Vaterfigur

Diskordias Legionär

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@ agentp

Das ist schon klar....
Aber die Lebenssituation eines 40 jährigen, der im Job bestehen muss um seine Familie zu ernähren (nur ein Beispiel, bitte) ist halt auch eine andere, als die eines 16 jährigen, der zur Schule geht und wenig Verpflichtungen hat

aber er sollte es doch akzeptieren können, das ich nicht so rumlaufe wie alle anderen und deren Meinung vertrete....aber er will´s glaub ich auch nicht.... Diskussionen...kann man bei dem Mann vollkommen vergessen!!!
Er nimmt einen entweder nicht ernst, oder dreht sich um und geht... naja...werden wohl einige Leute kennen :wink: !!!
 

agentP

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Moment, Legionär !
Jetzt mich bitte nicht missverstehen:
Natürlich muss man sich gegen die Eltern durchsetzen und sich abnabeln.
Das ist ein wichtiger Prozess.
Nur bin ich der Meinung, daß dieser Prozess oft von beiden Seiten mit Unverständnis und harten Bandagen geführt wird und vermutlich ist sogar das nötig.
Aber man sollte o.g. Schritt 3 im Hinterkopf behalten und soviel Verständnis für die andere Seite aufbringen, daß nicht die Versöhnung irgendwann unmöglich wird.
Natürlich kenne ich das alles nur zu gut und ich habe einen extrem jähzornigen und starrsinnigen Vater erwischt, für den das Wort "Lob" ein Fremdwort war und der mir in einem Wutausbruch schonmal mit einem Tennisschläger hinterherrannte. Aber heute mit 33 Jahren und mittlerweile selbst Vater, bin ich sehr froh und dankbar, daß ich meinen Vater wieder gerne Besuche und ihn auch mal in den Arm nehmen kann.
Und glaub mir der Weg zurück in die Arme des Vaters als Erwachsener war schwerer als der Weg raus.
Und egal wie dämlich pathetisch sich das anhört: Für mich war erst damit das Erwachsenwerden abgeschlossen und erst damit hatte ich das Gefühl selber Vater sein zu können.
 

Diskordias Legionär

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@ agentp

Und glaub mir der Weg zurück in die Arme des Vaters als Erwachsener war schwerer als der Weg raus.

Das glaub ich dir einfach so...weil ich das einfach nicht ganz nachvollziehen kann und sowas (bis jetzt) von meinen Eltern nicht brauche! Kommt evtl noch...kann´s mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen!
 

agentP

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... und daß Du das im Moment nicht nachvollziehen kannst ist völlig o.k. !
Hätte mir vor 15 Jahren jemand so was vor die Nase gesetzt hätte ich mir an die Stirn getippt.
:D
 

Magna

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@ agentp:
Teils, teils ! Wenn Du von den Ansprüchen sprichst, die Väter gerne an ihre Kinder stellen stimmt das sicher, aber trotzdem sollten Eltern im Umgang mit Kindern nie vergessen, daß die Persönlichkeit eines Kindes eine vollwertige, gleichberechtigte Persönlichkeit ist. Ein "kleiner" Erwachsener sozusagen.

Schon klar, ich hab mich zu undeutlich ausgedrückt. Kinder sind sicherlich vollwertige Persönlichkeiten, aber trotzdem sollte man ganz bestimmte Dinge nicht mit ihnen besprechen. Zum Beispiel seine Erfahrungen beim Scheidungs-Anwalt.
Ich kann Menschen nicht leiden, die Kinder mit ihren Problemen beglücken. Das führt doch höchstens zur totalen Hilflosigkeit des Kindes, dass ja in dieser Situation noch weniger weiter weiß, als der Vater/die Mutter.
Liebe Grüße,
Magna
 

agentP

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Natürlich sollte man seine Kinder nicht in alles mit reinziehen und gerade Scheidungen sind ja eine Sache wo Kinder gerne instrumentalisiert werden, aber prinzipiell bin ich der Meinung, daß Kinder ein Recht darauf haben, daß ihnen in einer angemessenen Form erklärt wird, was um sie rum passiert und warum auch die Eltern sich so verhalten wie sie sich verhalten.
Ein banales Beispiel über das ich mich jedes mal wieder ärgere ist folgendes:
Kleiner Pimpf bekommt etwas verboten und will penetrant wissen wieso und Antwort der Mutter ist das berühmte "Weil ich das sage !".
DAS ist in meinen Augen selbst bei einem 3 jährigen schon eine Herabsetzung seiner Persönlichkeit.
Mit zunehmendem Alter werden natürlich die Dinge, die man zu erklären hat immer komplexer, aber das gehört nun mal zu den Herausforderungen der Elternschaft.
 

Magna

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Was du schreibst ist vollkommen richtig.
Allerdings sollten Erklärungen immer möglichst objektiv sein.
Ich sprach auch nicht von Erklärungen, sondern von völlig irrationalem "Ich-hab-ein-Problem-und-niemanden-zum-quatschen"-Gelaber. Kinder sind kein emotionaler Pepierkorb.
Liebe Grüße,
Magna
 

agentP

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Magna, ich bin völlig Deiner Meinung, ich habe das ja auch nur ergänzt, weil mir schien, daß der Satz:
"Er sollte sich als Erzieher im Klaren darüber sein, dass er es mit Kindern zu tun hat, nicht mit Erwachsenen und sich dementsprechend verhalten.
" auch anders auslegbar ist.
 

Deighton

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Hmm, mit einigen Sachen kann ich mich nicht so ganz abfinden.

agentP
Kleiner Pimpf bekommt etwas verboten und will penetrant wissen wieso und Antwort der Mutter ist das berühmte "Weil ich das sage !".

Ich gebe zu, daß es je nachdem um was es gehen könnte, schon die richtige Antwort ist, weil auch jmd. das mal als Antwort akzeptieren muß. Es sollte natürlich nicht die Regel sein, sonder die maximale Ausnahme sein. Ich stimme damit überein, daß Kindern der Sachverhalt, warum etwas so ist oder warum es nicht so ist, schon erläutert werden sollte. Ich bin aber trotzdem fest der Ansicht, das sich ein Kind auch unterordnen muß um gehorsam zu verstehen. Das aber bitte alles in wohldosierten Größen, sonst richtet es Schaden. Ich kenne es auch der eigenen Verwandschaft, da sitzt dann die Mutter mit der fünjährigen auf dem Bett und diskutiert, warum Sie mit 5 schon um 19.30 Uhr im Bett liegen sollte. Das passierte jeden abend, bal regelmäßig. Sicherlich fand ich es als so ein Stepke auch Scheiße so früh in das Bett zu müssen. Es gab auch Ausnahmen, aber es herrschte auch die Regel. Mit wenigen Ausnahmen wird es Kinder geben, die auch in diesem Alter intelektuell begreifen, wo hier die Notwendigkeit des frühen zu Bettgehens liegt. Der Kindergartentag wird nämlich sonst ganz schön lang. Ich hoffe nun, ich bin hier nicht völlig mißverstanden worden. Mir geht es nur um die woldosierte Mischung aus nicht umbedingt zu hinterfragendem Gehorsam und erklärungsbedürftigen Anweisungen, gepaart mit einem kleinenwenig Autorität und Achtung des menschlichen Persönlichkeit.

Als Beispiel: Ich hatte so direkt nichts zu lachen bei meinem Pa, was gesagt wurde, das wurde auch gemacht. Fragen gab es da nicht. Wenn ich zurückdenke und mich dabei selber betrachte, weiß ich genau, was ich damals verstanden hätte als erklärung und was ich besser einfach nur hingenommen hätte, weil ich es eh nicht geblickt hätte. Ich hätte mir vor allem als Kind einen eher salvatorischen Umgangston gewünscht, der nicht zu autoritär ist (dagegen habe ich heute noch eine allergie). Bei meinen eigenen Nichten sehe ich, daß eine Erklärung warum etwas so ist -auch bei den jungen Nichten- schon fruchtet. Das Alter des Verstehens, des objektiven Blickens der Problematik fängt so langsam ab 4 Jahren an. Aber ganz langsam! Ich denke vor diesem Punkt muß einfach akzeptiert werden, das noch keine "Mündigkeit" "zur Persönlichkeit besteht", da ich als erfahrener Mensch das für und wider für das Kind besser abwägen kann.

Halt, langsam. Ich spreche dem Kind nicht die Persönlichkeit ab, sondern behalte mir vor als erfahrener Mensch Entscheidungen für jmd. zu treffen, der u.U. die Tragweite der Entscheidung noch nicht Blick und schlüssig verstehen kann. So ist es besser. Das kann dann schon mal darin enden, daß man o.g. schon mal sagt.
 

agentP

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Das Alter des Verstehens, des objektiven Blickens der Problematik fängt so langsam ab 4 Jahren an.

Das ist aber imho gar nicht der springende Punkt, ob das Kind objektiv das Erklärte versteht, sondern eher, daß das Kind sieht, daß sein Versuch sich zu artikulieren ernst genommen wird.
Eine feste Altersgrenze würde ich dafür nicht ansetzen.
Wenn Du meinen Sohn, der bald 3 wird frägst, warum er abends nach dem Zähneputzen nur noch Wasser kriegt wenn er Durst hat, wirst Du zur Antwort bekommen: "Weil sonst die Zähne kaputt gehen !".
Das halte ich für positiver als wenn er antworten würde "Weil Papa sagt das darf ich nicht !".
Natürlich gibt es Situationen, in denen eine Erklärung nicht drin ist: Wenn er versuchen würde auf die vielbefahrene Hauptstrasse zu laufen, würde ich das nicht erst mit ihm ausdiskutieren.
Aber, und das ist meine persönliche Erfahrung mit meinem Sohn und mit Kindern von Bekannten, Autorität hat auch etwas mit Respekt zu tun und Respekt ist etwas, das nur in beide Richtungen funktioniert. Und einem Kind die eigenen Beweggründe zu erklären, hat imho viel mit Respekt zu tun. Jedes Kind testet in Phasen die Grenzen aus, wie weit es gehen kann, aber ich habe den Eindruck, daß diese Kämpfe bei Kindern die mit diesem Respekt behandelt werden nicht so hart ausfallen.
Desweiteren schafft respektvolle Behandlung Vertrauen und ein Kind, daß seinem Vater (deshalb nicht Mutter, weil das hier der Vaterthread ist :) ) vertraut wird in einer Situation, in der mal keine prompte Erklärung kommt, in der wie Du schreibst " das mal als Antwort akzeptieren muß"
aus diesem Vertrauen heraus auch gehorchen.
Wie gesagt das ist meine Meinung, die sich allerdings massiv auf eigene Erfahrungen gründet.
 
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