| Bombenanschläge am 11. März 2004 in Madrid |
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| Am: 11.03.2004, um: 07:35 Uhr - Ort: Spanien / Europa |
| galt: |
Spanien |
| Ausgeführt durch: |
Islamische Kampfgruppe Marokkos, Al-Qaida |
| Verdächtig: |
u.a. Serhane Ben Abdelmajid, Jamal Zougam, Mohamed Chaoui, Mohamed Bekkali, Mohamed el Hadi Chedadi, Abderrahim Zbakh, Abdelouahid Berrak |
| Motivation: |
politisch-religiös |
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| Tote: |
191 |
| Verletzt: |
1500 |
Die Bombenexplosionen, die am Morgen des 11. März 2004 in der Zeit von 7:35 Uhr - 7:55 Uhr von zehn islamistischen Terroristen in eng besetzten Madrider Vorortzügen ausgelöst wurden, forderten 191 Tote und etwa 1500 Verletzte.
Weitere drei Bomben sollten mit Verzögerung explodieren (es wird vermutet, dass dadurch die zur Hilfe eilenden Rettungskräfte verletzt bzw. getötet werden sollten), wurden allerdings durch kontrollierte Sprengungen unschädlich gemacht.
Sieben der zehn Detonationen ereigneten sich am Bahnhof Atocha, einem der wichtigsten Knotenpunkte des Madrider S-Bahn-Netzes und zentraler Bahnhof Madrids für Regionalzüge. Zwei weitere Explosionen fanden am Bahnhof El Pozo del Tío Raimundo statt, bei dem es sich, genau wie beim Bahnhof Santa Eugenia an dem eine weitere Explosion stattfand, um eine S-Bahn-Station im Arbeiterviertel der Stadt handelt.
Die Suche nach den Drahtziehern des Anschlages gestaltete sich für Außenstehende recht verwirrend. Kurze Zeit nach den Anschlägen benannte die spanische Regierung die ETA als Verdächtiger Nummer Eins und auch der UN-Sicherheitsrat benannte in einer ersten Resolution die ETA als potentiellen Täter (wobei dies wohl auf Druck der spanischen Regierung geschah). Zwar ähnelten die Anschläge einem sich radikalisierenden Muster von ETA-Aktivitäten in den zwei Jahren vor den Anschlägen (24. Dezember 2005, diverse Anschläge vor Wahlen), dennoch kamen schnell Zweifel an der These der spanischen Regierung.
Diese Zweifel wurden unter anderem dadurch genährt, dass sich die Anschläge drei Tage vor den spanischen Parlamentswahlen ereigneten. Es kam der Verdacht auf, dass die ETA (und nicht eine radikale islamische Organisation) deshalb als Hauptverdächtiger genannt wurde, damit die Stimmung sich nicht ungünstig für die damals herrschende Partido Popular auswirkt, die trotz massiver Gegenproteste der spanischen Bevölkerung eine militärische Intervention im Irak unterstützte.
Die Zweifel an der „öffentlichen“ Version erhärteten sich, als der Vorsitzende der Eta-Nahen Herri Batasuna eine Beteilung der ETA ausschloss und die Londoner Zeitung Al-Quds al-arabi berichtete, ihr würde ein Bekennerschreiben der Al-Qaida unterstehenden "Abu-Hafs-El-Masri-Brigaden" vorliegen.
Am Abend des 11. März teilte der spanische Innenminister auf einer Pressekonferenz mit, dass ein einige Tage vorher gestohlener Lieferwagen mit 8 Sprengkapseln und einem Tonband mit arabischen Koranversen östlich von Madrid, in Alcalá de Henares, gefunden wurde.
Schließlich werden am 13. März unter dringendem Tatverdacht drei Marokkaner und zwei Inder verhaftet, wobei einer von ihnen, Jamal Zougam, auch mit den Anschlägen vom 11. September in Verbindung gebracht wird.
Am 14. März wurde dann von der spanischen Polizei ein Video gefunden und später als echt eingestuft, auf dem sich die Al-Qaida zu den Anschlägen bekennt.
Im Laufe der darauf folgenden Woche stellt sich heraus, dass eine radikal-islamische Organisation namens „Islamische Kampfgruppe Marokkos“ (GICM) für die Anschläge verantwortlich sein soll. Die GICM sei 1993 unter einem anderen Namen von Veteranen des Afghanistan-Krieges in Pakistan gegründet worden und wird vom Terrornetzwerk Al-Qaida finanziert.
Während des 3. April kommt es in Madrid zu einem Schusswechsel zwischen den mutmaßlichen Urhebern der Attentate und der spanischen Polizei. Als diese die Wohnung, in der sich die Terroristen aufhielten, stürmen will, sprengen sich sieben der Gesuchten in die Luft. Nur vier der Toten können identifiziert werden, von drei der Toten konnte der Name nicht ermittelt werden.
Infolge der Terroranschläge kam es zu massiven Demonstrationen gegen die damals herrschende Partido Popular, da diese offenbar versucht hatte die ETA für die Anschläge verantwortlich zu machen und eine neutrale Ermittlung, unter anderem durch Falschangaben und Ausübung von Druck, erschwert hatte.
Die Anschläge kurz vor der Wahl, sowie die fragwürdige Informationspolitik der Regierung verfehlten ihre Wirkung nicht. Entgegen der meisten vor der Wahl aufgestellten Prognosen gewann die PSOE die spanischen Parlamentswahlen am 14. März 2004, während die bis zu diesem Zeitpunkt mir absoluter Mehrheit regierende Partido Popular deutlich Wählerstimmen verlor.
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Verknüpfung im Terror-Archiv
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| 07.07.2005 | Bombenanschläge am 7. Juli 2005 in London |
| 12.05.2003 | Selbstmordanschläge in Riad |
| 16.05.2003 | Selbstmordanschläge in Casablanca |
| 26.02.1993 | Anschlag auf das World Trade Center 1993 |
| 12.10.2000 | Anschlag auf die USS Cole |
| 06.10.2002 | Anschlag auf den französischen Tanker Limburg |
| 13.11.1995 | Sprengstoffanschlag auf die "SANG" in Riad |
| 25.06.1996 | Anschlag am "Khobar Towers Komplex" in Dharhan |
| 07.08.1998 | Anschlag auf die US Botschaften in Nairobi (Kenia) und Dar es Salaam (Tansania) |
| 12.10.2002 | Bombenanschläge auf Bali / Kuta Beach |
| 17.03.2002 | Terroranschlag auf eine Kirche in Islamabad |
| 01.10.2005 | Terroranschläge in Bali |
| 09.11.2005 | Selbstmordanschläge auf drei Luxushotels in Amman |
| 11.09.2001 | Anschläge des 11. September |
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Verknüpfung zur Warhistory
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| 20.03.2003 | Dritter Golfkrieg |
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