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| Terrorarchiv | Wir möchten in dieser Datenbank terroristische Anschläge, Attentate und Amokläufe sammeln und archivieren. Anschläge aus Kriegs oder Kriesengebieten werden allgemein nicht berücksichtigt!
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| Anschlag auf die US Botschaften in Nairobi (Kenia) und Dar es Salaam (Tansania) | | Am: 07.08.1998, um: 10:30 Uhr - Ort: KeniaTansania / Afrika |
| galt: |
Kenia, Tansania, USA |
| Ausgeführt durch: |
Islamischer Dschihad, Al-Qaida |
| Verdächtig: |
Ahmed Khalfan Ghailani, Mamdu Mahmud Salim, Ayman Al-Zawahiri, Osama bin Laden |
| Motivation: |
politisch-religiös |
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Am 7. August 1998 explodierten nahezu zeitgleich in Nairobi ( Kenia) und Dar es Salaam ( Tansania) mit Sprengsätzen präparierte Lkws vor den US-amerikanischen Botschaften. Die Anschläge forderten mehr als 224 Tote und über 4.000 Verletzte.
Nairobi, Kenia: 7. August 1998, 10:30 Uhr
Der lokale Wachschutz sah an der Rückseite der Botschaft einen LKW auf dem unbeaufsichtigten Zugangsweg des hinteren Parkplatzes, als das Schutztor und der Schlagbaum geschlossen wurden, nachdem ein Postwagen die Garage der Botschaft verlassen hatte. Der LKW fuhr auf den hinteren Zugangsbereich der Botschaft zu, wurde aber durch ein Auto blockiert, das aus der unterirdischen Garage der "Korb-Bank" herauskam. Das blockierende Auto wurde gezwungen dem LKW auszuweichen, damit dieser bis zum Schlagbaum der Botschaft vorfahren konnte.
Eine der zwei Personen im LKW verlangte, das Schutztor zu öffnen. Die Wachleute lehnten dies ab, worauf aus dem LKW das Feuer eröffnet und eine Blendgranate geworfen wurde. Die unbewaffneten Wachleute versuchten in Deckung zu gehen und den Kommandoposten der Marines in der Botschaft zu erreichen, doch der Funkverkehr war gestört und die Telefonleitung besetzt. So war es den Wachleuten unmöglich Alarm in der Botschaft auszulösen. Nach den Schüssen und der Explosion der Granate kamen viele Botschaftsangehörige an die Fenster, um nachzuschauen was sich dort abspielte. Sie wurden durch die folgende Explosion getötet oder schwer verletzt. Nahe der Rampe zur Kellergarage brachten die Terroristen die Bombe im LKW zur Detonation.
Weder gab es für die Wachposten einen Notfallplan, noch waren die Angestellten auf so eine Situation vorbereitet worden. Wären sie ausgebildet worden, sich auf den Fußboden zu legen und Deckung zu suchen, wenn sie Schüsse oder Explosionen hören, hätten einige Leben gerettet werden können.
213 Leuten, darunter 44 amerikanische Botschaftsangestellte (12 Amerikaner und 32 nationale Angestellte), wurden getötet und ca. 4.000 Personen wurden durch die Folgen der Explosion im Umkreis der Botschaft verletzt. Der Schaden an der Botschaft war enorm. Obwohl das fünf geschossige Gebäude mit Beton verstärkt war, gab es am gesamten Gebäude strukturelle Schäden. Besonders im Inneren des Gebäudes war die Verwüstung groß. Die Explosion zerstörte Fensterscheiben, Fensterrahmen, Büroeinrichtungen und weiteres Inventar in den Räumen der rückwärtigen Gebäudeseite. Einstürzende Betonwände, splitterndes Glas und Möbel haben die meisten Toten unter den Boschaftsangestellten gefordert. Die Mehrheit der Toten unter den Kenianern resultierte durch den Zusammenbruch des angrenzenden "Ufundi-Gebäudes". Die meisten Verletzten waren Fußgänger oder Kraftfahrer in den überfüllten Straßen im Umkreis der Botschaft, die durch fliegende Trümmer und Glassplitter des nahegelegenen "Co-op-Bank"-Gebäudes, sowie weiterer Gebäude innerhalb eines Radius von bis zu drei Blocks, verletzt wurden.
Dar es Salaam, Tansania: 7. August 1998, 10:39 Uhr
Laut Zeugenaussagen fuhr ein LKW, der mit Explosivstoffen beladen war, auf der Laibon Straße bis zu einem der zwei Fahrzeugtore der US-Botschaft in Dar Es Salaam. Aufgrund eines Tankwagens, der zu diesem Zeitpunkt die Botschaft mit Trinkwasser belieferte und so die Zufahrt blockierte, konnten die Attentäter nicht auf das Botschaftsgelände vordringen. Die Selbstmordattentäter brachten die Bombe um 10:39 Uhr in einem Abstand von ungefähr 10 Meter von der äußeren Wand der Botschaft zur Detonation.
Zu der Zeit des Angriffs befanden sich zwei Mitarbeiter des lokalen Wachschutzes innerhalb des Wachgebäudes, während sich zwei andere an der Fussgänger Kontrollstelle am Eingang aufhielten. Ein fünfter war im geöffneten Bereich hinter dem Wasser-LKW. Alle fünf wurden bei der Detonation getötet.
Die Kraft der Explosion schleuderte den gefüllten Tanklastwagen über drei Etagen in die Luft, bevor er gegen das Gebäude der Botschaft stieß. Der mit Wasser gefüllte LKW hatte einiges von der Detonation abgefangen, die so erheblich abgeschwächt wurde, bevor sie auf das Botschaftsgebäude traf. Der Fahrer des Wassertankers wurde getötet, aber sein Beifahrer, der kurz zuvor noch im Bereich der folgenden Explosion gesehen wurde, verschwand spurlos.
Elf Leute wurden getötet, 85 wurden verletzt. Unter den Toten befanden sich keine Amerikaner, viele wurden aber ernsthaft verletzt. Die Botschaft erlitt schwere Beschädigungen und wurde unbrauchbar gemacht, stürzte aber nicht ein. Niemand innerhalb des Botschaftsgebäudes wurde getötet, zum Teil wegen der verstärkten Struktur des Gebäudes, zum Teil durch Glück.
Eine Anzahl von diplomatischen Einrichtungen anderer Länder und Wohnungen in der unmittelbaren Umgebung wurden ernsthaft beschädigt und verschiedene amerikanische Botschaftswohnungen wurden ebenso zerstört, wie Dutzende Fahrzeuge in der näheren Umgebung. Der Wohnsitz des amerikanischen Botschafters, hundert Meter entfernt, trug Beschädigungen an Decken im Haus und am Dach davon. Allerdings hielt sich zum Zeitpunkt der Explosion niemand im Gebäude auf.
Verantwortung für die Anschläge übernahm die Organisation "Islamischer Dschihad" des Ägypters Aiman az-Zawahiri. Als Hauptdrahtzieher der Attentate wird allerdings Osama bin Laden vermutet. Am 20.12.1999 wird der mutmaßliche Finanzexperte bin Ladens, Mamdu Mahmud Salim, drei Monate nach seiner Festnahme in München, an die USA ausgeliefert. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte eine von ihm eingereichte Verfassungsbeschwerde gegen die Auslieferung abgelehnt. Mamdu Mahmud Salim soll an der Vorbereitung der Bombenanschläge beteiligt gewesen sein. Nach einem Feuergefecht in Zentralpakistan wurde Ahmed Khalfan Ghailani 1999 festgenommen. Ghailani war bereits Ende 1998 von einem Gericht in New York in Zusammenhang mit den Attentaten in Ostafrika angeklagt worden.
Die französische Tageszeitung "Figaro" berichtete, dass das FBI bei der Untersuchung der Anschläge entdeckte, "dass die von der Detonation hinterlassenen Spuren von einem militärischen Sprengstoff der US-Armee stammten und dass dieser Sprengstoff drei Jahre zuvor an arabische Afghanen - die berühmten internationalen Freiwilligen-Brigaden, welche während des Krieges in Afghanistan mit Osama Bin Laden gegen die sowjetische Armee kämpften - geliefert worden war."
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