Pizzataxi zum selbst abholen

Müde von der Arbeit, endlich zu Hause und dann der Schreck: Der Kühlschrank ist eben so leer wie der Magen und die Geschäfte sind zu – was nun? Dummerweise hat die Pizzeria nebenan geschlossen und jetzt noch mal raus – da fehlt auch die Motivation nach einer 12-Stunden-Schicht …

Doch wozu gibt es „Essen auf Rädern“? An der Pinnwand im Flur werde ich dann auch fündig: „El Greco Grill – Pizza & Grill Taxi“, das klingt gut.
Zigeunerschnitzel mit Pommes und Salat wäre jetzt das Richtige – also fluchs zum Telefon. Nach langem Klingeln dann eine unverständliche Stimme – nichts Neues, kenne ich noch vom Italiener nebenan. Ich trällere fröhlich meinen Namen in den Hörer und sage, dass ich etwas bestellen möchte. Normalerweise sollte jetzt die Frage kommen, was es denn sein dürfte, jedoch: Schweigen. Ich überlegte grade, ob ich fragen sollte, ob noch jemand am anderen Ende der Leitung wäre, da regt sich endlich etwas: „Wohin soll es gehen?“ ertönt es unfreundlich. Etwas irritiert über die verdrehte Reihenfolge des Bestellvorgangs nenne ich meine Adresse. „Oberhausen ist eine andere Stadt!“ klärt mich mein Gegenüber barsch auf. „Ja, aber das liegt direkt an der Stadtgrenze zu Bottrop, nur 3 Straßen von der Birkenstraße entfernt und sie waren doch auch schon öfter hier!“ entgegne ich nun langsam etwas frustriert mit Blick auf die Quittungen vergangener Bestellungen an der Pinnwand, welche bei 10 Lieferungen von je mehr als 10 Euro eine Gutschrift von 10 Euro versprechen. „Wir haben viel zu tun!“ entgegnet mir mein Gesprächspartner. Was bedeutet das nun? Ich frage vorsichtig, wie lange es denn dauern würde. „Müssen sie selber vorbei kommen, dann geht’s schneller!“ grummelt mein Gesprächspartner auf meine Frage.
Jetzt, langsam wirklich entnervt von diesem Eiertanz, entgegne ich ihm, dass ich wohl kaum bei einem Lieferservice anrufen würde, hätte ich vor, mich aus dem Haus zu bewegen. Nachdem er mir darauf entgegnet das ihm das „egal“ wäre und dass ich halt vorbei kommen müsse, wolle ich bei ihm etwas zu Essen kaufen, beendete ich das Gespräch ohne weiteren Kommentar.

Also, selbst wenn man keine Kapazitäten mehr frei hat, könnte man einem Kunden ja netter entgegen kommen. Ein „Tut uns leid, wir haben momentan keinen Fahrer zu Verfügung“ oder „Es wir leider mehr als eine Stunde dauern, möchten sie nicht selber vorbei kommen?“ hätte mich ja vielleicht noch dazu bewegen können, selbst vorbei zu schauen – zumindest aber hätte ich in Zukunft noch ihren Service in Anspruch genommen. So aber, im unfreundlichen Ton einen Kunden an zu blaffen, das bringt und hält wohl keinen Kunden. Das Prospekt mit samt den Quittungen landete jedenfalls im Müll.

Bedient von diesem erfolglosen telefonischen Bestellversuch überkam es mich dann, es einmal online zu versuchen: www.online-pizza.de – ganze zwei Städte entfernt – kam dann jedenfalls innerhalb 40 Minuten und bescherte uns durch einen freundlichen Fahrer zwei schöne, heiße Zigeunerschnitzel mit Pommes & Potato Wedges, leckere Chicken Nuggets und Teig-Rouladen mit Schinken-Käse, um Laurin und mich vom Hunger zu erlösen …. geht doch!

Comments (4)

KaiMärz 9th, 2007 at 09:59

Na toll,

nun krieg ich Hunger auf nen Zigeunerschnitzel mit Pommes weiss…

ShishachillaApril 23rd, 2007 at 00:28

lOl, aber so kenn ich das auch, is bei unseren Lieferanten in der Gegend das Gleiche. Da könnte man meinen, die hättens nicht nötig…

Und Hunger hab ich jetzt mehr als genug, na danke 😛

Mario LenitzJuli 16th, 2007 at 12:37

Echt dreist soetwas zu sagen „Müssen sie selber vorbei kommen, dann geht’s schneller!“ Habe selbst im Pizzagewerbe gearbeitet und weis aus Erfahrung, dass Lieferschwierigkeiten immer am Firmenkonzept liegen. Der Kunde ist gern bereit mehr zu bezahlen, wenn schnelligkeit und Qualität stimmen.

MarkJuni 26th, 2010 at 18:00

Vor allem wenn man doch etwas verkaufen möchte, ist es selbstverständlich diesen Service anzubieten. Bei uns kommen sogar noch Lieferanten obwohl Dienstschluss wäre

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