Lebensmittelpreise werden erheblich steigen

Giacomo_S

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In meiner Eigenschaft als Küchenchef habe ich von unserem Lieferanten eine Insiderinformation erhalten.
Danach werden in nächster Zeit - bereits ab nächster Woche (!) - die Preise für eine ganze Reihe von Lebensmitteln deutlich steigen (zumindest, was den Großhandel für die Gastronomie betrifft).

Betroffen ist vor allem Fleisch: Rind, Schwein, Kalb, Lamm, Geflügel, aber auch Milchprodukte sollen deutlich teurer werden. Und deutlich heisst schmerzhaft ... es sind Steigerungen von mindestens 20-30% im Gespräch, für bestimmte Fleischprodukte, z.B. argentinische Rinderlende, soll sich der Einkaufspreis mal glatt verdoppeln (von 20,- ==> 40,- Eur / Kilo).

Wer von Euch also seine/n FreundIn zum Steak essen einladen möchte, sollte das jetzt tun, denn bald wird die Gastronomie die Preise empfindlich erhöhen müssen. Unser Lieferant lagert zwar TK-Ware derzeit ein, soviel Platz seine Frosthäuser hergeben, aber es dürfte klar sein, das damit nur kurzfristig Preise abgefedert werden können.
Inwieweit der Endverbraucherhandel betroffen sein wird ist mir noch unklar, sind doch die vier Großen Rewe, Penny, Aldi und Metro bis zum einem gewissen Punkt fähig die Preise zu bestimmen.

Allerdings: Derzeit kommt es bereits zu Lieferengpässen bis hin zu nicht lieferbaren Lebensmitteln. Der Markt ist leer, die Lieferanten wissen z.T. nicht mehr, woher sie die Ware noch bekommen sollen. Und das bei so profanen Waren wie z.B. Tortellini carne - können wir derzeit nicht anbieten, weil nicht lieferbar !

Als Gründe wurden mir genannt:

- Aufgrund der Brände in Russland im Sommer und auch Missernten woanders sind Futtermittel knapp und teuer. Die Preise für Futtermittel haben sich in den letzten Wochen glatt verdoppelt. Auch Milchprodukte und Eier sind daher von Preissteigerungen betroffen.

- Die Chinesen (natürlich die mal wieder) haben den eigenen Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen praktisch dicht gemacht. Es kommt also von dort nichts mehr heraus, gleichzeitig kaufen sie auf, was der Markt hergibt.

- Die allgemeine Zunahme der Weltbevölkerung.
 

Gammel

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Rinderrouladen
vom Jungbullen, aus der Keule
kg
7.99

Frisches Schweinefilet
besonders zart und mager
kg
12.90

Lammkotelett
350-g-Packung
4.99

ok...mal sehen was ich nächste Woche dafür zahle....
 

Rivale-von-Nogar

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Giacomo_S schrieb:
- Die allgemeine Zunahme der Weltbevölkerung.

Zu diesen Thema habe ich heuer im Frühjahr einen eigenen thread erstellt. Das die Lebensmittelpreise um 30% steigen, ist nur das kleinere Übel. Wir werden in Zukunft noch ganz andere Probleme bekommen. Leider gibt es aber auch nicht die geringste Möglichkeit, diesen Prozess entgegenzuwirken, solange sich die meisten weigern aus ihren Elfenbeinturm endlich herauszukommen.
 

Giacomo_S

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Gammel schrieb:
Rinderrouladen
vom Jungbullen, aus der Keule
kg
7.99

Frisches Schweinefilet
besonders zart und mager
kg
12.90

Lammkotelett
350-g-Packung
4.99

ok...mal sehen was ich nächste Woche dafür zahle....

Noch Jungs, noch !
Und wie ich schon sagte: Bislang sind zuerst die Lieferanten der Gastronomie betroffen. Es sollte fairerweise dabei erwähnt sein, dass Gastronomen auch ganz andere Preise (niedrigere nämlich) für Lebensmittel zahlen, schließlich kaufen sie auch andere Mengen in größerer Regelmässigkeit ein.

Und wie ich bereits in meinem Eröffnungsposting angedeutet habe: Inwieweit die Preiserhöhungen sich auf den Endverbrauchermarkt auswirken, bleibt abzuwarten. Denn einerseits beherrschen die vier Großen Aldi, Penny, Metro und Lidl praktisch den deutschen Lebensmittelmarkt. Andererseits ist es möglich, dass sie die Preise (unter Verringerung der eigenen Marge) abfedern.
 

Gammel

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Gammel schrieb:
Rinderrouladen
vom Jungbullen, aus der Keule
kg
7.99

Frisches Schweinefilet
besonders zart und mager
kg
12.90

Lammkotelett
350-g-Packung
4.99

ok...mal sehen was ich nächste Woche dafür zahle....


Rinderrouladen
vom Jungbullen, aus der Keule
kg
10.90
Frisches Schweinefilet
besonders zart und mager
kg
8.80

Lammkotelett
350-g-Packung
4.99


Rind teurer, Schwein billiger, Lamm unverändert.....
 

Helika

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@Gammel:

Vielleicht solltest du "nächste Woche", mit 7 Tage auslegen. Außerdem wäre es gut, wenn uns Giacomo noch einmal Rückmeldung aus dem Großhandel geben könnte.


Die Essenszubereitung wird aber auch teurer: Der Strom- und Gaspreis steigt wieder :motz:
 

Gammel

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Gammel schrieb:
Rinderrouladen
vom Jungbullen, aus der Keule
kg
7.99

Frisches Schweinefilet
besonders zart und mager
kg
12.90

Lammkotelett
350-g-Packung
4.99

ok...mal sehen was ich nächste Woche dafür zahle....

Rinderrouladen
vom Jungbullen, aus der Keule
kg
7.99

Frisches Schweinefilet
besonders zart und mager
kg
12.90

Lammkotelett
350-g-Packung
4.99

Preise unverändert....
 

haruc

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Also bei mir im Ort in der Metzgerei sind die Preise pro Kilo auch scheinbar gleich geblieben... Nach dem Kochen zeigt sich auch warum: Aus dem Kilo Putenbrust werden 600 g zähes Fleisch und 400 ml Kochsalzlösung... Nur so als Anregung...

Mann, wenn ich mir mal Vorstelle, wie sehr unsere Lebensmittel bereits gestreckt sind, dann kann ich garnicht verstehen, warum man sich früher darüber aufgeregt hat, wenn das Brot mit Kartoffelmehl oder Sägespänen gestreckt war...

Klar, ist natürlich die böse Nahrungsmittelindustrie mit ihrem Streben nach Gewinnmaximierung schuld... Aber das würde sie nicht tun, wenn es niemanden gäbe, der den gestreckten Mist kaufen würde.
 

DrJones

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Beim Discounter, ok... Aber dass dir sowas bei deinem ortsansässigen Metzger passiert ist ja schon n Ding!
 

haruc

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DrJones schrieb:
Beim Discounter, ok... Aber dass dir sowas bei deinem ortsansässigen Metzger passiert ist ja schon n Ding!

Allerdings. Was ich vor allem nicht verstehe ist dieses Handeln vor dem Hintergrund des möglichen Bankrotts.

Die meisten Leute ausm Ort kaufen dort nur noch aus Mitleid oder falsch verstandener Solidarität ein. Meine Eltern kaufen ihre Sachen schon längst 2 Orte nebenan in einer Metzgerei mit einem passenden Konzept. Ich mein die Metzgerei bei uns im Ort lässt sich von einem großen Schlachthof in Saarbrücken beliefern, streckt das Fleisch und verkaufts dann für nen Euro teurer als im Laden vom Schlachthof 10 Kilometer westlich... das muss man sich nicht bieten lassen.
 

InsularMind

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Ein Bekannter meint, dass auch die für Biodiesel-Produkte verwendeten Flächen damit zu tun haben könnten, weil so immer weniger Fläche für den Anbau von Grundnahrungsmitteln vorhanden sei. In manchen Ländern könnten sich Leute keinen Mais mehr leisten, weil das, was bisher für die Ernährung bereitgestanden hat, jetzt für Biodiesel-Produkte bebaut wird.

Würde mich mal interessieren, ob es da wirklich Zusammenhänge gibt. Ich habe diese Art Nutzung landwirtschaftlicher Flächen bisher eher für gering gehalten. Ich kenne es eher, dass sich Leute in Ländern, wo beispielsweise Bananen angebaut werden, keine Bananen leisten können, oder Fischer aus westafrikanischen Ländern keine Fische, weil deren Regierungen die Fischereirechte an andere Nutzerländer verkauft haben, aber das ist was ganz anderes. Da frage ich mich eher, ob die nicht auch so, wie die Somalier, bald den Berufszweig wechseln. :|

Na ja, wozu führt es letztendlich, zu größeren Einsparungen, mehr Konsum von Billig-Produkten, processed-foods, Weißmehlhaltiges, Noname-Angeboten, weniger Auswahl an Lebensmitteln. Obst und Gemüse sind für so einige aus dem Bekanntenkreis bereits Luxus-Nahrungsmittel. Kommt aber drauf an, in welchen Kreisen man unterwegs ist, Leute die gut verdienen haben damit wahrscheinlich weniger Probleme. Voraussichtlich produziert das mehr Übergewichtige und Leute, die bisher noch einigermaßen natürliches Zeug gekauft haben, werden dicker, reichern mehr Gifte in sich an. Gemüse aus Ländern, die es mit den Schadstoffen nicht so genau nehmen und Insektizide / Herbizide oder Haltbarkeitsmittelchen auf Teufel-komm-raus anwenden, wird dann eben öfter im Einkaufskorb landen. Außer vielleicht Paprika aus Spanien und Eier, weil da die Leute gerade trendsensibilisiert auf die Skandale reagieren.
Ich mag da manchen Geschäftsinteressen betreffenden Faktor nicht ganz nachvollziehen können, aber eigentlich müssten die ganzen Nahrungsmittel-Firmen und -Händler mehr Summe machen, wenn sie die Sachen günstiger verscheuern. Der stetige Verteuerungstrend scheint sich aber daran festzufressen, dass immer weniger Kunden einen immer weiter steigenden Preis bezahlen sollen, und so Gewinnspannen umständlich am Leben erhalten oder aufgebaut werden sollen. Mir entgeht die Logik davon, andererseits kaufe ich kein Obst oder Gemüse, wenn ich es selbst anbauen kann oder verwilderte, vergessene Bestände nutze.
 

Tramorija

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Ich weiß, eine völlig naive Frage. Was könnte man gegen diese Preistreiberei unternehmen? 8O
 

Zerch

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Das rein profitorientierte Handeln von Nahrungsmitteln an der Börse sollte verboten und abgeschafft werden.
 

POW

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@Tramorija

Das ist keine naive Frage!!! Es ist allerhöchste Zeit dagegen etwas zu unternehmen. Sich zusammenschließen. Miteinander reden. Ideen entwickeln. Denn DIE, die es eigentlich tun solltne, DIE, die unser Vertrauen diesbezüglich hatten, haben sich eben dieses doch bei uns Bürgern/ WÄHLERN verspielt. Und wenn Du Dich ersnthaft mit der Thematik auseinandersetzt und verstehst, wie wir mittlerweile (lebensmitteltechnisch) belogen und vergiftet werden, dann findest auch Du Schritt für Schritt Lösungen und andere Wege. Das ist keine Sache, die von Heut auf Morgen zu ändern ist. Das braucht ein wenig Zeit. Aber auf lange Sicht gesehen funktionierts...Also, immer schön am Ball bleiben...

Edit: Für alle Einsteiger und Interessierten:

http://www.foodwatch.de/



@ zerch

Richtig. Gleichzeitig sollte es vielleicht eine Art Quote geben, um Überproduktionen zu unterbinden ( auf der einen Seite werden lt. Welt Online "ein Drittel der produzierten Lebensmittel" eh vernichtet und ein gewaltig großer Teil der in Deutschland produzierten Tierprodukte gehen nach Ost-Asien. Was für ein Schwachsinn. Gleichzeitig kann bei dieser Überproduktion auf den Einsatz von gewaltigen Mengen Chemie und Pharmaprodukten nicht verzichtet werden, da sont die Mengen nicht erreicht würden. Dies versaut dann noch die Umwalt. Abertausende Tonnen Scheiße müsen dann auch noch irgendwie "verwertet" werden und tun ihr übriges zur Umweltverschmutzung.
 

Giacomo_S

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Mal wieder eine aktuelle Info, diesmal für die Liebhaber der asiatischen Küche:

Derzeit ist Kokosmilch nicht lieferbar. Der Grund ist massiver Schädlingsbefall in den Erzeugerländern (Thailand). Die aktuelle Ernte ist komplett ausgefallen, das Produkt ist in den nächsten 3-6 Monaten nicht lieferbar.

Mein Restaurant hat noch einen Bestand an Kokosmilch-Konzentrat (Dosenware) aufkaufen können, es ist aber bereits absehbar, dass das bald ausverkauft ist. Wer also gerne Thom Ka Gai isst, sollte das jetzt tun - denn bald wird's erst einmal kein Kokos mehr geben.
 

Giacomo_S

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Es mag zynisch sein, angesichts des Leids so vieler Menschen in Japan dieses Thema anzusprechen, dennoch: Das Erdbeben in Japan wird die Lebensmittelpreise steigen lassen.

Durch das Beben wird die Landwirtschaft beeinträchtigt, und es ist anzunehmen, dass auch die Lebensmittelproduktion Japans beträchtlich gestört wird. In der Folge werden die Japaner - 128 Millionen Menschen sind zu versorgen - alles aufkaufen, was die Weltmärkte hergeben.
Die Japaner haben Geld, und sie werden jeden Preis dafür bezahlen.

In einer Welt globalen Lebensmittelhandels werden wir das spüren, schon bald und wahrscheinlich für einige Zeit.
 

sercador

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Giacomo_S schrieb:
Es mag zynisch sein, .
Ja, aber man kann ja trotzdem drüber nachdenken.
Die Japaner haben Geld,
Das stimmt so nicht.
Japan befindet sich seit einigen Jahren in einer Krise.
Richtig Geld, um diese Krise zu meistern haben sie eigentlich nicht.
Andererseits sind sie immer noch eine der stärksten Volkswirtschaften des Planeten.
 

Mother_Shabubu

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Schauen wir doch mal auf die Karte:
eb4_japanland.jpg

http://de.wikipedia.org/wiki/Sendai-Erdbeben_von_2011
Das Erdbeben war auf der Breite von Ishinomaki und war von Tokio bis zur Nordspitze Honshus (Präfektur Aomori) zu spüren. Es bleibt also ein sehr großes Gebiet, das nicht vom Beben betroffen ist und selbst in den betroffenen Gebieten sollte es hauptsächlich an der Küste Probleme geben, also dort, wo der Tsunami Land überschwemmt hat, und weniger im Landesinneren.
 
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