Öffentlich-rechtliches Internet

Ein_Liberaler

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So, da haben wir also den Freibrief, den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag. ARD und ZDF können im Internet tun und treiben, wozu sie Lust haben, bloß ein Bezug zum Programm muß da sein. Wird sich herstellen lassen. Die eigentliche Hauptsache: Bisher gab es wohl eine Deckelung - nicht mehr als 0,75 % der Gebühren durften in den Onlineauftritt gesteckt werden, dieser Deckel ist jetzt abgeschafft.

Online findet man nicht gerade viel über diese Gesetzesänderung ("Vertrag" ist ja mehr ein Etikettenschwindel), und wenn, dann wird in erster Linie über die schweren Einschränkungen gejammert, die der Staatsfunk hinnehmen muß.

Wie wär's, lassen wir ihn doch auch eine kostenlose Qualitätszeitung rausgeben, dann können wir auch noch FAZ und Süddeutsche in Gebührengeldern ersäufen und anschließend beklagen, daß es keine guten privaten Zeitungsangebote gibt.
 

Themis

Erleuchteter
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Da müsste man jetzt natürlich wissen, wieviel Prozent der Gebühren in Zukunft für die Onlinedienste der öffentlich-rechtlichen investiert werden, wie die öffentlich-rechtlichen reagieren würden wenn z.B. der Axel-Springer-Verlag in großem Stil ins Fernsehgeschäft einsteigen würde und was die ARD und das ZDF außer einem online Archiv noch so an online-Angeboten planen...
In Anbetracht der Tatsache, dass das Internet sich zum wichtigsten Medium gemausert hat kann ich das Bestreben der öffentlich-rechtlichen Sender jedenfalls nachvollziehen.
 

Jadath

Lehrling
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Ich kann verstehen, dass die ÖR eine Internetpräsenz brauchen in der heutigen Zeit. Damit hat wohl auch niemand ein Problem. Das Problem fängt allerdings mit dem Auftrag der Grundversorgung dür die ÖR an. Bei einem weltweiten Computernetz kann es keine "Grundversorgung" geben, entweder man ist daran angeschlossen oder nicht. Dieser Logik kann man allerdings bei den ÖR nicht folgen, denn daraus ergäbe sich quasi, dass ähnliches auch für TV und Radio gibt. Es gibt so gut wie keine Information, die man ohne ÖR nicht auch erhalten würde.
 

metzger

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Habe mich noch nicht mit der Materie beschäftigt, aber generell begrüße ich die Unterstützung und Ausbreitung der ÖR - auch im Internet.

Von der Theorie her ist eine Medienkultur genährt von fest zugeschriebenen Geldern meines Erachtens nach erwünschenswert, denn was die freie Marktwirtschaft mit der Qualität anstellen kann dürfte hinreichend bekannt sein ;)

Zumindest auf dem Gebiet des Fernsehens sind die öffentlichen die einzigen Kanale, die ich, mal abgesehn von einzelnen Sendungen auf privaten Sendern, wirklich ertragen kann. Vom Radio kann ich leider nichts sagen, da ich keins höre, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass es schlimmer sein kann, als die privaten Stationen, die bei mir daheim manchmal div. Wellen vergewaltigen.

Die Gefahr durch politischer Manipulation sehe nicht eklatant höher als bei (den meisten) privaten Medien - wenn überhaupt. Auch die wirtschafliche Gefahr für private Angebote sehe ich nicht so hoch wie z.B. bei Tageszeitungen - wenn überhaupt ;)

Zum Thema Erreichbarkeit: Die digitalen öffentlichen Sender dürften da ein wesentlich größeres Problem darstellen ;)
 
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