Die Deutsche Demokratische Republik objektiv gesehen

Artaxerxes

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agentP schrieb:
Ich kenne aber - zum Vergleich - auch den hiesigen Kohlenpott der 50er/60er Jahre. Der konnte - in dieser Beziehung - ohne weiteres mit dem Bitterfeld vor der Wende konkurrieren.
Aber genau weil 40 Jahre dazwischen liegen kann man es doch eben nicht vergleichen.

Die Basis - nach dem Krieg - war ziemlich die gleiche, die Entwicklung zu einem "modernen" Industriestandort kam (im Kohlenpott) auch erst langsam - nach dem Zechensterben und der Demontage der Schwerindustrie. Hätten wir - in den alten Bundesländern - uns nicht zwischenzeitlich so intensiv mit der Umwelt befasst (was wir ja heute für alle Bundesländer tun) man würde auch heute keinen Unterschied zwischen den Industrieregionen (Ost zu West) feststellen können.

Gibt es denn z. B. "Global Player" die - ohne gesetzliche Vorschriften - die Umweltstandards aus freien Stücken und aus tieferer Einsicht einhalten? :?

Gruss Artaxerxes
 

agentP

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Hätten wir - in den alten Bundesländern - uns nicht zwischenzeitlich so intensiv mit der Umwelt befasst (was wir ja heute für alle Bundesländer tun) man würde auch heute keinen Unterschied zwischen den Industrieregionen (Ost zu West) feststellen können.
Ja eben: "Hätten". Im Westen "wurde" aber und das ist doch genau der wesentliche Unterschied.
Und natürlich hat sich das veränderte Bewusstsein auch auf den Markt ausgeübt. Ich kann mich noch erinnern, wie z.B. McD und Burger King damals die Styropor-Burger-Schachteln abgeschafft haben, weil ihnen die ständige Kritik Umsatz gekostet hat oder wie es plötzlich überall Papier- und Stoffbeutel an den Kassen gab, weil die Leute die Dinger nachfragten.
Die Eltern in der DDR haben doch auf der anderen Seite auch gemerkt, daß ihre Kinder Pseudo-Krupp haben, nur gab es keine Möglichkeit sich effektiv gegen die Ursachen zu wehren.
Die Umweltbewegung die aus den 68er-Unruhen hervorgegangen ist und letztich als grüne Partei in den Bundestag eingezogen ist, der Druck über die Nachfrage am Markt, das alles sind doch Entwicklungen, die im Westen gerade möglich waren, weil das System ein anderes war und deswegen finde ich es eben seltsam die Entwicklung auszublenden und Zustände zu vergleichen, die 40 Jahre auseinanderliegen.
 

Wanderer

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Lustig zu lesen wie sich alle die DDR vorstellen...
Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Es gab viel was um Welten besser war als es heute ist und leider auch viel wo wir um Welten zurück lagen...
Beispiel ?
Rechtssystem^^
Es gab eine Konfliktkommission in der kleinere Streitigkeiten von Nachtbarn
gelöst wurden.
Würde heutige Richter enorm entlasten....

Ich habe kurz nach der Wende einen Beitrag gesehen in dem Spitzensportler in Ost und West verglichen wurden. Dabei waren sich alle Westsportler einig, dass die Ostler unflexiebel sind und im "neuen" Deutschland keine Chance hätten. Wie man sich täuschen kann...
 

Hosea

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Wanderer schrieb:

Wohl richtig, nur das dort alle kleineren Streitigkeiten landeten und nicht nur wenn es beide Parteien wollen ^^

Ja, aber wer entscheidet ob es kleinere Streitigkeiten sind ? Ich möchte nicht das der Staat etc entscheidet/wertet ob meine "Streitigkeit" kleiner oder größer ist.

Wanderer schrieb :

Ich habe kurz nach der Wende einen Beitrag gesehen in dem Spitzensportler in Ost und West verglichen wurden. Dabei waren sich alle Westsportler einig, dass die Ostler unflexiebel sind und im "neuen" Deutschland keine Chance hätten. Wie man sich täuschen kann...

Alle Westsportler???

Lg Hosea
 

Artaxerxes

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agentP schrieb:
Hätten wir - in den alten Bundesländern - uns nicht zwischenzeitlich so intensiv mit der Umwelt befasst (was wir ja heute für alle Bundesländer tun) man würde auch heute keinen Unterschied zwischen den Industrieregionen (Ost zu West) feststellen können.
Ja eben: "Hätten". Im Westen "wurde" aber und das ist doch genau der wesentliche Unterschied.
Und natürlich hat sich das veränderte Bewusstsein auch auf den Markt ausgeübt. Ich kann mich noch erinnern, wie z.B. McD und Burger King damals die Styropor-Burger-Schachteln abgeschafft haben, weil ihnen die ständige Kritik Umsatz gekostet hat oder wie es plötzlich überall Papier- und Stoffbeutel an den Kassen gab, weil die Leute die Dinger nachfragten.
Die Eltern in der DDR haben doch auf der anderen Seite auch gemerkt, daß ihre Kinder Pseudo-Krupp haben, nur gab es keine Möglichkeit sich effektiv gegen die Ursachen zu wehren.
Die Umweltbewegung die aus den 68er-Unruhen hervorgegangen ist und letztich als grüne Partei in den Bundestag eingezogen ist, der Druck über die Nachfrage am Markt, das alles sind doch Entwicklungen, die im Westen gerade möglich waren, weil das System ein anderes war und deswegen finde ich es eben seltsam die Entwicklung auszublenden und Zustände zu vergleichen, die 40 Jahre auseinanderliegen.

Es ging mir nur um das "Was wäre, wenn". Natürlich hat der Westen eine vollkommen andere Entwicklung genommen - wird ja wohl auch keiner bestreiten! Und sicher, die Industrie hat sich hier dem "staatlichen" Diktat gefügt - was auch das Verdienst der Grünen ist.

Aber was wäre passiert, wenn die hiesige Industrie - von Beginn der BRD an und mit Unterstützung des Parlaments - der verschäften neoliberalen Strömung gefolgt wäre, wie sie es heute tut? Es sind doch auch die gleichen 68er Protestler, die heute in den Vorständen sitzen und den Hammer kreisen lassen - oder?

Gruss Artaxerxes 8)

PS: Pseudo-Krupp war auch im Kohlenpott eine Seuche. Auch heute noch fehlt eine detaillierte Aufarbeitung der Zusammenhänge zwischen dem Pseudo-Krupp und der Luftverschmutzung - zumindestens kenne ich kein Gerichtsurteil, nach welchem die Industrie (gleich welcher Couleur) für diese Erkrankung zur Verantwortung gezogen wurde.
 

Ein_Liberaler

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Dann wäre sie trotzdem sauberer, weil sie moderner wäre. Selbst wenn die geschädigten Anwohner überhaupt nichts erreicht hätten.
 

agentP

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Aber was wäre passiert, wenn die hiesige Industrie - von Beginn der BRD an und mit Unterstützung des Parlaments - der verschäften neoliberalen Strömung gefolgt wäre, wie sie es heute tut?
Keine Ahnung. Beim grossen neoliberalen Teufel überm Teich drüben hatten die Autos jedenfalls schon Katalysatoren, da haben die Grünen hier noch um ihr erstes Mandat gekämpft. So gesehen scheinen sich Neoliberalismus und Umweltschutz ebensowenig zwangsläufig asuzuschliessen, wie man davon ausgehen kann, daß eine komplett verstaatlichte Wirtschaft der Umwelt besser bekommt.
Womöglich ist es aber grundsätzlich so, daß Leute die satt und wohlhabend sind, eher die Muse haben, sich Gedanken darüber zu machen, daß eine unzerstörte Landschaft durch die man am Wochenende spazieren kann ganz nett ist. Hier könnte man ja vielleicht nun Brecht einflicken: Erst kommt das Fressen und dann die Moral.
 
G

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Aber nur wenn man keinen blassen hat wovon man spricht.

In einer Ende 2005 abgeschlossenen Untersuchung an 30 Fahrzeugtypen vom TÜV und Botanikern des Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen von der Universität Bonn ergab sich, dass Drei-Wege-Katalysatoren in hohem Maße Stickstoff in Form von Ammoniak freisetzen. Der Anteil von Ammoniak im Leerlauf ergab bis zu 25 ppm (parts per million) und bei höheren Drehzahlen steigen die Werte je nach Fahrzeugtyp auf das Drei- bis Zehnfache.

Ammoniak verbindet sich in der Luft mit Stickoxiden zum Düngemittel Ammoniumnitrat. Gelangt dieses mittels Regen in den Boden, so sammelt sich die Verbindung im Wurzelbereich an und erreicht für viele Pflanzen tödliche Konzentrationen.

Das, was dem Fahrer eines Autos mit geregeltem 3-Wege-Katalysator erlaubt ist, ist den Firmen der chemischen Industrie aufgrund gesetzlicher Vorschriften striktestens verboten: nämlich jedwede Katalysatortechnik in freier Verbindung mit der Außenluftatmosphäre zu betreiben!

Aus Kat-Autos gelangen Cyanwasserstoff (Blausäuregas), Schwefeltrioxid, Schwefelwasserstoff, Phosphorsäureester (schweres Nervengas), Phosgen (Kampfgas/1. Weltkrieg) und Lachgas in die Atemluft. Ebenso verliert ein Kat-Auto pro Kilometer etwa 50 Billionen Platinatome.

Platinemissionen sind viel schädlicher, als alles, was jemals an Blei aus einem Auspuff kam. Zudem weiß kaum ein Kat-Auto-Fahrer, daß per europäischer Sondergenehmigung in den Kraftstoffen für Bleifreibetrieb in Kat-Fahrzeugen bis zu 5 % Benzol zulässig sind.
 
G

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Die stoßen Kohlenwasserstoff, Kohlenstoffmonoxid, und Stickoxid aus.
 

antimagnet

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und das ist besser?


aber bevor wir uns hier in der kat-diskussion verlieren: die these war, dass nur die die umwelt pflegen, denen es sonst gut geht. jetzt mag es gut sein, dass der kat die umwelt ziemlich belastet - insgesamt nehmen wir reichen menschen in der ersten welt aber mehr rücksicht auf die umwelt als die armen menschen in der dritten welt, oder siehst du das anders?

nachtrag: oops, ist ja der ddr-thread. na man kann auch erste welt mit brd ersetzen und dritte welt mit ddr... :D

noch'n nachtrag: ich seh grad, es war auch eine these von agentp, dass kats umweltfreundlich seien...
 

Wanderer

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Hosea schrieb:
Wanderer schrieb:

Wohl richtig, nur das dort alle kleineren Streitigkeiten landeten und nicht nur wenn es beide Parteien wollen ^^

Ja, aber wer entscheidet ob es kleinere Streitigkeiten sind ? Ich möchte nicht das der Staat etc entscheidet/wertet ob meine "Streitigkeit" kleiner oder größer ist.

Wanderer schrieb :

Ich habe kurz nach der Wende einen Beitrag gesehen in dem Spitzensportler in Ost und West verglichen wurden. Dabei waren sich alle Westsportler einig, dass die Ostler unflexiebel sind und im "neuen" Deutschland keine Chance hätten. Wie man sich täuschen kann...

Alle Westsportler???

Lg Hosea

Das war schon geregelt.
Auch in Deutschland entscheidet der Staat was ein Kavaliersdelikt ist und was nicht, ist in jedem Land so und nicht nur in der DDR ^^

- kleine Diebstähle
- Gartenzwergkriege z.Beispiel...


Ich dachte das ist klar^^
Die 5 in dem Beitrag gezeigten...
 

Ein_Liberaler

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Au Mann, jetzt werden schon Zivilrecht und Strafrecht durcheinandergeworfen!

Es gibt in der BRD Schiedsleute und Gütestellen, die in Bagatellfällen angerufen werden müssen, bevor man die ordentlichen Gerichte belästigen darf.
 
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Ich lass hier das die DDR bürger eingespert waren.

Vor was genau waren Sie eingespeert ?
Soviel ich mal gehört habe, konnte man auch ein Visum beantragen um in den Westen zu reisen. War aber wohl nicht so einfach.

Der Westen war übrigens auch eingespeert. Man musste im westen auch ein Visum beantragen um nach Osten (Moskau oder Peking) zu reisen. Was auch nicht immer einfach war.
 

Ein_Liberaler

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Um aus dem Westen in den Osten zu kommen, brauchte man ein Einreisevisum, aber kein Ausreisevisum. Man war also ausgesperrt, nicht eingesperrt. Ausreisevisa waren im Westen praktisch unbekannt.

DDR-Bürger, die nach Westdeutschland wollten, brauchten ein Ausreisevisum, aber kein Einreisevisum, weil der Westen nur eine ungeteilte deutsche Staatsbürgerschaft kannte. Sie waren also eingesperrt...
 

holo

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... und daher die Bezeichnung "antifaschistischer Schutzwall" ...

... nicht zu vergessen - die 25 DM Eintrittsgeld beim Betreten der DDR.

... und das Tauschen von DM nach Mark zum günstigeren Kurs im Taxi auf der Landsberger Allee ;-)

Gruß
Holo
 

agentP

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In einer Ende 2005 abgeschlossenen Untersuchung an 30 Fahrzeugtypen vom TÜV und Botanikern des Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen von der Universität Bonn ergab sich, dass Drei-Wege-Katalysatoren in hohem Maße Stickstoff in Form von Ammoniak freisetzen.
Ich verstehe ehrlichgesagt nicht was das mit dieser Diskussion hier zu tun hat, aber jedenfalls fein, daß wir mal darüber geredet haben. :roll:
 

Hosea

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ein_Liberaler schrieb:

Es gibt in der BRD Schiedsleute und Gütestellen, die in Bagatellfällen angerufen werden müssen, bevor man die ordentlichen Gerichte belästigen darf.

Da bin ich mir eben nicht sicher aus einem konkreten Fall heraus. Nur kurz.., wir haben im Haus schon längere Zeit Probleme mit einem Nachbarn. Das gipfelte dann dahin, das der alte Herr meinte mich morgens am Kragen zu packen und mir mit dem Knüppel zu drohen. :lol:

Na, unterwegs bin ich beim Polizeipräsidium vorbeigefahren und wollte eine Anzeige wegen Nötigung stellen, dort sagte man mir das ich zum Schiedsmann gehen muß.
Auf den Schiedsmann hatte ich aber keine Lust, also bin ich zur nächsten Polizeistation und hab Anzeige gestellt.

2 Wochen später kam Post vom Staatsanwalt, der mir schrieb das er keine Klage stellt und ich entweder selbst klagen kann, bzw er rät mir einen Schiedsmann einzuschalten.

Ich hatte es halt so verstanden, das in der DDR bei einem ähnlichen Fall, man unbedingt zum Schiedsmann muß, auch eben bei kleineren "strafrechtlichen" Dingen im Nachbarschaftsverhältniss.

Lg Hosea
 

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