Willkommen bei Ask1.org

Hier diskutieren mehr als 10.000 User die verschiedensten Themen!
Register Now

Der Wahlthread

Dieses Thema im Forum "Forum zu Wahlen" wurde erstellt von dkR, 27. September 2009.

  1. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

    Beiträge:
    2.792
    Registriert seit:
    13. August 2003
    Ort:
    München
    Zurück zum Thema:

    FDP: Es ist mir ehrlich gesagt ein völliges Rätsel, wer dieser Partei mit ihrem Wichtigtuer Westerwelle an der Spitze fast 15% verschafft hat.
    Dieser Mensch kann mehr als Gott: Denn Gott weiss alles, aber Guido weiss alles besser. Er wird nun zeigen müssen, ob er mehr drauf hat als nur Dampf zu plaudern. Aber im Zweifelsfall kann er sich ja noch immer auf seinen Kleinparteistatus zurückziehen.

    CDU/CSU: Zwar hat auch die CDU, vor allem aber auch die CSU in Bayern Federn lassen müssen, leider nicht genug. "Seehofer ist enteiert" sagt einer der Bezirksvorsitzenden im kleinen Kreis. Peinlich: Den Grund für seine eigene Niederlage schiebt Seehofer nun dem Wähler in die Schuhe: "Wir haben es mit einer struktuellen Niveauabsenkung zu tun". Möglicherweise liegt er damit gar nicht einmal so falsch, denn die versprochenen Steuersenkungen sind angesichts der Verschuldung des Staates nicht finanzierbar. Und allenfalls kosmetische Veränderungen werden keine Auswirkungen auf das Wachstum haben. Der Wähler hat an Niveau verloren, wenn er das geglaubt hat.
    Es bleibt abzuwarten, ob Kanzlerin Merkel jetzt mehr drauf hat, als ihren bisherigen Standardsatz ("Wir müssen uns nun zusammensetzen, um eine gemeinsame Lösung zu finden.")

    SPD: Kandidat ohne Charisma, schwacher Wahlkampf (wenigstens war es aber einer, im Unterschied zur CDU/CSU). Wenigstens hat Steinmeier den Schneid gehabt, öffentlich dafür die politische Verantwortung zu übernehmen. Man darf hoffen, dass die SPD in der Opposition jetzt wieder an Profil gewinnt. Und das bald und schnell ... und nicht wieder 16 Jahre lang, wie beim letzten Mal schwarz-gelb.

    Linke: Die eigentlichen Gewinner der Wahl, wenn auch ohne Einfluss. Sie konnten davon profitieren, dass die SPD sich seit Jahren zunehmend selbst entfremdet hat.

    Piraten: Sie werden zeigen müssen - wie die Grünen 1984 auch - dass sie mehr drauf haben als nur ihr Kernthema Internet. Für eine Partei im Bundestag ist das zu wenig und folgerichtig gab's auch nur 2%, die man jedoch als Achtungserfolg werten kann. Sollten sie es jedoch nicht schaffen, sich innerhalb der nächsten Legislaturperiode weiter politisch zu profilieren, dann werden sie wie andere Pille-Palle-Parteien in der Esoterikerecke landen. Der Fall Tauss kann sich dabei noch zur Häftlingskugel am Bein entwickeln, sollte sich der Vorwurf der Kinderpornografie als gehaltvoll erweisen.
     
  2. agentP

    agentP Forenlegende

    Beiträge:
    10.115
    Registriert seit:
    10. April 2002
    Ort:
    Kreuzkölln
    Wieso die eigentlichen Gewinner? Die FDP hat fast doppelt so stark zugelegt UND ist jetzt Regierungspartner. Warum sind die nicht der "eigentliche" Gewinner?

    Das erklärt allerdings auch, warum du sie nicht als Gewinner gelten lassen willst. ;-)
     
  3. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

    Beiträge:
    2.792
    Registriert seit:
    13. August 2003
    Ort:
    München
    Insofern, weil die Linke quasi aus dem Stand zugelegt hat.
    Die FDP hingegen profitiert immer dann, wenn die CDU an Stimmen ihrer Wähler verliert.
    An den besseren Konzepten kann's nicht liegen. Was uns Westerwelle vor der Wahl präsentiert hat ist entweder nicht finanzierbar (Steuersenkungen) oder ein sozialer Alptraum (Privatisierung der Krankenkassen).
    Die Finanzkrise hat doch gerade gezeigt, dass "der Kapitalismus wird's schon richten" allein keine Garantie für's Wohlergehen aller ist. Für dieses Klientel besteht die soziale Marktwirtschaft darin, dass wenn's was zu verdienen für die Oberschicht gibt, ist das der Markt. Und wenn für die Fehler alle zu bezahlen haben, dann ist das dann sozial.
     
  4. agentP

    agentP Forenlegende

    Beiträge:
    10.115
    Registriert seit:
    10. April 2002
    Ort:
    Kreuzkölln
    Nur passt das diesmal nicht, denn die CDU hat nur 0,5% verloren, die FDP aber fast 5% zugelegt. :roll:


    edit:
    Hier ein Artikel aus der Süddeutschen zum Thema: Wer wählt die denn eigentlich?
    http://www.sueddeutsche.de/politik/872/489261/text/
     
  5. Bond

    Bond Meister

    Beiträge:
    141
    Registriert seit:
    16. September 2009
    Die FDP in der Regierung ist aber allemal besser, als diese hörige SPD, die könnte das S auch gleich aus ihrem Parteilogo streichen und durch ein A ersetzen, A für antisozial.

    Die SPD wie auch die Gewerkschaften sind eine frühe Idee der Großfinanz gewesen, um politische Strömungen besser lenken zu können, deren Führer in das kap. politische System einzubinden und mit Geld und Posten, die Interessen der Großfinanz zu unterstützen.

    Bestes Beispiel der Neuzeit, Gerd Schröder, der Gasmann aus Hannover.
     
  6. penta

    penta Meister

    Beiträge:
    292
    Registriert seit:
    24. Februar 2003
    Ort:
    OWL
    @bond

    der wähler hat sich in erster linie für klarheit entschieden ob diese wahl gut war wird die zukunft zeigen , da nützen auch persönliche empfindlichkeiten nix ,

    als tipp , "hört nicht auf ihr geschwätz sondern messt sie an ihren taten für die allgemeinheit " :read: :wink: :-%:
     
  7. Edo

    Edo Großmeister

    Beiträge:
    533
    Registriert seit:
    15. Mai 2006
    Komm schon Bond sags doch gleich die Juden(Großfinanz) warens...[/off]
     
  8. Bond

    Bond Meister

    Beiträge:
    141
    Registriert seit:
    16. September 2009
    Hast wohl erst frisch die Protokolle der Weisen... studiert, oder Reiter ohne Pferd gesehen 8O .
     
  9. Gammel

    Gammel Großmeister

    Beiträge:
    810
    Registriert seit:
    20. März 2004
    Ort:
    bavaria
    ja, aber bei gefallender Wahlbeteiligung. Absolut haben CDU/CSU
    1.9Mio Wähler verloren, die FDP 'nur ' 1.7Mio gewonnen.

    (Wenn ich das bei Wiki richtig zusammen gezählt habe http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2009
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2005 )

    Und ich schätze mal der Grossteil der dazugekommenden Nichtwählern waren ehemalige SPD wähler...(oder gibs da schon ne statistik ?)
     
  10. agentP

    agentP Forenlegende

    Beiträge:
    10.115
    Registriert seit:
    10. April 2002
    Ort:
    Kreuzkölln
    Gammel, du hast völlig recht. Zahlen über die Wählerwanderung gibt es mittlerweile. Die CDU hat ca. 1Mio an die FDP verloren, die SPD ca. 400000.
    Ändert aber nix daran, dass die FDP der grosse Gewinner ist und nicht die Linke.

    Der Satz:
    ist schon deshalb halbgar, weil die FDP noch nie auch nur annähernd so viele Stimmen geholt hat. Ich darf daran erinnern, dass es nur 2 reguläre Wahlperioden her ist, dass man Kübel voll Häme über den 18% Guido ausgekübelt hat.
    Ich sehe auch keinen Unterschied, ob die Linke nun bei der SPD wildert oder die FDP bei der CDU. Was soll daran die grössere Leistung sein.
    Man muss ja die FDP nicht mögen und auch nicht wählen, aber man muss auch nicht Zahlen umdeuten, nur weil sie einem nicht gefallen.
     
  11. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

    Beiträge:
    2.792
    Registriert seit:
    13. August 2003
    Ort:
    München
    Nun, meine Kernaussage bez. der FDP scheint ja nun bestätigt zu sein ... trotz quasi-automatischer Bugschüsse durch agentP.
    Natürlich muss man Zahlen nicht umdeuten; es dürfte aber wohl klar sein, das in einem Diskussionsforum gefärbte Meinungen gepostet werden, insbesondere bei dafür anfälligen Themen wie der Politik.

    Merkwürdigerweise spricht fast niemand über die geringe Wahlbeteiligung. Immerhin war es die schlechteste in der Geschichte der Bundestagswahl überhaupt. Dass fast 28% überhaupt keiner Partei ihre Stimme gegeben haben, ist auch eine politische Aussage.
     
  12. HunabKu

    HunabKu Erleuchteter

    Beiträge:
    1.049
    Registriert seit:
    22. Mai 2009
    Danke dafür, dass es doch Menschen gibt, die wissen, worauf das Hauptaugenmerk gelegt werden soll und was aussagemäßig eher nebensächlich ist.


    HunabKu
     
  13. Lucius_Sinclair

    Lucius_Sinclair Lehrling

    Beiträge:
    40
    Registriert seit:
    2. Juni 2009
    Diese 28 Prozent haben aber gebilligt, dass der Rest der Bevölkerung ihre demokratische Macht übernimmt. Ich seh darin nur allgemeine Demokratieunmut, aber die Zustände werden sich durch eine erhöhte Nichtwählerquote nicht verbessern. Insofern versteh ich nicht, warum man nicht die 5 Minuten Zeit hat, sich wenigstens für das gefühlte kleinere Übel zu entscheiden.
     
  14. HunabKu

    HunabKu Erleuchteter

    Beiträge:
    1.049
    Registriert seit:
    22. Mai 2009
    aber auch nicht verbessern wie man sieht. Klar könnte man sich die 5 Min Zeit nehemen aber ist es nicht genau so sinnlos zu wählen als nicht zu wählen. Die resultate sind in beiden Fällen gleich unbefriedigend.
    Und nein, ich finde nicht, dass man sich doch wenigstens für eines der beiden Übel entscheiden sollte, warum? Wenn es keine Partei gibt, welche deine Interessen vertritt und mit der du dich identifizieren kannst, warum solltrst du dann irgendwen wählen. Welchen Sinn sollte das machen? Ich kann die Leute die nicht wählen gehen sehr gut verstehen (auch wenn ich selber wählen war).


    HunabKu
     
  15. agentP

    agentP Forenlegende

    Beiträge:
    10.115
    Registriert seit:
    10. April 2002
    Ort:
    Kreuzkölln
    Ja, und die Linke gewinnt immer dann, wenn die SPD verliert. Und wo ist jetzt der Unterschied? Warum ist das eine Bemerkenswert und das andere nicht? :roll:

    Kommt drauf an. Ich habe weder FDP noch CDU gewählt, finde deine Interpretation trotzdem schräg.

    Ja, bei dir wundere ich mich immer. Den Widerspruch zwischen offensichtlicher Intelligenz und Stammtischpolemik krieg ich einfach nicht gebacken.
     
  16. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

    Beiträge:
    2.792
    Registriert seit:
    13. August 2003
    Ort:
    München
    Danke, dass Du mir wenigstens Intelligenz bescheinigst.

    Was die "Stammtischpolemik" betrifft:
    Damit stehe ich hier wenigstens nicht allein. :wink:
    Die Erfahrung hier zeigt, dass "ausgewogene", "objektive" Beiträge und die damit verbundenen Textlängen ohnehin niemand liest, weil es keinen interessiert. Es liegt auf der Hand, dass die Beiträge eines politischen Threads tendenziös, ja bisweilen polemisch sein müssen; denn es geht um politische Meinungen.
    Für die ganze Breite "objektiver" Beiträge sei auf den Rest des Internets verweisen, wo man jede Abstufung von rechts-außen nach links-außen in jeglicher Fülle finden kann.
     
  17. HunabKu

    HunabKu Erleuchteter

    Beiträge:
    1.049
    Registriert seit:
    22. Mai 2009
    Deswegen wird auf sloche Beiträge auch immer so oberflächlich geantwortet. Wenn man sie nicht richtig liest, kann man auch nicht optimal darauf reagieren. Das ist normal. Ist es diese Erfahrung die du gemacht hast? Würde sich mit meiner decken.


    HunabKu
     
  18. agentP

    agentP Forenlegende

    Beiträge:
    10.115
    Registriert seit:
    10. April 2002
    Ort:
    Kreuzkölln

    Ich lese so etwas gerne und es gibt hier durchaus einige, die genau solche Beiträge versuchen. Wohlgemerkt "ausgewogen" und im Ansatz "objektiv", ist an der Stelle sehr wichtig. Eine Länge die vor tumber Polemik oder offensichtlichen Widersprüchen strotzt, tu ich mir nicht an und wenn im ersten Satz gleich mit Kampfbegriffen rumgeworfen wird, dann steig ich auch aus. Ich sehe keinen grossen Unterschied, wenn die amerikanische Rechte gleich "Kommunismus" schreit, wenn ein Präsident über eine Krankenversicherung nachdenkt und wenn ich mich hier in jedem zweiten Post mit Worten wie "neoliberal" oder "Kapitalismus" auseinandersetze muss, die eh jeder benutzt, wie es ihm grade in den Sinn kommt. Auf hohle und beliebige Begriffe kann man eine Diskussion nicht stellen. Das ist meine Überzeugung und das bleibt sie auch.
     
  19. HunabKu

    HunabKu Erleuchteter

    Beiträge:
    1.049
    Registriert seit:
    22. Mai 2009
    Das Wort "Neoliberal" mag ich auch nicht, habe es auch noch nie benutzt (außer eben gerade) Mit dem Kapitalismus allerdings MÜSSEN wir uns auseinander setzten, wir leben mittendrin (in seiner übelsten Form momentan)
    Und ob etwas von Polemik und Widersprüchen strotzt, kannst du auch nur wirklich wissen, wenn du alles liest....think about...

    Dass du deiner Überzeugung allerdings treu bleibst finde ich klasse. Nichts anderes tue ich auch.


    HunabKu
     
  20. Simple Man

    Simple Man Forenlegende

    Beiträge:
    8.472
    Registriert seit:
    4. November 2004
    Ort:
    Momentan scheinbar Schilda ...
    Kapitalismus in seiner übelsten Form? Manchester-Kapitalismus sagt dir nichts, stimmts? :roll: