Am Abend des 18.11.2005 explodierte in der türkischen Metropole Istanbul ein Sprengsatz und forderte 1 Toten und verletzte 11 Menschen.
Laut Zeugenaussagen soll der Sprengsatz, bei dem es sich nach Regierungsangaben wahrscheinlich um eine aus Plastiksprengstoff gefertigte Splitterbombe handelte, in einem Mülleimer neben einer Bushaltestelle an einem Freizeitpark, der zum Zeitpunkt des Attentats geschlossen war, versteckt gewesen sein. Es wird vermutet, dass der Sprengsatz durch ein Handy "ferngezündet" wurde.
Bei den Verletzten handelte es sich um Passanten und Wartende an der Bushaltestelle. Ein 36-jähriger Mann erlitt schwerste Verletzungen und starb später im Krankenhaus, zwei weitere Opfer mussten umgehend notoperiert werden.
Die türkische Regierung macht die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Anschlag verantwortlich. Dafür könnte sprechen, dass es in den Wochen vor dem Anschlag zu gewalttätigen Protesten im Südosten der Türkei gekommen war, bei denen es zum Tod von drei kurdischen Demonstranten kam.
Auch hat die PKK (und mit ihr in Verbindung stehende Gruppen) bereits in den Monaten vor dem Anschlag außerhalb ihres eigentlichen "Betätigungsfeldes", dem Osten des Landes, Anschläge verübt.
Und auch die Anschläge in mehreren türkischen Urlaubsgebieten im Sommer 2004, bei denen die Sprengsätze teilweise ebenfalls in Mülleimern versteckt waren, wurden von den türkischen Behörden der PKK zugeschrieben.
Es sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass diverse Attentate auf türkische Ziele in den Monaten vor dem Anschlag auch auf das Konto moslemischer Extremisten oder links-radikaler Gruppen gingen.
Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Ermittlungen jedenfalls noch nicht vollständig abgeschlossen.
Sollte dieser Anschlag auf das Konto der PKK gehen, sind nicht wenige Experten der Meinung, dass dies ein Anzeichen für ein wiederanzünden eines schmutzigen Krieges zwischen den kurdischen Extremisten und dem türkischen Staat ist.