| Selbstmordanschläge in Casablanca |
| Am: 16.05.2003, um: 21:00 Uhr - Ort: Marokko / Afrika |
| galt: |
Belgien, Spanien, Island, Marokko |
| Ausgeführt durch: |
Terrorgruppe "Salafiya Jihadiya", Al-Qaida |
| Motivation: |
politisch-religiös |
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Am 16. Mai 2003 erschütterten gegen 21.00 Uhr (Ortszeit) 5 Explosionen die marokkanische Hafenstadt Casablanca.
Ziele der Anschläge: Das spanische Kulturhaus "Casa de Espana", das belgische Konsulat, das Hotel Farah in der Altstadt, sowie ein jüdischer Friedhof und ein Gemeindezentrum marokkanischer Juden.
Das Vorgehen der mit Sprengstoffgürtel um den Leib gebundenen Attentäter war nicht sehr professionell:
Am Hotel Farah wurden sie wegen ihres Auftretens nicht in die Lobby gelassen, das Gemeindezentrum war an diesem Abend geschlossen und der Friedhof menschenleer.
Trotzdem forderten die Taten 43 Todesopfer, darunter zwei Spanier und drei Franzosen, sowie zwölf der fünfzehn Selbstmordattentäter. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt.
Die Anschläge tragen die gleiche Handschrift wie die Attentate in Riad, die vier Tage zuvor stattfanden. Die Bomben sollen in Marokko selbst gebastelt worden sein. Auch wenn die meisten der Attentäter Marokkaner waren, werden die Aktionen dem internationalen Terrorismus und der Al Qaida zugeschrieben.
Die Mehrzahl der 14 Selbstmordattentäter, von denen zwei überlebten, stammten aus dem Baracken-Viertel "Sidi Munem", einem Slum in der Vorstadt Casablancas. Nach den Attentaten wurden über 30 weitere Verdächtige festgenommen, welche mit dem Anschlägen in Verbindung gebracht wurden. Unter ihnen befanden sich:
Mohammed el Omari (24), der vor dem Hotel Farah festgenommen wurde, Rachid Jalil (28), welcher seinen Sprengsatz vermutlich nicht zünden konnte, Yassine Lachsen (22), der als "Reserveattentäter" beschrieben wird und Mohammed el Mahdi (25, Jurastudent).
Als Drahtzieher des Anschlags wurde Abdelhak Sebbat aus Fes verdächtigt. Abdelhak gilt als Gehirn der Salafiyya Gruppe "Assirat al-Moustaqim" ("Der gerechte" bzw. "gerade Weg") und wurde von festgenommenen Verdächtigen als Emir bezeichnet.
Die Planungen der Anschläge wurden dem Jordanier Abu Musab al-Zarqawi zugeschrieben, einem Funktionär der islamischen Gruppe "Ansar al-Islammit" Verbindungen zu Al-Qaida und Al Tauhid.
Am 13. Juli 2003 verurteilt ein Strafgericht in Casablanca zehn islamische Extremisten zum Tode. Gegen 21 weitere Angeklagte wurden Haftstrafen zwischen einem Jahr und lebenslänglich verhängt. Den Beschuldigten wurde vorgeworfen, der verbotenen radikal-islamischen Organisation "Salafiya Jihadiya" ("Der wahre Heilige Krieg") anzugehören. Sie waren zwar vor den Anschlägen des 16. Mai festgenommen worden, sollen diese aber mit vorbereitet haben. Unter den zum Tode verurteilten befand sich auch Omar Maarouf, der die dänische Staatsbürgerschaft besitzt.
Die dänische Regierung protestierte gegen die über Omar Maarouf verhängte Todesstrafe, sein Anwalt leitete Berufung ein.
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Verknüpfung im Terror-Archiv
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| 11.03.2004 | Bombenanschläge am 11. März 2004 in Madrid |
| 07.07.2005 | Bombenanschläge am 7. Juli 2005 in London |
| 12.05.2003 | Selbstmordanschläge in Riad |
| 26.02.1993 | Anschlag auf das World Trade Center 1993 |
| 12.10.2000 | Anschlag auf die USS Cole |
| 06.10.2002 | Anschlag auf den französischen Tanker Limburg |
| 13.11.1995 | Sprengstoffanschlag auf die "SANG" in Riad |
| 25.06.1996 | Anschlag am "Khobar Towers Komplex" in Dharhan |
| 07.08.1998 | Anschlag auf die US Botschaften in Nairobi (Kenia) und Dar es Salaam (Tansania) |
| 12.10.2002 | Bombenanschläge auf Bali / Kuta Beach |
| 17.03.2002 | Terroranschlag auf eine Kirche in Islamabad |
| 01.10.2005 | Terroranschläge in Bali |
| 09.11.2005 | Selbstmordanschläge auf drei Luxushotels in Amman |
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