Für Musik und Kunst Freunde!

Kurdistan

Meister
Registriert
13. November 2003
Beiträge
162
Liebe Musik und Kunst Freunde,

heute möchte ich euch als Akt des Kulturaustausches einige Künstler und Musiker aus meiner Heimat Kurdistan vorstellen.

Da viele Kurdistan nur aus den Karl May Märchen kennen, wollte ich mal euch ein Stück meiner Kultur nahe bringen und euch aufzeigen, dass Kurdistan mehr ist als nur "Wild".

Vieleicht finded ihr so gar die Musik schön oder zu mindest Interessant aber
sicher wird euch dan Kurdistan ein Begriff mehr sein.

Ich wünche euch viel Spass beim zuhören.



Die Kamkar Gruppe


Die Kamkar Gruppe ist die führende Musik-Gruppe in der Klassichen Kurdischen Musik.
Sie haben die Kurdiche Musik revolotioniert und erweitert.

Nicht nur bei den Kurden hat sich diese Gruppe einen Namen gemacht auch Weltweit finded sie ihre Anhängerschaft. Erst gestern spielten sie, bei der Nopelpreisvergabe von Frau Shirin Ebadi (Frau Shiren Ebadi bekam den Nopelpreis für Menschrecht für ihren einsatz im Iran), vor der Weltöffendlichkeit in Traditioneler Kurdischen Tracht.

Das Spiel mit den Traditionelen Instrumenten versätzt den Zuhörer in Verzauberung und Bewunderung für die Kurdische Musik.

Auf der Hompage könnt ihr euch einige Lieder downloden und wer English kann, kann einiges mehr über diese Gruppe erfahren.

download hier

http://www.kamkars.net/Main.html

Wer Musik liebt sollte unbedingt sich diese Seite anschauen!
 

Kurdistan

Meister
Registriert
13. November 2003
Beiträge
162
Sivan Perwer "Die Stimme Kurdistans"



Sivan Perwer ist der Berühmteste Kurdische Sänger und der Wertvollste zu gleich für die Kurdische Musik, auf seiner Hompage könnt euch umsehen und seine Musik hören.

Sivans Hompage: http://www.sivanperwer.org
(Wenn ihr Boxen habt könnt ihr direkt beim anklicken der Hompage die Musik hören)
http://www.sivanperwer.org/discography.htm

Da seine Biographie leider auf Englich verfasst ist habe ich versucht eine Deutsche dahrstellung abzugeben.

Bis in die Neunzigerjahre hinein war in der Türkei die kurdische Sprache verboten, dann erfolgte allmählich eine Liberalisierung.

Ab 1991 wurden Musikkassetten, Bücher und Zeitungen auf Kurdisch legalisiert. Aber erst im Jahre 2003 fielen, zumindest auf dem Gesetzespapier, die letzten Schranken.
Seitdem wird in der Türkei über die Zulassung von TV-Programmen und Unterricht in kurdischer Sprache gestritten.

Eine Symbolfigur aus jener Zeit, als jede Äußerung in der verbotnen Sprache bereits ein Politikum darstellte, ist der kurdische Sänger Sivan Perwer.

Geboren im ostanatolischen Urfa, einer der kurdischen Metropolen der Türkei, wuchs Sivan Perwer in einer musikalischen Familie auf, und mit den epischen Liedern und Legenden der Kurden. Anfang der Siebzigerjahre, in der enorm politisierten Atmosphäre jener Zeit, erlangte er rasch Berühmtheit. Sein Ruf gründet sich auf seine charismatische Stimme und sein Repertoire: Traditionelle Volkslieder, für die er sich auf kurdische Poesie aus vergangenen Jahrhunderten stützt, sowie moderne Protestsongs, die das Thema der Unterdrückung aufgreifen.

Als Student an der Universität in Ankara nahm Sivan Perwer erste Kassetten auf, die in kurdischen Kreisen unter der Hand zirkulierten, und zu Gesinnungsgenossen im Irak und im Iran geschmuggelt wurden.

1976 flüchtete Sivan Perwer vor drohenden Repressalien ins Exil, wo er fortan die meiste Zeit seines Lebens verbrachte, in Deutschland und in Schweden.

Über 30 Kassetten, CDs und Videofilme hat er im Laufe seines Lebens aufgenommen, welche die Geschichte des kurdischen Widerstands spiegeln.
Bei seinen Auftritten trägt er meist die traditionelle Kopfbedeckung der Kurden, Cefi, und den Stoffgürtel Kember.

Und trotz der allmählichen Lockerung der Lage in der Türkei sowie, damit einhergehend, der allmählichen Entpolitisierung der kurdischen Musikszene, gilt er noch immer unbestritten als wichtigste musikalische Stimme seines Volkes. "Sivan Perwer ist eine wilde Blume im Garten der Weltkunst", sagte die französische Ex-Präsidentengattin Danielle Mitterrand einst über ihn, als sie sich nach dem zweiten Golfkrieg von 1991 für die Rechte der Kurden einsetzte.

"Er ist ein echter Volkssänger, einer der Besten", lobte ihn sein kurdischer Kollege Ibrahim Tatlises, der in der Türkei als Superstar gilt aber auch nur, weil er den sicheren Weg wählte, und ausschließlich auf Türkisch singt und nicht wie Sivan Perwer sich auf Kurdisch akrtikulirte und damit ins Exil flüchten musste.
 

Kurdistan

Meister
Registriert
13. November 2003
Beiträge
162
Den näcksten Musiker den ich euch vorstellen möchte ist Sharam Nazeri.
Er ist Kurde aus dem Iran und er singt nicht nur Kurdisch sondern auch Persich.

Leider habe ich zu diesem Künstler keinen Link gefunden aber man kann bei Saturn seine Musik erwerben wie übrigens auch die CDs der oben genannten Künstler.

33 Iran/Kurdistan
Sharam Nazeri & Ensemble Alizadeh
Nowruz
Traditional & Classical Music



Der Gesangsvirtuose Sharam Nazeri lieferte zum Neujahrsfest "Nowroz" eine packende Performance, die Kennerkreise für seine beste Aufnahme halten. Bereits in seiner Jugend wurde er zu den Versammlungen der Sufi-Bruderschaft gerufen, um Texte der großen Sufi-Dichter vorzutragen. Die außergewöhnliche Schönheit seiner Stimme, die vibrierende Wärme seines Gesangs verzaubert immer wieder sein Publikum. Nazeri zählt zu den großen Meistern des klassischen Gesangs, trägt aber auch gerne kurdische Volkslieder vor oder läßt Elemente kurdischer Musik in klassisch-persische Kompositionen einfließen. Mit Nazeri stand ein achtköpfiges Ensemble aus exzellenten Musikern auf der Bühne des ausverkauften Kölner Gürzenichs. Unter der Leitung des Virtuosen der Laute "Tar", Hossein Alizadeh, zelebrierten sie auf Saiten- und Streichinstrumenten, Flöten und Trommeln einen phantastischen Ensemble-Klang, der eine elektrisierende Atmosphäre schaffte.
 

Kurdistan

Meister
Registriert
13. November 2003
Beiträge
162
Auf dieser Seite könnt ihr euch Kurdische Kunst, Musik, Bilder etc anschauen.

Senandaj.com ist eine Seite aus Kurdistan Iran also wärded ihr haubtsächlich auch nur zum iranischen Teil Kurdistans etwas finden.

Es gibt unzählige andere Seiten über Kurdistan Türkei, Irak und Syriens doch ich denke die Seite reicht fürs erste.

Wenn ihr bedarf besteht und anfragen kommen, preäsentire ich euch gern auch andere Seiten!

http://www.sanandaj.com/postcard/index.cgi?content=art2.html
 

Diskordias Legionär

Erleuchteter
Registriert
25. April 2002
Beiträge
1.309
Der andrang scheint deine Bemühungen nicht ganz zu würdigen! Die meinsten Leute hören wohl doch Musik in Sprachen, die sie wenigstens etwas verstehen!

...nichts für ungut
 

Kurdistan

Meister
Registriert
13. November 2003
Beiträge
162
Das ist nicht sonderlich schlimm, den ich weiß selbst was neues zu hören ist nicht so ganz einfach.

Aber wenn sich auch nur einer hier hin veriert und dadurch einige Änste verliert und Vorurteile damit abgebaut werden, hat sich mein Posting gelohnt.

Musik ist Universel und kann zwichen den Kulturen verständigen und Änste abbauen helfen.

Als wir durch den Iran-Irak Krieg nach Deutschland flüchten mussten, fürchtete ich mich ganz besondern wegen der Andersartikkeit der Deutschen.

Alles schien fremd und ungewöhnlich, durch die Karneval fand ich erste Kontakte zu den Deutschen. Sie luden mich zu einer Kanevalssitzung ein und ich fand Freunde.

Kultur auszutauschen ist sehr wichtig, so verliert man sehr viel an Vorurteile und Ängste.

Ich werde weitermachen, vileicht verirren sich doch noch einige mehr hier ihn und wen nicht ist das auch nicht weiter schlimm den ausser Speicherpaltz nimmt der Beitrag niemanden etwas weg.

Vileicht haben ja einige reingeschaut aber dazu nichts geschrieben, wer weiß.

Es sei den der Admin ist darüber etwas verärgert dass speicherplatz verbraucht wird, dan soll er sich bitte melden und ich löch den Beitrag. Aber ich denke es gab schon so manch nutzloseren Beitrag als diesen hier, aber auch das ist Ansichtsache.

MfG
 

Skywalker

Meister
Registriert
23. September 2002
Beiträge
188
Ich habe den Thread gerade erst entdeckt, bin aber außerordentlich fasziniert.
Leider habe ich derzeit keinen Realplayer installiert, hole das aber morgen nach und werde dann mal reinhören.
Sind die von Dir genannten Künstler aus dem klassischen oder dem neueren/populären Bereich? Als Musikwissenschaftler würden mich auchnoch formale Strukturen der kurdischen Musik interessieren, hast Du da eventuell Links mit Informationen über Skalensysteme und ähnliches?

Danke schonmal und beste Grüße

Skywalker
 

Kurdistan

Meister
Registriert
13. November 2003
Beiträge
162
Die Kamkar Gruppe und Sharam Nazeri kannst du in der Klassichen Kurdischen Musik einortnen. Sivan Perwer ist hingengen im populären Bereich einzuortnen und seine Musik ist sehr politisiert da die Kurdische Sprache in der Türkei Jahrelang verboten war. In seiner Musik spricht er Unterdrückung, Freiheitsdran etc. an.

Allso mit der Musikwissenschaft kenne ich mich nicht so aus und ich weiß nicht in wie weit überhaubt auf diesem Gebiet geforscht wurde.

Ich kann dir nur ratten in der Bücherrei danach zu Fragen, sicher wirst du da fündig und mehr erfahren.

Ich habe einen Link gefunden der auf Bücher hinweist, vieleicht findest du hier einige Antworten.

Dieter Christensen

Office:
Center for Ethnomusicology MC1815
606 Dodge
Columbia University
New York NY 10027
http://www.columbia.edu/~dc22/dcbib.htm

MfG

P.S. Ich bin zwar kein Experte aber ich kann mir denken, um als Wissenschaftler Musik zu erforschen muss man doch bestimmt auch die Hintergründe der Sprache kennen. Da es viele Mundarten und Dialekte gibt, wird das sicher nicht leicht und stellt eine riesige Herrausforderung da.

Ich denke das diese PDF-Datei über die Kurdische Sprache, von Dr. Jemal Nebaz dir weiterhelfen könnte: http://www.kurdbun.de/nebez/sprache.pdf

Naja, es freut mich das du so interessiert bist an der Musikwissenschaft aber ich denke eine Facharbeit über die Kurdische Musik zu schreiben dürfte sich als sehr schwer erweisen, einfach weil zu wenig geforscht wurde auf diesem Gebiet. Aber ich würde mich wirklich sehr freuen wen es irgendwann einem Wissenschaftler gelingt diese Dinge auf dem Grund zu gehen.

Drotzdem danke ich dir für dein Interesse und wünche dir weiterhin viel Spass bei deiner Wissenschaft.

Falls ich dir irgendwie, als leihe helfen kann kannst du mir gern schreiben.
 

THG

Ehrenmitglied
Registriert
24. Juni 2002
Beiträge
2.002
sieht aus als ob der nen riesen löffel über die schultern hat.
nichts für ungut. ;)

 

Skywalker

Meister
Registriert
23. September 2002
Beiträge
188
Hm, irgendwie funktionieren die Musikstücke bei mir nicht, bekomme nur störgeräusche...
Dennoch vielen Dank für die Informationen, ich schau' nach den Ferien mal in der Bibliothek.

Gruß

Skywalker
 

Kurdistan

Meister
Registriert
13. November 2003
Beiträge
162
Hab ich gern gemacht!

Die Cds der Interpreten kannst du dir ja auch bei Saturn nach anfrage anhören (kaufen musst du sie nich!).

MfG
 

Kurdistan

Meister
Registriert
13. November 2003
Beiträge
162
Die Kurdische Sprache

Kurdisch wird heutzutage in Irak, Iran, Syrien, Türkei, Libanon, Armenien, Kirgisien, Kasachstan, Turkmenien und in vielen europäischen Ländern von ca. 30 ? 35 Millionen Kurden gesprochen.

Die kurdische Sprache gehört zum west-iranischen Zweig der indoeuropäischen Sprachfamilie. Einige Forscher meinen man sollte die Wurzeln der kurdischen Sprache in der medischen Kultur suchen. So schrieb z.B. der Deutsche Eickstedt:

"Ohne medische Sprache gäbe es heute kein Kurdisches Volk."

Joh. Dav. Michaelis schrieb ebenso dass Kurden von Meder abstammen und schrieb:

"Die Kurden gehören zu dem großen medisch-persischen Völkerstamm; und wenn sie Abkömmlinge der alten Chaldäer sind, die ehemals auf diesen Gebirgen wohnten, so waren auch diese ein mit den Persern und Medern verwandtes, von Assyriern, Syrern und Babyloniern aber, in Sprache und Abkunft ganz verschiedenes Volk."

Ferdinand Justi, der sein Buch (Kurdische Grammatik) 1880 in St. Petersburg veröffentlicht hatte, spricht mit Begeisterung über die kurdische Sprache und die Kurden und schreibt in der Vorrede des Buches:
[Khorasan Kurden]

"Die kurdische Sprache wird von einem Volke gesprochen, aus welchem Herrscher wie Saladin und Nadirschah entsprungen sind, und dessen ausgezeichnete Begabung und ritterlicher Sinn von den europäischen Reisenden, welche nicht bloß durch sein Gebiet reisten, sondern sich die Mühe gaben, dasselbe längere Zeit zu beobachten, nicht genug gelobt werden kann."

Prof. Syies:

"Meder sind kurdische Stämme die mit dem assyrischen Land benachbart sind. Diese sind von der Sprache her indoeuropäisch und von der Herkunft her Arier. "

Ebenso schrieben weitere andere Forscher sowie Prof. V. Minorsky, W.C.F. Wilson, irakischer Prof. Taha Baqr,Theodor Nöldeke, der legendere kurdische Führer Nuri Dersimi, C.S.A. Edmonds, armenischer Historiker Masay Xorinsky, Mehrdad Izady, dass Kurden die Nachfahren der Meder sind und die Wurzeln der kurdischen Sprache in der medischen Kultur gesucht werden sollte.

Es gibt natürlich auch andere Forscher die eine andere Ansicht teilen. Prof. N. Marr meinte z.B. dass kurdische Sprache eine kaukasische Sprache ist.

In den Zeiten der Sassaniden war die Beziehung der Pahlavi und Kurdisch ähnlich wie jetzige Italienisch und Französisch. Die alte kurdische Sprache hat die Verwandtschaft zur Pahlavani 500-1000 nach Christus in den Gorani-, Zazaki-, Awramani-Dialekten weiterhin bewahrt.

Kurdische Dialekte

Mehrdad Izady teilt die kurdische Sprache in 2 Gruppen auf:

l) Kurmanci Gruppe: Diese Gruppe hat 2 Hauptteile namens Bahdinani (oder Nord Kurmanci) und Sorani (oder Süd Kurmanci).

ll) Pahlawani Gruppe: Diese Gruppe hat auch 2 Hauptteile namens Dimili (oder Zazaki, K?rmancki) und Gorani.

Beide Gruppen haben sich 200 nach Christus von Proto-Kurdisch getrennt und zwei parallele Wege genommen.

Peter Lerch schrieb in seinem Buch Forschungen über die Kurden und die iranischen Nordchäldaer, Petersburg, 1857-1958?, dass die kurdische Sprache aus fünf Dialekten besteht und nannte sie als Zaza, Kurmancî, Kelhurî, Gûranî und Lurî.

Kurdische Sprache könnte man unter fünf Gruppen zusammenfassen.

1) Kurmanci (Kurmandji)

2) Sorani

3) Dimli ( Zazaki, Kermancki, Kerdki)

4) Gorani (Hewrami)

5) Luri

Kurmanci :

Dieser Dialekt wird im türkischen, syrischen, irakischen, iranischen Kurdistan, in Armenien, Khorasan (Nordost-Iran), Libanon und in einigen alten Sowjet-Staaten gesprochen.

Kurmanci wird hauptsächlich auf dem Territorium der Türkischen Republik gesprochen, wo seit über sechzig Jahren eine legale Verbreitung und Pflege oder gar ein Studium der kurdischen Sprache staatlicherseits unmöglich gemacht wird. Nicht nur ist dadurch eine mögliche Annäherung der vielen Mundarten etwa durch den Einfluss über Radio und Zeitungen verbreiteten hochkurdischen Schriftsprache unterblieben, schlimmer noch: Die radikalen Umbrüche der neueren Gesellschaftsentwicklung gingen fast spurlos an den nordkurdischen Dialekten vorüber, was dazu führte, dass sie weder von ihrer lexikalischen noch der strukturellen Spannweite her die sozi-politischen Realitäten des modernen gesellschaftlichen Lebens angemessen ausdrücken können. Ab 15. Jh. findet man geschriebene Literaturstücke in diesem Dialekt. Einige ganz wichtige Werke von diesen sind z.B. Elîyê Herîrî (1425-1495), Feqîyê Teyran (1590-1660), Melayê Cizîrî (1570-1640) und Ehmedê Xanî (1650-1707).

Sorani:

Diesen Dialekt nennt man auch Kermancî Xwarû und wird von vielen Kurden aus Iran und Irak gesprochen. Es gibt sehr viele Schriftstücke in diesem Dialekt. Sorani ist durch markante Unterschiede von Kurmanci und Dimli getrennt. Das zeigt sich vor allem im Wegfall von Kasus und Genus bei Substantiven und Pronomina im Sorani-Dialekt, Formen, die sich in Kurmanci und Dimli erhalten haben. Man unterscheidet dort weiterhin zwischen Femininum und Maskulinum und verzichtet auf die im Sorani geläufigen Pronominal- Suffixe, wie auch auf eine gesonderte Passivkonjugation der Verben. Dafür existiert im Kurmanci zumindest eine Futurform, eine Zeitstufe, die im Sorani vollständig fehlt.



Dimli:

Dieser Dialekt wird in türkischem Kurdistan in den Städten wie Dersim, Çewlig (Bingöl), Xarpêt (Elazig), Diyarbekir, Ez?rgan (Erzincan), Sêwreg (Siverek), Gimgim (Varto), Sêvaz (Qoçgiri), Hinis, Motki gesprochen. Im Dersim-Gebiet nennen diese Kurden den gesprochenen Dialekt als Kermancki, in Siverek als Dimli, in den übrigen Gebieten wie Gimgim(Varto) und Çewlig als Zazaki. Der berühmte Turkologe Ziya Gökalp, der selbst ein Zaza-Kurde war, schrieb in seinem Buch:

"Diese (Zazas) nennen sich als "Kirt". Sie nennen kurmanci sprechende Kurden als kürdasi oder kerdasi. Die Türken haben den Namen "Kurde" für Gurmançs (kurmanc) benutzt. Wenn man sagen will "ist dieser Mann Kurde oder Zaza" meint man mit Kurde die Gurmançs (kurmanc). Den Namen Zaza haben den Dimlis wiederum die Türken gegeben. Das Wort Zaza wird weder von Zazaki-Sprecher noch von Gurmanç-Sprecher benutzt. (1910 Kürt Airetleri hakkenda Sosyolojik Tetkikler, Ziya Gökalp)

In diesem Dialekt trifft man sehr oft die Aussprache von "z" was im Deutschen "s" in "Sonne" entspricht. Daher wurden diese Kurden auch als Stotterer verspotttet und vermutlich auch von Türken als Zaza genannt. Das älteste literarische Werk ist die religiöse Schrift (Mewlýd) aus dem Jahr 1898 von Ehmedê Xasi. Dieses Werk wurde 1899 mit dem arabischen, 1984 mit dem lateinischen Alphabet verfasst. Ein weiteres Schriftwerk ist Biyîê Pêxemberî (Mewlûda Nebî) aus dem Jahr 1903 von Usman Efendîyo Babej. Dieses Buch wurde 1933 in Damaskus mit dem arabischen Alphabet veröffentlicht.

Gorani:

Dieser Dialekt wird manchmal auch Hewrami genannt und steht zu Zazaki (Dimli) sehr nah. Der Gorani-Dialekt wird im Provinz [Howraman] Kermanschah und in den Hewraman Gebirgen von einer kleinen Gruppe gesprochen. In diesem Dialekt gibt es die ältesten literarische Schriftstücke der Kurdischen Sprache. Viele Sprecher dieses Dialektes gehören zu der religiösen Gruppierung Ehl-e Hakk. Es gibt sehr viele religiöse Schriftstücke die in diesem Dialekt geschrieben sind. Gorani wurde bis zum 19. Jh. von vielen Kurden in Iran und Irak benutzt aber später mehr und mehr vom Sorani-Dialekt verdrängt. Vermutlich wurde Sorani durch die sunnitischen Einflüsse wichtiger und dadurch wurde dieser Dialekt auch stärker. Man kann es heute auch ganz klar sehen, dass Gorani-Dialekt überwiegend von Ehl-e Hakk Kurden gesprochen wird.

Die wichtigsten Schriftwerke sind:

874-Seitige Shîrîn u Xusrew aus dem Jahr 1975 von Xanay Qûbadi (gelebt 1700-1759). Veröffentlicht wurde es in Bagdad.

789-Seitiger Diwan im 19. Jh. vom Dichter Feqe Qadiri Hemewend.
Der Koran in Gorani im 19.Jh. von Haci Nuri Eli Ilahi (Nuri Eli Shah).

Luri (klein):

Zu dieser Gruppe gehören Kermanshahi, Lürri, Laki, Fayli, Kelhuri und Xaneqînî Mundarten.

Die Einordnung der sogenannten Gross-Luri zur kurdischen Sprache ist bestritten aber die oben aufgezählten Mundarten werden eindeutig zur kurdischen Sprache eingeordnet. Die Sprecher dieser Mundarten sind Schiiten daher wurden sie sehr oft von Persern wegen der gemeinsamen Religionszugehörigkeit ausgenutzt und beeinflusst.
1596 schrieb Serefhan, Fürst von Bitlis in seinem Geschichtswerk "Serefname" (Pracht der kurdischen Nation): "Kurden werden kulturell und sprachlich in vier Gruppen aufgeteilt: Kurmanc, Lur, Kelhur und Goran."

Hier ein Diagramm zu den Kurdischen Dialekten:
 

Ähnliche Beiträge

Oben