Schönheits-Ideale ?

Ellinaelea

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Ich setz das absichtlich hier rein und nicht bei Medizin, weil ich nicht die medizinischen Fakten sondern mehr die aktuelle Entwicklung mal ansehen möchte. Die hier von mir aufgeführten Zahlen sollen nur deutlich machen, dass das kein vernachlässigbares Thema mehr ist.

Laut "Gehirn & Geist" nr.5/2005 vom Spektrum-Verlag waren im Jahr 2000 in Deutschland bereits 500'000 Frauen und 70'000 Männer essgestört mit gesundheitlichen Folgen.
In 95% aller Fälle von Anorexia Nervosa sind junge Frauen im Alter von 14-25 betroffen. Bulimia Nervosa entwickelt sich v.a. bei Frauen zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr.
Zitat: "Die direkten und indirekten Kosten für ernährungsbedigte Krankheiten in Deutschland haben die Marke von 50 Millionen Euro bereits überschritten. Tendenz weiter steigend."

Findet ihr solche Frauen hässlich? http://www.dove.de/left_navigation.asp?m1=&m2=&m3= Mir persönlich gefallen sie sehr.

Zudem hab ich vor etwas über einem Jahr auf www.wissenschaft.de den Bericht über eine Studie gelesen, der gemäss v.a. entweder den jungen (noch unerfahrenen) oder den dummen Männer das öffentliche zelebrierte Schönheitsideal der Magersüchtigen so gefällt.

Und da ich ja nun hier auf einer Plattform mit eher intelligenten Menschen bin, wüsste ich gern mal eure Meinung dazu. Wie weit seit ihr (Mann + Frau) selbst von dieser öffentlichen Meinung abhängig und pflegt ebenfalls das magersüchtige Schönheitsideal?
Von Nichts kann das ja nicht kommen. All die jungen Menschen werden mittels Werbung, Konkurrenzdenken und Spott derartig unter Druck gesetzt, dass sie ihre Gesundheit ruinieren und esskrank werden.

Es geht mir hier nicht um die richtig dicken Leute, dass das ungesund ist weiss jeder (In den USA registriert man 280'000 Todesfälle jährlich durch Fettleibigkeit und deren Folgen). Aber was für eine Gesellschaft kann es zulassen, dass ausgerechnet junge Menschen sich Esstörungen angewöhnen, die sehr oft bis in den Tod führen? Beispielsweise können nur 30-50% der Magersüchtigen geheilt werden. Die anderen sterben entweder oder können nur noch mit Medikamenten leben, weil nicht mehr alle Folgeschäden heilbar sind.

Woran liegt es? Das kann nicht allein die Schuld der Werbung sein. Mögen Männer wirklich diese Skelett-Frauen?
Und ihr Frauen? Warum definiert ihr euch so massiv über die Form des Körpers? Es kann doch auch aus anderen Quellen ein gutes und gesundes Selbstwertgefühl erwachsen.
 

Booth

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Ich finde "Extreme" fast immer ungesund (das "fast" steht nur aus Vorsicht da - man soll ja niemals nie sagen ;) ).

Wenn jemand, ohne bestimmte organische Ursachen, die Ernährung so sehr unter- oder übertreibt, daß es körperlich nicht mehr gesund ist, dann läuft definitiv was schief.
Der Grund, gerade bei Frauen, ist völlig klar, und eindeutig zu identifizieren. Eigentlich gehört inzwischen aus meiner Sicht vor jeder Werbung, die mit dünnen und/oder supersportlichen Models wirbt der Spruch "Vorsicht - ein übertriebenes Körperideal kann Ihrer Gesundheit schaden".

Lustig ist es, daß man als Mann auch mehr und mehr diesem Druck ausgesetzt wird. Körperkult ist halt werbeattraktiv, in jeglicher Form. Warum sich das Normalvolk (also auch z.B. ich) durchaus von diesem Scheiss beeinflussen lässt, ist mir noch nicht so ganz klar.
Aber prinzipiell sind wir Menschen als soziale Wesen ja in enormen Maße an der Meinung unserer Umgebung von uns interessiert. Wir wünschen uns von den anderen Menschen Anerkennung und Respekt oder gar, daß man uns mag. Dazu gehört das Äussere durchaus auch dazu.

Bis hier vor allem in der Werbeindustrie, aber auch in anderen Bereiche, wie z.B. der Modebranche, wieder verstärkt normale, im Sinne von "durschnittliche" Körperwerte in den Vordergrund gestellt werden, wird wohl leider noch ein Weilchen vergehen.

Ach - und zum Abschluß, wie ich die Frauen im Link fand: Sehr hübsch und teilweise auch erotisch (erotische Ausstrahlung hängt bei mir eh viel mehr von den Augen als dem Bauch ab). Meine jetzige Freundin ist zwar eher eine kleine, zierliche Person - aber ebenfalls mit einem deutlichen Bäuchlein, und einen ziemlich runden Popo - und sie mag meinen Bauch ebenfalls... gut so :)

gruß
Booth
 

struppo_gong

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Ellinaelea schrieb:
Findet ihr solche Frauen hässlich? http://www.dove.de/left_navigation.asp?m1=&m2=&m3= Mir persönlich gefallen sie sehr.
Wiso denn hässlich? Sie haben schlieslich eine perfekte Haut!
........
Jetzt im Ernst: Mich kotzt diese "wir stellen uns gegens -von den anderen bösen Medien verhängte- Schönheitsideall"- Werbung irgendwie an.
Die promoten doch genauso Schönheitsidealle.
Ich finde es etwas eindimensional, sich bei Schönheitsideallen auf einen Aspekt zu beschränken.
Und so monokausal sind die Ursachen für Magersucht oder niedriges Selbstbewusstsein ganz bestimmt auch nicht.
 

Ellinaelea

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struppo_gong schrieb:
Ich finde es etwas eindimensional, sich bei Schönheitsideallen auf einen Aspekt zu beschränken.
Und so monokausal sind die Ursachen für Magersucht oder niedriges Selbstbewusstsein ganz bestimmt auch nicht.

Ich würd mich freuen, wenn du dich etwas ausführlicher dazu äussern würdest :)
 

InsularMind

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Also ich finde die drei Frauen nicht hässlich oder auch nur geringfügig unattraktiv in irgend einer Art, die schauen wie ganz gewöhnliche Leute aus.

Ich schätze das Schönheitsideal unserer Zeit allerdings nur teilweise hochästhetisiert ein, denn eine sportlich - gesunde Erscheinung und die Präferenz einer Solchen, wenn auch in einem viel weiter gespannten Rahmen als uns das Werbung und Idealvorgabe vorzeigen, das hat durchaus natürliche Gründe, die mit unserer Natur zusammenhängen, mit den Auswahlkriterien für die Partnerfindung -- eigentlich suchen wir Partner aus die möglichst fit und gesund erscheinen, die bestmögliche Zusammenstellung von Eigenschaften anzubieten haben, die wir für unseren Nachwuchs gern hätten.
So sehr viel anders oder erhabener wie bei anderen Tieren läuft das bei uns auch nicht ab, nur haben wir mit unserer Kultur und Geistigkeit einen gewissen Freiraum geschaffen, der so Einige von uns auch entgegen dieser "evolutionären Vernunfthaltung" entscheiden lassen kann, sodass manchmal die Wahl der bestmöglichen Eigenschaftssammlung hinter der Liebesbeziehung zurück fällt.

Klingt sicher alles ziemlich hart und unfair aus dem Funktionsntrieb der Natur, aber unsere Schönheitsideale sind quasi die überästhetisierten Vorstellungen eines optimalen Partners. Beim Kleiderständer a'la Naomi Campbell & Co ist das nicht so einfach nachzuvollziehen, weil eigentlich eine breite Beckenpartie als Symbolismus für "gute, problemlose Kindergebärerin" geschätzt steht, oder ein etwas naturfülliges Staturbild für gesundheit steht und weniger die dürre Rippentrulla mit der Twiggy - Taille -- es sind eben Überbilder, Kunstbilder von einer übertriebenen Schönheit, die hier ihre Auswirkung finden.

Warum sich nun die Masse davon leiten lässt ist einfach zu sagen. Nicht schön und nicht ideal auszusehen ist in unserer Gesellschaft ein Grund für Diskriminierung, Ausschluss, Benachteiligung aller Art. Niemand möchte gerne benachteiligt sein, das fängt schon im Kinderalter an, man möchte so sein wie Barbie, denn Barbie ist beliebt, Barbie ist en vogue, Barbie bekommt die tollsten Typen ab und Barbie ist sportlich - schlank = schön.
In unserer Gesellschaft ist Äußeres viel wichtiger als irgend ein Persönlichkeitswert, und es kanalisiert sich der Drang, die Hoffnung im Leben erfolgreich zu sein, anerkannt und komplimentiert zu werden in dem Versuch, möglichst diesem Ideal von der beliebtesten Figur, der tollsten Frau nahe zu kommen, dieser Übernatürlichkeit entsprechen zu können.

Persönlich finde ich auch Männer attraktiv die etwas schlanker sind als der Durchschnitt, etwa 5 - 15 kg ins Magersüchtige ohne das gleich als Hungergerüst zu sehen, bzw. wünsche mir auch selbst eine Figur zu haben die mindestens proportional zur Größe wäre, das ist eine große Sehnsucht von mir für die ich schon seit der Jugendzeit immer wieder "leide", bzw. auch bereit bin da chirurgisch nachzuhelfen, denn den Unsinn dass im Leben oder in der Gesellschaft "Innere Werte" zählen sollen kann mir keiner mehr weismachen.
Weil in meinem Fall Morbide Adipositas vorliegt ist das vielleicht eher nachzuvollziehen.
Man hätte einfach gern die selben Möglichkeiten auf Teilnahme an Lebensqualität wie ein idealgetreuer Erste Klasse - Mensch, unabhängig davon ob unsere Gesellschaft irgendwann in der fernen Zukunft überwiegend die Fettleibigkeit "in Ordnung" finden mag oder doch eher nicht.
 

Agarthe

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Schöner Thread.

Mir fällt dazu ein, dass der Schlankheitswahn ein Charakteristikum der westlichen Welt ist. In Afrika z.B. wirken mollige Frauen durchaus attraktiv, weil sie (wie von insularmind angesprochen) eine Signalwirkung besitzen, nämlich jene, "ernähren" zu können.

Selbst das Idealbild der römischen Antike hat die Damen und Herren neben einer muskulösen Statur mit einem Wohlstandsbauch abgebildet, der heute unbedingt wegtrainiert gehört.

Die Hungermodells finden die allerwenigsten schön, vermute ich mal, genau wie die allerwenigsten die albernen Fetzen anziehen würden, die die so vortragen. Kennt jemand Mittelmairs Verarsche zu der Obsession-Werbung? (-Ich versteh' da nur: ...was zu eeeeeessen...) :wink:

@insularmind: Nein, Du hast recht - nur auf die "inneren Werte" kommt es auch nicht an, aber es hat viel mit Ausstrahlung zu tun. Wenn jemand eine zufriedene und selbstbewusste Ausstrahlung besitzt, dann wirkt das meistens attraktiv.

edit: wenn Elea erlaubt, würde ich auch noch gerne eine Frage an die Männer hier stellen. Mir ist klar, dass es unterschiedliche Männer gibt, die auf Frauen unterschiedlicher Gewichtsklassen abfahren, aber gibt es eigentlich Männer, die auf kleine Brüste stehen? :O_O:
 
G

Guest

Guest
Ich habe mir vor jahre über Aussehen und Schöhnheit gedanken gemacht.

Schöhnheit ist relativ.

Desweitern ist mir mein wirken dadurch auf andere zimmlich egal, denn warum soll ich für andere mein aussehen verändern!? Um mich zu Presentieren, zwecks Partner wahl !? Nee

Ich habe gemerkt das die Ausstrahlung, das Positive wirken, der Kern des Menschen wichitig ist. Ich will keine Hülle lieben, sondern den Menschen der drin steckt.

Sprich, für mich ist Schöhnheit nicht das eusere sondern das wirken.

Ich habe in meinem Leben schon einge Menschen getoffen die dem Schöhnheits ideal sicherlich nicht entsprachen. (ohne jetzt jemanden beleidigen zu wollen, aber ich denke das diese auch nicht dem Mainstream entsprechen wollen ;))
Nur duch ihre Austrahlung und ihr wirken einfach sehr Positiv gewirkt haben, sprich Schöhn waren/sind.

Dessweiten, wenn ich solche abgemagerten Menschen sehe, bekomme ich automatisch mitleid. Ich denke mir, warum tun sich solche menschen soetwas an. Für andere Menschen, die sie dann vieleicht noch auf ihr euseres Reduzieren!? Hmm abmagern ist vieleicht einfacher, als mit sich selbst klar zu kommen ausgeglichen und positiv denkend durch die Welt zu gehen. Oberflächliche schöhnheit ist einfacher als , aus der Tiefe strahlende ;)
 

innerdatasun

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edit: wenn Elea erlaubt, würde ich auch noch gerne eine Frage an die Männer hier stellen. Mir ist klar, dass es unterschiedliche Männer gibt, die auf Frauen unterschiedlicher Gewichtsklassen abfahren, aber gibt es eigentlich Männer, die auf kleine Brüste stehen?

Ich denke mal das hängt von der eigenen erfahrung ab die man als kleinkind an der brust der mutter gemacht hat.
Ist man gesäugt worden ? War die brust der mutter eher klein oder groß dabei ? Oder ist man mal nur so an die brust der mutter gedrückt worden.
Vielleicht verlangen "großbrustgesäugte" auch im alter nach einer großen brust - vielleicht auch nach einer kleinen ? Was weiß ich.
Vielleicht gibts auch einen zusammenhang zwischen rauchverhalten und sexualverlangen.Vieles vom reinen verhaltensablauf beim rauchen und säugen lässt darauf schließen. Unter dem motto : Verlangt ein zigarrenraucher auch nach einer großen brust.
Also ein tipp an die vielen sich auf der partnerpirsch befindlichen zeitgenossen. Raucht erstmal eine zusammen und schaut genau hin - dann wisst ihr was euch später erwartet.

Edit: noch was zum eigentlichen threadthema. Nicht jede oder jeder unter magersucht oder essverhaltensgestörte muß auch zwangsläufig mager und ein strich in der landschaft sein. Ich kenne auch welche die rein äußerlich vollkommen normal aussehen und auch wirklich ein normales gewicht auf die waage bringen, dennoch ist ihre selbstwahrnehmung vollkommen gestört.
 

agentP

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aber gibt es eigentlich Männer, die auf kleine Brüste stehen?
Gibt es ! Mir zum Beispiel sind große Brüste eher unheimlich. :oops:

Zudem hab ich vor etwas über einem Jahr auf www.wissenschaft.de den Bericht über eine Studie gelesen, der gemäss v.a. entweder den jungen (noch unerfahrenen) oder den dummen Männer das öffentliche zelebrierte Schönheitsideal der Magersüchtigen so gefällt.
Das hört sich wirklich sehr wissenschaftlich an. :lol:

Von Nichts kann das ja nicht kommen. All die jungen Menschen werden mittels Werbung, Konkurrenzdenken und Spott derartig unter Druck gesetzt, dass sie ihre Gesundheit ruinieren und esskrank werden
Essstörungen sind psyschische Störungen die sehr Komplex sind und Ursachen in den verschiedensten Bereichen haben können. Man geht heute von einer Wechselwirkung verschiedener Ursachen aus, die oft auch in der persönlichen psychischen Entwicklung liegen. In den 90er Jahren zB wurde stark auf einem möglichen Zusammenhang zwischen kindlichem Missbrauch und Essstörungen herumgeritten. Wie auch immer: Werbung, Konkurrenzdenken und Spott taugen vielleicht als Auslöser oder als einer von vielen Faktoren, aber sie sind sicher nicht "schuld" an Essstörungen. Dazu gehört schon eine ordentliche Portion Veranlagung, die ihre Ursachen woanders hat.
 

antimagnet

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@agarthe:

jetzt hat das agentp zwar schon bestätigt, aber ich wills mal noch mitbestätigen.

und ich rauche und meine mama ist auch nicht grad zierlich...


:gruebel:
 

agentP

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Das mit der Mutter ist auch glaube ich zu einfach: Man hat ja als Kind auch noch Geschwister, Lehrer, Freunde, Freundeseltern, usw. um sich. Eine solche Prägung könnte ja von weissgottwo herkommen.
 

Agarthe

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Danke für die Antworten! Wer sagt denn, dass dieses Board nicht weiterbildet... :D
 

antimagnet

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ich glaub bei mir ist das angeboren. ich konnte schon als vierjähriger nicht den blick von der kleinen körbchengröße meiner tante abwenden. wurde mir gesagt...


8O - so hab ich wohl gekuckt...
 

erik

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Ich finde das ist weniger eine Frage der Größe als der Elastizität und Beschaffenheit der umgebenden Haut...

*wissenschaftlich ausgedrückt*
 

Anhai

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... um mal wieder auf eigentliche Thema zu kommen :wink:

Findet ihr solche Frauen hässlich? http://www.dove.de/left_navigation.asp?m1=&m2=&m3= Mir persönlich gefallen sie sehr.
Ich muss sagen, diese Dove Werbekampagne nervt mich eher. Hier werden völlig normal Frauen als Dickerchen verkauft, damit man sich damit brüsten kann, dass man gegen das übliche Schönheitsideal angeht. Das da sind keine molligen Frauen, das sind normale Frauen. Die Hungerhaken, die wir sonst in der Werbung sehen sind die "unnormalen".
Essstörungen sind psyschische Störungen die sehr Komplex sind und Ursachen in den verschiedensten Bereichen haben können. Man geht heute von einer Wechselwirkung verschiedener Ursachen aus, die oft auch in der persönlichen psychischen Entwicklung liegen. In den 90er Jahren zB wurde stark auf einem möglichen Zusammenhang zwischen kindlichem Missbrauch und Essstörungen herumgeritten. Wie auch immer: Werbung, Konkurrenzdenken und Spott taugen vielleicht als Auslöser oder als einer von vielen Faktoren, aber sie sind sicher nicht "schuld" an Essstörungen. Dazu gehört schon eine ordentliche Portion Veranlagung, die ihre Ursachen woanders hat.
Als Betroffene kann ich sagen, dass es manchmal eben doch ganz einfach ist. Der einzige Grund für meine Essstörungen war schlicht und einfach, dass ich dem gängigen Ideal entsprechen wollte. Es fing ganz normal mit einer Diät an. Dann kam irgendwann die nächste Diät usw. Sicher hat das Ganze irgendwann eine gewisse Eigendynamik entwickelt und sich zu einer psychischen Störung ausgeweitet. Aber gerade die gestörte Selbstwahrnehmung ist nicht Ursache der Essstörung sondern die Folge. Sicherlich entwickelt nicht jeder, der nicht dem gängigen Idealbild entspricht eine Essstörung und sicher gehört dazu auch ein gewisses Maß an Labilität, aber es ist ganz sicher nicht so, dass Essgestörte von vorne herein irgendwelche psychischen Defizite mitbringen müssen. Viele sind tatsächlich einfach Opfer eines gestörten gesellschaftlichen Idealbildes und nicht einer gestörten Selbstwahrnehmung, die kommt meist erst viel später.
 

Trasher

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Ich glaube, so pauschal kann man das gar nicht beantworten (ich zumindest nicht). Kommt halt immer auch darauf an, was für eine Frau an den Brüsten festgewachsen ist. ;)
Es ist imho immer ein ganzer Pool von Merkmalen, der über die individuelle Attraktivität entscheidet.
 

agentP

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Der einzige Grund für meine Essstörungen war schlicht und einfach, dass ich dem gängigen Ideal entsprechen wollte.
Wobei man natürlich jetzt fragen könnte, ob es nicht schon etwas seltsam ist, bereit zu sein für das gesellschaftliche Ideal den eigenen Körper zu zerstören.
Ich will da aber auch nicht wirklich jemandem widersprechen, der aktuell drinsteckt. Meine Erfahrungen auf dem Gebiet sind 10 Jahre alt und stammen aus einer mehrjährigen Beziehung mit einer Bulimikerin. Ich kann mich nur erinnern, daß bei ihr im Rahmen der Therapie immer nach einem Missbrauch oder etwas ähnlichem in der frühen Kindheit gesucht wurde, das zu dem "gestörten" Verhältnis zum eigenen Körper geführt haben könnte.
Aber zum einen ändern sich ja die Therapieansätze und zum anderen unterscheiden sich ja auch die Fälle.

Ich glaube, so pauschal kann man das gar nicht beantworten (ich zumindest nicht). Kommt halt immer auch darauf an, was für eine Frau an den Brüsten festgewachsen ist.
Agarthe frug nicht nach Frauen im allgemeinen, sondern konkret nach den Brüsten. Natürlich wird mich ein großer Busen nicht abhalten, wenn der Rest stimmt und wenn die Frau zu dumm zum RTL-kucken und hochgradig unsympathisch ist, dann reissen´s auch perfekte Brüste nicht raus.
 
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