Black Hawk Down

LaurentBlanc

Meister
Registriert
23. Juli 2002
Beiträge
278
Willkommen im Gemetzel
Wo Sterben noch einen Sinn hat: Der Kinofilm „Black Hawk Down“ tröstet eine gedemütigte Weltmacht.

Uneingeschränkte Solidarität kennt auch im Kino ihre Grenzen. Ridley Scotts Kriegsfilm „Black Hawk Down“ schob der deutsche Verleih Senator pietätvoll immer weiter nach hinten in der Liste der Starttermine. Die US-Niederlage von Mogadischu 1993 schien zu nahe an der aktuellen Wirklichkeit. Erst der 11. September, dann wurden in Afghanistan US-Hubschrauber abgeschossen. Am morgigen Donnerstag endlich läuft das Drama um die Elitesoldaten in Deutschland an, die vergeblich versuchten, den somalischen Diktator Mohamed Farrah Aidid gefangen zu nehmen. Der Film ist nun also just in dem Moment zu sehen, da die Angst vor ähnlichen Szenen umgeht, die ein Krieg gegen Saddam Hussein im Irak produzieren könnte.

Eine Stunde sollte die militärische Aktion 1993 in Mogadischu dauern. Am Ende einer langen Nacht waren 18 US-Soldaten tot und 73 verletzt. Von den Somalis starben nach Schätzungen rund 1000. Aber das tut hier nichts zur Sache: Die Gegner tauchen im Film nur als anonyme Masse auf, am Ende wahlweise auch als triumphierende Schreihälse: Sie haben die USA in die Knie gezwungen. Eine überhebliche Weltmacht wird verlacht.

Davor aber stellen Ridley Scott („Alien“, „The Gladiator“) und Spektakel-Produzent Jerry Bruckheimer („Pearl Harbor“) den Krieg. Es ist nicht so wichtig, dass sich Jungstars wie Josh Hartnett oder Ewan McGregor unter den Stahlhelmen verstecken. Die blutenden und verdreckten Helden in diesem Kampf sind austauschbar. Was zählt, ist das große Töten, das sogar dann noch fasziniert, wenn es mit eigenen Opfern verbunden ist. Rund 120 von insgesamt 142 Kinominuten sind damit angefüllt.

„Black Hawk“ heißt der Hubschraubertyp, von dem in Mogadischu zwei Maschinen abgeschossen wurden. Ein wahnwitzig torkelndes Helikopter-Ballett inszeniert Scott über der Stadt. Und wenn die Maschinen endlich wie riesige Insekten zerstört unten angekommen sind, beginnt für die US-Soldaten erst das Trauma. Scott nimmt uns mit in den Häuserkampf. Die Kamera (Slawomir Idziak) befindet sich, wie es Steven Spielberg in „Saving Private Ryan“ vorexerziert hat, unter Dauerbeschuss. Granaten explodieren um uns herum. Geschosse schlagen in Körper ein. Gliedmaße werden abgetrennt, Bauchdecken aufgerissen. Blut spritzt aufs Objektiv. Und aus dem Himmel über Mogadischu regnet es Patronenhülsen. Willkommen im Gemetzel.

Er habe Krieg so zeigen wollen, wie er tatsächlich aussehe, sagte der Regisseur. Das ist in dem mit Blut geschmierten Kinogetriebe Hollywood zwar eine scheinheilige Antwort auf Kritik an seinem Film, möglicherweise aber nicht unbedingt eine falsche.

Zuvor jedoch tut der Regisseur alles, um dem Sterben der US-Soldaten einen Sinn zu geben. Der Zuschauer wird propagandamäßig auf den Kampf eingeschworen. Aidids Soldaten schießen hungernde Menschen bei der Verteilung von Lebensmitteln nieder, ein US-General beklagt den Genozid an den Somalis, die Alternative heißt: „Entweder wir helfen diesem Land, oder wir schauen auf CNN zu, wie es zerstört wird.“ Es ist Krieg, und die Amerikaner müssen hin, um noch Schlimmeres zu verhindern. Auch Aidid missachtete damals die Politik der Vereinten Nationen.

Scotts Film endet nach all dem Getöse traurig sanft mit der Heimreise der toten amerikanischen Soldaten. Man hört das Ratschen der Reißverschlüsse an den Leichensäcken, die Kamera hat sich zu den Opfern im Innern des Transportflugzeugs gesellt, dessen Klappe sich langsam schließt. Die Leinwand wird schwarz: Das Selbstverständnis der Supermacht USA von der eigenen Unbesiegbarkeit wird in tiefe Dunkelheit gehüllt, zumindest für einen kurzen Moment. Wenige Monate später holte der US-Präsident, der damals Bill Clinton hieß, die Truppen aus dem ostafrikanischen Land zurück. Aidid wurde 1996 erschossen.

In den USA spendete Ridley Scotts Film einer gedemütigten Nation Trost. Eine schlimme Niederlage wird hier als Chance genutzt, vor der Leinwand patriotisch zusammenzurücken: „Black Hawk Down“ setzte sich unangefochten an die Spitze der Kinocharts – und dort war der Film gerade aufgrund der politischen Ereignisse vorgezogen worden. Doch Krieg im Kino scheint ja immer aktuell zu sein.


Stefan Stosch
 

anakari

Lehrling
Registriert
20. September 2002
Beiträge
43
also ich habe ihn mir vor einpaar monaten (april oder so) runtergeladen deutsch 3svcd (!!!) und angekuckt und hab ihn schon damals voll geil gefunden!


gruss anakari
 

Ashes

Lehrling
Registriert
26. September 2002
Beiträge
43
den film würd ich mir NIE ansehen! :roll: dieses patriotische gehabe! aber ich kann mir gut vorstellen, dass das den amis gefällt... :roll: :roll:
 

QuadWord

Großmeister
Registriert
16. Juli 2002
Beiträge
664
unabhängig vom patriotischen getue, ist der film mal wieder mal ein gutes stück handwerkskunst von ridley scott. hab ihn gesehen, und fand ihn wirklich sehr gut.

zum inhalt:
die dialoge können auf 3 wichtige aussagen reduziert werden:

1. "Go !"
2. "Go Go !"
3. "Go Go Go !"

- QuadWord
 

Maxim

Großmeister
Registriert
28. Juni 2002
Beiträge
596
QuadWord schrieb:
unabhängig vom patriotischen getue, ist der film mal wieder mal ein gutes stück handwerkskunst von ridley scott. hab ihn gesehen, und fand ihn wirklich sehr gut.

zum inhalt:
die dialoge können auf 3 wichtige aussagen reduziert werden:

1. "Go !"
2. "Go Go !"
3. "Go Go Go !"

- QuadWord

Und nicht vergessen
4. "We have a Black Hawk down !!!"
 

Maxim

Großmeister
Registriert
28. Juni 2002
Beiträge
596
Ashes schrieb:
den film würd ich mir NIE ansehen! :roll: dieses patriotische gehabe! aber ich kann mir gut vorstellen, dass das den amis gefällt... :roll: :roll:

Vorurteil !
Im ganzen Film sind so gut wie keine Patriotischen Szenen enthalten.
 

Frikasunt

Lehrling
Registriert
7. Oktober 2002
Beiträge
34
Also ich hab den auch schon gesehen und fand den wirklich nicht besonders.Der patriotismus ging mir zwar auch aufn Sack aber selbst,wenn man darüber mal wegsieht find ich den einfach zeimlich langweilig.

Da guck ich mir lieber noch mal Full metal jacket,Apokalypse Now oder we were soldiers (den fand ich recht gut,trotz des wie in fast allen neuen ami filmen patriotistische gelaber.)
 

SeraPhim

Lehrling
Registriert
8. Juli 2002
Beiträge
27
Ich bin zwar auch kein Freund von amerikanischen Kriegsfilmen, aber ich fand BHD ganz gut. Der Patrotismus hält sich hier in Grenzen. Na und wenn es heißt wir lassen niemanden zurück usw. dann finde ich das normal wenn man in so einer Einheit ist. Wenn es anders wäre würde mich das eher verwundern. Ansonsten wird in diesem Film sehr gut dargestellt, das auch die Amis mit ihrer Technik nicht jeden Krieg gewinnen. Für einen amerikanischen Film stellt er das ganze ziemlich kritisch dar.
 

zerocoolcat

Forenlegende
Registriert
11. April 2002
Beiträge
6.004
da kann ich SeraPhim nur zustimmen: der Patriotismus überwiegt hier nicht so extrem wie in anderen Filmen, sodass BHD durchaus sehenswert wird...

und ein weiteres Hoch auf Terrapansen: es sind Kevlar-Helme!
Allein das Star-Aufgebot lohnt nen Kauf der DVD!
 

orbital

Ehrenmitglied
Registriert
19. April 2002
Beiträge
2.631
besonders die scenen mit Tom Sizemore alle liegen in deckung im kugelhagel und er kommt anmaschiert und fragt wer ein taxi bestellt hat :lol:
werde mir den streifen auf jeden fall auf dvd holen
und er ist bei weitem nicht so patriotisch wie windtakers oder wir waren helden!
 

Niks Te Maken

Großmeister
Registriert
29. Juli 2002
Beiträge
657
Hab mir den Film Freitag im Kino angeguckt.
War klasse, richtig gut gemacht.
Vor allem wesentlich unpratiotischer als ich gedacht hätte, die Amis bekommen richtig die Hucke voll! Nur haben sie am Ende die Zahl der getöteten Somalis mal kurzerhand von 500 auf 1000 verdoppelt.

P.S.:Wenn Ami-Land schon in Mogadischu im bekacktesten (sorry, aber hab gestern Big Lebowski geguckt, das hat folgen;-) Hinterwäldlerland der Welt Probleme kriegen, dann werden die Falle eines etwaigen Straßenkampfes in Bagdad ein 2. Vietnam erleben (Bitte, bitte, bitte...)
 

fletcher

Großmeister
Registriert
4. Oktober 2002
Beiträge
563
werd ihn mir anschauen, bin aber auf der hut wegen dem patriotismus.
interressant wird auch "high crimes", hat ne gute story aber die ausarbeitung....*kotz*
die ganzen guten ideen, die fette verschwörung usw. alles verloren ..
muss ihn aber nochma sehen hab ihn auf english in der sneak net so verstanden! *g*
 

Weird

Anwärter
Registriert
29. Juni 2002
Beiträge
24
Habe den Film auch schon vor dem Kinostart auf VCD gesehen.
Weiß jemand, warum Columbia so Probleme hatte, den Film in die deutschen Kinos zu bekommen?
Ich glaube aber nicht, daß ich ihn mir noch mal im Kino ansehen werde, da ich im Allgemeinen nicht so ein Kriegsfilm-Fan bin, außer Full Metal Jacket oder Platoon. Ersterer aus dem Grund, weil ich großer Kubrick-Fan bin. :D
BHD hatte zwar gute Schauspieler zu bieten, jedoch war die Thematik nicht all zu interessant für mich, aber das ist ja Geschmackssache. :wink:
 

orbital

Ehrenmitglied
Registriert
19. April 2002
Beiträge
2.631
ich hab keine ahnung warum genau der film wieder zurückgezogen wurde! ein kollege war schon in der sneak aber dann war nichts mehr von bhd zu hören nur das schon jeder eine 3 cd vcd version hatte 8O
 

fletcher

Großmeister
Registriert
4. Oktober 2002
Beiträge
563
Weird schrieb:
?

fandest du den gut?
die syncronisation war so grausam!!
und die sache mit elias wie er mit nem fast bauchdurchschuss vor den vietcong flieht war ja richtig..heroisch..!?
und dann in dem dorf des war ja so überflüssig!
aber es ist ja auch ein antikriegsfilm, der muss ja sowas bringen!
 

Turgor33

Geselle
Registriert
10. April 2002
Beiträge
92
@Maxim
Bitte was? -keine Amipropaganda und kein Patriotismus
Dagegen stehen Sätze wie :
"Wir sind hier nicht hergekommen um Helden zu werden, aber manche wurden es einfach."

und
"Wir haben leider nur ein paar leichte Helis weil der Militäretat nicht ausreicht".

Dann ein paar Szenen:
Anfangsszene: LKWs beladen mit Lebensmitteln fahren durch Slums und der Ami kann sich fast nicht beherrschen.(logisch dass die "Bösen gerade durch die Slums fahren und auch noch anhalten um den Menschen dann doch nichts zu geben :?

Ende: Nachdem die Amis (die sooo viel für die Bevölkerung getan haben) es in die UN-Zone schaffen werden sie von freudig-begeisterten netten schwarzen Kinderlein begrüst.- da musst ich dann wirklich zu Lachen anfangen.
 

Ähnliche Beiträge

Oben