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Geiselnahme in Moskauer Theater
Am: 23.10.2002, um: 19:00 Uhr - Ort: Russland / Europa, Asien
galt: Russland
Ausgeführt durch: Mowsar Barajew, Tschetschenische Widerstandskämpfer
Motivation: politisch
Weiter beteiligt: Schamil Bassajew
Tote: 208
Verletzt: 350

Mittwoch, 23.10.2002: Um 21.00 Uhr (19.00 Uhr MESZ) stürmte ein Kommando von 40 tschetschenischen Widerstandskämpfern, darunter 19 Frauen, mit Sturmgewehren bewaffnet das Musical-Theater Nord-Ost in Moskau.
Sie bringen mehr als 900 Musiker, Schauspieler und Zuschauer in ihre Gewalt, verminen das Theater und drohen es in die Luft zu sprengen.
Sondereinsatzkräfte beziehen umgehend Stellung um das Theater.
Die Geiselnehmer lassen etwa 30 Menschen frei, darunter Kinder und einige Ausländer. Eine 26 jährige Frau, die sich dem Gebäude von außen nähert, wird erschossen.

Donnerstag, 24.10.2002: Um 00.30 Uhr geben die Geiselnehmer ihre Forderungen bekannt: Die russische Armee muss binnen einer Woche mit dem Rückzug aus Tschetschenien beginnen, sonst würde das Theater mir allen Geiseln gesprengt.
Gegen 13.30 Uhr werden ein Brite und vier weitere Geiseln freigelassen. Im Theater werden Kinder von ihren Eltern getrennt und die Geiseln dürften nicht mehr auf die Toilette gehen. Zwei Frauen gelingt ca. 18.30 Uhr die Flucht aus dem Gebäude. Die Geiselnehmer feuern Granaten ab, wodurch eine der Frauen verletzt wird.

Freitag, 25.10.2002: Sieben Geiseln werden gegen 6.30 Uhr freigelassen, gegen 12.30 dürfen acht Kinder das Gebäude verlassen.
Die Geiselnehmer drohen indessen, bei Nichterfüllung ihrer Forderungen, ab Samstagmorgen 6.00 Uhr die ersten Geiseln umzubringen.
Um 20.00 Uhr erklärt das tschetschenische Kommando, mit einem Gesandten der Regierung zu verhandeln und lässt weitere vier Geiseln frei.

Samstag, 26.10.2002: Um 0.30 Uhr werden zwei Schüsse aus dem Inneren des Gebäudes gehört. Zwei verletzte Geiseln können gegen 2.30 von Ärzten aus dem Gebäude gebracht werden. Gegen 3.30 Uhr hört man eine Explosion und Schüsse aus Richtung des Theaters, einige Soldaten laufen vom Gebäude weg.
Um 5.30 Uhr spitzt sich die Situation dann dramatisch zu:
Per Telefon berichten Geiseln dem Radiosender Moskauer Echo von starkem Gasgeruch, im Hintergrund sind Schüsse zu hören. Spezialeinheiten bereiten die Stürmung vor und leiten ein Narkosegas in das Gebäude. Zehn Minuten später erfolgen drei starke Explosionen.
Um 6.00 Uhr läuft das Ultimatum der Rebellen aus. Zwei Geiseln werden erschossen. Mehrere Geiseln versuchen zu fliehen, einige werden durch die Rebellen verletzt oder getötet.
Eine halbe Stunde später erfolgt eine weitere starke Explosion, gefolgt von Schusswechseln. Gepanzerte Fahrzeuge fahren zum Gebäude, zwei Geiseln können fliehen, sechs werden befreit.

Der Kreml gibt um 7.15 Uhr den Tod von Mowsar Barajew, dem Anführer der Rebellen bekannt.
Um 7.25 Uhr, nach 57 Stunden, ist die Geiselname beendet.
174 Geiseln starben durch das experimentelle Gas, welches die Spezialeinheit in das Gebäude leitete, 34 Terroristen wurden getötet und fast 350 Menschen mussten ins Krankenhaus. Der Ablauf, der durch Spezialeinheiten durchgeführten Befreiung, ist bis heute nicht restlos aufgeklärt.

Am 2. November 2002 erklärt Bassajew auf einer Website der Rebellen seine Verantwortung für die Geiselnahme im Moskauer Theater.

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