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12.08.2006: Das Forentreffen von Ask1 stand an. Auf der Suche nach Hinweisen zu
den Vorfällen an der Elbmasch gehörte eine Besichtigung vor Ort zum
Tagesprogramm. Dabei stand vor allem das Erscheinungsbild der GKSS im Vordergrund.
Unbewiesenen Informationen zufolge soll es im Bereich um GKSS und dem AKW Krümmel
1986 einen misteriösen Unfall gegeben haben. Hierbei drang radioaktives Material
durch die Ventilation des Kraftwerks, das als wetterbedingte Anhäufung von
Radon erklärt wurde. Besonders in 1991/1992 gab es im Bereich dieser beiden
Nukleareinrichtungen an der Elbmarsch unnormal hohe Fälle von an Leukämie
erkrankten Kindern. Das Forentreffen sollte dazu einen Überblick vor Ort
verschaffen.
Es war gerade Revision im von Vattenfall geführten AKW Krümmel, wie
wir auch in Tischgesprächen von Menschen erfuhren, die zum Kernkraftwerk
Krümmel Einblick hatten.
Diese jährliche Routineinspektion, in der unter anderem 128 verbrauchte Brennelemente
ausgetauscht wurden, dient der Überprüfung und dem Austausch von Aggregaten.
Diesmal stand auch ein Ausbau der Kapazitäten auf dem Programm:
Durch eine effizienter arbeitende Turbine wurde die Kraftwerksleistung um etwa
5% gesteigert - wohlgemerkt nicht durch andere oder mehr Brennelemente, sondern
nur durch die bessere Ausnutzung des bei der Kernreaktion erzeugten Dampfes.
Mit Stolz wird nun das AKW Krümmel als das größte Deutsche
Kraftwerk gefeiert, das am 8. September 2006 wieder an das Netz geht.
Am 10. März 2007 ging das AKW Krümmel vom Netz. Der Kraftwerksbetreiber
gab an, dass es zwei defekte Brennelemente geben würde, die ausgetauscht
werden müssen.
"Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht
den Angaben zufolge nicht. Die radioaktiven Abgaben lägen weit unterhalb
der Grenzwerte."
Die Aussage der Atomaufsichtsbehörde basiert auf den Angaben des Kraftwerksbetreibers
und führte zur Aufforderung, alle Brennelemente einer Überprüfung
zu unterziehen.
Grund war die Angabe des Kraftwerksbetreibers, nachdem es mikroskopische Undichtigkeiten
in den Hüllrohren der Brennelemente geben soll. Allerdings wird gleichfalls
behauptet:
"Eine Freisetzung von radioaktiven Stoffen
erfolgte dadurch nicht."
Nun entstehen mikroskopische Risse nicht von ungefähr.
Die Hülle unterliegt einer steten Materialermüdung durch Strahlungseinwirkung
als auch einen temperaturbedingten Druckaufbau innerhalb er Hülle, die
die einzelnen Brennstäbe in sich birgt.
Erwärmt sich das Brennelement, wird der Druck durch die Risse nach außen
entweichen. Kühlt es wieder ab, zieht es das umgebende Wasser in sich hinein.
Die Folge ist eine sogenannte Auswaschung des Brennmaterials - besonders, wenn
diese Risse größer werden.
In einem Siedewasserreaktor landen diese Auswaschungen also im Wasserbecken,
in dem der Dampf zum Antrieb der Turbinen entsteht.
Nun gab es dazu folgende Äußerung seitens des Kraftwerksbetreibers:
"Festgestellt wurden die Fehler anhand von Daten.
Das Wasser im Reaktordruckbehälter, in dem sich die Brennelemente befänden,
werde ständig in Bezug auf Temperatur und Radioaktivität gemessen. Anhand
veränderter Werte sei berechnet worden, dass zwei der insgesamt 840 Brennelemente
einen erhöhten Austritt innerhalb des geschlossenen Kreislaufs aufgewiesen
hätten."
Dem Kraftwerksbetreiber ist also ein erhöhter Strahlungswert im Siedewasserbecken
aufgefallen, der nach Berechnungen eine Undichtigkeit von zwei Brennstoffelementen
aufzeigte.
Was bedeutet das? Das Siedewasserbecken, der Dampf und die neue Turbine bekamen
eine Extradosis Strahlung.
Am 16. März 2007 ging das AKW nach dem Austausch eines defekten Brennelements
ans Netz. Informationen zum Verbleib kontaminierten Kühlwassers fanden sich
keine - diese Kontamination
(auch wenn es sich in einem sog. "geschlossenen
System" abspielte) muss statt gefunden haben, wenn sie nach Angaben des
Betreibers gemessen wurde.
Am 9. Juni 2007 reichte der Temperaturunterschied des aus der Elbe verwendeten
Kühlwassers nicht mehr aus, um den Reaktor ausreichend zu kühlen,
da das abgeleitete Kühlwasser nicht mehr als 30°C betragen darf. Der
auf 5°C geschrumpfte Temperaturunterschied zwang zur Reduktion der Kraftwerksleistung
auf 80%.
28. Juni 2007: Das AKW Brunsbüttel wurde gegen 13:00 Uhr wegen einer
"Netzstörung"
zum Herunterfahren des Reaktors gezwungen. "Netzstörung" ist der
Begriff, der für den Kurzschluss an der Schaltanlage von E.ON verwendet wurde,
denn es heißt weiter:
"Im Zuge von Instandhaltungsarbeiten in der E.ON-Schaltanlage
am Standort Brunsbüttel kam es kurz nach 13 Uhr zu einer Störung, die
zu einem Kurzschluss führte."
An der Übergabestelle, an der der Kraftwerksstrom in das Stromnetz eingespeist
werden soll, entstand der Kurzschluss mit dem Einschalten eines Wandlers, an
dem vermutlich gearbeitet wurde.
Nun war der Schwelbrand im AKW Brunsbüttel nach Aussage des Kraftwerksbetreibers
keine große Sache, da er ja "nur" mit einem Handfeuerlöscher
gelöscht wurde.
Ergo wurde nach Aussage von Vattenfall das Kraftwerk vom Netz getrennt, der
Reaktor herunter gefahren und damit die Anlage in einen sicheren Zustand versetzt.
Dazu hieß es:
"Beide Anlagen waren die ganze Zeit über in
einem sicheren Zustand. Die Sicherheitssysteme haben wie vorgesehen funktioniert.
Eine erhöhte Ableitung von Radioaktivität ist nicht aufgetreten. Es
gab keine Personenschäden."
Doch mit dieser Aussage gerät der Kraftwerksbetreiber Vattenfall unter
Druck, denn einen Tag später berichten Medien, dass sich ein Steuerstab
nur verzögert einfahren ließ. Durch diese Verzögerung ist es
durchaus möglich, dass der Schwelbrand bei der Turbine entstand. Diese
Angaben wurden durch den Sprecher von Vattenfall verifiziert.
Betrachten wir kurz die Informationspolitik:
Vattenfall gibt an, dass es einen Kurzschluss gab und das Kraftwerk ordnungsgemäß
zum Stillstand kam. Verzögernd einfahrende Steuerstäbe, die zu einem
kleinen Schwelbrand in einer Turbine führen, nennt der Kraftwerksbetreiber
harmlos, wenn er aussagt:
"Beide Anlagen waren die ganze Zeit über in
einem sicheren Zustand.(...)"
Dazu kommt, dass Abdeckungen der Dampfleitungen nach dem Herunterfahren Risse
aufwiesen, die sehr wahrscheinlich durch einen Hitzestau entstehen konnten.
Das nennt Vattenfall also einen "sicheren Zustand". So verwundert
nicht die Entscheidung der SPD-Ministerin Schleswig-Holsteins, Gitta Trauernicht,
wonach keine sicherheitstechnischen Einwände bestünden, um dem Kraftwerksbetreiber
die Wiederinbetriebnahme des Standorts Brunsbüttel nicht zu ermöglichen
- zwei Tage nach dem Vorfall und einer vermutlich nicht geklärten Frage,
die das verzögerte Einfahren des Steuerstabs erklärt.
Seit dem 30. Juni ist das AKW Brunsbüttel also wieder am Netz.
Der Störfall im AKW Brunsbüttel hatte - nebenher bemerkt - den gleichen
Auslöser, wie im schwedischen, gleichfalls von Vattenfall betriebenen AKW
Forsmark-1.
Der Vorfall im AKW Brunsbüttel ging in den Tagesmeldungen unter, denn:
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Trafostation AKW Krümmel
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Ein Teil der Trafostation gerät beim AKW Krümmel gegen 15:00 Uhr in
Brand. Eine Verkettung von Ereignissen führt zur Abschaltung des Reaktors.
Der Ministeriumssprecher in Kiel gibt die sicherlich von Vattenfall erhaltene
Information weiter, wonach es zu einem Trafobrand kam und der Reaktor
vorsorglich
abgeschaltet wurde.
Es wurde weiterhin bekannt, dass der Brand am 28. Juni gelöscht wurde -
doch noch am 29. Juni wurde die Brandstelle bekämpft.
Am 29. Juni 2007 räumt Vattenfall Europe ein, dass sich der Unfall beim AKW
Brünsbüttel auf den Kraftwerksbetrieb in Krümmel ausgewirkt haben
könnte. Es sei möglich, dass ein
"Spannungswechsel"
durch Brunsbüttel zu einem
"Kurzschluss" in Krümmel
geführt habe.
Angesichts der Informationspolitik sehen wir uns diese Aussage genauer an:
Ein Spannungswechsel bei Kurzschluss wäre ein Absinken der Spannung und
einem Auftreten hoher Ströme an der Kurzschlussstelle gleichzusetzen, wenn
ein Kernkraftwerk Brunsbüttel vom Netz geht. Die elektrischen Potenziale
gleichen sich im Moment des Kurzschlusses aus - damit sinkt nun einmal die Spannung
ab; damit wird sie abgebaut. Ein Absinken der Spannung sollte einem Abschalten
eines Reaktors gleichzusetzen sein. Ist das ein Grund für einen Kurzschluss
in einem anderen Kernkraftwerk?
Und weshalb nur bei diesem einen Kraftwerk in Krümmel und nicht etwa beim
näher gelegenen AKW in Brokdorf?
Wieso vergehen zwei Stunden zwischen einem Kurzschluss in Brunsbüttel und
einer Auswirkung auf Krümmel?
Am 2. Juli verkündet Vattenfall, dass der Kraftwerksbetrieb in Krümmel
wiederaufgenommen werden könne, da ja noch der zweite Transformator vorhanden
sei. Nicht nur, dass Vattenfall selbst keine Unfallursache kennt - Vattenfall
ist der Ansicht, dass bis zu 60% der Kraftwerksleistung über diesen einen
Transformator geleitet werden könnten. Für die volle Kraftwerksleistung
werden die Lasten auf beide Transformatoren verteilt, womit ein Trafo allein
bei 60% Kraftwerksleistung also 20% mehr Last vertragen muss, als dass das im
Normalbetrieb bei Volllast der Fall wäre.
Wie gesagt: Vattenfall selbst kann nicht ausschließen, dass es eine Ursache
gibt, die auch den zweiten Trafo in Brand setzen könnte.
Die Gesellschaft für Reaktorsicherheit meldet sich per 3. Juli 2007 zu Wort.
Die Darstellung ist nun Folgende:
Mit Berufung auf Informationen von Vattenfall über das zuständige Sozialministerium
in Kiel wurden drei unplanmäßige Vorkommnisse im AKW Krümmel festgestellt.
Es kam durch
"unplanmäßiges Öffnen von zwei Sicherheits-
und Entlastungsventilen" und dem
"unplanmäßigen Ausfall
einer von mehreren Reaktorspeisewasserpumpen" zu einem schnellen Druck-
und Füllstandsabfall im Reaktordruckbehälter. Wie sich herauskristallisiert,
sank der Füllstand in wenigen Augenblicken - womit an dieser Stelle eher
eine Relation zum Begriff schnell hergestellt werden kann.
Der Sprecher von Vattenfall gibt an:
"Das waren
Randerscheinungen, die keine sicherheitstechnischen Auswirkungen hatten."
Nach Ansicht des Sozialministeriums hätte nicht der gesamte Reaktorbetrieb
abgeschaltet werden müssen. Es wäre durchaus möglich, den Reaktorbetrieb
mit verminderter Leistung zu gewährleisten.
Es heißt aber auch, dass Vattenfall untersucht, weshalb der zweite Transformator
abgeschaltet hat.
Moment:
Vattenfall gab doch einst an, dass der Reaktor nach dem Brand des ersten Transformators
vorsorglich abgeschaltet wurde?
Nun aber soll Vattenfall den zweiten Transformator untersuchen, der sich selbst
abgeschaltet hat?
Den zweiten Transformator, der noch am Tag zuvor mit 60% Kraftwerksleistung
genutzt werden wollte?
Und wenn der zweite Transformator abgeschaltet hat: Setzt nicht eine Prozedur
ein, die das Kraftwerk herunterfährt, wenn es die Leistung nicht mehr an
das Stromnetz abgeben kann? Vattenfall hatte doch angegeben, dass der Reaktor
vorsorglich abgeschaltet wurde - das bedeutet ja wohl eher auf Befehl durch
Vorgesetzte und nicht durch eine automatisch eingeleitete Notabschaltung.
Interessant auch die weitere Aussage von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit:
Das Kraftwerk produzierte bei normaler Leistung, während der erste Transformator
ausfiel, aber der Schutz nicht Auslöste und daher munter die Energie irgendwohin
ableiten musste. Hätte die Sicherung funktioniert, wäre die Kraftwerksleistung
auf 30% reduziert worden.
Danach fiel
(neben dem ersten brennenden Trafo) der zweite Transformator
aus, womit sich das Kraftwerk nicht mehr aus dem selbst erzeugten Strom
(der
ja im Umspannwerk bezogen worden soll) versorgen konnte ... es kam ja kein
Strom mehr an.
Nun soll innerhalb von zwei bis drei Sekunden eine Umschaltung auf die Stromversorgung
aus dem allgemeinen Stromnetz stattgefunden haben.
Mit der Umschaltung sank nun plötzlich der Wasserspiegel im Reaktordruckbehälter
um ein bis zwei Meter ab, weil die Speisewasserpumpe nach der Umschaltung auf
das allgemeine Stromnetz nicht mehr ansprang. Bei einem kurz erfolgten Neustart
sei sie "möglicherweise durch einen Fehler in der Leittechnik"
dauerhaft ausgefallen.
Es ist ein Auslösen von Sicherheitsventilen bekannt, die mit dem Ablass
von Dampf die Rohrleitungen vor einem Überdruck bewahren sollen. Vier Minuten
lang sollen diese Sicherheitsventile offen gewesen sein.
Dadurch, dass damit der Druck entwich und als zu niedrig erkannt wurde, schaltete
sich ein Mechanismus ein, der mit Hochdruck Wasser in den Reaktorbehälter
pumpte.
Und nun soll auch die Aussage eines anonymen Experten für Großkraftwerke
vom 2. Juli gewürdigt werden:
Er gab an, dass Transformatoren eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren hätten.
Er ging davon aus, dass die Transformatoren am AKW Krümmel zirka 23 Jahre
alt seien, wobei sich allerdings die Lebensdauer eines solchen Transformators
verkürzt, je öfter er plötzlichen Laständerungen oder Kurzschlüssen
ausgesetzt wird.
(Und das AKW Krümmel führt derzeit die Pannenstatistik
in Deutschland an)
Und so ergibt sich aus den vielen, oben zusammengetragenen Informationen ein interessantes
Bild, dessen
Rekonstruktionsversuch nun folgen soll:
Mit der Revision und dem Austausch der Turbinenteile gegen effizientere Bauteile
wurde die Kraftwerksleistung um 5% gesteigert.
Das AKW Brunsbüttel kann durch einen Kurzschluss bei der Übergabe
im Umspannwerk nicht mehr den produzierten Strom ableiten. In der Folge muss
der Reaktorbetrieb gestoppt werden. Wie im ebenfalls von Vattenfall betriebenen,
Schwedischen AKW Forsmark gab es Probleme beim Abschalten des Reaktors, wenn
er plötzlich nicht mehr den produzierten Strom abgeben kann: Im AKW Brunsbüttel
wurde ein Steuerelement unplanmäßig langsam in Position gebracht.
In der kurzen Zeit der nicht erfolgten "Moderation" von Brennelementen
produzierten in dieser kurzen Zeit diese betroffenen Brennelemente munter weiter,
was offenbar zu einem unplanmäßigen Hitzestau führte. So erklären
sich Risse an den Abdeckungen der Rohrleitungen. Außerdem entstand dadurch
ein Schwelbrand an der mit Dampf betriebenen Turbine.
Wenn Revisionen mehrere Wochen dauern spricht Einiges für eine unterlassene,
gründliche Untersuchung, wenn von einer nicht angemessen erfolgten Prüfung
der Rohrleitungen hinter der Abdeckung oder den involvierten Brennstäben
ausgegangen wird. Nur zwei Tage nach diesen Vorfällen erteilt das Sozialministerium
Kiel die Genehmigung zur Wiederaufnahme der Produktion des AKW Brunsbüttel.
Mit dem Ausfall des AKW Brunsbüttel müssen nun die geforderten Lasten
im Stromnetz abgefangen werden. Das AKW Krümmel deckt mindestens einen
Teil des Mehrbedarfs als mittlerweile leistungsstärkstes Kernkraftwerk
Deutschlands. Doch mit dem Ausbau der Leistung um 5% durch die Turbinenschaufeln
wurden einst weder der Reaktor selbst noch die Transformatoren verändert.
Nach zwei Stunden macht sich die erhöhte Last beim ersten Trafo im Kernkraftwerk
Krümmel bemerkbar. Das in die Jahre gekommene Bauteil wurde durch die erhöhte
Last zu sehr in Anspruch genommen und erhitzt sich.
Der erste Transformator geriet in Brand, wobei nicht der Schutz des Trafos ausgelöst
wurde. Vermutlich hätte der Schutz reagiert, wäre die Leistung plötzlich
zu hoch gewesen - so handelte es sich wohl eher um einen schleichenden Prozess.
Der Ausfall blieb daher unbemerkt und so floss die ungebremste Kraftwerksleistung
nicht mehr über beide, sondern nur noch über den zweiten, verbliebenen
Transformator. Dieser wurde deutlich überlastet - aber durch seine eigene
Schutzschaltung geriet er nicht in Brand sondern wurde ordnungsgemäß
von der Last getrennt.
Nun steht das Kernkraftwerk Krümmel vor dem selben Problem, wie Forsmark
und Brunsbüttel: Der Reaktor donnert vor sich hin und muss nun eine Vollbremsung
hinlegen, weil ja die Hitze nicht mehr in Strom gewandelt werden kann.
Dummerweise ist gerade kein Strom da, weil ja der kraftwerkseigene Strom erst
in das Umspannwerk herausgeführt und von dort wieder zurück geleitet
wird. Also schaltet sich die Eigenversorgung innerhalb - sagen wir mal - einer
kurzen Zeit
(die Angaben zu zwei bis drei Sekunden müssen ja nicht stimmen)
auf das öffentliche Netz um.
In dieser vermeintlich kurzen Zeit produziert also der Reaktor weiter Wasserdampf,
der offenbar nicht mehr über die Turbine abgeleitet werden kann. Der Überdruck
löst zwei Sicherheitsventile aus und sorgt für ein Entweichen des
Dampfes aus dem geschlossenen Dampf-/ Kühlkreislauf.
Ein Teil des Wassers aus dem Siedewasserbecken steckt also in einem Behälter
fest, weil ja der kondensierte Dampf nicht mehr zurück gepumpt wird. Ein
anderer Teil landet dort, wo er die beiden Sicherheitsventile passiert. In dieser
Folge droht eine Freilegung des Reaktorkerns, da der Wasserstand nach bisherigen
Angaben in wenigen Augenblicken um geschätzte ein bis zwei Meter sank.
Nun sprang eine Pumpe an, die als Notversorgung schnell Wasser in den Reaktorkern
pumpen soll.
Hätte diese Pumpe versagt, wäre eine Kernschmelze eingetreten, denn:
Nach Aussage der Gesellschaft für Reaktorsicherheit versagte nur eine der
Speisewasserpumpen
(es gibt also mehrere, die ganz offensichtlich entweder
ebenfalls nicht funktionierten oder aber für eine Kompensation einer ausgefallenen
Speisewasserpumpe nicht ausgelegt sind) und trug damit zum plötzlichen
Abfall des Kühlwasserstands bei.
Soweit zur Spekulation über den Hergang.
Wer vertraut einem erfahrenen Kraftwerksbetreiber, der entweder schwammig formulierte
oder falsche oder durch Unwissenheit abgegebene Statements in die Welt streut?
Wieso will ein Kraftwerksbetreiber den Reaktor mit 60% Leistung über einen
übrig gebliebenen Transformator fahren, wenn der Reaktor bei Ausfall eines
Transformators zur Sicherheit auf 30% Leistung gedrosselt werden soll?
Wer vertraut in einen Kraftwerksbetreiber, der einerseits in Effizienz und
andererseits nicht in die Sicherheit für zum Beispiel einer erhöhten
Kapazität gewachsene Bauteile investiert - statt dessen munter weiter mit
23 Jahre alten Transformatoren arbeitet?
Die Informationen in diesem Artikel entstammen allesamt dem Informationsangebot
des Internets - wie kann es sein, dass diese vielen Widersprüche und Sicherheitsbedenken
durch die Bevölkerung binnen weniger Tage
(5.7. - 7.7.) mit hoher
Wahrscheinlichkeit verstanden werden, während die zuständige Ministerin
auf die Vorwürfe zum Zürückhalten von Informationen wie folgt reagiert:
Aufgabe des Sozialministeriums ist nicht, erste Informationen des Betreibers
ungeprüft weiterzugeben, sondern es gehe darum, die Bevölkerung auf
der Basis eigener und durch Gutachten gestützter Fakten zu informieren.
Nun, das bedeutet jedoch nicht, dass nicht die puren Angaben von Vattenfall weitergeleitet
werden können, wenn man bedenkt, dass drei von Vattenfall betriebene Kernkraftwerke
(Brunsbüttel, Forsmark, Krümmel) gleichermaßen nicht fähig
waren, störungsfrei einen Reaktor bei einer Notabschaltung herunter zu fahren.
Bedenkt man dazu die nach zwei Tagen erfolgte Freigabe des Betriebs im AKW Brunsbüttel,
bei dem ein Bremsstab nicht ordnungsgemäß funktionierte, lässt
das weitere Spekulationen zu.
Am 30.06.07 hatte die für Reaktorsicherheit zuständige Ministerin
Gitta Trauernicht entschieden, dass der Atomreaktor in Brunsbüttel wieder
angefahren werden darf. "Es bestünden keine sicherheitstechnischen
Einwände."
Das Ministerium stützt seine Erkenntnisse schlicht auf die Vorlage von
Prüfergebnissen und bemerkt selbst zunächst nicht diese vielen Widersprüche.
Durch das Zurückhalten von Informationen kann es nicht eines Besseren belehrt
werden. Obwohl nun auch dem Ministerium diese "Unregelmäßigkeiten"
auffielen, wird nicht zum Beispiel per 3. Juli 2007 entschieden, dass das Kernkraftwerk
Brunsbüttel bis zur Klärung der Vorfälle abgeschaltet wird.
So erklärt sich die Aussage der Abgeorneten Renate Kynast, wonach dem
Betreiber Vattenfall die Lizenzen zum Betrieb von Kernkraftwerken entzogen werden
sollten. Ergänzt werden sollte dieser Gedanke um die Forderung des Rücktritts
der Sozialministerin Schleswig-Holsteins, Gitta Trauernicht, die ganz sicher
nicht zum Wohle der Bevölkerung mangels Sachkenntnis und blindem Vertrauen
in Prüfberichte handelte, sofern es sich diese Ereigniskette tatsächlich
derart skandalös abgespielt hat.
Wem will man noch trauen? Einem Unternehmen, das mit Störfällen gut
leben kann und bei beinahe jedem Brand behauptet:
"Der
Brand sei aber schnell gelöscht worden"?
Einer Technologie, die immer noch zahlreiche Störungen an der Grenze zur
Kernschmelze zeigt und nicht beherrschbar scheint?
Einem Ministerium, das Gefahren falsch einzuschätzen droht?
Der Ausstieg aus der Atomenergie wird wohl unumgänglich sein, womit unsere
Bundeskanzlerin das Volk mit CO2-Abgaben für eine angebliche Klimakatastrophe
schonen darf und statt dessen die Effizienz einiger Deutscher Kohlekraftwerke
(neben einer bundesweiten Wärmedämmung von Mietshäusern)
von 30% auf 90% forciert, womit das Fernwärmenetz konsequent ausgebaut werden
sollte.
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