Eine Generation von Halbwissenden?

Centauri

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Neue Medien, neue Generation?

Auszug aus einer studentischen Zeitschrift für Sprache und Generation:
(...) Was wir brauchen sind nicht Menschen, sondern Bildschirme. Wir sind, auf sozialer und geistiger Ebene, Jahrgänge geballter Unfähigkeit. (...)

(...) Bücherwälzen mussten wir nie; in der Generation der Zeitungsleser sind wir nie gewesen. Lesen und Verstehen anhand von Papier ist höchstens ein Mittel, um Intellekt zu verkörpern, nicht jedoch ein Anreiz zum Selbst-Denken, und ganz sicher nicht ein Interesse weckendes Medium! (...)

http://www.tu-chemnitz.de/phil/leo/rahmen.php?seite=r_medn/gojowczyk_generation.php


(...) Es bilden sich also Gesellschaften innerhalb der Gesellschaft heraus, welche die anderen in zunehmendem Maße zu Unbekannten und Fremden werden lassen. (...)


http://www.tu-chemnitz.de/phil/leo/rahmen.php?seite=r_medn/mauersberger_techno.php


Engel auf Irrwegen.
Über den rasanten Bedeutungszuwachs der Kommunikation im Zeitalter der Technopolis.
 

timmelpilz

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Also den ersten Text finde ich zu sehr verallgemeinert. Sicherlich, gewisse Wahrheiten beherbergt der Text und Klischees haben auch immer einen wahren Hintergrund, trotzdem muss ich sagen er gefällt mir nicht. Kommt mir vor als ob der Verfasser selbst "pseudo-intellektuell" tut, zu viel Geschwafel.
Der zweite Text ist schon besser. Und der Verfasser hat Recht, die Sprache verarmt....im Sinne von vereinheitlicht und Sprachen wachsen zusammen (Beispiel: denglisch). Das ist, auch wenns blöd klingt, vergleichbar mit Kulturen und "Rassen" (ich mag den Begriff eigentlich nicht), die sich vermischen. Irgendwann ist alles vermischt und keiner kann noch behaupten von welchem Ursprung er herkommt. Mit der Sprache wird voraussichtlich das gleiche passieren, bis alle irgendwann nur noch eine Sprache sprechen.
Allerdings würde der Prozess noch einige Millionen Jahre dauern und so viel Zeit geb ich der Menschheit auf der Erde gar nicht mehr! :twisted:

MfG timmelpilz
 

struppo_gong

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Auszug aus einer studentischen Zeitschrift für Sprache und Generation:
(...) Was wir brauchen sind nicht Menschen, sondern Bildschirme. Wir sind, auf sozialer und geistiger Ebene, Jahrgänge geballter Unfähigkeit. (...)


(...) Bücherwälzen mussten wir nie; in der Generation der Zeitungsleser sind wir nie gewesen. Lesen und Verstehen anhand von Papier ist höchstens ein Mittel, um Intellekt zu verkörpern, nicht jedoch ein Anreiz zum Selbst-Denken, und ganz sicher nicht ein Interesse weckendes Medium! (...)

http://www.tu-chemnitz.de/phil/leo/rahmen.php?seite=r_medn/gojowczyk_generation.php
hmm ich verstehe nicht, was der unterschied ist ob man jetzt informationen vom papier abliest oder vom monitor. naja vll ein stilelement des textes um einen unterschied zu frueher herzustellen?
ausserdem geht der artikel etwas sehr verallgemeinernd mit dem Begriff Generation um. gab es denn eine zeitungslesergeneration. oder ist das auf die vor tv generationen bezogen?

oh ich hab grad den ersten artikel gelesen und sehe, dass die 17jaehrige autorin alles gesagte am ende sowiso nochmal relativiert.
ich dachte erst sie greift einfach die klischees und scheindiskussion darueber auf, um sie gleichzeitg zu konstatieren.
naja stilistisch verstehe ich deshalb schon dass sie fuer sowas einen preis gewinnen konnte. aufschlussreich ist das eher begrenzt.
 

DrJones

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Hier in Tübingen gibts auch solche Studentenblätter die mit
großen Worten soziale oder sonstwie geartete Missstände anprangern.
Es stehen oft ziemlich aufrüttelnde und auch wirklich wissenswerte
Themen drin und ab und zu wünsche ich mir auch über das ein
oder andere Thema besser informiert zu sein.

Manchmal hab ich aber das Gefühl das dadurch nur eine Art Elitebewusstsein der sowas in der Art geweckt werden soll.
'Schließlich sind wir ja die schlauen Studenten, wir rennen ja ständig
in die Bücherei,höhö. Soll Deutschland doch verdummen, ich mach
ja bald mein Diplom, damit hebe ich mich ja dann endgültig über
die medienüberfluteten Massen.'
[/i]
 

Centauri

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hmm ich verstehe nicht, was der unterschied ist ob man jetzt informationen vom papier abliest oder vom monitor. naja vll ein stilelement des textes um einen unterschied zu frueher herzustellen?
ausserdem geht der artikel etwas sehr verallgemeinernd mit dem Begriff Generation um. gab es denn eine zeitungslesergeneration. oder ist das auf die vor tv generationen bezogen?


Ich schätze mal es ist auf die vor Tv Generation bezogen.




Allerdings würde der Prozess noch einige Millionen Jahre dauern und so viel Zeit geb ich der Menschheit auf der Erde gar nicht mehr! Twisted Evil


Wie lange würdest du ihnen denn noch geben?
Ich fand den zweiten Text auch besser, vor allem den Comicausschnitt, der ist gut.
Jemand sitzt vor dem Chat und beschreibt sich selber als den perfekten Menschen, der er gar nicht ist.
Sieh dir den einmal an, der ist einfach zu gut.
Da sitzen zwei völlig verschiedene Menschen vor ihrem Compi und schreiben sich gegenseitig Dinge wie:
Meine blondes Haar fällt über meine vollen Brüste, mein roter Mund ist feucht, und dabei ist er gar keine Frau.
 

timmelpilz

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Den Comic hab ich auch gesehen, bin fast vom Stuhl gefallen vor Lachen. :)

Centauri schrieb:
Wie lange würdest du ihnen denn noch geben?

Weiß ich nicht, schwer einzuschätzen, schon noch ne ganze Weile, weil die Menschen notfalls sehr anpassungsfähig sind meiner Meinung nach. Aber wenn man überlegt, dass sie grade mal ein paar Tausend Jahre existieren, was ja vergleichsweise zum Alter der Erde, n Witz ist, dann geb ich ihnen einfach nicht genug Zeit, um eine einheitliche Sprache zu entwickeln.......was ich auch eigentlich gar nicht für nötig halte. Ich denke nur, dass es ohne Veränderung weiterer Umstände wie etwa der Natur irgendwann soweit kommen würde, dass alle gleich sprechen.
War jetzt alles blöd ausgedrückt, aber so in etwa war das gemeint. :wink:

MfG timmelpilz
 

struppo_gong

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ich glaube nicht, dass es millionen von jahren dauern würde bis es eine einheitssprache gibt. es spricht ja schon heute ein großer prozentsatz englisch.
Das Pänomen erst und zweit (...) Sprache wird aber bestehen bleiben wenns gut läuft. oder neue sprachen entstehen. So dumm sind die Menschen als ganzes ja auch nicht, um nicht zu wissen, dass Sprache das denken formt. Also ist das eher eine politische Frage.

ausserdem kann es schon aus evolutionstechnischen gründen in ein paar millionen jahren keine menschen mehr geben. (vielleicht ist dann ja sprache gar nicht mehr nötig.

ganz zu schweigen davon, dass menschen in millionen jahren locker die möglichkeit haben andere planeten zu terraformen und unabhängige räumlich sehr getrennte kulturen zu bilden.
aber das ist zukunftsmusik. erstmal muss man die probleme hier lösen.

die universalisierung der Werte, die mit der Globalisierung einhergeht hat ja durchaus auch sehr begrüßenswerte Effekte.
und die Vernetzung der menschen, die ja auch teil davon ist hat ja auch positive Folgen.
 

Boabdil1492

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(...) Bücherwälzen mussten wir nie; in der Generation der Zeitungsleser sind wir nie gewesen. Lesen und Verstehen anhand von Papier ist höchstens ein Mittel, um Intellekt zu verkörpern, nicht jedoch ein Anreiz zum Selbst-Denken, und ganz sicher nicht ein Interesse weckendes Medium! (...)

Da ist mehr Zivilisationkritik als Kulturkritik. "Kultur" ist "Gewöhnungssache", "Zivilisation" ist der ideologische Träger (sozusagen der Boden auf dem "Kultur und Sitte" wächst oder verkümmert) von "Kultur". Wohin der Gedankengang "Papier/Intellektkultur vs. "Selbst-Denk(er)-Kultur" führen soll ist unklar. Vielleicht wird hier, allgemein, die moderne Bildungstheorie (Empirismus, Materialismus etc) kritisiert? Vielleicht ist alles auch nur ein Ausdruck von Übelkeit gegenüber der modernen Komunikationskultur (Qualität-Quantität Verhältnis, Entfremdung usw)? Beim lesen könnte man auch meinen das hier eine Art intellektueller Asketismus vorgeschlagen wird. Abwendung von "vorgefaßten Meinungen" der Papierkultur/Schriftkultur. Dazu müßte freilich jeder eine Einsame-Insel finden, wie Robinson (aber Robinson landete unfreiwillig auf der Insel auch wenn er nach seinen Abenteuern wohl merkte das er durch diesen, unfreiwilligen, Rückzug von der Zivilisation viel gewonnen hat). Wer kann sich denn schon freiwillig aus "dieser Welt" zurückziehen? Die Frage führt zu einem radikalen Konzept. Die Perspektive müßte eine mystische sein bzw. werden (was wiederum, auf lange Sicht, das Ende von gegenwärtiger Zivilisation und Kultur bedeutet).

Also den ersten Text finde ich zu sehr verallgemeinert. Sicherlich, gewisse Wahrheiten beherbergt der Text und Klischees haben auch immer einen wahren Hintergrund, trotzdem muss ich sagen er gefällt mir nicht. Kommt mir vor als ob der Verfasser selbst "pseudo-intellektuell" tut, zu viel Geschwafel.

Die Intellektuellen oder der moderne Intellektualismus steht natürlich vor einem Dilemma. Sie können nicht mit der Masse komunizieren weil sie eine "Fachsprache" sprechen (die ohne "Fachausbildung" unverständlich bleibt). Oder sie werden "falsch verstanden" oder "falsch interpretiert", was dann zu Katastrophen führt. "Imageverlust" ist die folge. Das führt zu (psychologischen) Komplexen unter den Intellektuellen. Intellektuelle sind sich dessen bewußt (oder "unbewußt"). Als radikale Individualisten (ein Resultat der Zivilisation in die sie eingebettet sind), scheuen sie sich vor der "Verantwortung des Intellektuellen". Jede Kritik an bestehenden Mißständen wird zur Selbstkritik um diese (wenn sie dann allzu offenkundig wird) im Schlußsatz zu relativieren (was dann das ganze "intellektuelle Denkgebäude" der Lächerlichkeit ausliefert). Der Intellektuelle merkt das sehr wohl; nähmlich wiederum durch seinen Intellekt (was besonders deprimierend ist). Das es in der modernen Zivilisation nur noch Intellektuelle, "Experten" oder höchstens "Universitätsphilosophen" gibt und keine Weisen mehr ist be-zeichnend.

oh ich hab grad den ersten artikel gelesen und sehe, dass die 17jaehrige autorin alles gesagte am ende sowiso nochmal relativiert. ich dachte erst sie greift einfach die klischees und scheindiskussion darueber auf, um sie gleichzeitg zu konstatieren. naja stilistisch verstehe ich deshalb schon dass sie fuer sowas einen preis gewinnen konnte. aufschlussreich ist das eher begrenzt.

Diese allgegenwärtige Relativierung (des gedachten, gesagten), resultiert aus der Furcht "ideologisierend" zu wirken. Einerseits auf das "Selbst-Denken" zu bestehen und gleichzeitig die "Idee" (Intellekt, Ideologie) zu verleugnen ist Schizophren. Ideologie(smen), Schriftkultur etc wegen (historisch) negativen Erfahrungen abzulehnen ist sicher "intellektuell" aber nicht weise.
 

struppo_gong

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Ich bin mir ehrlich gesagt gar nicht sicher ob da im ersten Text überhaupt eine klare Vision vorlag, und ob nicht einfach im Flow eine Scheindiskussion nochmal detailiert aufbereitet wurde. (Würde vom Stil zumindest zu einer 17 Jährigen passen, die Streber genug ist an so einem Wettbewerb teilzunehmen)
aber beim lesen von deinen statements ,boabdill, fiel mir dann doch noch ein interessanter Aspekt ein, der vielleicht über der Thematik steht.

Heutzutage ist es ja unmöglich sich das gesamte Wissen der Zivilisation anzueignen.
Ein "Allround-Genie" wie Leonardo da Vinci wäre heutzutage gar nicht mehr möglich.

In gewisser Weise denke ich wertet das einen Begriff wie Dilletant auf.
z.B. bin ich hier in einem Forum und tausche mich über Sachen aus, von denen ich in jedem Fall nur begrenzt Ahnung habe. Ist das dilletantisch? Ja! ist das schlecht? nicht unbedingt!
Halbwissen kann gefährlich sein, muss es aber nicht. Solange man eine hermeneutische Herangehensweise ans Wissen entwickelt, die es erlaubt Dinge ohne den Originalkontex in einen Kontext zu setzten.
Es ist dann vielleicht schwer das in die richtigen Worte zu fassen, aber letztendlich ist der gemeine Bürger doch nicht so dumm, wie das manche gerne darstellen.
Ich glaube, dass der Mensch (und auch auch die anderen Wesen) grundsätzlich einen Drang zum Wahrhaftigen haben.
Des weiteren bildet sich beim Austauschen in Netzwerken eine einfachere Sprache als die Fachsprache heraus, was auch als Fortschritt gedeutet werden könnte (oder auch als Rückschritt).

Dass wir unterschiedliche Masken tragen je nach dem in welchem Kontext wir uns bewegen ist zudem auch nichts neues. ob ich jetzt im Forum struppo_gong™ heisse oder mich früher im Kindergarten anders benommen habe als zu Hause ist doch grundsätzlich etwas Vergleichbares.
So was wie ein unumstößliches Ich Konzept hat eh nie existiert.
Genauso wie ein unumstößliches Wir oder Die Konzept niemals existieren wird. Das ist doch das tolle an losen Netzwerken.
Ob nun betriebsmanagment, al quaida, globalisierung, arbeitsweisen in Think Tanks, Unis oder threads in ASK1.
Vielleicht ist der unterschied, dass es heute auch einfach augenscheiniger wird, dass es sowas wie Ganz-Wissen gar nicht mehr gibt.
Wenn eine Sprache sich von der Basis aus weiterentwickelt ist das doch nicht schlecht. Viel schlimmer ist sowas wie die Rechtschreibreform, bei der sich so ein Idiot dachte wir machen jetzt die deutsche Sprache nachvollziehbarer für Proleten und Ausländer, und dann alle Wortursprünge verloren gehen, die doch für die natürliche Entwicklung der Sprache stehen.
Mir ist doch egal ob ich jetzt einen Text lese in dem die Großschreibung beachtet wird oder nicht, solange noch genügend kommas und absätze im text sind, um ihn zu verstehen. und "krass" ist doch auch ein Wort, was an manchen orten schon immer normal war. Nur weil die das im östlich und südlich von Hessen noch nicht kannten und es von anderen Ethnien besonders gern adaptiert wurde, ist es doch keine neue Schöpfung.
Oder wenn jemand das Subjekt im Satz weglässt kann ich ihn doch trotzdem noch verstehen - im Grunde ist das eine Umgangssprache, die der spanischen Grammatik sehr ähnlich ist. Vor allem bleibt ja die gehobene Sprache weiterhin bestehen. und irgendwann werden die vereinfachten und die komplizierteren Sprachstränge wieder zusammentreffen und fusionieren.
 

Centauri

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Den Comic hab ich auch gesehen, bin fast vom Stuhl gefallen vor Lachen.


:D Der ist schon echt gut.



War jetzt alles blöd ausgedrückt, aber so in etwa war das gemeint.


Das war gar nicht schlecht ausgedrückt, Dinge lassen sich immer von zweierlei Seiten betrachten.
Meisten liest man in Texten nur das was man lesen möchte, jeder liest ihn halt anders.
Liebe ist dort, wo du schwach sein kannst ohne Spott zu ernten.


Ich glaube, dass der Mensch (und auch auch die anderen Wesen) grundsätzlich einen Drang zum Wahrhaftigen haben.


Grundsätzlich einen Drang zum Wahrhaftigen?
Wären sie dann nicht schon weiter als jetzt und würden sich anders verhalten?
Ich schätze mal eher nicht, das Wahrhaftige muß nicht immer das sein was sehen kann.
 

struppo_gong

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Centauri schrieb:
Ich glaube, dass der Mensch (und auch auch die anderen Wesen) grundsätzlich einen Drang zum Wahrhaftigen haben.


Grundsätzlich einen Drang zum Wahrhaftigen?
Wären sie dann nicht schon weiter als jetzt und würden sich anders verhalten?
Nein, warum sollte er dann weiter sein? Ein Drang zum Wahrhaftigen schützt einen ja nicht vor Verfehlungen. Vor allem nicht, wenn man in ein komplexes Netzwerk eingebunden ist.
Ich denke, wenn man einem Wesen nur oft genug die Wahl läßt und es gerecht behandelt, wird es sich fürs Gute entscheiden /tendenziell zum Guten entwickeln.

Ich schätze mal eher nicht, das Wahrhaftige muß nicht immer das sein was sehen kann.
Genau, das wahrhaftige hat viele Stufen und der Weg dorthin viele Irrungen. Deswegen sag ich ja grundsätzlich. Vieleicht wäre tendenziell oder ein anderer Begriff besser gewählt.
 

Centauri

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Ich denke, wenn man einem Wesen nur oft genug die Wahl läßt und es gerecht behandelt, wird es sich fürs Gute entscheiden /tendenziell zum Guten entwickeln.


Dazu gibt es aber auch noch andere Meinungen, ich weis jetzt grade nicht mehr genau wann wir das mal besprochen haben, aber es gibt Menschen die glauben das ein Hang zum späterem Verhalten bereits in den Genen angelegt ist.
Andere sagen das bereits im Mutterleib, wo das Ungeborene Kind alle Gefühle der Mutter verspürt, bereits ein gewisses Verhalten des späteren Kindes geprägt wird.
Ich suche das mal eben raus was ich darüber finden kann, ich kann es so nicht widergeben. Hab was gefunden dazu.



http://www.a-wagner-online.de/empowerment/emp3.htm

Auszug:

(....)Relativität von Selbstbestimmung

Selbstbestimmung ist ein relativer Sachverhalt. Keinem Menschen auf der Welt, der in soziale Strukturen eingebunden ist, ist es möglich hundertprozentig selbstbestimmt zu leben. Laut FRÜHAUF wird die Selbstbestimmung "von Anteilen im Leben" bestimmt, "die durch das Individuum selbst oder durch die ihn beeinflussenden Mitmenschen gesteuert werden" (FRÜHAUF, 1995, 8). NIEHOFF geht davon aus, "dass die Handlungsspielräume jeder Person unterschiedlich groß sind und dass durch Veränderungen der Lebenssituation Entscheidungsräume erweitert oder verkleinert werden" (NIEHOFF, 1994, 190). (...)



http://summerhill.paed.com/summ/keli/kap9.htm


Auszüge aus oberem Link:

(....)Embryos reagieren auf ungünstige Bedingungen wie z.B. auf dauerhafte negative Gefühle mit Kontraktionen. Dabei kann es bereits im Uterus zu energetischen Störungen kommen, was wiederum prägend für die psychophysikalische Konstitution des Kindes sein kann (sowohl für den Fötus, als auch nach der Geburt). Zudem wird durch eine starke Panzerung des mütterlichen Organismus, der energetische Kontakt zu dem Fötus eingeschränkt. (vergl. D. Fuckert 1995 : 74)


Auszüge aus oberem Link:
Das exemplarische selbstregulierte Kind gibt es in unserer Gesellschaft nicht. In unserem Sozialisationsprozess fließen so viele verschiedene gesellschaftliche, traditionelle, religiöse Faktoren mit ein, die ein Kind mitprägen, dass es in dieser Gesellschaft sehr schwierig ist, einem Kind die Chance zu geben sich wirklich völlig frei aus seinem inneren Kern heraus zu entfalten. Selbst wenn eine Familie es schafft ihrem Kind diese Plattform in den ersten Lebensjahren zu bieten, drängt das Kind, als soziales Wesen mit wachsendem Nachdruck nach außen. Es wird spätestens in der Schule oder in Peer-groups mit den gesellschaftlichen Normen und Wertemaßstäben konfrontiert werden, und sich durch den damit verbundenen Druck früher oder später anpassen müssen)(....)



Ich ziehe daraus :
Daher kann der Mensch sein Leben eigentlich nur zu einem gewissen Teil selbst bestimmen, der Verlauf ist in Anlagen bereits vorhanden und wird auch schon im Mutterleib vorgeprägt.
 

Shorty

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Also mir kommt diese Angst vor dem "Halbwissen" manchmal wie eine kleine Existenzkrise vor.
Zum einen ist man mit der ständigen Reiz- und Informationsflut überfordert und kann, selbst wenn man vieles wissen möchte, gar nicht mehr in seinen Kopf aufnehmen und behalten.
Zum anderen denke ich, dass die Ineinanderverkettung von Themen so stark geworden ist, dass die Grenzen, der Anfang und das Ende, von Themen nicht mehr überschaubar sind. Dadurch wird man zwangsläufig damit konfrontiert, dass man, trotz eines geballten Wissens in einem Sachgebiet, niemals alles wissen kann und wird.
 

Centauri

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Zum einen ist man mit der ständigen Reiz- und Informationsflut überfordert und kann, selbst wenn man vieles wissen möchte, gar nicht mehr in seinen Kopf aufnehmen und behalten.


Da hast du schon Recht, Reiz und Informationsflut sind Dinge die es früher nicht dieser Art gab.


Zum anderen denke ich, dass die Ineinanderverkettung von Themen so stark geworden ist, dass die Grenzen, der Anfang und das Ende, von Themen nicht mehr überschaubar sind. Dadurch wird man zwangsläufig damit konfrontiert, dass man, trotz eines geballten Wissens in einem Sachgebiet, niemals alles wissen kann und wird.


Dann noch die Übersicht zu behalten ist schwierig, das stimmt schon, auch verlässliche Quellen zu finden ist gar nicht so einfach.
Deswegen sollte man auch nicht blind alles glauben.
 

holo

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Centauri schrieb:
Andere sagen das bereits im Mutterleib, wo das Ungeborene Kind alle Gefühle der Mutter verspürt, bereits ein gewisses Verhalten des späteren Kindes geprägt wird.
Ich ziehe daraus :
Daher kann der Mensch sein Leben eigentlich nur zu einem gewissen Teil selbst bestimmen, der Verlauf ist in Anlagen bereits vorhanden und wird auch schon im Mutterleib vorgeprägt.
Dazu fällt mir eine Mutter von vier Kindern ein. Wenn die Mutter eher ängstlich in der Schwangerschaft war, übertrug sich ein Mehr an Scheu auf das Kind. So zumindest ihre Erfahrung. Ich kann mir da beides vorstellen. Die Prägung im Mutterleib und auch ein genetisch vorgegebenes, grundsätzliches Verhaltensmuster.
Du bist da wohl beruflich vorbelastet, oder ;-)
 

struppo_gong

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Centauri schrieb:
Ich denke, wenn man einem Wesen nur oft genug die Wahl läßt und es gerecht behandelt, wird es sich fürs Gute entscheiden /tendenziell zum Guten entwickeln.


Dazu gibt es aber auch noch andere Meinungen, ich weis jetzt grade nicht mehr genau wann wir das mal besprochen haben, aber es gibt Menschen die glauben das ein Hang zum späterem Verhalten bereits in den Genen angelegt ist.
Andere sagen das bereits im Mutterleib, wo das Ungeborene Kind alle Gefühle der Mutter verspürt, bereits ein gewisses Verhalten des späteren Kindes geprägt wird.
Ich sehe ehrlich gesagt nicht den Zusammenhang zu dem von mir gesagten.
Willst du damit sagen es gäbe Bösheits oder Lügengene?

Dass eine 100% Selbstbestimmung (was auch immer das sein soll) möglich wäre, Gene keine groben Verhaltensmusteraxiome weitergeben ,oder dass im Mutterleib noch keine Umwelteinflüsse auf die Kinder einwirken habe ich doch gar nicht behauptet. -Würde ich auch nicht.
 

Centauri

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holo,

Dazu fällt mir eine Mutter von vier Kindern ein. Wenn die Mutter eher ängstlich in der Schwangerschaft war, übertrug sich ein Mehr an Scheu auf das Kind. So zumindest ihre Erfahrung. Ich kann mir da beides vorstellen. Die Prägung im Mutterleib und auch ein genetisch vorgegebenes, grundsätzliches Verhaltensmuster.
Du bist da wohl beruflich vorbelastet, oder


Beruflich nicht, also mein Beruf hat nichts mit Kindererziehung zu tun.
Ich möchte aber auch nicht öffentlich darüber reden.
Ich habe mich mal längere Zeit mit dem Thema beschäftigt.




Willst du damit sagen es gäbe Bösheits oder Lügengene?


Also so in etwa, aber wirf mir bitte jetzt nicht den ganzen Tread um die Ohren, ich duck mich schon mal.


Dass eine 100% Selbstbestimmung (was auch immer das sein soll) möglich wäre, Gene keine groben Verhaltensmusteraxiome weitergeben ,oder dass im Mutterleib noch keine Umwelteinflüsse auf die Kinder einwirken habe ich doch gar nicht behauptet. -Würde ich auch nicht.


Hast du auch nicht, ich habe nur den Bezug dazu hergestellt.
 

struppo_gong

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Zu der Lügen-/Bösheits-gensache;

es werden schon cluster von verhaltensaxiomen vererbt.
teilweise können die bestimmt temperamentssachen oder sowas weitergeben. (was man damit machen kann ist nochmal was anderes)
aber letztendlich glaube ich dass reine unnötige Bosheit sich einfach evolutionstechnisch nicht lohnt.
 

Centauri

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es werden schon cluster von verhaltensaxiomen vererbt.
teilweise können die bestimmt temperamentssachen oder sowas weitergeben. (was man damit machen kann ist nochmal was anderes)
aber letztendlich glaube ich dass reine unnötige Bosheit sich einfach evolutionstechnisch nicht lohnt.


Wie man schon sehen kann, das wurde eben alles noch gar nicht richtig erforscht.
Gehirnforschung ist ein sehr interessantes Thema, vor allem weil es noch ganz jung ist und noch nicht viel Wissen darüber besteht.
Tenperamentsachen werden sicherlich weitergegeben, auch wenn das ebenfalls noch nicht richtig erforscht hat ziehe ich es in Erwägung.
 

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