahme von Obst und Gemüse kein Sättigungsgefühl erfahre, sondern eher voll bis obenhin bin und nicht mehr weiteressen kann. Gleichzeitig zieht es mich aber trotz der Erfahrung, dass Obst und Gemüse sättigen und andere Nahrungsmittel nicht, zu diesen anderen Nahrungsmitteln eher hin, als zu Obst und Gemüse.
     
  12. haruc

    haruc Ehrenmitglied

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    Also meiner Erfahrung nach sättigen Fleisch und Milchprodukte durchaus. Obst hingegen macht mich nur für wenige Minuten satt, danach hab ich schrecklichen Heißhunger. Das liegt aber am hohen Zuckergehalt von Obst, der meinen Insulinspiegel Achterbahn fahren lässt. Deswegen (und weil Obst mir nicht schmeckt) meide ich Obst und ess stattdessen Gemüse. Besonders gerne Lauch, Kohl und Wurzelgemüse aller Art. So Sachen wie Nudeln und weiterverarbeitete Kartoffeln vermeide ich generell, weil das unglaublich schnell unglaublich dick macht und kaum Sättigungswert hat.
     
  13. agentP

    agentP Forenlegende

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    Wen´s interessiert: Ich habe neulich im privaten Umfeld diese Diskussion gehabt und mal ein bisserl gewühlt.
    Die meisten milchkritischen Autoren und Seiten verweisen irgendwann auf diesen Artikel:

    http://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/calcium-full-story/#calcium-from-milk

    Wenn man den allerdings aufmerksam durchliest, dann spricht er sich keineswegs dafür aus, auf Milch völlig zu verzichten.
    Es gibt in erster Linie Bedenken, wegen der Hormonbelastung in Milch und bestimmten Krebsarten, allerdings sollte man dazu wissen, dass die Mast von Milchkühen mit Hormonen und Antibiotika in der EU im Gegensatz zu den USA verboten ist.
    Insofern ist fraglich, ob sich dieser Einwand gegen Milch überhaupt 1:1 übertragen lässt.


    Es gibt zumindest andere Studien, die in Bezug auf den allgemeinen Wert von Milch eine ganz andere Sprache sprechen z.B.

    The Survival Advantage of Milk and Dairy Consumption: an Overview of Evidence from Cohort Studies of Vascular Diseases, Diabetes and Cancer
    oder
    Childhood milk consumption is associated with better physical performance in old age

    Die letztere finde ich besonders interessant, weil hier -soweit ich das verstehe- unter anderem eine prospektive Langzeitstudie mit 65 (!) Jahren Laufzeit herangezogen wurde.

    Die Sachlage ist also keineswegs klar und was mich ehrlich gesagt auch schon wieder nervt ist, dass die Spuren beim Suchen einen immer wieder bei PETA, mitlitanten Veganern, dubiosen Gesundheitsexperten landen lässt.

    Wäre ich übrigens ebenfalls daran interessiert Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen, würde ich womöglich auf die Idee zu kommen, wer sich unter den Sponsoren der hsph so befindet, wo doch in dem Artikel so nett "Big Pharma"-Medikamente als Alternative zur Osteoporose-Prophylaxe aufgezählt werden. ;-)

    Mein Favorit:
    Wer alle Schwachsinnigkeiten in diesem Testaufbau findet, darf sie behalten. ;-)
     
  14. Simple Man

    Simple Man Forenlegende

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    Momentan scheinbar Schilda ...
    Das ist ja reinstes Gold ... :lol:
     
  15. agentP

    agentP Forenlegende

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    Jepp! Fehlt eigentlich nur noch: "Und denken sie dabei auf keinen Fall an rosa Elefanten!"
     
  16. Helika

    Helika Meister

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    Apropos Osteoporose-Prophylaxe:

    Es hilft vermutlich schon, wenn man den Konsum von Cola in beschränkten Maßen hält. Die Phosphorsäure aus der Cola bindet Calczium und zieht das auch aus den Knochen.

    Abgesehen davon die Säure und der Zucker auch die Zähne angreift... >.>
     
  17. InsularMind

    InsularMind Erleuchteter

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    Langsam nervt es etwas, dass fast jedes Lebensmittel in irgend einer Weise gleichzeitig gesund und ungesund ist, andererseits muss man damit zu einem gewissen Grad doch rechnen, wenn man auf unserem naturverschoben verunreinigten Planeten lebt. Irgendwie scheinen sich diese Ansichten-Sammlungen immer von einem Extrem zum anderen zu verschieben. Erst ist die Milch supergesund und förderlich, unverzichtbar, elementarer Bestandteil unserer Ernährung, und dann verursacht sie plötzlich ungemein fürchterliches Zeugs. Ich glaube, das kommt immer drauf an, wie viel man wovon konsumiert, und wie's verarbeitet ist.

    Ich kenne Leute, die ihr Leben lang Milch trinken, und keinen Diabetes oder sonstwas Beeinträchtigendes ausgebildet haben. Haben demnach wohl bloß Glück gehabt.

    Man müsste, um da was Konkretes im Bezug zu Relevanzen bei krankmachenden Tendenzen festzustellen, wirklich was wie Langzeit-Vergleiche zwischen Volksgruppen haben, die Milch verzehren, und solchen, die sie weglassen.
     
  18. haruc

    haruc Ehrenmitglied

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    Nja man findet bei allem halt auch eine Schattenseite. Die freien Radikale des Sauerstoffs zerstören Erbgutsequenzen und verursachen damit Krebs. Sauerstoff ist in Luft drin. Folge: Luft wäre ohne Sauerstoff viel gesünder.

    Milch hat den netten Vorteil, dass sie dem Menschen hochwertige Nährstoffe (verschiedene Fette, Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe) verfügbar macht, obwohl man auf der "Input"-Seite für den Menschen ernährungstechnisch nutzloses Zeug (Heu, Gras usw) rein "tut". Natürlich hat die industrielle Milcherzeugnung das ganze pervertiert... aber da muss man als Kunde ja nicht mitmachen.

    Ändert aber nix daran, dass es außer Laktoseintoleranz keinen vernünftigen Grund gibt, Milch und Milchprodukte aus der Ernährung zu verbannen.

    Mit dem Argument "Menschen sind nicht dafür gemacht" könnte man auch jede Menge Gemüse, Frischfleisch, Fisch, und praktisch alles, was auf Getreide basiert aus dem Speiseplan streichen.
    Fakt ist nunmal dass sich durch Kulturtechniken im Laufe der letzten paar hunderttausend Jahre unser Speiseplan so dermaßen erweitert hat, dass es heutzutage wenig sinnvoll ist, den Ur-Speiseplan unserer Vorfahren von vor 500.000 Jahren nachzuahmen.