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DNA Tests für alle?

Dieses Thema im Forum "Politik, Sozialkritik, Zeitgeschehen & Geschichte" wurde erstellt von Gits, 19. Januar 2005.

  1. Gits

    Gits Anwärter

    Beiträge:
    8
    Registriert seit:
    19. September 2004
    Ort:
    Timbuktu
    Also ich kann mir einfach nicht erklären (und ich habe sogar schon Jursiten gefragt), warum es einen Unterschied machen soll, ob einem ein Fingerabdruck genommen oder Fotos geschossen werden, aber ein "genetischer Fingerabdruck" darf in den meisten Fällen überhaupt nicht genommen werden und selbst wenn nur durch Richterbeschluss.

    Der Fall Moshammer hat es ja jetzt wieder gezeigt.

    Wie seht ihr das?



    http://www.welt.de/data/2005/01/18/389883.html
     
  2. Shiraffa

    Shiraffa Großmeister

    Beiträge:
    965
    Registriert seit:
    16. September 2002
    Ort:
    Metzingen
    Der "Fall" Moshammer hat nur gezeigt, daß die bisherige Praxis, mit DNS-Spuren umzugehen, mehr als ausreichend ist. Eine Verschärfung ist IMO nicht notwendig. Weiterhin wäre der Täter früher oder später auch ohne genetischem Fingerabdruck gefasst worden, da es ein recht genaues Fantombild und auch genaue Zeugenaussagen gab.

    Eine große Datenbank erhöht nur das Risiko möglicher Fehler. Weiterhin wird der normale Bürger immer durchsichtiger.

    Interessant dazu:

    Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,337285,00.html

    Ach, zur Problematik des genetischen Fingerabdrucks (welch verharmlosendes Wort!): Aus einem normalen Fingerabdruck oder einem Foto kann man längst nicht so viele Informationen gewinnen, wie aus einem genetischem Fingerabdruck.
     
  3. Trasher

    Trasher Forenlegende

    Beiträge:
    5.854
    Registriert seit:
    10. April 2002
    Nein, daß ist ein Trugschluß. http://www.benecke.com/gloeggler.html

    Hier gehts übrigens auch schon darum:
    http://www.weltverschwoerung.org/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&t=8505
     
  4. Hammerhand

    Hammerhand Meister

    Beiträge:
    290
    Registriert seit:
    9. März 2003
    Ort:
    Irgendwo zwischen Sarkasmus, Ironie und Hilflosigk
    Stellt euch mal die Paradeversion unseres Innenministers vor! Von jedem Bürger wird ein "genestischer Fingerabdruck" gespeichert und kann bei Bedarf aufgerufen werden. Ich persönlich habe ja nichts zu verbergen, und deswegen ist es mir reichlich egal. Doch welche Unsummenan Geld das wieder verschlingen würde, und dass es fast an "1984" heran kommen würde gibt mir an Normalstudent doch zu denken.
     
  5. antimagnet

    antimagnet Forenlegende

    Beiträge:
    9.726
    Registriert seit:
    10. April 2002
    du wirst dich auch als unschuldiger nicht vor verdächtigungen schützen können.



    so, jetzt aber zu dem, woran ich die letzte stunde gesessen bin:

    :read:


    hmm, wir haben das ja schon in mehreren threads schon angesprochen...

    hauptsächlich in diesem hier:
    DNS Analyse unfehlbar ?

    und in diesem:
    Vaterschaftstest in einer bestehenden Beziehung

    ich stell mal relevante links aus diesen threads zusammen.

    Der genetische Fingerabdruck
    "Mordfall nach 15 Jahren gelöst". Solche oder so ähnliche Schlagzeilen sind nichts Außergewöhnliches mehr. Aber wie geht es, dass ein Fall nach so langer Zeit doch noch gelöst
    wird? Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Wissenschaft, die immer neue Methoden und Techniken entwickelte, um Spuren und Beweise auszuwerten oder überhaupt erst zu finden. Eine
    dieser neuen Methoden, die die Gerichtsmedizin evolutionierte, ist der genetische Fingerabdruck. Dieser Bericht soll einen Einblick in das Verfahren des genetischen Fingerabdrucks geben, wozu jedoch erst der Aufbau der DNS angesprochen werden muss.




    Perfektes Fahndungsinstrument
    Die Polizei begrüßt den Vorstoß zur Ausweitung des genetischen Fingerabdrucks als Routinemaßnahme - Grüne, FDP und Datenschützer fürchten um die Bürgerrechte



    Dammbruch für Gentests
    Nach der raschen Verhaftung im Mordfall Rudolph Moshammer wird der Ruf nach einer Ausweitung von DNA-Tests lauter.



    Pro: Wirksames Mittel
    Die DNA-Analyse ist ein besonders wirksames und effizientes Mittel der modernen Verbrechensbekämpfung geworden, wie nicht erst der Fall Moshammer gezeigt hat.


    Kontra: Schwerer Eingriff
    DNA-Analysen mit Fingerabdrücken gleichzusetzen hieße, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Das wäre ein zu schwerer Eingriff in das Recht der informationellen Selbstbestimmung.



    Mordverdächtiger saß zur Tatzeit in Haft
    Jahre nach dem Mord an einer Frau glauben Ermittler endlich den Täter gefunden zu haben - mittels DNS-Analyse wurde Andreas S. überführt. Die Fehlertoleranz dieser Untersuchung liegt bei winzigen 1:2.500.000.000. Doch für die Tatzeit hat S. ein bombensicheres Alibi: Er saß im Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Anstalt.


    Einprägsam, aber falsch:
    Das Bild vom »genetischen Fingerabdruck«

    Über eine kriminaltechnische Methode und ihre Grenzen
    Mitte März 2001, nachdem ein Sexualtäter ein 12-jähriges Mädchen getötet hatte, machten die CDU-Innenminister Werthebach (Berlin) und Schönbohm (Brandenburg) einen Stimmungstest: Sie forderten, Gen-Daten aller in der Bundesrepublik lebenden Männer zwangsweise zu erfassen und vorbeugend beim Bundeskriminalamt zu speichern.


    Perfektes Fahndungsinstrument
    Die Polizei begrüßt den Vorstoß zur Ausweitung des genetischen Fingerabdrucks als Routinemaßnahme - Grüne, FDP und Datenschützer fürchten um die Bürgerrechte


    Grüne gegen Gen-Analysen von Schwarzfahrern und Ladendieben
    SPD-Politiker für Ausweitung erkennungsdienstlicher Maßnahmen - Heftige Diskussion nach schneller Aufklärung des Moshammer-Mordes


    Erweiterte Gen-Datenbank gefordert
    Die Wahrscheinlichkeit, daß zwei Menschen den gleichen genetischen Fingerabdruck aufweisen, wird auf 1 zu 30 Milliarden geschätzt.


    Der »genetische Fingerabdruck«:
    DNA-Spuren entlarven den Täter

    Auch bei den Ermittlungen zum Mord an der schwedischen Außenministerin Anna Lindh spielt der »genetische Fingerabdruck« eine wichtige Rolle. Was hat es mit dieser Methode der Personenidentifizierung, die zunehmend auch außerhalb der Gerichtsmedizin Verbreitung gefunden hat, auf sich?


    Der genetische Fingerabdruck -- dem Verbrechen auf der Spur
    "Gen-Tests ausgeweitet", "DNA-Gutachten überführt Dieb", "Forderung nach genetischem Fingerabdruck von jedem Bürger", "Polizei sammelt erneut Speichelproben", "Gentests für Strafverdächtige". Dies sind nur wenige Schlagzeilen, die besonders in den letzten Monaten durch die Medien gingen und für Aufsehen sorgten.
    All diese Begriffe lassen sich auf eine neue Identifizierungstechnik - die DNA-Typisierung, besser bekannt unter dem genetischen Fingerabdruck - zurückführen.





    da ich nicht immer lust habe, alles doppelt und dreifach zu schreiben, zitier ich mich mal selbst:





    grüße,
    antimagnet :wink:
     
  6. Trasher

    Trasher Forenlegende

    Beiträge:
    5.854
    Registriert seit:
    10. April 2002
    Auch wenn ich's heute nicht mehr lesen werde:

    Thumbs up! für diese Zusammenstellung. :)
     
  7. InsularMind

    InsularMind Erleuchteter

    Beiträge:
    1.086
    Registriert seit:
    9. Dezember 2003
    Ort:
    Solar System, Terra,Europe, Germany, Kiel
    Ich hätte nix dagegen, mein Sample abzugeben, solange damit hinterher nix Dummes angestellt wird ( illegale Verwendung für andere Zwecke unabhängig vom Thema , Infoquelle für Versicherungsunternehmen ect.)

    Ob das nun mehr Sinn macht ne Gendatenbank von all denen anzulegen, die schon mal in der Hinsicht straffällig wurden oder neigungstechnisch auffällig, da bin ich mir nicht so sicher.
    Ganz dumm kann der Gedanke nicht sein, wenn man bei ner Identifikation nicht nur rein nach dem DNA - "Abdruck" abgleicht, sondern investigatorisch / weiter umständeprüfend kriminaltechnisch vernünftig vorgeht.

    Sicher ist nur, dass die eh schon Rausgepickten sich durch Verhätscheln, Therapieren und Resozialisieren auch nicht "abschrecken" oder "umdrehen" lassen.
    Die noch unbehelligt rumlatschen sowieso nicht, die wissen ja, sehr viel Schlimmes passiert ihnen sowieso nicht.
    Ab und zu ein Warnschuss erschreckt die schon eher.
    Schön ist nur wenn die Gutachter das hinterher gern glauben möchten.

    Hat man dann ein DNA -Sample, findet man sie unter Umständen eben eher wieder.
    Aber für restlos alle Einwohner halte ich es nicht nötiger als dass die Fingerabdrücke von Jedem gespeichert würden.