Mal Beitrag schinden.
Mal die verklärten Erinnerungen beiseite wischen.
Die ersten paar Wochen etwas stressig, war vieles neu, ließ kein Fettnäpfchen aus wund wurde von links nach recht gescheucht . Befehle änderten sich auch schon mal recht kurzfristig, um dann doch wieder bestätigt zu werden, alles nur um einen auf Trap zu halten.
Mit der Zeit wurde es lockerer, nach der Grundausbildung wars dann wirklich fast nur noch Urlaub. Bisschen Aktion auf Übungen oder simplen Biwak, paar 24h Dienste und das wars schon.
Gesoffen wurde viel, Vorgesetzte sahen fast alle älter aus, als sie eigentlich waren. Gab ja auch sonst nix weiter zu tun am Arsch der Welt. Anfangs dienstags und mittwochs noch raus auf die Piste, aber nachdem ich in den Schichtdienst gewechselt bin (mehr Kohle, länger schlafen) lohnte das mehr. Kam dann wenns gut lief eh erst um neun wieder rein. Wenn es schlecht lief auch irgendwann nächsten Morgen zwischen eins und zwei.
Was ja auch immer angeführt wird, Kammeradschaft. Naja, in der AGA ging es noch, obwohl es da auch schon einige Verpisser gab. Bildeten sich hier und da kleine Grüppchen. Später in der Stammeinheit, gab es eh haufenweise Heimschläfer, die verkrümmelten sich nach Dienstschluss und sah die erst zum nächsten Morgenappel wieder. Wälzten auch gern die Putzarbeiten im Block auf andere ab (ihr Argument, sie sind ja nicht da, machen also nix drecking und räumen deswegen auch nicht auf).
Ansonsten mußte man auf Langfinger achten. Am Besten man schloss alles weg, scheißte es an, hatte immer ein Auge drauf oder was auch sonst immer. Geld verborgte man auch selten, sah man kaum wieder.
Krank haben auch viele gefeiert, gab wen, der hat sich wegen Rückenschmerzen vom Biwak reinfahren lassen. Hat wohl den Waldboden nicht vertragen. Andere Sache auf Übung. Bus hatte uns etwas vergessen. Sind dann selber zu den Unterkünften zurückmarschiert. Unterwegs auf den Bus getroffen. Sollten aber die letzten paar Kilometer auch noch laufen, da hat wer nen Schwächeanfall vorgetäuscht, elender Simulant.
Montag früh war Krankenrevier eh gut besucht, Freitag traf man kaum wen (ging das Gerücht, es würden dann mehr Fälle ambulant behandelt, anstatt einfach krankgeschrieben zu werden).
Märsche auch keine Sache. Hatten schon die Wahl zwischen 20, 25 oder 30, Strecke hatte auch ein paar gute Abkürzungen, aber selbst da haben ein paar getönt, die lassen sich nach knaapp der Hälfte reinfahren.
War eh witzlos, sind da einfach gemütlich gegangen, nicht großartig kaputt gemacht, Zeit war ja genug. Kamen immer lang vor dem offiziellen Dienstschluss an und konnten schon früher abhaun.