die dritte welt als dienstleister der ersten welt???

MeisterEder

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ahoi,
also ich weiß nicht mehr ob ich das im michael moore buch oder in einem buch von noam chomsky gelesen hab, ist ja auch ziemlich egal ist ja beides das selbe gebiet ;)

also da stand, wenn ich mich recht entsinne, das in den amerikansichen (vielleicht sogar in europäischen) regierungskreisen folgende meinung vorherscht:

die dritte welt ist der dienstleister der ersten welt.

ich find diesen ausspruch ziemlcih erschrecken klar ist das so aber durch den ausspruch hats den anschein als ob sie es auch niemals ändern wollen. ist die zukunft der dirtten welt bereits geschrieben??? wird sie ewig am "tropf" der ersten welt hängen ..zwar gut genug unsere kleidung zu nähen, unser öl zu fördern, unseren drogen anzubauen usw. aber sie sollen niemals unseren lebensstandart erhalten denn dann wären unsere billig arbeiter weg.

was meint ihr? findet ihr das in ordnung? was kannm an tun damit die ungerechtigkeit ein ende nimmt??? bzw. wann meint ihr wird sich das machgefüge ändern??? oder seh ich das nur viel zu eng????

über einen gedankenaustausch würd ich mich freuen

greetze
MeisterEder
 

HaZZe

Geselle
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denke es ist für die dritte welt unmöglich den stand eines derzeitigen industrielandes zu erreichen. es fehlen:

-Bildung der jüngsten generation

-Arbeitsplätze für die mittlere generation

-Renten für die älteste generation.

hatten das thema letztens in nem ethik grundkurs. es ist ein Teufelskreis!!

kein geld->keine bildung->keine arbeit->kaufkraft sinkt->Geringere steuereinnahmen des staates->kein geld

wenn sich in der hinsicht etwas tuen sollte, dann erst, wenn die industrieländer aufhören mit ihren billiggen massenprodukten zu handeln und zb. den teureren reis aus china oder das teurere korn aus afrika kaufen würden.

da dies aber dem prinzip der freien marktwirtschaft nicht gerecht wird, ist es UNMÖGLICH!!

hoffe ich liege hier komplett richtig, kann mir allerdings nichts anderes herführen-.....

HEUTE IST EIN SONNIGER TAG FÜR DICH; DOCH ANDERE BRINGT GENAU DIESE SONNE UM.
 

Jay-Ti

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freie marktwirtschaft zieht nicht ganz.. die erste Welt Länder schützen sich nur ziemlich raffiniert vor den Produkten, welche wohl sonst um einiges billiger und sogar besser (schmecken besser) wären. Und das liegt nicht nur an den Amerikaner, sondern ganz klar auch an den Europäern.. für die meisten zwar unglaublich, aber wahr.

:cry:
 

MeisterEder

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das verrückte ist ja das die politik nichts tut um diesen stand zu ändern. zb. muß die dritte welt unglaublich zollabgaben leisten wenn sie was nach deutschland importieren wollen. aber im gegenzug müssen wir keine zollabgaben zahlen wenn wir was ind die dritte welt exportieren wollen.

kümmert sich eigentlich irgendwer bei unsere regierung, oder bei der UN oder der nato um die soziale ungerechtigkeit auf der welt??
 

TERRANER

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na klar..

da ist auch wieder die allseits beliebte "Pyramiden-Struktur" erkennbar
3. welt,2.welt,höchste etage..
und das setzt sich ja laut vieler mutmaßungen in der sogenannten westlichen welt fort.
vielleicht auch nur symbolisch,aber ich bin der meinung das diese bezeichnungen nicht umsonst entstanden sind.

best regards
 

Highwaydog

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unser Relilehrer hat uns mal so ne Statistik gezeigt, auf der zu sehen war, dass jede Mark (damals noch), die man nach Afrika schickt, 3fach zurückkommt...


PS: was ist denn die 2. welt? ich hab mir das immer so vorgestellt mit der alten welt = ersten welt = europa, dann die neue welt = zweite welt = amerika und dann eben die dritte welt... aber ich scheine wohl falsch zu liegen :(
 

Godot

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Also zu Zeiten des Imperialismus sprach man von einer "Erlösung" dieser armen, unzivilisierten, kulturell erstarrten Völker ( :lol: )...
Konsequenterweise müssten wir, die "weiße" Welt, nachdem wir der sogenannten dritten Welt unsere Gesellschaftsordung aufgezwungen haben(ach so ja: wir ham sie doch erlöst), auf einige wirtschaftlichen Güter verzichten, um ihnen zu helfen, wo wir nur können.
doch manche wollen immer noch mehr als alles haben, glauben an ein ewiges Wirtschaftswachstum, welches natürlich größtenteils der westl. "zivilisierten" Welt zugutekäme. Höchstgeradig ekelhaft...

In Anbetracht unseres post-imperialistischen Zeitalters... kann man die Welt so sehen?: Die USA ist der König der kapitalistischen Ordnung, Europas Staaten und Japan sind Vasallen, Fürste oder Barone dieses Königs, Russland und China sind wirtschaftlich nur kleine Konkurrenten für die USA, möchte ich hier erstmal ausklammern...
so, und der Rest ist der "dritte Stand", Bauern, das Proletariat.
Wenn die Welt also vergleichbar ist mit einer feudalen, absolutistischen Gesellschaft, wann kommt dann die Revolution...? Das sie kommt, ist logisch. Wann wird der König geköpft?!? :twisted:
 

semball

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Oh Gott!!!!!

Würdet ihr den Begriff "Dritte Welt" bitte nicht so leichtsinnig mit irgendwelchen allgemeinen Feststellungen verbinden?
Der Sudan und China gehören beide zur dritten Welt, aber wer meint die Situation der beiden Länder gleichsetzen zu können, der sollte noch mal gehörig drüber nachdenken.

gruss semball
 

Godot

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ich bin mir durchaus bewusst, das ich sehr viel pauschalisiere, doch gab es schon immer fette Bauern und hungernde Bauern

außerdem beziehe ich mich ausschließlich nur auf eine Dimension, dem wirtschaftlichen Sektor nämlich, sprich, ob es den Leuten gut geht oder nit.

Gott kann dir auch nicht helfen!
 

antimagnet

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erstens wäre die dritte welt nach diesem entwurf eher dem sekundären sektor industrie unterzuordnen und zweitens wäre das doch gar nicht mal so schlecht für die, oder? endlich können sie ihre produkte verkaufen, und zwar an leute, die tatsächlich geld haben...
 

MeisterEder

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also nur so zur erklärung:
die erste welt sind alle industrienationen

die zweite welt sind die schwellenländer die halt gerad zur großen und ach
so tollen industrie nation heranwachsen

und die dritte welt ist der rest

...falls ich mich da täusche könnt ihr mich gerne korrigieren
 

elvissa

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das stimmt schon, ich könnte aber noch ergänzen, dass man heutzutage aber bevorzugterweise nicht erste, zweite und dritte welt sagt, denn die welt ist ja nur eine, und diese ausdrücke schaffen eine drei- klassen welt, in der länder nach wirtschaftlichen gesichtspunkten beurteilt werden.
nur damit ihr's wisst :wink: [/ pc-lesson]

ansonsten stimme ich der allgemeinen meinung hier zu, es ist tatsächlich so, dass die grossen industrienationen ihren reichtum auf kosten der ärmeren länder geniessen.

vor allem godot kann ich nur zustimmen, ich find das bild sehr zutreffend, gute idee!
 

samhain

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viele bewohner der ärmeren länder sind doch schon längst als sogenannte wanderarbeiter, zu dumpinglöhnen, ohne soziale sicherung und zu hire&fire bedingungen in europa tätig.

die leute aus der sogenannten "dritten welt" strömen zunehmend in die erste welt und müssen dann auch hier unter den ihnen zugewiesenen niedrigen bedingungen leben.

beispiel spanien:

El Dorado unter Plastik

SPANIEN, REGION ALMERIA
Arbeitsnomaden aus Nordafrika versorgen die Agrarmärkte der Europäischen Union und leben zwischen Pestiziden und Abfällen

http://www.freitag.de/2004/09/04090301.php
 

Highwaydog

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ja, ich glaube, die Dritte-Welt-Läden wurden alle zu Eine-Welt-Laden umbenannt, und die "dritte Welt" wird nun offiziell als "Entwicklungsländer" bezeichnet, weil das, wie schon erwähnt, nicht den Eindruck mehrerer Klassen/Stände/Gesellschaften hervorruft :wink:
 

InsularMind

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Was ich nie in Ordnung fand ist dass die 'ungerechte Verteilung' , aber um zu ermöglichen, dass die ganze Welt einen mehr oder weniger ähnlichen Lebensstandard erreicht, müssten wir wahrscheinlich etliche Dinge zu unseren eigenen Ungunsten abändern -- bzw. würde die 'erste Welt' nie freiwillig auf so Vieles verzichten, damit dritte Welt und erste Welt auf dem Standart der zweiten Welt ankommen könnten.

Wie schon Welche vorgeführt haben, reicht es ja nicht aus der dritten Welt unsere Erstweltkultur aufzuprägen, wenn die gar keine große Chance haben, sich einen Aufschwung anhand von Wirtschaftlichkeit aufzubauen, oder dieser Aufschwung wiederum durch die erste Welt gedrückt oder verhindert wird.

Vielleicht müssen wir uns erst alle weiterentwickeln, zu ner Weltgemeinschaft, wie sie sich kaum Jemand heute vorstellen kann, und die über die Grenzen des mit Geld Erreichbaren hinweggekommen ist.
Sowas darf man aber nicht zu laut aussprechen, sonst kommt man in die Klappse :lol:
Die Menschen sind nicht so solidarisch strebsam, wie es dafür sein müsste, denk ich mal.
Die Macht der Moneten und die Bequemlichkeit des Nichthungernmüssens werden es wohl weiterhin verhindern.

Bei vielen Völkern ( von Denen, die man so leicht als unterentwickelt bezeichnet immer ) denke ich sogar, wäre ihnen eine glücklichere Welt geblieben, wenn man sie leben lassen hätte, wie sie vor dem 'Zivilisationszwang' gelebt haben.
Mit der Aussicht, Geld zu verdienen oder verdienen zu sollen, brachte man sie erst dazu hin, ihre Lebensgrundlagen auszuverkaufen.

Die Frage ist auch immer, ob diese Länder das, was die erste Welt für heilig hält auch wirklich für sich erreichen wollen.
Man sollte nicht mit dem Vorsatz auf solche Dinge zugehen, dass die Anderen das lernen sollen, was wir können, sondern nachsehen, ob wir vielleicht auch von ihnen was lernen können, eh.
 

Kobrin

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MeisterEder schrieb:
Ist die zukunft der dirtten welt bereits geschrieben??? wird sie ewig am "tropf" der ersten welt hängen ..zwar gut genug unsere kleidung zu nähen, unser öl zu fördern, unseren drogen anzubauen usw. aber sie sollen niemals unseren lebensstandart erhalten denn dann wären unsere billig arbeiter weg.

Selbstverständlich. Wenn sich nicht sehr bald - und ich betone sehr bald etwas grundlegendes ändert, wird das Schicksal derer, welchen den Absprung nicht mehr geschafft haben beschrieben sein. Wenn es das nicht schon ist. Den Standard, welchen USA bzw. EU, also die westlichen Staaten bisher erreicht haben - auf wessen Kosten auch immer - können die Menschen in den "ärmeren" Ländern der Welt so schnell nicht mehr einholen. Dass daran grundlegend etwas geändert wird, daran scheint niemand interessiert zu sein. Wozu auch? Wir leben in einer kapitalistisch veranlagten Welt.
Die Grenzen zur "unwürdigen, primitiven" Außenwelt verschärfen sich prompt. Die umliegenden Staaten der werden als Schutzwälle gegen die verratenen und ausgebeuteten restlichen Staaten verwendet. Bald braucht man eben diese nicht mehr, sie haben ausgedient. Um dies etwas verständlicher zu machen - ich bin mir durchaus darüber bewusst, dass ohne erläuterte, nähere Grundlagen und Quellen dies für diejenigen, die mit dieser Problematik nicht so vertraut sind, unter Umständen etwas "abstrakt" wirken kann - werde ich demnächst etwas näher auf meine Worte eingehen ...
 

Woppadaq

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MeisterEder schrieb:
die dritte welt ist der dienstleister der ersten welt.

Ist dir eigentlich klar, wie gut es diesen Ländern in Vergleich zu jetzt gehen würde, wenn der Satz stimmen tun täte ?

wird sie ewig am "tropf" der ersten welt hängen ..zwar gut genug unsere kleidung zu nähen, unser öl zu fördern, unseren drogen anzubauen usw. aber sie sollen niemals unseren lebensstandart erhalten denn dann wären unsere billig arbeiter weg.

Würdest du Japan, Südkorea, Taiwan, China als Dritte-Welt-Länder bezeichnen ?

was kannm an tun damit die ungerechtigkeit ein ende nimmt??? bzw. wann meint ihr wird sich das machgefüge ändern???

Das ist eine ganz andere Frage. Hier mal meine Sicht der Dinge:

Irgendwie sind wir Europäer ja ganz wild darauf, den Afrikanern zu helfen, aus ihren Schlamassel herauszukommen. Aber im Grunde genommen können wir nicht viel mehr tun als Lebensmittel liefern, um die größte Not zu lindern. Deren Gesellschaftssystem bzw deren Art zu wirtschaften können wir kaum ändern - das liegt sowohl an denen als auch an uns. Ich wills mal etwas klarer formulieren: um von einer gesunden Wirtschaft in Afrika zu sprechen müßten die so gut wirtschaften, daß sie für uns zur Bedrohung werden. Es ist also klar, daß, bei aller Liebe und Anteilnahme, unsere Hilfsbereitschaft aus reinen Selbsterhaltungstrieb begrenzt ist.

Ohnehin finde ich die Aufteilung in 3 Welten aufgrund meiner Gruppenlehre unvorteilhaft, sie wird Entwicklungen einfach nicht gerecht. Die Aufteilung in 4 Welten wäre vorteilhafter. Zudem wäre es aus Gründen der Gleichberechtigung besser, statt Zahlen Farben zu verwenden.

Da wäre zunächst mal die "rote" Welt, zu der im wesentlichen Asien gehört, vor allem Japan, Südkorea, China, Malaysia, um nur ein paar zu nennen. Einige sind besser entwickelt, andere haben noch Nachholbedarf. Ist nicht viel anders als bei uns in Europa. Die gesellschaftliche Struktur in diesen Ländern ist aber relativ gleich: viele Menschen auf recht dichtem Raum, bevorzugt Gruppenaktivität anstelle von Individualität. Eine gewisse Individualität ist aber Voraussetzung für neue, intelligente Impulse. Nicht daß es in diesen Ländern keine Intelligenz gäbe, aber sie hat nicht den gesellschaftlichen Stellenwert, den die Intelligenz in Europa hat. Fakt ist: diese Länder werden uns in Punkto Arbeitswut, Produktivität und Kosteneffizienz immer davonlaufen. Aber sie zehren auch von den Impulsen aus unserer Welt. Ganz blödes Beispiel: trotz 1 Milliarde Chinesen verwendet die chinesische Regierung kein selbstentwickeltes Betriebssystem, sondern Linux - eine europäische Entwicklung. LCD, Faxgerät, Fernseher - alles deutsche Erfindungen, mit denen komischerweise die Japaner groß herausgekommen sind.

Dann sind da wir, die Europäer, die "gelbe" Welt. Die für Deutschland so typische Redwendung "die da oben, wir da unten" spiegelt die jahrhundertealte Struktur wieder: eine Elite ohne Geldsorgen aalt sich in der eigenen geförderten Intelligenz, während die ganz normalen Menschen auf unterem Niveau gehalten werden. Auch wenn sich die Unterschiede fast verflüchtigt haben - mit der gesellschaftlichen Struktur haben wir bis heute zu kämpfen. Wir tun immer so, als sei dies überall auf der Welt immer dasselbe, was vielleicht sogar stimmt, aber es wird nicht überall gleich empfunden. Unsere Gesellschaftsstruktur fördert Intelligenz und Individualität, zu dem Preis, daß diese sich gewissermaßen von der restlichen Umwelt "abkapselt". Wir können ganz gut damit umgehen, sollten aber nicht voraussetzen, daß dies überall auf der Welt so ist.

Dann ist da die "blaue" Welt: Lateinamerika bis hoch nach Mexico ! Auch hier gibt es Arm und Reich im krassen Gegensatz. Es gibt allerdings keine derartig aristokratisch geprägte Strukturen wie bei uns in Europa. Im Prinzip leben europäische Nachfahren, afrikanische Ex-Sklaven und einheimische Indios in einer Art Koexistenz miteinander. In den meisten dieser Länder macht vor allen das Militär von sich reden, welches hier eine völlig andere Bedeutung hat als bei uns oder in Asien. Der wesentlichste Unterschied Lateinamerikas zu Afrika ist dabei der Umstand, daß die lateinamerikanischen Länder von der infrastrukturellen Entwicklung her eigentlich Europa gleichen und sich ja auch nicht gegen Hilfe von uns sträuben - sich allerdings zeigt, daß unser Modell des Wirtschaftens und des Umgangs sich nicht mit den ihren verträgt. Kaum ein lateinamerikanisches Land, welches nicht hochverschuldet ist und momentan seinen eigenen Weg aus der Misere sucht, bei dem wir kaum helfen können, selbst wenn wir wollten - sieht man mal von etwas mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel, die wir geben müßten, ab !

Sollte Lateinamerika sich in den Griff bekommen, könnten sich die dortigen Lösungen als wirkungsvoller für die "grüne" Welt - gemeint ist vor allem Afrika - entpuppen als unsere Ansätze. In Afrika ist sehr stark das Familiendenken ausgerichtet - und nicht nur dort ! Selbst unter Afro-Amerikanern ist es noch sehr stark verbreitet. Wir kritisieren sehr gerne, daß unsere Form des Wirtschaftens unter diesen Umständen dort praktisch unmöglich ist, was auch stimmt. Ohnehin ist die Frage, ob wir fähig sind, den emotionalen Background zu entwickeln, der für echte Hilfe nötig wäre. Wir waren nie in deren Lage und werden es hoffentlich auch nie sein. Bei den Lateiamerikanern sieht das schon anders aus.

Ein gewisser Sonderfall stellt Amerika dar, welches alle 4 Elemente vorweisen kann. Damit ist diese Gesellschaft hochgradig anpassungsfähig, während sie gleichzeitig über ein ziemliches Identitätsproblem verfügt. Allerdings bewegt sich die dortige Gesellschaft immer mehr in Richtung Aristokratie - genaugenommen entwickelt sie sich zurück ! Auch wenn wir in Punkto Integration eine Masse von den Amis lernen können - ihre Gesellschaftsform ist ausgesprochen reaktionär und genausowenig auf uns übertragbar wie unser System auf ihres. Obwohl ich nichts dagegen hätte.
 

MeisterEder

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MeisterEder wrote:
die dritte welt ist der dienstleister der ersten welt.


Ist dir eigentlich klar, wie gut es diesen Ländern in Vergleich zu jetzt gehen würde, wenn der Satz stimmen tun täte ?
also klar liest sich dienstleister so als ob sie vernünftig bezahlt werden und das auch ncoh freiwillig tun. dem ist selbstverständlich nicht so. aber unsere lieben politiker werden wohl kaum sagen: die dritte welt sind die sklaven der ersten.

..die einteilung in 1,2 und 3 welt kann ich auch nicht gut heißen ...aber ich halte auch nichts davon die sachen schön zu reden. in der heutigen welt wird alles nach wirschaftlichen gesichtspunkten bewertet und somit auch leider dies. und jedem sollte auch klar sein das wir uns in einer 2 bzw. 3 klassen gemeinschaft befinden ..im kleinen sowie im großen

bei japan, china, taiwan handelt es sich nicht um 3 welt länder eher um schwellen länder die zwar fröhlig in das industriezeitalter einsteigen aber die menschenrechte mit füßen treten. ...ach ja china arbeitet übrigens mitlerweile an nem eigenen operating system ;)



um von einer gesunden Wirtschaft in Afrika zu sprechen müßten die so gut wirtschaften, daß sie für uns zur Bedrohung werden.

hmm meinst du nicht das wir dadurch da wir dort die billig produkte herstellen in viel größerer gefahr uns befinden. warum verschwinden in deutschland immer mehr arbeitsplätze, und daher die steuereinnahmen sinken?? weil es in den besagten ländern viel günstiger produzieren läßt.
da stellt sich mir die frage wer hat was davon?? wohl eindeutig die wirtschaft ...denn deutschland direkt wird ja nicht reicher durch die ausbeutung sondern es sind die großen firmen die einen noch größeren rei bach machen.

die idee mit einer weltregierung ist nicht schlecht. aber ich denke das wird nicht machbar sein wegen den vielen unterschiedlichen religionen und kulturen ..vielcht in 200-300 jahren.

und nocheinmal ich will nicht den "entwickulungsländern" eine kultur aufschwatzen ..ganz besonders nicht unsere. ich will "nur" die soziale ungerechtigkeit ändern(zumindestens theoretisch). wieso müsssen in afrika menschen verhungern wenn wir in europa nicht mal schaffen unser super maxi spar menü aufzufuttern. warum verfüttert die usa mehr korn an ihre blöden rindviecher (wo nicht mal alle von verzehrt werden) anstatt damit leid zu bekämpfen. klar müssen sie ihre eigen wirtschaft aufbauen und deshalb kann man da nicht ewig enwicklungshilfe leisten aber man kann die not lindern in der sie leben.

ich bin halber marokaner und daher kann ich nur diese als direktes beispiel anfügen: klar sind se nicht täglisch schlecht gelaunt ..klar leben sie gerne in ihrem land aber sie leiden trotzdem unter der hohen arbeitslosigkeit und der perspektivlosigkeit und dabei geht es den marokanern im vergleich noch "gut".sie würden gerne teil haben an unserem lebensstandart.

ich geb mal ein beispiel was ich mir vorstellen könnte wie man es ändern könnte und ihr zerfetzt es dann: ;)
1. also erstmla schuldenerlaß für alle "entwicklungsländer", denn sie werden ehnciht in die lage kommen sie zurück zu zahlen und wenn doch dann sind wir die dritte welt und würden uns freuen wenn man uns die schulden erläßt.

2. ich würde mich darum kümern das es pflicht wird in jeder fabrik (egal wo auf der welt) eine gewerkschaft bzw. eine aufischtsrat zu besitzen. dann kann die "belegschaft" wenigstens ein bissel einfluß darauf nehmen.

3. da die entwicklungsländer durch punkt1 keine schulden mehr haben könnten sie auch wieder zölle einführen. das hat zur folge das sie dann eine eigene wirtschaft aufbauen können ohne sich im direkten wettbewerb mit der westlichen welt zu befinden.

4. freie wahlen zu zulassen ..das sollte eigentlich punk1 sein ;) (frei in zweierlei hinsicht: selbstverständlich das die bürger frei wählen dürfen aber auch das sich die anderen länder nicht einmischen in die wahlen,bzw durch putsch versuche die demokratie mit füßen zu treten)



..wenn das alles bissel wirr klingt liegt das daran das ich gerad erst aufgestandne bin ;) und somit auch erstmal guten morgen
 

samhain

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man macht es sich doch sehr einfach, wenn man die problematik auf "die gesellschaftssysteme" oder "deren art zu wirtschaften" reduziert.

gerade die korrupten regime/oberschichten in den sogenannten entwicklungsländern füllen sich mit den entwicklungsgeldern ihre taschen oder pumpen sie in den miltärapparat.

übrig bleiben alibibiprojekte, die nicht mehr als der tropfen auf den heißen stein sind, aber nicht das grundübel angehen.

da ist es dann einfach zu sagen, das gesellschaftssystem sei die ursache, die menschen dort können eben nicht wirtschaften.

umgekehrt wird ein schuh draus: die gelder kommen eben nicht direkt zu den bedürftigen, sondern landen in den händen derer, die den großteil davon für sich abschöpfen.

das ist auch den geberländern bekannt...

Woher kommt die Armut?

Ein simples Rechenexempel erlaubt, die Ursachen dieses Übels aufzuklären, höhere Mathematik ist nicht erforderlich:

Wenn z.B. ein Bauer in einem Dorf in Kamerun 2,86 Euro für die Produktion von einem Kilo Kakao ausgibt, das ihm für 0,71 Euro abgekauft wird, wieviel hat er dann verloren? Und wenn er gleichzeitig für einen Liter Palmöl 1,71 Euro und für eine Schachtel Fieber senkender Tabletten zwischen 4,28 und 7,14 Euro ausgeben muss, wieviel wird er sich leihen müssen, um Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht zu halten oder einfach zu überleben?

Die Antwort auf diese Frage zeigt, dass die Ungerechtigkeit der Handelsbedingungen heutzutage die Hauptursache der Armut ist. Hinzu kommt ein zweiter Faktor, von dem die Außenschuld (wie auch die innere Verschuldung) nur eine der Auswirkungen ist, nämlich die massive Abschöpfung der Entwicklungshilfegelder durch das Führungspersonal und die hohe Beamtenschaft sowohl der Nehmer- wie der sog. Geberländer sowie durch alle diese Funktionäre der multilateralen internationalen Organisationen, deren wohlbezahlte Spezialistentätigkeit einen bedeutenden Teil der Hilfsfonds verschlingt.

http://www.vsp-vernetzt.de/soz/020415.htm


Dass sich das (auf die Entwicklungshilfe bezogen) nicht auszahlte, lag darin dass die politische und soziale Entwicklung Afrikas
in den ehemaligen französischen Kolonien die gleiche Eigendynamik entwickelte, wie in den
englischen, belgischen und portugiesischen Kolonien, die ein Klima der Krise, des
Bürgerkriegs, des Staatszerfalls, der Klientelismus bewirkte, das jeder wirtschaftlichen
Entwicklung zuwiderläuft.
Der Grund liegt in der späten und problematischen Kolonialisierung , in der ungeregelten und
disruptiven Entkolonialisierung, dem Missbrauch Afrikas für die europäische Politik, und den
mangelhaften Konzepten der als Modernisierungspolitik verkleideten kolonialen
Erschließungspolitik. Dirigistische Planwirtschaft, Staatsbetriebe, mangelnde Landreform und
ungeklärte Eigentumsverhältnisse, Vernachlässigung der Erzeugung des Eigenbedarfs
zugunsten von Exportprodukten, Großprojekte, Staatsfinanzierung über Zölle und
Exportabgaben, Schaffung immer neuer „moderner“ staatlicher Bürokratien, diese ganze
unerledigte Agenda, die dann mit den Strukturanpassungsprogrammen und heute mit der
politischen Konditionierung korrigiert werden sollte, sind nicht nur das Werk der Afrikaner,
sondern Rezepturen der bilateralen und multilateralen Experten. Weil die ehemaligen
Kolonialmächte und später die anderen Geber die politische Entgleisung der neuen
Machthaber hinnahmen, kam es zur Bildung eines politischen und sozialen Systems, dessen
Fehlentwicklung nicht mehr durch mehr oder minder freie Wahlen und politische Konditionen
zu beheben ist.
Der Sündenfall erfolgte zwischen 1960 und 1990. Die danach immer wieder
unternommenen Reformversuche scheiterten letztlich immer wieder am mangelnden
politischen Willen, der Kritik und den Reformversuchen auch Taten folgen zu lassen.

http://www.politik.uni-trier.de/mitarbeiter/molt/ss03/8.pdf
 

samhain

Ehrenmitglied
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...Jeder fünfte Mensch auf der Erde, insgesamt 1,2 Milliarden Menschen, leben in extremer Armut und haben weniger als einen US-Dollar am Tag zum Leben. In den Entwicklungsländern ist es jeder vierte. Davon hungern 800 Millionen Menschen jeden Tag, mehr als 24.000 verhungern täglich.

Das ist ein Skandal für die Menschheit und ein Beweis für das Versagen der Entwicklungspolitik der letzten 40 Jahre. Enorme finanzielle Mittel sind in die falschen Hände von „Eliten“ gelangt, haben korrupte Staatsbürokratien geschaffen und Entwicklungsruinen hinterlassen. Unten bei den Ärmsten kam die Hilfe selten an.

Das soll anders werden. Auf dem Jahrtausend- (Millennium-) Gipfel der Vereinten Nationen vom 6. - 9. September 2000 in New York verkündeten 189 Staats- und Regierungschefs das Ziel, die extreme Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Seitdem sind drei Jahre vergangen. Es ist verlorene Zeit für die deutsche Entwicklungspolitik. Der auf dem Gipfel versprochene Plan für den deutschen Beitrag mit konkreten Schritten zur Erreichung des Ziels fehlt bis heute. Wertvolle Zeit ist verschwendet worden.


...Eine Umorientierung müsste vorgenommen und materielle und geistige Besitzstände in der Entwicklungszusammenarbeit abgeräumt werden. Dann wären nicht Reden, sondern Taten angesagt. Allerdings sind dann große Widerstände zu überwinden bei all denjenigen, die sich in der gegenwärtigen Entwicklungspolitik gut eingerichtet haben und alles beim Alten lassen wollen und z.B. nur auf das allgemeine Wirtschaftswachstum setzen - eine Position, gegen die sich auch die Entwicklungsministerin wendet. Es gilt gegen die uralte und längst widerlegte Meinung vom „Sickereffekt“ vorzugehen, wonach jede finanzielle Hilfe an die Regierung und die „Eliten“ irgendwie und irgendwann auch zu den Ärmsten durchsickern werde.

...Auszugehen ist dabei insbesondere von der Feststellung, dass Beamte keine Unternehmer sind, dass sie im allgemeinen wenig wirtschaftlichen Sachverstand haben und schon gar nicht wissen, wie die Masse der armen Bevölkerung ihre wirtschaftliche Einkommenssituation verbessern kann. Bekämpfung der extremen Armut kann also, abgesehen von den wichtigen staatlichen Rahmenbedingungen, nicht Sache des Staates im Entwicklungsland sein. Damit ist der leichte Weg versperrt, die Entwicklungshilfegelder wie bisher an den Staat und seine Bürokratie abzuliefern und zu erwarten, dass damit die extreme Armut bekämpft werden kann. Zur Bekämpfung der extremen Armut muss die Ministerin den sehr viel schwierigeren Weg gehen und die Selbsthilfekräfte der Menschen durch Selbsthilfegruppen, Selbstverwaltungsorganisationen und spezielle Service-Institutionen stärken. Dass dies auch für die staatliche deutsche Entwicklungspolitik möglich ist, zeigt z.B. der inzwischen 3. Selbsthilfebericht der Bundesregierung an den Deutschen Bundestag vom 27.7.2001, der jedoch auch beweist, wie wenig Ernst die Bundesregierung ihre Aufgabe nimmt.

alles hier:

http://www.epd.de/entwicklungspolitik/entwicklungspolitik_index_18890.htm
 

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