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Autobombenanschlag auf das US-Konsulat in Karachi
Am: 14.06.2002, um: Uhr - Ort: Pakistan / Vorderer / Mittlerer Orient
galt: Pakistan, USA
Ausgeführt durch: Al-Qanoon
Verdächtig: Lashkar-e-Jhangvi, Al-Qaida
Motivation: politisch-religiös
Tote: 12
Verletzt: 45

Bei dem Autobombenanschlag vor dem US-amerikanischen Konsulat in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi sind am 14. Juni 2002 zwölf Menschen getötet und weitere 45 zum Teil schwer verletzt worden.
Unter den Opfern befanden unter anderem fünf Frauen, aber auch vier Polizisten, die das Gebäude sicherten. Die meisten seien bei der Explosion zerfetzt worden. Weder Ausländer noch Konsulatsmitarbeiter kamen ums Leben.

Einige Dutzend Autos ging in Flammen auf, Trümmer flogen einen Kilometer weit. Das schwer bewachte Konsulat in einem normalerweise ruhigen Stadtviertel wurde abgeriegelt. "Viele Fenster des Gebäudes sind zu Bruch gegangen; das Gebäude selbst ist auch beschädigt worden", sagte US-Botschaftssprecher Mark Wentworth in Islamabad.

Die Tat fand einen Tag nach dem Besuch des US-amerikanischen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld statt. Dieser war in Islamabad zu Gesprächen mit dem pakistanischen Staatschef Pervez Musharraf zusammengetroffen, um sich unter anderem über Extremismus in der Region zu beraten.

Zu der Tat hatte sich die bislang unbekannte radikal-islamische Gruppe "Tarjuman Al Qanoon" ("Wortführer des Gesetzes") bekannt. In ihrem handgeschriebenen Bekennerschreiben, das per Fax an Zeitungen in Karachi ging, kündigte die Gruppe weitere Anschläge an. Es sei der "Beginn eines Heiligen Krieges". Die USA, seine Alliierten und "seine Sklaven in der pakistanischen Führung" sollten sich auf weitere Angriffe gefasst machen.

Als Reaktion auf die Tat wurden die US-amerikanische Botschaft, die Konsulate in Lahore und Peshawar sowie das "American Center" in Islamabad vorübergehend geschlossen. Präsident George W. Bush bekräftigte nach dem Anschlag, dass sich die USA nicht einschüchtern ließen und drohte den Urhebern mit Konsequenzen.

Im Zuge der Ermittlungen des FBI und der pakistanischen Ermittlungsbehörden wurde die seit Januar verbotene "Lashkar-e-Jhangvi" der Mittäterschaft verdächtig.
Wie die pakistanische Tageszeitung "Dawn" am 25. Juni berichtete, wurden in Zusammenarbeit zwischen den Provinzpolizeien von Sindh und Punjab sowie des FBI über 100 Verdächtige aus dem Umfeld der "Lashkar-e-Jhangvi" und der ebenfalls verbotenen "Sipah-i-Sehaba Pakistan" ("SSP") verhaftet.

Ein Sprecher der Militärregierung, General Rashid Qureshi vermutete, dass die Anschläge dazu beitragen sollten, Ausländer zum Verlassen des Landes zu bewegen, was den Druck auf die Regierung Musharraf erhöhe.

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