Zerch schrieb:
Tiere nutzen lediglich Naturalien die sich bewährt haben und cracken diese nicht zu neuen Stoffen um deren möglichen Nutzen zu erforschen .
(Ich wiederhole mich jetzt ebenfalls in einer erweiterten Form.)
Nicht mal Sie könnten in der Wildnis ausgesetzt werden und sich einfach ein Chemielabor bauen , und werden auf Naturalien in ihrer Reinform und einfacher Kombination angewiesen sein. Sie können Zeuge von Technik gewesen sein wie Sie wollen , sie haben kein Laborgrundlage.
Also ist die Entwicklung der modernen Chemie - wie wir sie seit etwa 160 Jahren kennen - für Dich der Punkt, an dem der Mensch "pervertierte"?
Man braucht auch kein "Chemielabor" um aus natürlich vorkommenden Stoffen andere Stoffe herzustellen. Das früheste Beispiel für die Anwendung von "Chemie" dürfte wohl der kontrollierte Umgang mit dem Feuer sein, und darin unterscheidet sich der Mensch tatsächlich von allen anderen Tieren. Aber zwischen der Nutzbarmachung des Feuers und der Entwicklung der modernen Chemie als Wissenschaft lag eine Periode von rund 500.000 Jahren, in deren Anfangsphase sich nur sehr wenig, gegen Ende immer mehr getan hat.
Zunächst halt man wohl nur Fleisch und andere ansonsten schwer verdauliche Lebensmittel gegart. Diese Zubereitung bietet eine Reihe von Vorteilen: Keime werden abgetötet, man wird seltener krank; Lebensmittel sind einfacher zu verdauen, das Spektrum der verfügbaren Lebensmittel erweitert sich. -> Vorteil im Überlebens"kampf".
Die Entwicklung mag einerseits logisch konsequent aufeinander aufbauen , aber worin lag der Antrieb in der Not ?
Warum gab sich unser Gehirn nicht mit dem einstigen Status Quo zufrieden ?
Diese Fragen beantworten sich selber.
Warum haben andere Erdenbewohner die ihre natürlichen Feinde haben keine besseren Waffen als Zähne , Klauen , Gift , Stöcke , uvm. benötigt?
Der Gebrauch von Stöcken und Steinen als Waffe ist doch schon der Beweis, dass auch Tiere in der Lage sind, zu erkennen, dass es ihnen einen Vorteil verschafft, diese "Werkzeuge" herzustellen und zu benutzen.
Ohne Werkzeuge ist der Mensch ein Wurm , jedes Tier ist spezialisierter und somit mächtiger.
Wir können alles , nur ohne Hilfsmittel nicht alles so gut wie die Tiere.
Ja, das ist ein gängiges, oft und gerne angebrachtes Vorurteil. Nur: Durch die ständige Wiederholung wird es nicht wahrer.
Jedes Lebewesen hat sich irgendwo eine Nische im Ökosystem erobert, einhergehend mit einer Spezialisierung auf einige wenige Fähigkeiten, die für diese Nische bedeutsam sind (zb. Tarnung, gute Sicht, Geschwindigkeit).
Der Mensch hingegen ist eher ein Allrounder: Außer im Gebrauch seines Verstandes ist er in keiner Disziplin "spitze", allerdings ist er auch in fast keinem Bereich wirklich schlecht (Ausnahme: Nachtsicht und Geruchssinn):
Bei Tag kann der Mensch über kurze und weite Distanzen sehr gut sehen, er ist ein hervorragender Ausdauerläufer, seine Sprintgeschwindigkeit liegt im Mittelfeld des Tierreiches; die Beißkraft des Menschen (800N/cm²) übersteigt die aller anderen Primaten um etwa das Doppelte, ein Mensch kann sogar fester zubeißen als jeder Wolf und die meisten Hunde (500N/cm²-750N/cm²). Mit seinem Gebiss kann er mühelos kleinere Knochen durchbeißen und größere Fleischwunden reißen. Seine Extremitäten geben aufgrund ihrer langen Hebel ganz passable stumpfe Waffen ab.
Sicher, es findet sich für alles ein Tier, das in einer oder zwei Kategorien besser ist, aber es finden sich nur wenige Tiere, die in allen Kategorien einen gleich hohen Stand aufweisen.
Ohne Werkzeuge ist der Mensch weit davon entfernt unter den Tieren nur ein "Wurm" zu sein. Der Mensch ist ein Mensch.