Medizin: neue Patentrechte könnte viele Tote fordern

streicher

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Am Januar 2005 treten für die Entwicklungsländer neue Patentrechte in Kraft. Die neuen Richtlinien werden den Einsatz von Generika zurückdrängen, die beispielsweise, antiretrovirale Medikamente könnten unerschwingliche Preise erlangen, da die Pharmaunternehmen mit der Hilfe der WTO-Richtlinien das Preisniveau festlegen können.
Vor allem für die Aids-Bekämpfung entstehen erhebliche Probleme. Wie bei vielen anderen Infektionskrankheiten bilden die Patienten nach Ausbruch der Immunschwächekrankheit nach einem gewissen Behandlungszeitraum Resistenzen oder Unverträglichkeiten gegen die anfänglich eingesetzten Wirkstoffe. Geschieht dies, werden neue Medikamente eingesetzt.

"Die erste Therapielinie werden wir künftig noch abdecken können, weil dabei Präparate zum Einsatz kommen, die sich schon seit geraumer Zeit auf dem Markt befinden", erklärte Luppe im Gespräch mit Telepolis. Wenn diese Stoffe aber in ihrer Wirkung nachließen, würden einzelne bislang eingesetzte Austauschpräparate für die antiretrovirale Therapie künftig schon nicht mehr als Generika zur Verfügung stehen.
Was dachten sich die Strippenzieher der WTO dabei?

Zweifelsohne steht die Bundesregierung in der Handlungspflicht. "Zugangsrechte zu (...) medizinischer Versorgung für alle Menschen weltweit sind wesentliche Voraussetzungen für Entwicklung und müssen deshalb (...) gesichert werden", heißt es in den Koalitionsvereinbarungen zwischen SPD und Bündnis90/ Die Grünen.

Die "Ärzte ohne Grenzen" fordern daher, Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie "durch Dialog und Einmischung seitens der Bundesregierung verstärkt zu transparenten Preisnachlässen, Patentverzichten in ärmeren Ländern, zur Vergabe von freiwilligen Produktionslizenzen und zu verstärkter Forschung an vernachlässigten Krankheiten" zu bewegen.
Bitter notwendig wird der Dialog und Verhandlungen werden, um großes Ungemacht abzuwenden.
Lizenzen zum Töten "Geld oder Leben!" - dazu braucht es keine vorgehaltene Pistole.
 

hives

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Wird ja auch Zeit, dass mal was für die armen Pharmaunternehmen gemacht wird. Die müssen doch ihre Forschungen irgendwie bezahlen. Sonst können sie sich bald keine Patente mehr sichern.... :roll:
 

kaka

Großmeister
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es ist schon schlimm. ausgerechnet die pharmabranche eines der aasverwerter der menschlichen gesellschaft. das die nicht interessiert sind an gesunden menschen, ist eigentlich klar. und nichtzahlende kranke menschen, sind noch uninteressanter. allerdings kann man mit denen auch immer noch geld machen: einfach pestizide und medikamente in den ländern verkaufen, die bei uns schon lange verboten sind. so muß man auch keine teure entsorgung zahlen. supi.
 

forcemagick

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@kaka

ein seltener moment ;) aber dein statement könnte glatt von mir sein ;)

es ist mehr als nur zynisch was in diesem feld läuft...
 
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