Wehrpflicht: wie war Euer Grundwehrdienst?

district7

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Ich bin österreichischer Staatsbürger und hab etwa vor sieben Monaten meinen 8 Monate dauernden Wehrdienst beendet und kann abschließend sagen: es war der größte Fehler in meinem bisherigen Leben nicht Zivildienst gemacht zu haben und diese 8 Monate war die bisher schrecklichste Periode in meinem Leben.
Mich würde Eure grundsätzliche Einstellung zum Wehrdienst interessieren bzw. Erfahrungen von Menschen, die in Deutschland ihre sogenannte "staatsbürgerliche Pflicht" an der Waffe erfüllt haben. Meine acht Monate waren geprägt von Schikanen, von Vorgesetzten, die irgendwie versuchten ihre Komplexe zu kompensieren und von der schlechtesten Ausrüstung, die es in der westlichen Welt gibt. Bitte schreibt alles, das Euch dazu einfällt. Ich freu mich auf Eure Antworten[/b]
 

IMplo

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heh, ich hab gleich verweigert :)

Tut mir leid, daß Du da sone schlechte Zeit hattest, aber das kommt heraus, wenn man nunmal kein Gewissen hat, daß einem die Teilnahme am Wehrdienst verweigert...

Diejenigen, die ich kenne erzählen ähnliches wie du...die wenigen, die es dort gut fanden, saufen heute noch :p

Greetz!
IMplo
 

Lazarus

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IMplo schrieb:
Diejenigen, die ich kenne erzählen ähnliches wie du...die wenigen, die es dort gut fanden, saufen heute noch :p

ahja - diejenigen welche den Zivieldienst toll fanden und mir bekannt sind machen immer noch in die Windeln....:p
 

Sile

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offtopic
Kann mir jemand mal sagen, wie die Musterung bei der Bundes wehr genau abläuft ? muss da nächstes (juhuu dieses) Jahr im Herbst hin
 

Macleod23

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Die Musterung ist nicht wild. Der Arzt untersucht dein besten Freund, wenn du pech hast steckt er die ein Finger in Po (Gott sei Dank war das bei mir nicht notwendig). Dann sitzt du am PC und machst ein paar Mathe Aufgaben und als letztes sitzt du bei einem Offz der dir ein paar Fragen zu deinem bisherigen Leben stellt.

Ich fand die Bundeswehr einfach nur geil, habe viel gelernt und viele neue Freunde dazu gewonnen.
 

Sile

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juhuu war ironisch, damit mich hier iemand miss versteht. Ich brauch das wirklich net ;)
 

IMplo

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@Lazarus:

Es ist nunmal, ob man es wahr haben will oder nicht, so, daß die meisten jungen Männer beim Bund das Saufen lernen....

Und daß Zivis in Alten- und Behindertenheimen im Gegensatz zu Soldaten ARBEITEN und etwas sinnviolles PRODUZIEREN sollte auch mal klargestellt sein :p

Jedenfalls ist die Hauptaufgabe eines Zivis nicht, Panzer zu putzen :p

Greetz!
IMplo
 

Lord_Wind

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Hallo zusammen

ich war insgesamt 23 Monate bei der BW. Es war die bisher beste Erfahrung in meinem Leben. Bei der Grundausbildung lernte ich einige Leute kennen, die mit mir später in dieselbe Kompanie versetzt wurden. Ich war mit ihnen in Bosnien, später halfen wir zusammen bei der Hochwasserkatastrophe 2002.
Wir schieden gemeinsam aus und sind auch heute noch die besten Freunde.

@IMplo
Nein, wir haben nicht das Saufen gelernt, sondern anderen Menschen in ihrer Not zu helfen....lass dir das bitte durch den Kopf gehen.
Dein Kommentat kam irgendwie ignorant rüber, sorry.
 

trashy

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IMplo schrieb:
@Lazarus:

Es ist nunmal, ob man es wahr haben will oder nicht, so, daß die meisten jungen Männer beim Bund das Saufen lernen....

Und daß Zivis in Alten- und Behindertenheimen im Gegensatz zu Soldaten ARBEITEN und etwas sinnviolles PRODUZIEREN sollte auch mal klargestellt sein :p

Jedenfalls ist die Hauptaufgabe eines Zivis nicht, Panzer zu putzen :p

Greetz!
IMplo

Es liegt wohl immer in der Sache des Einzelnen was er daraus macht oder! Oder?
 

Macleod23

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Es ist nunmal, ob man es wahr haben will oder nicht, so, daß die meisten jungen Männer beim Bund das Saufen lernen....

Ja, sicher :roll: . Woher weisst du denn so gut darüber bescheid, ich denke du warst nicht dabei :roll: .
Daß man beim Bund anfängt zu saufen ist absoluter Schwachsinn. Ich habe dort sogar augehört zu rauchen. Klar hat man öffter ein Bierchen zischen lassen, aber es hielt sich alles in Grenzen. Man hat einfach nicht die Zeit zu saufen, wenn man überlegt daß man um 5 Uhr schon Wach und zum Morgensport bereit sein muss.
 

Tweedledee

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Ich hatte als West-Berliner das Glück, vom Kriechdienst befreit zu sein. Zumindest bis 1991, dann kam plötzlich die Erfassung. Und Termine zur Musterung, einer nach dem anderen, vier Jahre lang, insgesamt etwa zwanzig. Ich bin aber nie hingegangen, mich immer brav mit einem Attest entschuldigt, und irgendwann hat das aufgehört.

Es lag aber wohl eher an dem damaligen Verwaltungschaos in Berlin, dass das so glatt ging.
 

IMplo

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Gutgut, sorry, arrogant sollte das nicht sein ;)

Zum Saufen: das haben mir wirklich ne Menge Leute, die den Dienst antraten erzählt, wie toll es war, das Saufen auf der Stube, etc...muss ja nicht immer so sein :)

Zum Wert der Arbeit eines Soldaten äußere ich mich nun mal nicht. Die humanitäre Hilfe, in Bosnien, wo immer, ist eigentlich nicht Sache der Bundeswehr, oder? Einige Jahre zurück hatten wir noch einen ganz klaren Verteidigungsauftrag, inzw. sind wir auch "imperiale Truppen", wenn wir uns auch noch mehr zurückhalten als Andere...das geht aber offtopic, sorry dafür.

Abschließend möchte ich bemerken, daß es naiv erscheint, wenn ich sage, daß man niemals auf einen Beferhl hören sollte, der zum Tode von Leben jeder Art führt! Jaja, dann könnte jka jeder über uns herfallen, etc. kommt dann; aber wenn keiner mit totaler Verweigerung solchen Tuns beginnt, wird das auch nie anders und die Menschheit bleibt ein Haúfen lauernder und abschreckender Barbaren. Ein Heer von Zivis ist mir jedenfalls in jeder Hinsicht lieber, als ein Heer von Soldaten.

Ich will damit niemanden angreifen, sondern nur mal begründen, warum ich so eine ablehnende Haltung dem Militär gegenüber habe und warum ich ebenso etwas gegen die Pflicht habe, daß junge Männer das Töten trainieren MÜSSEN ;)

Greetz!
IMplo
 

aaarghon

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Ich kann auch nur gutes über meinen Wehrdienst sagen. Wurde zu den Sanitätern gesteckt, darauf hatte ich anfangs überhaupt keinen Bock, aber vor Ende der Grundwehrdienstzeit hat es mir dort so gefallen, dass ich auch auf 23 Monate verlängert habe.
Ich habe dort wirklich viele Freunde aus Gruppen gefunden, mit denen man sonst nie wirklich in Kontakt kommen würde. In meinem Fall z.B. Hip-Hoper und sowas. Durch die Uniform sieht man eben erstmal nicht, wie einer im zivilen Leben so drauf ist.
Auch hab ich noch nie so ein starkes "Wir-Gefühl" und Kameradschaft erlebt wie in der Zeit. Jeder hat jedem geholfen, was es auf der Schule oder bei der Arbeit in der Form einfach nicht so gibt (Jedenfalls nicht da wo ich war/bin)
Außerdem bin ich jetzt wirklich fit in erster Hilfe und dem ganzen Medizin-Zeugs :D
Und mit saufen war bei uns auch nicht viel. Höchstens einmal die Woche, wenn wir alle zusammen weggegangen sind, aber nicht regelmäßig.
Natürlich kann man auch Pech haben und in ne ziemliche scheiß Kompanie kommen. Hängt immer von den andern Leuten ab.
Ich hab die Zeit jedenfalls nie bereut und würds wieder machen.
 

IMplo

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Nachsatz:

Jesus ist nicht umsonst mit seiner Bergpredigt ein excellenter Verweigerungsgrund. Sollte es hier hemanden geben, der verweigern möchte, so sei ihm das Buch "Frieden ist möglich" von Franz Alt (Ex-Monitor-Moderator) empfohlen.

Nun, es gibt halt nicht bloss Pazifisten, sonst wäre die Welt wesentlich lebenswerter ;)

Greetz!
IMplo
 

Trasher

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Auch wenn ich die Wehr- bzw. Zivildienstpflicht für Unfug halte möchte ich meine Zeit bei der Luftwaffe nicht missen.
Die Grundausbildung im Winter war hart aber da ich sowieso gern draußen bin habe ich unsere Waldspaziergänge eher genossen. ;)
Man lernt, sich mit widrigsten Umständen und unterschiedlichsten Persönlichkeiten zu arrangieren und sich nicht über jede Kleinigkeit aufzuregen. Stattdessen erfährt man durch die Kameradschaftlichkeit einen Zusammenhalt, welcher selbst über die Grenzen persönlicher Abneigungen hinausgeht.
Nach der Grundausbildung ging es ein ganzes Stück ruhiger zu, ich hatte einen interessanten Job und kam wunderbar mit meinen Mitmenschen aus. Das Geld stimmte und durch Sonderdienste (Wache, UvD usw.) sammelte ich mir jede Menge Urlaub an.

Sicherlich habe ich mit meinen Mitmenschen, mit meinem Dienstposten usw. Glück gehabt aber soweit ich das überblicken kann, berichten im Nachhinein die meisten eher positiv von ihrer Zeit beim Bund.

Als vielbenannten "Kriegsdienst" habe ich meinen Dienst jedenfalls nie gesehen, denn ich habe weder für irgendeinen Krieg gedient, noch das Töten gelernt.
Das ist auch das, was mich an dem Wort Kriegsdienstverweigerer stört, aber es macht wahrscheinlich eine Gewissensentscheidung einfacher, wenn die Sache, gegen die man sich entscheiden muß möglichst bösartig klingt.
 

DarkEmperor

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Ich habe den Gang zu einem für solche "Problemfälle" wie Wehrdienst einschlägig bekannten und von Freunden empfohlenen Arzt angetreten *gg*

Es blieb mir daher Ersatz- UND Wehrdienst erspart.

Weder das Eine noch das Andere ist für mich etwas, womit ich mich in irgendeiner Weise hätte identifizieren können. Schon alleine nicht mit meinen Persönlichen Interessen und dem Grundsatz, das Leben genießen zu wollen. :wink:
 

district7

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Ich möchte mich mal klar gegen die Aussage stellen, die irgendwo da oben getätigt hat, Leute die zum Herr oder (zum Bund, wie auch immer gehen) hätten kein Gewissen. Bei uns in Österreich spielt bei der Entscheidung der große Zeitunterschied von 4 Monaten zwischen ZivDi und Heer eine große Rolle: ich eher so aus Zufall eigentlich zu Bundesheer gekommen. Ich war Fernmelder. Am Anfang ist es eigentlich eh noch ganz spaßig, nur wenn Du von irgendwelchen UOs schikaniert wirst wo es nur möglich ist vergeht die die Freude daran. Ich hab mir beim Sport während des Dienstes drei Bänder am Sprunggelenk gerissen und durfte daraufhin mehr als ein Monat jeden Tag mehrmals alle Toiletten in der gesamten Kompanie putzen. Irgendwann wurde mir das mal zu blöd und ich hab mich bei dem höchsten Offizier unserer Brigade beschwert, was ja auch irgendwie verständlich ist und der Ersatzdienst den sie für mich hatten war Schraubensortieren, Tag ein Tag aus, fast bis zum Ende meines Grundwehrdienstes. Ich mein für mich war es einfach nur schrecklich stupide aber es gibt ja in Österreich ja auch einen sogenanten Assistenzeinsatz. Ich weiß nicht ob etwas Ähnliches auch in Deutschland existiert. Auf alle Fälle werden junge Rekruten zwei bis drei Wochen nach ihrer Grundausbildung ohne irgendeine Erfahrung an die Ostgrenze Österreichs geschickt (meistens für 6 bis 8 Wochen) um dort die Exekutive beim Aufgreifen illegaler Flüchtlinge zu unterstützen. Ich meine dies blieb mir Gott sei Dank erspart, aber ich finde es einfach unverantwortlich junge Leute mit geladener Waffe und ohne irgendeine Erfahrung in den Ernstfall zu schicken. Was sagt Ihr dazu? Gibts das bei Euch auch?
 

trashy

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Für solche Fälle gibts in Deutschland den Wehrbeauftragten ... kurzer Anruf bei dem und nächste Woche steht er vor der Tür und du bei ner anderen Einheit bzw. du hast ne fordernde Aufgabe ...

ach so, bin Ex-SaZ, DstGrd StUffz d.R. ...
 

Excalibur

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"Wem bewusst ist, dass er im Atomzeitalter lebt, und sich dem Militärdienstzwang trotzdem nicht widersetzt, gedankenlos in die Kasernen trottet, obwohl er den Kriegsdienst verweigern kann - den kann ich nicht einmal mehr bedauern. Er hat nur durch einen Irrtum sein Grosshirn bekommen, das Rückenmark hätte ihm vollkommen genügt."

"Ich würde bedingungslos jeden Kriegsdienst verweigern, ob direkt oder indirekt, und würde versuchen, meine Freunde zur Einnahme der gleichen Position zu überzeugen, gleichgültig, wie ich über die Ursachen eines spezifischen Krieges denken sollte."

Albert Einstein
 

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