Verstaatlichung schockiert Ölkonzerne - Bolivien

Lord Grendel

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Houston - Die Verunsicherung schlägt sich auch in den Statements der betroffenen Firmen nieder: "Wir analysieren die Situation. Für eine Einschätzung ist es aber noch zu früh", sagte ein Sprecher des weltgrößten Ölkonzerns ExxonMobil lediglich. ExxonMobil ist mit 34 Prozent an dem Erdgasfeld Itau in Bolivien beteiligt, das von der französischen Total entwickelt wird.

Die Nachricht, die Präsident Evo Morales gestern der Öffentlichkeit präsentierte, ist offensichtlich noch nicht ganz verdaut. Die Erdöl- und Erdgasvorkommen seines Landes würden verstaatlicht, hatte der linksgerichtete Staatschef angekündigt. Die internationalen Konzerne müssten ihre Produktion an die staatliche Gesellschaft YPFB übergeben, sagte Morales auf dem im Süden des Landes gelegenen Gas- und Ölfeld San Alberto.


Präsident Morales fackelt unterdessen nicht lange und ließ seinen Ankündigungen bereits Taten folgen. Vizepräsident Alvaro Garcia Linera erklärte, Truppen seien in landesweit 56 Anlagen entsendet worden. "Das Plündern durch die ausländischen Unternehmen ist beendet", erklärte der linksgerichtete Präsident Evo Morales. So übernahmen in der Raffinerie Palmasola in der Stadt Santa Cruz rund 100 bewaffnete Soldaten die Kontrolle.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,414077,00.html
 

Eskapismus

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Ein rein politisch motivierter Schachzug. Damit kommt der Präsident der nationalistischen Bewegung im Land entgegen, mehr aber auch nicht. Wirtschaftlich gesehen ganz sicher ein Rückschritt (kurz und langfristig). Wer mit Hilfe der Armee Nationalisierungen (in diesem Fall Joint Ventures) erzwingt, gibt ausländischen Investoren ein eindeutiges Signal. Bolivien ist auf ausländische Investoren angewiesen, schon nur um die bleibenden Erdöl- und Erdgasreserven zu erschliessen. Da Bolivien viel zu wenig Erdöl hat, wird die Nationalisierung in Bolivien keine überregionale Bedeutung haben. Ein weiteres Argument gegen Nationalisierungen ist der schon fast zwangsläufige Anstieg der Korruption.
 

Winston_Smith

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Wirtschaftlich gesehen ganz sicher ein Rückschritt (kurz und langfristig).

Wer hat die Ölfelder eigentlich damals erschlossen und die Förderanlagen aufgebaut?

Und wer wird zukünftig die Förderung betreiben, wenn denn alle ausländischen Spezialisten aus dem Land geworfen wurden?
 

DrJones

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Da stecken zwar Milliarden drin in diesen Ölfeldern.
Aber wie würde der Präsident reagieren wenn die ansässigen
Firmen plötzlich ihre Zelte abbrechen, und das ganze Equipment
mitnehmen...
 

agentP

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Womöglich mit einer Beschlagnahme des Equipments.
 

antimarionette

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Das war/ist ein cleverer Schachzug. Mit diesem Akt bringt er die Mehrheit des Volkes hinter sich und ist der Held!
Und alle hier die diesen Schritt für ein Eigentor halten: Ihr unterschätzt die Macht des Öls! Die ausländischen Firmen werden auf alles eingehen, wenn Sie nur die Chance auf etwas Profit haben. Öl ist eine knapper werdende Resource und jeder möchte in diesem Spiel mitspielen. Egal wie!
 

penta

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naja eigentlich ist es eine richtige entscheidung , denn liberalisierung und profitgier haben schon allerhand schaden angerichtet, nur leider wird es eine einzelentscheidung eines landes bleiben dazu sind die konzerne zu mächtig ( siehe Irak) aber gut find ichs trotzdem vielleicht kann er ja noch venezuela und andere überzeugen dann wäre es natürlich prima ,
:D die hoffnung stirbt zuletzt :D
 

agentP

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Die ausländischen Firmen werden auf alles eingehen, wenn Sie nur die Chance auf etwas Profit haben.
Ausländische Investoren stehen erfahrungsgemäss auch auf Rechtssicherheit.

dazu sind die konzerne zu mächtig ( siehe Irak)
Meines Wissens hat laut irakischer Verfassung allein die Regierung die Autorität über die Ölquellen und meines Wissens ist das grosse Problem im Moment, daß viel zu wenig Öl gefördert wird, weil eben keine Konzerne dort invesieren wollen. Siehe dazu auch den Artikel im aktuellen Spiegel 18/2006:
IRAK : Am Rande des Zusammenbruchs
Wie Kronjuwelen bewachen Briten und Amerikaner Bagdads Ölplattformen am Persischen Golf - die einzige wirkliche Einnahmequelle des Krisenstaats. Doch das Öl fließt nur spärlich, Investitionen sind ausgeblieben, die Petro-Industrie steht vor dem Zerfall - technisch wie politisch.
 

SentByGod

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Verstaatlichung ist ganz klar ein wirtschaftlicher Rückschritt ABER, wenn es keine andere Option mehr gibt um den Staat wirtschaftlich vorran zu bringen?

Konzerne neigen dazu dem Staat auf der Nase herum-zu-tanzen und gerade in diesen Zeiten finde ich ein solches Signal gut. Dies zeigt uns das nicht alle der Utopie des perfekten / freien Marktes wie blinde Schafe ihrer Herde anhängen.

Was ist so schlimm an der Verstaatlichung? Arbeitsplätze und Beschaffung/Produktion/Absatz bleiben erhalten! Nur halt keine privaten Einzelinteressen.

Das Thema Korruption ist nicht nur in Staatlichen Unternehmen verbreitet sondern überall da, wo unzählbare (elektronische) Summen von A über B nach C transferiert werden. Wobei in den Schlagzeilen eher die Fehler einer Regierung/eines Regimes vorgezeigt werden statt die, der privaten Wirtschaftsmagnaten und Konzerne.
 

Malakim

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SentByGod schrieb:
Verstaatlichung ist ganz klar ein wirtschaftlicher Rückschritt ABER, wenn es keine andere Option mehr gibt um den Staat wirtschaftlich vorran zu bringen?

Irgendwie ein Widerspruch :O_O:
 

SentByGod

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8) Natürlich nicht.

Verstaatlichung ist ein Rückschritt für die Nicht-Staatlichen. Für den Staat ist es jedoch eine Erschließung neuer Quellen. Nee?
 

Eskapismus

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Ist mir schon klar, dass der Pullover tragende Evo Morales hier im Board viel Unterstützung findet mit seinem vorhaben Bolivien der Macht des IWF und der Grosskonzerne zu entziehen. Tönt Grundsätzlich natürlich nicht schlecht, ich persönlich sah die Machtübernahme der MAS auch als Chance für das Land.

Trotzdem ist sein Nationalisierungsplan sehr schwierig wenn nicht unmöglich umsetzbar. Bolivien ist das Armenhaus Südamerikas was sehr erstaunt, hat doch Bolivien die zweitgrössten Erdölreserven auf dem Kontinent. Dass Bolivien einen grösseren Anteil an den Petrodollars zusteht ist unbestritten.

Jedoch gibt es gute Gründe, die dagegen sprechen. Beispielsweise waren fast alle bisherigen Beschäftigten in der Ölförderung Ausländer. Eine Verstaatlichung des Erdöl und Erdgas Sektors (Bergbau und Holzwirtschaft werden folgen), in einem Land in welchem die Mehrheit der Bevölkerung traditionelle Landwirtschaft betreibt und dessen Hauptwirtschaftszweig der Coca Anbau ist, sollte schon rein vom Bildungsstand der Bevölkerung her bedenklich stimmen. Wo das Land das nötige Geld für die benötigte Technik her kommen soll ist eine andere Frage.

Ich kann mich gerade an keine Nationalisierungen erinnern, die Erfolgreich gewesen wären (schreibt wenn ihr welche kennt!). Bolivien wird da keine Ausnahme machen (zumal es bereits einmal versucht worden ist). Man muss bedenken, dass Bolivien seit seiner Gründung 1825 fast 200 Staatsstreiche erlebt hat. 8O



penta schrieb:
nur leider wird es eine einzelentscheidung eines landes bleiben

Nein

lies hier!

NZZ vom 03.05 schrieb:
Lateinamerikas Präsidenten und der ungeheure Reiz der Rohstoffe

C. H. (Rio de Janeiro) Dank hohen Weltmarktpreisen für Rohstoffe wie Erdöl, Kupfer oder Erdgas fühlen sich immer mehr Regierungen in Lateinamerika berufen, die entsprechenden Branchen stärker unter ihre Kontrolle zu bringen. Dass die Bestrebungen in Richtung Verstaatlichung auch noch politisch opportun sind, weil sie den nationalistischen Anliegen weiter Teile der Bevölkerung entgegenkommen, macht sie für viele Regierungen in der Region umso attraktiver. Venezuela hat in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle: Präsident Hugo Chávez hat dort erst kürzlich, im April, die Abgabenlast der erdölfördernden Unternehmen erhöht und sie in staatlich kontrollierte Joint Ventures gezwungen. Anders als in Bolivien hat dieser Schritt sehr wohl eine überregionale Bedeutung: Venezuela ist schliesslich weltweit der fünft-grösste Erdöl-Exporteur. Auch die Regierung in Ecuador scheint dem Reiz der sprudelnden Erdöl-Einnahmen zu erliegen; erst im vergangenen Monat wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Steuerlast der ausländischen Erdöl-Produzenten unter bestimmten Bedingungen deutlich erhöht. Peru könnte ebenfalls diesen Beispielen folgen.
 

hives

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Eskapismus schrieb:
Jedoch gibt es gute Gründe, die dagegen sprechen. Beispielsweise waren fast alle bisherigen Beschäftigten in der Ölförderung Ausländer. Eine Verstaatlichung des Erdöl und Erdgas Sektors (Bergbau und Holzwirtschaft werden folgen), in einem Land in welchem die Mehrheit der Bevölkerung traditionelle Landwirtschaft betreibt und dessen Hauptwirtschaftszweig der Coca Anbau ist, sollte schon rein vom Bildungsstand der Bevölkerung her bedenklich stimmen. Wo das Land das nötige Geld für die benötigte Technik her kommen soll ist eine andere Frage.

Das sind alles wichtige Punkte, doch es ist m.E. nicht unwahrscheinlich, dass Bolivien Unterstützung zumindest in Südamerika bekommen wird, und auch einige Konzerne die Bedingungen letztendlich akzeptieren werden. Dass nun der Präsident von Repsol vor internationaler Isolation warnt und die meisten westlichen Medien entschieden negativ berichten ist nicht überraschend - nicht nur, weil Verstaatlichungen allgemein als sozialistische Wirtschaftszerstörungen abgelehnt werden, sondern in erster Linie, weil der relative Auftrieb linksnationaler Wirtschaftsentscheidungen, eben vor allem in Südamerika die Interessen der Industriestaaten insofern bedroht, dass der Zugriff auf Bodenschätze nicht mehr selbstverständlich ist...


Ich kann mich gerade an keine Nationalisierungen erinnern, die Erfolgreich gewesen wären (schreibt wenn ihr welche kennt!).

Um in Südamerika zu bleiben, auch wenn der Begriff "Nationalisierung" nicht ganz passend ist: In Venezuela sieht es bspw. nicht schlecht aus. Also gesamtwirtschaftlich, nicht nur für die Armen. Die Einnahmen aus der Ölindustrie haben sich kontinuierlich vergrößert; Verträge mit China wurden ausgehandelt, die u.a. zu großen Investitionen führen werden; die Wirtschaft wurde insgesamt in den letzten Jahren stark durch die gut funktionierende Ölwirtschaft angekurbelt etc.

Siehe auch bspw.:

2005 verdiente das Land rund 35 Prozent mehr mit Öl als im Jahr zuvor. Die laufenden Einnahmen der Regierung sind demnach in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres um 80 Prozent gestiegen.

Mit dem Anstieg der Einnahmen aus dem Ölgeschäft ist die Wirtschaft stark gewachsen, allein im zweiten Quartal um 11,1 Prozent. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einer Jahresrate von 7,8 Prozent.
http://de.wikipedia.org/wiki/Venezuela#Wirtschaft


ein verlinkter Artikel der NZZ schrieb:
Dass die Bestrebungen in Richtung Verstaatlichung auch noch politisch opportun sind, weil sie den nationalistischen Anliegen weiter Teile der Bevölkerung entgegenkommen, macht sie für viele Regierungen in der Region umso attraktiver.

"Nationalistische Anliegen" halte ich in Anbetracht der Situation weiter Teile der Bevölkerung in den entsprechenden Ländern für eine interessante Darstellungsweise....



@agentP

Es waren zwar nur ein paar Zeilen aus dem Spiegel (gibt es den Artikel online?), aber ich fand die Darstellung doch etwas seltsam, weswegen ich mal wieder ein wenig offtopic schreibe ;)

Wenn nach den größten Problemen im Irak gesucht wird, kommt man zunächst mal an "Terror und Gewalt" nicht vorbei, was natürlich grundsätzlich eine problematische Situation für Investoren (insofern es sich nicht um Sicherheitsfirmen handelt) bedeutet. Dann folgen Betrug und Korruption, wodurch beträchtliche Teile der ausgegebenen Finanzmittel nicht zu einem wirklichen Wiederaufbau führen, sondern in diversen Firmen versickern.

In Bezug auf die Ölwirtschaft fällt mir da z.B. "Task Force Shield" ein, vielleicht erinnert man sich:

Auch das wichtige Projekt "Task Force Shield", in dessen Rahmen private Sicherheitsfirmen den Aufbau des irakischen Sicherheitsnetzes für Ölindustrie und Elektrizität übernehmen sollten, sieht sich scharfer Kritik ausgesetzt und wird wegen Verdachts auf Betrug untersucht. "Task Force Shield" ist eine Zusammenarbeit zwischen US- Kräften, irakischen Stämmen und der britischen Sicherheitsfirma Erinys, die angeblich zahlreiche (sowie wenige namentlich bekannte) ehemalige Söldner des südafrikanischen Apartheid- Regimes beschäftigt. "Der Irak bietet ein außergewöhnliches Umfeld für Geschäfte," hatte Jonathan Garatt, der Direktor von "Erinys", schon vor einiger Zeit festgestellt.
Vollständiger Artikel mit Links

Da wundert man sich auch nicht mehr über die langsamen Fortschritte...

Die Ölkonzerne der westlichen Welt, allen voran der USA, haben wiederum bereits vor geraumer Zeit gegenüber dem Pentagon erklärt, dass eine staatliche Ölwirtschaft im Irak vorteilhaft wäre und von ihnen favorisiert wird:

Unter anderem wird in diesem Kontext auf die Gefahr des Terrorismus verwiesen, da etwa die Terroranschläge auf Pipelines infolge der angekündigten Privatisierungen zugenommen haben. Weitere wichtige Argumente für eine weitgehend staatlich organisierte Ölwirtschaft wären vielleicht in den Ölpreisen, dem Verhältnis zur Opec, aber auch in der Gefahr eines Hinausdrängens der US- amerikanischen Konzerne infolge einer wirklichen Marktöffnung zu suchen. Eine weniger problembelastete Durchsetzung der wirtschaftlichen Interessen scheint auf politischer Ebene möglich.
http://www.ask1.org/redaktion-57.html


Generell gibt man sich im irakischen Ölministerium jedenfalls optimistisch:

Iraks Öl-Minister Haschem al-Haschemi kündigte unterdessen an, die Öl-Exporte seines Landes sollten bis Ende des Jahres auf zwei Millionen Barrel pro Tag (bpd) steigen. Gegenwärtig betrage die Produktion 1,5 Millionen bpd. Vor dem Krieg lag die Fördermenge bei etwa 1,7 Millionen bpd.
Reuters
 

agentP

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Wenn nach den größten Problemen im Irak gesucht wird, kommt man zunächst mal an "Terror und Gewalt" nicht vorbei, was natürlich grundsätzlich eine problematische Situation für Investoren (insofern es sich nicht um Sicherheitsfirmen handelt) bedeutet. Dann folgen Betrug und Korruption, wodurch beträchtliche Teile der ausgegebenen Finanzmittel nicht zu einem wirklichen Wiederaufbau führen, sondern in diversen Firmen versickern.
Dem stimme ich 100% zu und etwas anderes geht aus dem Artikel auch nicht hervor.
Wobei es für mich als potentiellen Investoren unter Umständen wenig Unterschied macht, ob meine Investition durch Terror bedroht wird oder durch eine Regierung, die womöglich willkürlich verstaatlicht. In beiden Fällen werde ich mein Geld eher woanders anlegen, um zum Topic zurückzukommen.

Weitere wichtige Argumente für eine weitgehend staatlich organisierte Ölwirtschaft wären vielleicht in den Ölpreisen, dem Verhältnis zur Opec, aber auch in der Gefahr eines Hinausdrängens der US- amerikanischen Konzerne infolge einer wirklichen Marktöffnung zu suchen.
Seltsame Kapitalisten, die Angst vor dem Markt haben. :wink:
 

Ein_Liberaler

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Im Irak hat die Ölindustrie keine nichtabgeschriebenen Anlagen zu verlieren, aber das Leben ihrer Ingenieure. Also engagiert sie sich eher nicht. In Bolivien besteht die Chance, mit stark gerupften Gewinnen davonzukommen oder wenigstens Verluste zu minimieren, also...
 

vonderOder

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als ich letzte woche in den nachrichten hörte, der bolivianische Staatschef Evo Morales hätte angekündigt die Erdöl- und Erdgasvorkommen seines Landes verstaatlichen zu wollen, und dass auch schon Militäreinheiten die Betriebe besetzt haben, mußte ich an Chile denken.
 

vonderOder

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schreibt:
(02.03.2007)
Chavez macht ernst -
Venezuelas Präsident verstaatlicht die Ölindustrie

Schneller und entschlossener als von vielen erwartet stellt Hugo Chavez die Weichen für seinen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“. Nach seiner klaren Wiederwahl im Dezember vergangenen Jahres kündigte Venezuelas Präsident an, neben der Stromversorgung auch den größten Telekommunikationskonzern des südamerikanischen Landes zu verstaatlichen. Das ist zum Teil bereits passiert. Ende Januar ließ sich der Linksnationalist vom Parlament dafür mittels eines „Ermächtigungsgesetzes“ mit weitreichenden Vollmachten ausstatten, die ihm freie Hand beim Umbau des Landes geben – und ihm erlauben, in den kommenden 18 Monaten in weiten Bereichen per Dekret zu regieren, die „Rang, Wert und Kraft von Gesetzen haben“....
Jüngster Coup des als „gewählten Diktator“ Kritisierten ist die Verstaatlichung der Ölindustrie im fünftgrößten Rohölproduzentenland der Welt...
Nach dem neuen Dekret müssen... ausländische Firmen eine Umwandlung in Joint-Venture-Unternehmen akzeptieren, bei denen der Staat die Kapitalmehrheit hält. Betroffen sind unter anderem die US-Gesellschaften Exxon Mobil, Chevron und Conoco-Phillips sowie die französische Total, British Petroleum und Statoil aus Norwegen...
Chavez wird diesen Schritten weitere folgen lassen: Die Rede ist vom Ende der Unabhängigkeit der Zentralbank und mehr Kontrollen über Preise, Zinsraten, Außenhandel.
 

Angel of Seven

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vonderOder schrieb:
als ich letzte woche in den nachrichten hörte, der bolivianische Staatschef Evo Morales hätte angekündigt die Erdöl- und Erdgasvorkommen seines Landes verstaatlichen zu wollen, und dass auch schon Militäreinheiten die Betriebe besetzt haben, mußte ich an Chile denken.

Wieso Chile? Wieviel Leute hat Morales im Gegensatz zu Augusto Pinochet schon eingekerkert und umgebracht ? Außerdem was hat Pinochet außer Folter und Mord wirklich verstaatlicht, im wirtschaftlichen Sinne (außer er konnte sich selbst die Taschen voll machen)?

LG

AoS
 

Angel of Seven

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Ein_Liberaler schrieb:
Er wird gedacht haben, daß es Morales jetzt an den Kragen geht wie Allende.

Bei Allendes Sturz war aber wohl auch der CIA und die damalige US-Regierung stark involviert. Ob die das gleiche Schauspiel nochmals so abziehen können? :p
 
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