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Verkäufer von gefälschter Ware verklagen?

Dieses Thema im Forum "Schnäppchen und Angebote" wurde erstellt von Eskapismus, 29. April 2008.

  1. Eskapismus

    Eskapismus Ehrenmitglied

    Beiträge:
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    Die Sache ist die:

    Ich kaufe gerne ab und zu mal bei ebay und bei ricardo.ch (das selbe wie ebay aber auf Schweiz beschränkt) ein. Meistens Münzen aber auch Kleider und ähnliches. Meistens suche ich nach secondhand Ware. Ich hab damit auch echt gute Erfahrungen gemacht. Man kriegt qualitativ hochwertige Kleider, die zwar getragen worden sind aber dafür nur noch 15 Euros kosten anstelle von 200. Wie gesagt, bisher war ich da eigentlich zufrieden mit. Nun hab ich aber letzten Monat auch mal neue Ware bestellt und bisher waren alles Fakes. Dabei habe ich extra nicht die ganz billigen Teils genommen sondern bei Verkäufern eingekauft, die schon länger dabei sind, gute Wertungen haben und auch nicht gerade mit super tiefen Preisen auffallen. (RL Polo für 40 Euros, Pullover für 90 Euros und ein Passetui für 30 Euros ). Insgesamt hab ich nun Fakeware von 160 Euros von drei verschiedenen Verkäufern zuhause liegen. Die eine Verkäuferin war besonders dreist, obwohl Sie in Zürich wohnt kriegte ich dann ein Paket aus Thailand.

    Nun habe ich den Vorteil, dass ich zurzeit Jura studiere und meine Rechte ziemlich gut kenne. Z.B. weiss ich, dass der Verkäufer Nacherfüllen muss, was heissen will, er muss in ne Boutique gehen ein Original kaufen und mir das auf seine Kosten aushändigen. Weiter kann ich ihn wegen Betruges dran nehmen und seine Koordinaten dem Hersteller melden. Kurz gesagt, ich könnte denen das Leben zur Hölle machen und mich sogar noch auf deren Kosten bereichern. Von Gesetzeswegen sind Leute die Fälschungen verkaufen (bewusst oder auch unbewusst) nicht schützenswert, also fast zum Abschuss frei gegeben. Hier ein Link wie es so einem Verkäufer ergangen ist:
    http://www.123recht.net/Plagiate-(-Uhren-)-und-ebay__f36508.html

    Der eine Verkäufer mit dem RL Polo hat bereits signalisiert, dass er das Shirt zurück nehmen wird und er wird mir auch das Porto bezahlen wird. Ich glaube das lasse ich mal bleiben. Die andere Verkäuferin, die mir das Teil direkt aus Thailand zugestellt hat regt mich aber irgendwie massloss auf. Zumal das Teil so jämmerlich gefälscht ist. Und die Tatsache, dass sie es aus Thailand schicken lässt deutet auf gewerbsmässigen Betrug hin.

    Mein erste Frage ist nicht, wie meine Rechtslage ist (dafür gibt es andere Foren). Meine Frage ist mehr, soll ich die nun wirklich verklagen? Die Höchststrafe für gewerblichen Betrug sind 100'000 Sfr Busse oder 5 Jahre Knast. Soll ich wirklich mit dem Dampfhammer antworten nur weil die mir ans Bein gepinkelt haben? Ich bin eigentlich nicht so der Rachesüchtige Typ aber aufgeregt hab ich mich halt schon.

    Meine zweite Frage: Wenn ich ja das Recht auf Nacherfüllung habe (Original auf Kosten des Verkäufers) wieso kaufe ich nicht einfach eine offensichtlich gefälschte Patek Phillipe oder Rolex Uhr für 20 Euros und lasse mir ein Original bezahlen für 200'000 Euros oder so? Noch einmal, wer mit gefälschten Waren handelt ist vom Gesetz nie schützenswert. Auch wenn für ein Richter offensichtlich ist, dass ich es genau darauf angelegt habe als ich die Fälschung gekauft habe, wird er mir IMHO Recht geben müssen.

    Auch könnte ich den Patrioten heraus kehren: Schliesslich ist die Schweiz eines der führenden Länder bei der Produktion von Luxusgütern und ich erweise dem Vaterland mit jeder solchen Anzeige einen Dienst. Allein die schweizer Uhrenindustrie spricht von einem Jahresverlust von rund 500 Millionen Euros.

    Was haltet ihr davon? Schauts euch an, Ebay ist voll von Fakes.
     
  2. Guest

    Guest Guest

    Also wenn ich als Verkäufer nicht erkennen kann, daß es ein Nachbau ist (was ja schon teilweise den Spezialisten extrem schwer fällt) dann kann ich auch nicht dafür "zum Abschuss frei" werden".

    Was, wenn nicht Unwissenheit soll denn vor Strafe schützen?

    Man kann ja nicht für jedes Teil vor dem Verkauf ein Sachverständigen Gutachten in Auftrag geben.

    Zurücknahme und Geld zurück muss dann reichen.

    Bei den meisten "Markenprodukten" zahlt man sowieso in erster Linie für das Logo und nicht für die Qualität der Ware.

    Der angebliche "Verlust" der Uhrenindustrie ist geradezu lächerlich. Äpfel und Birnen vom Milchmädchen zusamengezählt.

    Die ganzen Typen, die sich am Strand in Thailand eine "Rollex" für $20 kaufen hätten doch nie eine echte gekauft. Somit ist Rollex überhaupt kein Gewinn entgangen.
     
  3. antimagnet

    antimagnet Forenlegende

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    ich bin ja nun alles andere als ein rechtsexperte, aber da wär ich mir nicht so sicher. entweder es war dir klar, dass du ne fälschung kaufst, da hast du exakt das bekommen, was du wolltest. oder aber du bist davon ausgegangen, dass es ein unverschämt billiges original ist, dann hast du billigend in kauf genommen, dass es ich dabei wahrscheinlich im hehlerware handelt, und da wäre ich mir nicht so sicher, dass das nicht strafbar ist.


    ansonsten würd ich jetzt nicht den dicken rechtshammer auspacken. die sollen dir die kohle wiedergeben und gut ist.
     
  4. Eskapismus

    Eskapismus Ehrenmitglied

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    Das klingt logisch. Aber du kennst auch den Spruch "Es ist nicht derjenige im Recht, der Recht hat, sondern derjenige, der Recht bekommt"

    Sorry aber ein Blick ins BGB lässt sich nun halt doch nicht vermeiden:

    Siehst du was ich meine. Es könnte schon als grobe Fahrlässigkeit verstanden werden, wenn ich eine 200'000 Euro Uhr auf Ebay kaufe und meine diese sei echt. Trotzdem hat der Verkäufer mich arglistig getäuscht und das ist alles was zählt.

    Ich bin mir nicht sicher aber wenn ich wissentlich Hehlerware kaufe und danach sofort Anzeige erstatte dann sollte ich doch auch nicht strafbar sein dafür.
     
  5. Boardadmin

    Boardadmin Administrator Mitarbeiter

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    Das Markenklamotten bei Ebay zu 90% Fälschungen sind ist eigentlich hinlänglich bekannt, die Alternative dazu ist die Klamottenbestellung in den USA. Dank Dollarkurs lohnend - dazu gibts auch nen Thread hier.

    Ich würde den Verkäufern die Möglichkeit geben mir vorher den Kaufpreis samt Portokosten zu überweisen, danach geht der Müll dann zu denen zurück.

    Diskutieren sie rum oder lassen sich nicht drauf ein, so würde ich die ganze Sache fotografieren und dem Originalhersteller die Fotos samt Auktionsnummer und Anschrift des Verkäufers zukommen lassen mit dem Angebot die Klamotten im Bedarfsfall zur Verfügung zu stellen. Evtl. fällt ja ein Gutschein ab. Das die Verkäufer nicht aus Versehen eine Fälschung verkaufen, sondern bewusst betrügen ist eigentlich klar.

    Selber Anzeigen würde ich eher nicht, sondern dass dem Markeninhaber überlassen.

    Was mich interessiert: Du bist also wirklich davon ausgegangen Markenklamotten zu erhalten?

    Gruß

    Kai
     
  6. Shishachilla

    Shishachilla Ehrenmitglied

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    Oh Discordia!!!!
    Bei Powersellern hatt ich bisher eigentlich immer Glück, hab mir da schon paar mal Schuhe gekauft, waren imho bisher immer echt. :O_O:
    Bin scheinbar immer an die restlichen 10% geraten. :mrgreen:
     
  7. Eskapismus

    Eskapismus Ehrenmitglied

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    Absolut: Wie bereits gesagt, habe ich schon oft sehr gute Klamotten gefunden, zwar Secondhand aber teilweise neuwertig. Ich war ein wenig flüssiger als sonst und hab gedacht jetzt könnt ich ja mal was Neues kaufen. Wenn ich bewusst für einen Fake Pulli bieten würde dann würde ich niemals mehr als 50 cent bieten.