STOP Bolkestein - Petition gegen Dienstleistungsrichtlinie

nicolecarina

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NEIN zu einem Europa des Sozialabbaus
NEIN zu einem Europa des Bildungsnotstandes

Auf Initiative des ehemaligen EU-Kommissars Frits Bolkestein (niederländischer Liberaler) wird derzeit ein Richtlinienentwurf (Europarecht) zur Freizügigkeit der Dienstleistungen im Binnenmarkt der EU diskutiert

Wird diese europäische Richtlinie gebilligt, so hätte dies zur Folge, dass sämtliche Dienstleistungen im Europa der 25 wie gewöhnliche Wirtschaftsprodukte behandelt würden. Grundlegende Bereiche wie Kultur, Bildung, Gesundheitsdienste und sämtliche Dienstleistungen im Rahmen der nationalen Systeme zur sozialen Sicherheit könnten denselben wirtschaftlichen Konkurrenzmechanismen unterworfen werden wie sonstige Waren.

Eine solche Entwicklung würde unweigerlich zu einer Verschlechterung der Rechtssysteme bezüglich Renten, Sozialhilfe und der Deckung der Gesundheitskosten zugunsten privater Systeme führen. Sie würde außerdem die Deregulierung unserer Bildungssysteme und schließlich das Ende der kulturellen Vielfalt mit sich bringen. Außerdem hätte die Umsetzung dieser Richtlinie zur Folge, dass die Arbeitnehmerrechte, wie sie in der nationalen Gesetzgebung der EU-Mitgliedsstaaten festgelegt sind, in Frage gestellt würden.

Seit März dieses Jahres schlagen einige politischer Parteien und eine ganze Reihe nationaler und europäischer Instanzen (Verbände, Gewerkschaften etc…) Alarm und rufen zur Mobilisierung der progressiven Kräfte auf, um gegen diesen Richtlinienentwurf zu kämpfen, der einen Sozialabbau zur Folge hätte.
Trotz dieser Aktionen scheint eine große Mehrheit der Mitgliedsstaaten heute eine schnelle Verabschiedung dieses Richtlinienentwurfes zu befürworten. Da es sich um eine Entscheidung handelt, für die keine Einstimmigkeit erforderlich ist, kann keine Regierung und somit erst recht keine politische Partei die Verabschiedung dieser Richtlinie alleine verhindern.
Nur die starke Mobilisierung der Bevölkerung der EU könnte somit diese Entwicklung noch abwenden.
Die Zeit drängt.
Wir bitten Sie daher, ein klares NEIN zu einem Europa des Sozialabbaus zu sagen, indem Sie die elektronische Petition unterzeichnen und diese Nachricht weiterverbreiten.
hier geht zur petition
 

samhain

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so langsam lassen sie die katze aus dem sack und es wird deutlich, wem gerade die EU-erweiterung nach osteuropa (da wo es sich billig produzieren und billig anwerben lässt) eigentlich nützt. diese erweiterung wurde nicht geschaffen, um seinen bewohnern allgemeinen wohlstand zu bringen, sondern der industrie neue absatzmärkte und billigere lohnsklaven zu verschaffen

ein sehr guter artikel zu diesem thema:

...Auch die Folgen der Erweiterung für diese Kernzonen im Westen sind bereits klar absehbar. Der neoliberale Druck kommt spätestens seit dem 1. Mai 2004 aus dem Osten. Dort werken meist in US-Eliteuniversitäten ausgebildete Ökonomen daran, dass - wie der tschechoslowakische Ministerpräsident Vaclav Klaus das einmal ausgedrückt hat - kein Attribut vor dem Wort Marktwirtschaft Platz findet. Durch die von Brüssel gewünschte ausschließlich wirtschaftliche Konvergenz des EU- Regelwerkes, hat ein sozialer Wettlauf nach unten begonnen, bei dem die osteuropäischen Standorte ihre Kostenvorteile nutzen und sie gleich zum Prinzip jedes wirtschaftlichen Handelns erheben. Und diese sind: billige und willige Arbeitskräfte, wenig bis keine, zumindest nicht überprüfte Regulierungen im Arbeitsrecht, die Privatisierung oder Zerschlagung aller öffentlichen Bereiche wie Gesundheit, Rentenvorsorge etc. Insofern sind von deutschen Konzernen auch in der Kern-EU erpresste Arbeitszeitverlängerungen, vermehrte Selbstbehalte im Gesundheitswesen, das Aushöhlen des Generationenvertrages und die angestrebte Privatisierung der Pensionsvorsorge, Hartz IV usw. direkte Auswirkungen der EU- Osterweiterung.
Osterweiterung: Hegemoniale Ambitionen der Europäischen Union

ich habe ja schon einiges zur neuen EU-dienstleistungsrichtlinie im hartz-thread gepostet, aber stelle es nochmal hier rein:

Kapitalismus brutal

EU-Bürokratien basteln an einer Dienstleistungsrichtlinie
EU-Gegnern wurde früher entgegen gehalten, die Europäische Gemeinschaft verfolge das Ziel, all ihren Bürgern ein Leben in Sicherheit und Wohlstand zu verschaffen. Derzeit wird in Brüssel und den Hauptstädten der Mitgliedsländer ein Vorschlag einer Dienstleistungsrichtlinie diskutiert, in dem viele einen Anschlag auf die in einigen Mitgliedsländern noch immer bestehenden hohen Lohn- und Sozialstandards sehen. Die EU-Kommission als Wegbereiterin einer kapitalistischen Gesellschaft nach US-Vorbild...
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18965/1.html

gruß ans heise-forum:wink: :

Eine kleine Auflistung der wichtigen Paragraphen:

Im § 4 (Begriffsbestimmungen) Absatz 2, findet sich folgendes:
"Dienstleistungserbringer jede natürliche Person mit der
Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates und jede juristische
Person, die eine Dienstleistung anbietet oder erbringt" und 4.4
"Herkunftsmitgliedstaat der Mitgliedstaat, auf dessen Hoheitsgebiet
der Dienstleistungserbringer seine Niederlassung hat". Das bedeutet,
dass jeder eine Firma in jedem Land EU's gründen kann.

§ 5.2 "Für den Fall, dass die Mitgliedstaaten von einem
Dienstleistungserbringer (...) ein Zeugnis ...zum Nachweis der
Erfüllung einer Anforderung verlangen, erkennen die Mitgliedstaaten
alle Dokumente eines anderen Mitgliedstaates an, die eine
gleichwertige Funktion haben (...) . Die Mitgliedstaaten verlangen
nicht, dass Dokumente eines anderen Mitgliedstaates im Original, in
beglaubigter Abschrift oder in beglaubigter Übersetzung vorgelegt
werden". Selbst drucken ist erlaubt?

§ 7 (Recht auf Information): "5. Die Mitgliedstaaten setzen die
Absätze 1 bis 4 spätestens bis zum 31. Dezember 2008 um." no comment

§ 9 (Genehmigungsregelungen) Absatz 1: "Die Mitgliedstaaten dürfen
die Aufnahme und die Ausübung einer Dienstleistungstätigkeit nur dann
Genehmigungsregelungen unterwerfen, wenn folgende Voraussetzungen
erfüllt sind: a) die Genehmigungsregelungen sind im Hinblick auf den
betreffenden Dienstleistungserbringer nicht diskriminierend". Toll,
der Statt darf nicht diskriminieren.

§ 14 (Unzulässige Anforderungen): "Die Mitgliedstaaten dürfen die
Aufnahme oder Ausübung einer Dienstleistungstätigkeit auf ihrem
Hoheitsgebiet nicht von Anforderungen folgender Art abhängig machen:
1) diskriminierenden Anforderungen, die direkt oder indirekt auf der
Staatsangehörigkeit oder, für Unternehmen, dem Sitz beruhen,
insbesondere: a) einem Staatsangehörigkeitserfordernis für den
Dienstleistungserbringer, seine Beschäftigten, die Gesellschafter
oder die Mitglieder der Geschäftsführung und der Kontrollorgane; b)
einer Residenzpflicht des Dienstleistungserbringers, seiner
Beschäftigten, der Gesellschafter oder der Mitglieder der
Geschäftsführung und der Kontrollorgane im betreffenden
Hoheitsgebiet; 2) einem Verbot der Errichtung von Niederlassungen in
mehreren Mitgliedstaaten oder der Eintragung in Register oder der
Registrierung bei Standesorganisationen in mehreren Mitgliedstaaten".
Kurz gesagt: Jeder kann seine Firma überall anmelden und seinen Laden
zu hause eröffnen, mit Verkäufern aus einem Billigstaat in der EU.

§ 16 (Herkunftslandprinzip): "1. Die Mitgliedstaaten tragen dafür
Sorge, dass Dienstleistungserbringer lediglich den Bestimmungen ihres
Herkunftsmitgliedstaates unterfallen (...) a) der Pflicht, auf ihrem
Hoheitsgebiet eine Niederlassung zu unterhalten". Also kann jeder -
nicht vergessen: auch juristische Personen - eine Niederlassung oder
den Firmensitz gründen. Klingt das nicht sehr verdächtig nach
Briefkastenfirma? Es klingt nur so, es ist möglich! Das würde auch
bedeuten, dass die Staaten, um Steuern einzunehmen, miteinander um
Zulassungen konkurrieren müssten. Im schlimmsten Fall werden die
Steuern immer weiter gesenkt. Die Dienstleistungsbranche betrifft
70,1% der Wirtschaftsleistung - Anteil steigend. Im schlimmsten Fall
gehen die Staaten pleite - alle!
EU will neoliberalen Kahlschlag

Bolkesteins Bombe

Er ist zwar nicht mehr im Amt, aber seine Hinterlassenschaft droht die Europäische Union endgültig zu einem Tummelplatz des Sozialdarwinismus zu machen. Gemeint ist Exkommissar Frits Bolkestein. Der hinterließ vor seinem Abgang einen Plan zur Deregulierung des gesamten Dienstleistungsbereiches in der EU, dessen Auswirkungen das sozialökonomische Gefüge vieler Mitgliedstaaten pulverisieren könnte..
http://www.jungewelt.de/2005/02-16/002.php

EU-Kommission will mehr Wasserliberalisierung

Gegner schreien auf

Wien (pte) - Die EU-Kommission http://europa.eu.int/comm/ index_de.htm verlangt von zahlreichen europäischen Ländern die Öffnung der Wassersektoren. Dies erfolgt im Rahmen der wieder anlaufenden Verhandlungen zum "General Agreement on Trade Service" (GATS). Die STOPP GATS Kampagne http://www.stoppgats.at will, dass die Forderung zurückgenommen wird...
http://de.news.yahoo.com/050122/295/4dvo8.html
 

antimagnet

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samhain schrieb:
so langsam lassen sie die katze aus dem sack und es wird deutlich, wem gerade die EU-erweiterung nach osteuropa (da wo es sich billig produzieren und billig anwerben lässt) eigentlich nützt. diese erweiterung wurde nicht geschaffen, um seinen bewohnern allgemeinen wohlstand zu bringen, sondern der industrie neue absatzmärkte und billigere lohnsklaven zu verschaffen
was sagen eigentlich die osteuropäer dazu, dass sie nun als billige lohnsklaven missbraucht werden?

:gruebel:

absatzmärkte sind nun mal wichtig für die industrie - nur wo leute was kaufen wollen, kann man ja auch was verkaufen. und was passiert, wenn die arbeit nicht billig genug ist, sieht man ja zur zeit grad hier. die industrie wandert ab. mit welcher art von gesetzen willst du sie denn hier halten?

gruß,
antimagnet :wink:
 

samhain

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@antimagnet

absatzmärkte sind nun mal wichtig für die industrie - nur wo leute was kaufen wollen, kann man ja auch was verkaufen. und was passiert, wenn die arbeit nicht billig genug ist, sieht man ja zur zeit grad hier. die industrie wandert ab.
ich glaube du hast noch nicht richtig verstanden wie das spiel läuft. es geht nicht mehr um kaufen (die leute im osten werden sich die produkte von ihren billiglöhnen wohl kaum leisten können), sondern es geht bei den großen konzernen um renditen.
gerade unternehmen die an der börse notiert sind und in den letzten jahren ihre gewinne immens steigern konnten, bauen immer mehr arbeitsplätze ab, senken bei den verbliebenen arbeitnehmern die löhne usw., weil das die rendite erhöht.

man fühlt sich nur den anteilseignern verpflichtet und kriegen den hals nicht voll.

Shareholder: AnteilseignerInnen (AktionärInnen) eines Unternehmens. Zum grossen Teil Banken, Versicherungen und Investmentfonds, die mit hohen Summen ganze Konzerne kaufen können.
Renditen ergeben sich aus dem Börsenwert eines Unternehmens. Je höher die Renditen, desto höher der Gewinn, der "shareholder-value."
(...)die börsennotierten Unternehmen stehen unter dem Druck der AnteilseignerInnen. Renditen müssen immer und immer weiter gesteigert werden. Damit wird an der Börse Geld verdient, nicht mit Produkten oder Innovationen.
Shareholder-Logik entspricht nicht der betriebswirtschaftlichen Logik. Shareholder spekulieren auf einen kurzfristigen Gewinn, der sich aus einer immer höheren Aktiennotierung ergibt, an der sie beteiligt sind. Die Notierung ergibt sich aus dem Gewinn. Und Gewinn ergibt sich meistens aus Restrukturierungen und Konzernstraffungen. Wörter, die oft eine schöne Umschreibung für Entlassungen und Stellenabbau sind. Für Investitionen in die Produktion oder die Entwicklung neuer Produkte bleibt in diesem System kein Platz. Und deshalb werden so ganz bestimmt keine Arbeitsplätze geschaffen. Ganz im Gegenteil: Das Shareholder-Denken, das sich in den Vorstandetagen der Konzerne durchgesetzt hat, wird den Abbau von Arbeitsplätzen weiter be-schleunigen. Es ist höchste Zeit, die Spekulationsspirale anzuhalten. Auch wenn Unternehmen und Finanzkapital etwas anderes Versprechen: Opfer dieses Systems sind die ArbeitnehmerInnen. Die auf kurzfristige Gewinne ausgerichtete Unternehmenspolitik muss gestoppt werden.
http://www.hmdsl.de/hmdsl03.html

die billiglohnkarawane wird so lange weiterziehen, bis es nichts mehr abzugrasen gibt. hört sich betriebswirtschaftlich sinnlos an, ist aber so. nach ihnen die sintflut!
 

Booth

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samhain schrieb:
diese erweiterung wurde nicht geschaffen, um seinen bewohnern allgemeinen wohlstand zu bringen, sondern der industrie neue absatzmärkte und billigere lohnsklaven zu verschaffen
Wobei sich das eine etwas im Widerspruch zu dem anderen steht. Gleichzeitig billige Lohn"sklaven" und gleichzeitig Absatzmärkte ist schwierig, da Lohn"sklaven" nunmal wenig konsumieren.
Wenn man sich die Situation Anfang der 80er Jahre in Spanien/Portugal und Griechenland anschaut, und mit der heutigen dort vergleicht, hat sich dort auch eine ganze Menge im positiven getan.
Bleibt zu hoffen, daß man dies in 2 Jahrzehnten auch über Osteuropa sagen kann... schaun wir mal. Befürchtungen, daß sich die Situation dort nicht verbessert, habe ich auch zu Hauf - aber ich bin halt Optimist :)

Ach ja - da es ja immer wieder gern gelesen wird ;)
wikipedia schrieb:
Ein Sklave ist ein Mensch, der seiner persönlichen Freiheit beraubt ist, als Sache behandelt wird und als solche im Eigentum eines anderen steht.
gruß
Booth
 

antimagnet

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samhain schrieb:
@antimagnet

absatzmärkte sind nun mal wichtig für die industrie - nur wo leute was kaufen wollen, kann man ja auch was verkaufen. und was passiert, wenn die arbeit nicht billig genug ist, sieht man ja zur zeit grad hier. die industrie wandert ab.
ich glaube du hast noch nicht richtig verstanden wie das spiel läuft.
samhain, du hast gesagt, es ginge nur um absatzmärkte. jetzt sagst du mir, darum gehts gar nicht.

wie sich die osteuropäischen lohnsklaven fühlen, dazu hast du grad gar nix gesagt...

naja, meine lösung beim smart-sourcing-problem wäre nicht, den firmen das personalmanagement vorzuschreiben, sondern die menschen mit einem, gähn, bürgergeld abzusichern, um entlassungen abzufedern. nein, nicht abfedern. man knallt voll auf den harten boden. bürgergeld-boden...

:wink:,
a.
 

Rupert

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antimagnet schrieb:
naja, meine lösung beim smart-sourcing-problem wäre nicht, den firmen das personalmanagement vorzuschreiben, sondern die menschen mit einem, gähn, bürgergeld abzusichern, um entlassungen abzufedern.
Nun musst du mir aber erklären, wie du einem kapitalistischen System, bei dem du dich nicht befähigt fühlst, personalspezifische Grundrichtlinien anzuwenden, einen nicht unerheblichen Anteil seines Gewinnes in Bürgergeld anrechnen willst. :O_O:
 

forcemagick

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antimagnet schrieb:
wie sich die osteuropäischen lohnsklaven fühlen, dazu hast du grad gar nix gesagt...
aus erster hand weiss ich, dass sich z.b. in polen so mancher schon kräftig verarscht fühlt, da dort durchaus aspekte wie das gesundheitssystem unbezalbar werden, preise lustig in luftige höhen klettern und haufenweise arbeitsplätze überflüssig werden... gerade ältere arbeitnehmer haben dort ähnlich pech wie bei uns...
 

antimagnet

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Rupert schrieb:
antimagnet schrieb:
naja, meine lösung beim smart-sourcing-problem wäre nicht, den firmen das personalmanagement vorzuschreiben, sondern die menschen mit einem, gähn, bürgergeld abzusichern, um entlassungen abzufedern.
Nun musst du mir aber erklären, wie du einem kapitalistischen System, bei dem du dich nicht befähigt fühlst, personalspezifische Grundrichtlinien anzuwenden, einen nicht unerheblichen Anteil seines Gewinnes in Bürgergeld anrechnen willst. :O_O:
ääh, steuern? auf den gewinn des unternehmens z.b. und nicht auf die zahl der arbeitsplätze...

@force:

hmmm... ok. trotzdem glaub ich, dass so manche lohnsklaven recht froh sind, um ihren job, den sie ohne eu nicht hätten...
 

forcemagick

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ich weiss nicht ob das nicht ein sich gegenseitig aufheben ist.. einige jüngere werden froh sein.. einige ältere aber auch andere junge werden nicht all zu froh sein...

es wäre interessant einmal eine wirkliche rechnung aufzumachen..

in polen gibt es menschen, die im falle von krankheit die option haben zu sterben, andere buddeln im vorgarten nach kohle und wieder andere überfallen züge...

polen ist ziemlich im arsch... natürlich während man arbeit und sozialsystem bei uns abbaut kann man das geld und die wirtschaftskraft natürlich transferieren... aber irgendwie ist es halt nicht so sehr weit her mit wohlstand für alle...

unterm strich sollten die meisten leute die eu hassen wegen der jobs die sie dank der eu verloren haben...
 

antimagnet

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hi force,

- bleib ma noch ein bisschen hier, mein lieber -


na, ich hab mich auch schon gewundert - das konnte doch gar nicht sein, dass ich so konträr bin zu forcens meinung...

ich weiss nicht ob das nicht ein sich gegenseitig aufheben ist.. einige jüngere werden froh sein.. einige ältere aber auch andere junge werden nicht all zu froh sein...
zustimmung!

es wäre interessant einmal eine wirkliche rechnung aufzumachen..
zustimmung!!

polen ist ziemlich im arsch... natürlich während man arbeit und sozialsystem bei uns abbaut kann man das geld und die wirtschaftskraft natürlich transferieren... aber irgendwie ist es halt nicht so sehr weit her mit wohlstand für alle...
zustimm-... naja, wohlstand für alle bedeutet für uns wahrscheinlich weniger wohlstand (recht simpel, wenns auf mehr verteilt wird). dass das wohlstand-abgeben von unten kommen soll, passt mir da genauso wenig wie dir... -ung!!!

unterm strich sollten die meisten leute die eu hassen wegen der jobs die sie dank der eu verloren haben...
nach langem :gruebel:

du meinst, das system eu, so wies grad ist, ist eine umverteilungsmaschine von unten nach oben?

:gruebel:

es wäre interessant einmal eine wirkliche rechnung aufzumachen..
zustimmung!!!!

:wink:,
antimagnet
 

forcemagick

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antimagnet schrieb:
hi force,

- bleib ma noch ein bisschen hier, mein lieber -
mal sehen mein bester... es gibt hier viele leute die ich vermissen würde... aber ich sags dir mein alter ich hab ja so einen hals stellenweise.. manchmal könnt ich hier in die tasten beißen ... und was das schlimmste ist.. ich hab schon so manches posting mit einem anschlag beantwortet, dass mir die leiste auf der die tastatur liegt fast abgebrochen wäre :twisted: ....

na, ich hab mich auch schon gewundert - das konnte doch gar nicht sein, dass ich so konträr bin zu forcens meinung...
nein mein alter... du bist nicht so konträr zu mir ;) ... wir sind nicht immer einer meinung, aber du bist sicher nicht einer der gründe weshalb ich hier regelmäßig wutanfälle bekomme ;)

du meinst, das system eu, so wies grad ist, ist eine umverteilungsmaschine von unten nach oben?
eine art mafiöse struktur... in erster linie gemacht für die großkonzerne... sicherlich gibts bei der umverteilung auch ein paar gewinner, die vorher nicht oben waren... aber das scheint mir eher ein herunterfallen von brotkrumen... im großen und ganzen scheint es mir schon so, dass alles was in der mitte war nach unten verschoben wird.. es trifft das kleine unternehmertum, das mittlere unternehmertum, und alle arbeitsplätze die daran hängen... es profitieren die großen konzerne und die aktionäre dieser konzerne..

die eu-politik selbst ist ein undurchdringliches chaos so undemokratisch wie eben eine mafiiöse organisation... sicherlich politik und absprachen und kompormiße, dazu war auch die cosanostra schon immer fähig... aber der einfache soldat hatte in der mafia noch nie was zu sagen :twisted: ja und so kommt mir die eu immer mehr vor...

eine ansammlung von wirren prestigeprojekten und entscheidungen zugunsten der giganten... irgendwo darin basel II, dass die mittlere ebene der gesellschaft wegsäbelt...

das system der eu scheint ja so oft so wirr zu sein... vom euronormkasten über die euronormgurke haben wir ja schon so oft darüber gelacht... doch zwischen all den heiteren veranstaltungen kommen so ganz nebenbei richtige hämmer rüber... wie war das mit der öffnung der nationalen märkte was anbieter z.b. sozialer dineste angeht?

bei solchen forderungen werden die probleme gänzlich übersehen, die damit verbunden sind.. oder werden sie billigend in kauf genommen?

die "segnungen" von softwarepatenten werden vielen von uns nochmal das genick brechen... wie viele sind denn hierzulande beschäftigt mit kleiner software auf opensource-basis...

schon allein das system "wer die richtlinien nicht schafft wird mit milliarden strafzahlungen bestraft" ist in meinen augen eher der serie "die sopranos" zuzuordnen als einer sich gegenseitig unterstützenden gemeinschaft..


langer rede kurzer sinn... die eu ist sehr bemüht europa den glaobalen "anforderungen" anzupassen.. dabei wird offenbar bereitwillig über leichen gegangen... die globalen player können sich ein weiteres loch in den arsch freuen... aber der rest von uns profitiert doch kaum .... ich kenne spanier, holländer und polen.. und so richtig am jubeln ist von denen keiner..
 

samhain

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bleib ma noch ein bisschen hier, mein lieber
na aber hallo! :wink:

@antimagnet

zum thema eu-erweiterung und was das gerade in polen für kleine landwirtschaftliche betriebe bringt, gabs mal letztes jahr auf "arte" eine reportage. diese kleinen bauernhöfe, auf denen so wie früher, z.b. kühe und schweine unter einem dach untergebracht sind (schön mit einstreu und viel platz), haben unter der knute der EU-richtlinien keine chance ihre produkte an die leute zu bringen. schweine und kühe unter einem dach sind nämlich verboten, die ställe müssen bestimmten richtlinien entsprechen (spaltenböden?) wenn man seine produkte auch vermarkten will. der polnische bauer war ziemlich am rotieren, weil ihm klar war, das er entweder seine kühe oder seine schweine abschaffen muss, weil beides zusammen nicht geht. eine eigentlich vorbildliche tierhaltung wird dann zugunsten von "moderner" massentierhaltung (die wird besonders subventioniert) abgelöst. dieses problem (das in meinen augen keines ist- ich finde diese regelungen problematisch) haben in polen ganz viele bauern. statt natürlicher landwirtschaft, die dort in weiten teilen noch ganz selbstverständlich ist, wird auf vereinheitlichung gesetzt. viele werden das wirtschaftlich nicht überleben. während man hier von ökoanbau und tiergerechter haltung redet, ist das in polen oft schon längst gegeben und wird trotzdem zerstört.

small is beautiful, soll es aber nicht sein- nur gigantomanie und das reinpressen in vorgefertigte schablonen wird belohnt bzw. akzeptiert.
frage dich mal warum.
 

forcemagick

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antimagnet schrieb:
weil die oben böse sind? oder blöde?

:gruebel:

ich weiß es nicht. warum also?
ja das ist doch schon die antwort :twisted: beides ist wahr... hoffnungslos verblödet und nicht selten auch noch bösartig ;)

nein etwas differenzierter betrachtet haben wohl diejenigen mehr einfluss im rat, die mit massentierhaltung ihr geld verdienen und irgendwelche leute, die entweder kein sonderliches gewissen haben bzw. blöd genug sind das ganze nicht zu durchschauen nicken das dann ab.. wahrschenlich hat das in dem fall der rat für software und technologie abgesegnet ( falls es sowas gibt ;) ) ... man kennt das ja umgekehrt schon ( für softwarepatente ist hier ja der rat für agrar und fischerei zuständig )
 

nicolecarina

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weil die oben böse sind? oder blöde?
die tage sagte einer - mal wieder in einem swr1-leute-interview -
dass sich manager (und wohl auch politiker) in dimensionen bewegen und transaktionen tätigen, die sie selbst gar nicht mehr handlen können.

nicht anders kann ich mir die derzeitige politik erklären sowohl national als auch in vielen eu-ländern und global gesehen gilt das für einige länder auch, die usa allen voran.

es gab zudem eine klasse karikatur, ich glaube samhain hat sie gepostet, bei der die politik ganz oben im elfenbeinturm sitzt während unten die basis wegbricht. nicht anders kann ich mir erklären, dass derzeit das kapital in einem maß abgeschöpft und nach oben verteilt wird - torschlusspanik vor dem totalen crash?

und sicher sind einige über die zeit tatsächlich bösartig, zumindest wohl authistenähnlich geworden. und viele waren sicher schon zu anfang ihrer karriere hoffnungslos verblödet :roll: :wink:

man kann auch sagen: ich bin im endstadium politikverdrossen.

und um seneca wars glaub zu zitieren:
diejenigen, welche zu klug sind selbst in die politik zu gehen, haben leider das pech, dass sie von leuten regiert werden, die dümmer sind als sie.

zumindest sinngemäß sollte das stimmen.

in diesem sinne
stay tuned :wink:
 

delcour

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[antimagnet: weil die oben böse sind? oder blöde?

wenn man die beiträge hier so liest kommt man sich vor wie auf einer vereinigung zur förderung von nationalstaaten und kleinstaaterei.

z.B. Bauern in Polen: Ja, ich fands auch scheiße wie die EU in Polen einmarschiert ist und die armen Leute....HALLO!! kommt mal jemand auf die Idee, dass Polen, wie auch die übrigen osteuropäischen Länder alles versucht haben um der EU BEIZUTRETETEN?? Ihr tut hier gerade so als wenn Polen zu irgend etwas gezwungen wurde...und ja: natürlich gibts verlierer. FRAGE: glaubt jemand von euch ernsthaft, dass Polen besser gehen würde ohne die EU? - dann schaut euch mal bitte alle länder (und ich meine ALLE) länder in mittel-und osteuropa an, welche keine beitrittsperpektive haben. viel spass beim paradies suchen.

dienstleistunsgrichtlinie: bei aller kritik (die sicher, wenn auch nur in teilen, richtig ist!): irgendwie scheint ihr alle der abstrusen idee anzuhängen, dass marktwirtschaft in 25 einzelnen ländern besser ist als ein gemeinsamer markt....?

UND antimagnet: betrifft lohnsklaven aus POLEN: versuche bitte nicht deinen Schutz einheimischer Arbeitsplätz gegen billigkonkurrenz aus Polen als mitgefühl oder gar schutz der polnsichen arbeiter zu verkaufen!! einfache gleichung: erhöhe doch mal die polnsichen löhne (theoretisch) auf deutsches niveau. welcher pole findet nochn job in deutschland? richtig! keiner! ganz toll: theoretisch hohe löhne aber keine arbeit....
 

delcour

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nicolecarina schrieb:
weil die oben böse sind? oder blöde?
man kann auch sagen: ich bin im endstadium politikverdrossen.

:wink:
Ferndiagnose: wenn ich mich die ganze zeit mit derart simplen erklärungsmustern zufrieden geben müsste wäre ich in der tat auch sehr verdrossen und gelangweilt

zu FORCEMAGIC: softwarepatente im rat für fischerei und landwirtschaft? hallo?? mann wer denkt sich denn so ein mist aus? softwarepatente werden im art für wettbewerbsfähigkeit behandelt (nun ja, wo es auch hingehört)....ihr mit euren kruden halbwahrheit (hey sorry, bin neu, ich weiss, aber da schwillt einem der kamm).
 

antimagnet

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soso... :wink:

delcour schrieb:
UND antimagnet: betrifft lohnsklaven aus POLEN: versuche bitte nicht deinen Schutz einheimischer Arbeitsplätz gegen billigkonkurrenz aus Polen als mitgefühl oder gar schutz der polnsichen arbeiter zu verkaufen!! einfache gleichung: erhöhe doch mal die polnsichen löhne (theoretisch) auf deutsches niveau. welcher pole findet nochn job in deutschland? richtig! keiner! ganz toll: theoretisch hohe löhne aber keine arbeit....
:gruebel:


versteh ich jetzt nicht so ganz. was ich sagen wollte, war, dass die polnischen lohnsklaven (der begriff kam ja grade nicht von mir) manchmal ganz schön froh sind, tatsächlich arbeit zu haben. und die haben sie, weil sie billiger sind als wir. wenn die dann uaf jetzigem brd-niveau sind, sind wir vielleicht wieder billiger und die lohnsklaven. mit arbeit. eigentlich sind wir uns da doch einig, delcour: was nutzt uns ein hoher lohn, wenn es keine arbeit gibt?

mein reden in anderen threads: mindestlöhne und kündigungsschutz sein lassen (dafür bürgergeld als soziale grundsicherung).

get down with o.p.p. :wink:
 
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