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Karrach [Gedicht, 1980]

Dieses Thema im Forum "Lyrik" wurde erstellt von Trestone, 3. Oktober 2017.

  1. Trestone

    Trestone Großmeister

    Beiträge:
    682
    Registriert seit:
    12. April 2002
    Ort:
    Franken
    Karrach

    Im kalten Wasser des Sees
    rudert ein Kahn.
    Er wird ihn nie verlassen
    denn er zieht
    auf geschlossener Bahn.

    Morgenlicht spiegelt ihn tausendfach
    und jedes Spiegelbild
    wähnt sich auf neuer Fahrt
    auf dem Wasser des Sees.

    Erst im Abendlicht
    verblasst ihre Vielgestalt
    vor dem Wasser des Sees
    und die Wesenheit
    die sie zur Einheit macht
    mit Kahn und Licht
    durchdringt dann nur stärker noch
    jeden Wellenkamm
    und hat selbst Versunkenes noch
    zu Angesicht.

    Und das Wasser des Sees
    wird zum Ziel seiner Fahrt
    weil es trotz aller Kälte tief unten
    den Ursprung bewahrt.

    Gruß
    Trestone
     
  2. Trestone

    Trestone Großmeister

    Beiträge:
    682
    Registriert seit:
    12. April 2002
    Ort:
    Franken
    Hallo,

    "Karrach" ist die Bezeichnung eines (heute geschützten) etwas abgelegenen Naturgebietes
    mit zwei Seen und wenigen Häusern nahe meinem Heimatdorf.
    Es war das Lieblingswanderziel meines Firmpaten,
    der es auch am Vorabend seines vorhersehbaren Herztodes aufsuchte.
    Heute haben Biber den Waldsee verändert,
    aber ich bezog mich hier mehr auf den "Großen Karrachsee",
    einen offenen See mit Schlingpflanzen, Seerosen und Karpfen,
    zu dem wir oft wochenends wanderten und auf dem Rückweg im Wald
    tranken wir Karrach-Eier und aßen Knäckebrot.

    Gruß
    Trestone