Ausbeutung der Menschen in China und die Rolle des Westens

Jooasia

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1.Koennte mir jemand wie einem kleinen Kind erklaren, wieso es heissstt, dass der Westen seinen Anteil an der Ausbeutung der Menschen in China hat?

(Geht es etwa darum, dass die westlichen Lander ihre Produkte (wie die Kleidung, z.B.) in China produzieren lassen, weil sie den chinesischen Arbeitern weniger Geld fur diese Arbeit zahlen als sie es den westlischen Arbeitern haetten zahlen muessen? Verstehe ich es richtig?)

2. Wenn es so ist, wie ich es gerade geschrieben habe, warum leasse es die chinesische Regierun zu? Oder anders rum, was hat die chinesische Regierung davon, dass der Westen die Chinesen in den Fabriken ausbeutet?

(Geht es etwa darum, dass einfach mehr Menschen die Arbeit finden, und die Arbeitslosenzahl sinkt? oder bekommt die chinesische Regierung irgenwie Geld vom Westen)

3. Wenn es zutrifft, ist es doch nicht besses den armen, chinesischen Arbeitern uberhaupt eine Arbeit zu geben (auch wenn es eine ausbeutende ist), als sie arbeitslos zu lassen?

Freu mich schon auf die Antworten :)
 

Zerch

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1. Wegen den günstigeren Arbeitern und den fehlenden Umweltvorschriften konnte mehr Profit erzielt werden. Die Produkte werden in Ländern unter höherem Preisniveau verkauft. Am Ende wurde Profitmaximierung durch Nutzung anderer Rechtsräume und Umweltverschmutzung betrieben.
Allein für den Transportweg wird viel Öl verbraucht , aber es ist dennoch profitabler.

2. Die chinesische Regierung kann sich daraus einiges erhoffen.
Sie hat mittlerweile die wichtigste Bedeutung in der globalen Wirtschaft erlangt , besonders im Handel mit Rohstoffen. Zudem brachten die westlichen Unternehmen Trechnologie ins Land , welche nebenbei kopiert wurde.

3. Dass es Hunger , Sklaverei und Krieg gibt ist wahrscheinlich kein Zufall , es ist so gewolllt.
Menschen in Not machen alles um ihr Not zu schlichten.Sie müssen nur unter ständiger Not gehalten werden.
Und das machen jene Leute die Profit daraus schlagen , oder laufen einfach dem Profit hinterher.
Deshalb leben wir auch in einer unausgeglichenen gehaltenen globalisierten Welt , weil die Wirtschaft darauf basiert und Ausbeutung nutzt.
 

Jooasia

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Danke fur die Antwort.

Ich bitte noch weitere Ansichten zu diesem Thema ( bitte in einfachem Deutsch erklaren, denn Deutsch ist nicht meine Muttersprache).


Bei der 3. Frage, meinte ich, ob es moralisch doch nicht besser ist, den Chinesen uberhaupt eine Arbeit zu geben (auch wenn sie dabei ausgebeutet werden) als ihnen keine zu geben.
 

Zerch

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Sorry , ich kann zu Punkt 3 keine zufriedenstellende Antwort geben , denn Arbeit und Beschäftigung ist nicht immer etwas ertragreich gutes.
Es gibt Menschen die hart arbeiten und dennoch im Elend leben müssen , weil diese sich in ihrer Aussichtslosigkeit und Not ausbeuten lassen.

Menschen die das ausnutzen sind wohl nicht "gut" , jedenfalls sehe ich diese Menschen nicht als gute Menschen an.
 

Ein_Liberaler

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Der Westen beutet China nicht aus. Unter Mao hat die kommunistische Partei China in den völligen wirtschaftlichen Ruin geführt, indem sie sie einseitig auf Schwerindustrie und Rüstung fokussierte, bei einem eklatanten Mißverhältnis von Investition (zuviel) und Konsum (zu wenig). Damals sind Millionen von Chinesen schlicht verhungert. Nach Mao hat die Partei einen Strategiewechsel vorgenommen. Statt aus eigener Kraft und losgelöst vom Welthandel prestigeträchtige Schwerindustrie aufzubauen, hat sich China am Welthandel beteiligt und natürlich das geliefert, was es mit seiner schlecht ausgebildeten Labourforce und seinen geringen Investitionsmöglichkeiten liefern konnte: Textilien und Plastikschrott. Es ist die Partei, die damals wie heute die Chinesen ausbeutet. Der Mensch ist in China keinen Pfifferling wert, auch hohe Würdenträger werden ohne viel Federlesens hingerichtet, wenn sie einen Machtkampf verleiren. Offiziell natürlich wegen Korruption. Der Westen macht allerdings Geschäfte mit dieser Räuberbande. Ob das ethisch vertretbar ist, kann diskutiert werden.

Zerch vertritt wie immer ein seltsames Zerrbild der Verhältnisse. Auch Kommunisten müssen sich weiterentwickeln, Zerch. Das hat sogar die chinesische KP verstanden.
 

Zerch

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In meinem seltsamen Zerrbild sind die Kommunisten schon lange Kapitalisten geworden , um wirtschaftliche Bedeutung zu erlangen und die Kapitalisten der ersten Stunde mit ihren eigenen Waffen zu erschlagen - und meinesachtens ist der hinterhältige Plan von den Chinesen sehr erfolgreich durchgesetzt worden.

Ganz nach der alten Weisheit :
"Halte Deine Freunde nah , aber Deine Feinde noch näher"

Zudem hat sich in China die Situation der Menschen etwas verändert. In den prosperierenden Ballungszentren sind die Ansprüche gestiegen und die Menschen wollen besser bezahlt werden.
Verlagerung von Produktionsstätten nach China ist nicht mehr so verlockend wie es einmal war , und die Tendenz dürfte weiter sinken.
Das spielt für China aber auch keine Rolle , denn das Momentum wurde ja nur genutzt um den Status zu erreichen. Und der heimliche Status Chinas ist nun eine Weltmachtsposition , mit allerlei wirtschaflichem- und militärischem Druckmittel in den Händen.
Ich persönlich bin sogar der Meinung daß China die heimliche Nr.1 ist , vor USA und Russland. Die Chinesen lassen die USA nur weiterträumen , da das Kleinkind sonst einen üblen Wutanfall bekommt und der Welt mit aller Macht seine Position demonstrieren muss.
 

haruc

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Zerch schrieb:
Zudem hat sich in China die Situation der Menschen etwas verändert. In den prosperierenden Ballungszentren sind die Ansprüche gestiegen und die Menschen wollen besser bezahlt werden.
Verlagerung von Produktionsstätten nach China ist nicht mehr so verlockend wie es einmal war , und die Tendenz dürfte weiter sinken.
Prosperierende Ballungszentren? Steigende Lebensstandards? Und das trotz Ausbeutung durch den kapitalistischen Westen und die kapitalistisch-kommunistischen Parteioberen? Wie passt das zusammen?
 

Zerch

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haruc schrieb:
Prosperierende Ballungszentren? Steigende Lebensstandards? Und das trotz Ausbeutung durch den kapitalistischen Westen und die kapitalistisch-kommunistischen Parteioberen? Wie passt das zusammen?
Indem sich die Situation über die Jahre langsam verändert hat.Für den Chinesen war aufgrund der Werteunterschiede und der vielen Menschen "viel" , was für westliche Industrielle verlockend "wenig" war.
Der Großteil ist aber immer noch alles andere als wohlhabend , und zusätzlich ist noch die zunehmende Umweltverschmuitzung präsent.
Wir werden womöglich noch erleben daß China heftigsten Umweltschutz betreiben wird , um dieses fortschreitende Problem einzuschränken.
Es wäre die logische Konsequenz , nachdem auf Kosten von Mensch & Natur sich der Fortschritt nun auf modernstem Niveau befindet , und genügend Spielgeld angesammelt wurde.
 

Giacomo_S

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Zerch schrieb:
Es wäre die logische Konsequenz , nachdem auf Kosten von Mensch & Natur sich der Fortschritt nun auf modernstem Niveau befindet , und genügend Spielgeld angesammelt wurde.
Der Umweltschutz muss und wird eher aus einem anderen Grund kommen: Nämlich wird er dann kommen, wenn die Kosten, die der Gesellschaft durch die massive Verschmutzung entstehen (bspw. Gesundheitsausgaben, Arbeitsausfälle, Ausfälle in der Landwirtschaft) deutlich höher ausfallen, als die Vermeidung der Verschmutzung.
 

Hans_Maulwurf

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Das schöne am Kapitalismus ist doch die Abwesenheit von Moral da alles seinen natürlichen Lauf aufgrund äusserlicher Einflüsse nimmt.

Die chinesische Regierung ist gezwungen an Gesetzen festzuhalten die die Ausbeutung der Arbeiter ermöglichen um ein Wachstum der Wirtschaft zu erhalten welche den Fortbestand der Nation sichert.

Der chinesische Unternehmer muss seine Arbeiter mit Löhnen am Existenzminimum bezahlen da seine Kunden sonst in Vietnam, Bangladesch oder Wasweisich bestellen.

Der Einkäufer von Chinaschrott muss die Preise drücken da sonst der Endverbraucher bei einem anderen Discounter, Euroshop oder Smartphoneanbieter kauft.

Der Konsument ist gezwungen Chinaplastikplüdden zu kaufen da sonst bei 8,50€ Mindestlohn neben Essen und Miete kein Eiphone mehr drin wäre.

Also keine Sorge, niemand wird Ausgebeutet
und falls Adam Smith recht hat ist das alles Vorsehung und Gut,
falls Karl Marx recht hat wird das System auf Grund dieser Handlungsweisen zusammen brechen und zu etwas neuem führen.

Ihr könnt also berühigt weiter konsumieren!
Alles ist gut....
 

Telepathetic

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However, it appears that much of the poverty reduction in the last couple of decades almost exclusively comes from China:

China’s poverty rate fell from 85% to 15.9%, or by over 600 million people
China accounts for nearly all the world’s reduction in poverty
Excluding China, poverty fell only by around 10%
http://www.globalissues.org/article/26/poverty-facts-and-stats (die Daten sind von 2008)

Irgendwas scheinen die Chinesen ja bis 2008 richtig gemacht zu haben.
 

dkR

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Arbeit ist Ausbeutung, Wohlstand ist schuldknechtschaft!
 

Zerch

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Arbeit und das gesamte Geldsystem ist Ausbeutung.
Und zwei bis drei Generationen anhaltender "Wohlstand" ist ebenfalls nur eine Begleiterscheinung des Kapitalismus , welcher das "Spielgeld" der Menschen erhöht damit diese mehr kaufen können und somit die Gewinne exponenziell in die Höhe getrieben werden.

Am Ende kommt der Zerfall weil der Zustand des ewigen Wachstums und der steigenden Profite nicht aufrechterhalten werden kann.
Daneben Werteverfall , selbstverständlicher Konsumerismus , Umweltverschmutzung , Rohstoff-Flaschenhals , Wohlstand vs Elend , Überfluss vs Vakuum , etc.

-Diese vom Menschen geschaffene Plattform in der bisher unbezwingbaren Natur der Dinge benötigt eine eigene Grundlage.

Und genau da setzt der NWO-Plan an und will diese Grenze wohl erstmals durchbrechen , indem alles technologisch geregelt wird , und alle bisher unbeeinflussbaren Probleme entweder umgangen oder beseitigt werden.
 

Telepathetic

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Aber der Tod, bzw. der ständige Wandel der Dinge, ist doch Teil dieses Universums. Weder ist der Kapitalismus daran schuld, noch ändert er diesen natürlichen Umstand. Außerdem sehe ich keinen Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Werteverfall. Es gibt doch genügend Beispiele, z.B. Genossenschaften und karitative Einrichtungen, die zeigen, dass ein Mensch durchaus humane Werte verkörpern kann und gleichzeitig wirtschaftliche Problemstellungen löst.
 

Zerch

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Das bleibt wohl im Sinne des Betrachters. "Fressen und gefressen werden" scheinen in der Tierwelt jedoch eine nachhaltigere Funktion zu haben als im Kapitalismus. -Gut Gewinne können zwar als etwas nachhaltiges betrachtet werden , doch können diese ohne Grundlage nicht genutzt werden , und es ist nunmal eine Frage der Zeit bis der Kapitalismus seine Grundlage ausgebeutet hat.
Das Universum mag zwar groß genug sein für dieses Experiment , aber auf lange Sicht wäre eine Aufrechterhaltung ohne planet-hopping unvorstellbar.
-Deshalb wird Raumfahrt betrieben , und es bleibt wie immer spannend : )

Ich denke Wohlfahrtsorganisationen sind kein Ausgleich für eine komplett umgekrempelte Lebensgrundlage , schon gar nicht wenn diese völlig verseucht ist.
Diese sind selbst Teil des Kapitalismus und ein Anzeichen daß es offensichtliche Probleme gibt , sonst gäbe es derartige Anstrengungen wohl nicht.
Im Guten wie auch im Schlechten ist der Kapitalismus die Basis von der aus beurteilt wird - eine einfältige Grundlage die alles vereinnahmt und standartisiert.
 

Telepathetic

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Ja, vielleicht ist das so. Vielleicht sind irgendwann alle Ressourcen, die für den Menschen interessant sind, aufgebraucht. Was tun? Aufhören zu essen und zu trinken, Häuser zu bauen und irgendwas in der Freizeit zu tun? Geht ja nicht.

Man kann den Kapitalismus auch so erklären: es gibt immer Probleme, die das Überleben der Menschen direkt betreffen und diese Probleme werden durch Ideen und deren Umsetzung gelöst. Wohlfahrtsorganisationen - aber auch der selbstständig aktive Privatmensch - lösen Probleme. Sie tun das unter Zuhilfenahme kapitalistischer Mittel. Einige sogar kostenlos, also ehrenamtlich.
 

Zerch

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"Aufhören zu essen und trinken" - das ist wohl der schlechteste Weg aus dem Problem , sofern gewollt.
Im Gegenteil steht essen und trinken für eine erhalten gebliebene Lebensgrundlage , und diese wird zerstört.
Es klingt vielleicht langweilig , aber es wäre besser gewesen das Land und die Böden zu pflegen anstatt alles mit Infrastruktur und Industrie zuzupflastern , sofern es nur um "essen und trinken" gänge.
Es geht aber um Profit und Einfluss , und das ist grundlegend feindseliger Natur , welche alles im Leben nur nutzt und einander ausspielt.


Die Reichen lassen sich Luxus-Bunker bauen : )
http://newyork.cbslocal.com/2014/04/24/seen-at-11-preparing-for-the-worst-with-luxury-bunkers/
http://www.terravivos.com/
 

Ein_Liberaler

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Als ob die Reichen blöd wären... Es sind nicht Bunker, die Sicherheit versprechen, sondern Menschen. Funktionierende Sozialstrukturen. Vgl. dazu Tulsa Doom und seinen Vortrag über Stahl und Fleisch in Conan. Wer einen Bunker baut, rechnet mit dem schlimmsten und ist jedenfalls nicht mächtig. (Ausgenommen von dieser Überlegung seien mal klassische Luftschutzräume, die der Reduzierung unvermeidlicher Verluste dienen.)
 

Telepathetic

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Funktionierende soziale Strukturen:

es dürfte besser sein für alle, wenn man sich gut mit reicheren und mächtigeren Menschen stellt. Man muß ja nicht unterwürfig sein und seine Moral über Bord werfen und sich seiner Würde entledigen.
Aber man ist auch als materiell armer Mensch nicht unbedingt total machtlos. Man kann die guten Werte in seiner eigenen Gemeinschaft vorleben und anstatt gierig zu sein und alles für sich zu beanspruchen, geben, was zu geben ist; mit anderen Worten: mit den anderen zu teilen und ein gutes Vorbild zu sein.

Ist nur ein Gedanke, aber vielleicht werden diese Bunker auch gebaut, weil sich diese reichen Menschen unsicherer fühlen, bedrohter durch arme Menschen.

Und schließlich: vielleicht sind auch reiche Menschen geneigter einem zu helfen, wenn sie Vertrauen zu einem haben und man sie höflich bittet.
 

Ein_Liberaler

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Witzige Firma übrigens. Verkaufen wahrscheinlich Bunker an Prepper, wenn sie überhaupt jemals einen Bunker verkauft haben. Man beachte das Basismodell, das wieder einmal nur einen Zugang hat. Ob es den Mehrfamilienbunker überhaupt gibt?
 
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