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Die bayrischen Illuminaten: Protokolle des Frankfurter Zirkels
Rubrik:Geheimgesellschaften vom: 16.02.2004
zi.gif) Wie schon im Artikel " Die
bayrischen Illuminaten" erwähnt existiert über diesen aufklärerischen
Geheimbund eine Fülle an Publikationen und Dokumenten. Bei dem nun Folgenden
handelt es sich um eine kleine Auswahl aus den Protokollen des Frankfurter
Illuminatenzirkels, der Minervalkirche
sowie dem Magistrat. Ganz besonders ins Auge stechen hier die Verwendung der
altpersischen
Zeitrechnung sowie die Ordens-Chiffre.
Von Frankfurt aus erfolgte die Ausbreitung des Illuminaten Ordens nach Norddeutschland.
Hauptorganisator der Frankfurter Illuminaten war hier der omnipräsente
Freiherr von Knigge.
Nach Streitigkeiten mit den Frankfurter Brüdern - und wie bekannt später
auch mit Adam
Weishaupt - siedelte Knigge nach Heidelberg über, so dass der Zirkel
nun direkt von der "Zentrale" in Bayern aus geleitet wurde. Diese
nun folgenden Protokolle sind Teil der Sammlung des Frankfurter Arztes Georg
Kloss (1787-1854). Kloss war zeitweise Meister vom Stuhl der Loge "Zur
Einigkeit" und ab 1836 Großmeister des Eklektischen Bundes. Nach
seinem Tod kam die Sammlung zum größten Teil durch Ankauf an den
Groot-Oosten der Nederlanden nach Den Haag, wo sie sich auch heute noch befindet.
Ein kleiner Teil der Sammlung war aber offenbar in Frankfurt geblieben, wurde
dort 1933 von der Gestapo beschlagnahmt und nach Kriegsende nach Moskau verfrachtet.
1957 gingen die Unterlagen an das Zentrale Staatsarchiv der DDR zurück.
Ein Teil wurde dabei aber offenbar übersehen - darunter auch das Protokollbuch
der Frankfurter Gruppe, welches Dr. Herrmann Schüttler in Moskau wieder
aufspürte. Die an die DDR zurück gegebenen Dokumente befinden sich,
soweit sie aus Frankfurt stammten, heute wieder im Archiv der dortigen Loge
"Zur Einigkeit".
Das Interessante an diesen Protokollen ist mitnichten ein Aufsehen erregender
konspirativer Inhalt. Statt dessen gewähren sie Einblick in das Logenleben
und zeigen einmal mehr, dass die bekannten Gerüchte und Geschichten in
Bezug auf Weishaupts Geheimbund und dessen Machenschaften zu großen
Teilen lediglich auf fragwürdigen Quellen basieren.
Actum Edessae den 15. Chardad 1153. Jezdedgerd.
In aedibus Fratris Agathoclis.
Praesentibus fratribus
Aristide, Agathoclis, Avicenna, Arcadio, Strabone et me Osmandua qua Secretario
vic.
Da die Erlauchte Obern des Illuminaten Ordens dem sehr Ehrw Br Aristidi verschiedentlich
den Auftrag ertheilet haben, sich alle Mühe zu geben, die unter den hießigen
0 Brüdern entstandene Trennung wo möglich zu heben, das durch verschiedene
Irrungen aufgelößte Band der Liebe, Freundschaft und Einigkeit
wieder fest zu knüpfen, und so mit die in Zerrüttung gerathene Minerval
Kirche in Edessa wieder herzustellen: so ist zur Erreichung dieses erhabenen
Entzweckes auf Veranstaltung des sehr Ehrw Br Aristidis anheute eine brüderliche
Zusammenkunft gehalten worden, worinnen nachstehendes vorgegangen ist.
1) Versicherten die Ehrw Br Agathodes, Avicenna, Arcadius, und Strabo, daß
sie nebst dem wegen einer Reise abwesenden Br Aristippo und dem vormahls hier
wohnhaft gewesenen Br Philone schon lang Mitglieder des Illuminaten0 gewesen,
auch ihre Minerval- und Magistrats-Versamlungen ordentl gehalten, und überhaupt
diese Sache im schönsten Gange gehabt; beschwerten sich aber,
2) daß gedachter Br Philo unter der Hand alle 0 Geschäfte privatim
an sich zu ziehen gesucht, eine ganz neue Minerval Kirche ohne ihr Wissen
dahier errichtet, sie aber nicht dazu gezogen, sondern auser aller Connexion
mit dem 0 gesetzet habe, sie auch auf alle ihre hohem Orts desfalls gethane
Vorstellungen keine Antwort erhalten; sie versicherten indessen,
3) daß sie nicht nur das Vergangene völlig vergessen, sondern
sich auch ferner dem Illuminaten Orden gänzlich widmen, fest dabey
bleiben und mit allem Eifer zum Besten des O arbeiten wollten; wogegen ihnen
4) der sehr Ehrw Br Aristides die Versicherung gab, daß Br Philo
mit der hiesigen 0 Praefectur nichts mehr zu thun habe; was aber ihre verlangte
Antworten beträfe: so habe er auf Befehl der Erh Obern sich mit ihnen
eingelassen, ihre Beschwerde vernommen und bereits solche Schritte gethan,
welche ihnen die Antwort der Erh Obern deutlich zutage legten: wobey derselbe
zugleich
5) die sämtl anwesende Brüder zur wechselseitigen Liebe, Eintracht
und Zutrauen unter ein ander ermahnete. und ihnen vorstellete, künftighin
alle einseitige Beredungen zu entfemen, über alles gemeinschaftl zu
deliberiren, auch dem Praefect von allem, was vorgehet, zu sagen u wenn
man eine Klage über ihn, oder sonst etwas, wobey derselbe besonders
interessirt sey, vorzubringen hätte, solches durch ein Primo oder Soli
an die Erh Obern gelangen zu lassen.
6) Erinnerte derselbe die anwesende Brüder, nun mehro ihre monatliche
quibus licet ordentl einzureichen, sich auch von allem, was ein jeder merkwürdiges
und für den 0 sowohl, als für andere Menschen nützliches
gesehen gelesen u bemerkt habe, die nöthige notata zu machen, um solches
in künftigen Versamlungen vortragen, darüber mit ein ander sprechen,
oder auch eine Ausarbeitung darüber vorlesen zu können, wobey
derselbe verschiedene wichtige Themata namhaft machte.
7) Auf Erkundigung, in welchem Grade ein jeder von ihnen stehe, und welche
Stelle ein jeder bey dem 0 begleitet habe? wurde angezeigt, daß die
Br Agathocles, Avicenna und Arcadius in dem Grad eines illuminati minoris
stünden, Aristippus aber Minerval, und Strabo annoch Noviz seye, Superior
seye ehedem Agathodes, Censor Philo, Secretarius Avicenna und Quaestor Arcadius
gewesen.
8) Zeigten die vorgenannte Brüder ihre sämtliche in Händen
habende 0 Geräthschaften nebst ihren ehemahls geführten Protocollen,
welche Br Agathodes insgesamt in Verwahrung, wogegen Br Avicenna alle 0
Hefte in Händen hat.
9) Was das Tapis und Minerven-Vogel betritt, so versicherten dieselbe,
daß Br Philo solche von Ihnen bekommen, aber weder zurückgegeben,
noch vergütet habe.
10) Hiemächst brachte der hohe Ehrw Br Aristides in Vorschlag, daß
es zu eines jeden eigenem Unterricht höchst nützlich Ja nöthig
seye, die drey erste 0 Hefte in 3. verschiedenen u ohne Ceremonien zu haltenden
Versamlungen öffentl vorzulesen, und sich über deren Inhalt mit
ein ander zu besprechen; welches auch von den sämtl anwesenden Brüdern
nicht nur genehmigt, sondern auch die erste Conferenz, welche bey dem Br
Agathodes gehalten und darinnen der Vorbereitungs Aufsatz vorgelesen werden
solle, auf den 23. dieses Monats, Abends um 6. Uhr festgesetzet wurde, wozu
auch die andere hießige Brüder eingeladen werden sollten.
11) Endlich wurde der Br Agathodes ersucht, sich nach den Gesinnungen des
Br Cameades, ob derselbe sich femer dem 0 widmen wolle oder nicht? nächstens
zu erkundigen; wie auch
12) dem Br Arcadius den Auftrag gegeben, dem wegen Verhinderungen anheute
abwesenden Br Anacharsis von allem, was in der heutigen Conferenz vorgegangen
ist, Nachricht zu ertheilen.
Aristides.
Osmanduas
qua Secretar
Vicar. |
Agathodes.
Anacharsis
Cratippus.
Arcadius
Avicenna
Attilius Regulus |
Actum Edessae den 23. Chardad 1153 Jezdergerd.
In aedibus fratris Agathoclis.
Praesentibus fratribus
Aristide, Agathodes, Avicenna, Arcadio, Cratippo & me Osmandua qua
Secretario vicar.
1) Referirte Br Agathodes, daß er mit dem ehemahligen Br Carneades
des 0 wegen gesprochen, derselbe aber ihme dedarirt habe, daß er keine Neigung für den
0, u künftig mit der ganzen Sache nichts weiter zu thun haben wolle.
2) Referirte der Br Arcadius, daß er dem Br Anacharsis von allem,
was in der vorigen Conferenz vorgefallen, die nöthige Nachricht ertheilet
u ihm zugleich die auf den 23. dieses weiters zu haltende Conferenz angezeigt
habe.
3) Wurde das über die vorige Conferenz geführte Protocoll öffentl
durch den Br Osmanduas abgelesen, wobey erinnert wurde, daß nicht
der Bruder Avicenna, sondern der Bruder Agathodes die 0 Hefte, und zwar
nur den Vorbereitungs Aufsatz, sodann die Hefte N° 1 & 2. imgleichen
einige Blätter, die Einweihung der Magistraten und deren Amt betreffend,
in Händen habe.
4) Wurde der Vorbereitungs Aufsatz durch den sehr Ehrw Br Aristides öffentl
vorgelesen und von sämtl anwesenden Brüdern hin und wieder darüber
gesprochen; wobey es sich dann zu Tage legte, daß der Vorbereitungs
Aufsatz des Br Aristides nur im introitu weitläuftiger ausgeführt
war, übrigens aber mit jenem des Br Agathoclis übereinstimmte.
Hiernächst machten
5) einige Brüder die Bemerkung, daß es ihnen als ein wahrer
Widerspruch vorkomme, daß dem Vorbereitungs Aufsatz der Frey Maurer
0 so sehr herabgewürdigt, in der Folge aber gleich wohl behauptet werde,
daß ein jeder Illuminatus nothwendig Frey-Maurer und zwar im 3. Grade
seyn müsse, welche beyde Stücke nicht mit ein ander harmonirten.
Wo gegen aber der sehr Ehrw Br Aristides die Vorstellung machte, da,ß
solches nur von der äußern Form des Frey Maurer 0, nicht aber
von seinem innem Wesen zu verstehen sey.
6) Endlich wurde ausgemacht, auf den 26. dieses abermahls bey dem Br Agathodes
eine Conferenz
zu halten und darinnen das 0 Heft N° 1. vorzulesen.
Aristides.
Osmanduas
qua Secretar
Vicar.
|
Agathodes.
Anacharsis
Cratippus.
Arcadius
Avicenna
Attilius Regulus |
Actum Edessae den 27. Thir-meh. 1153. Jezdedgerd.
In aedibus fratris Agathoclis.
Praesentibus fratribus
Aristide, Attilio Regulo, Agathocle, Arcadio, Anacharsi, Rousseau Cratippo,
& me Osmandua qua Secretario vicar
Da der sehr Ehrw Br Aristides bisher die für die hießige Br
nöthiee 0 Hefte abschreiben lassen, dieselbe nun mehro fertig, auch
von ihm insgesamt collationirt und vidimirt waren so hat derselbe beschlossenermaßen
den 23. Thir-meh durch das sub N° 1. hier beyliegende Circulare die
darinnen benannte Brüder zur Einweihung des Magistrats oder der dirigirenden
Minervalen auf den Montag als den 28. Thir-meh eingeladen. Es ersähe
aber derselbe aus den Unterschriften gedachter Brüder daß sie
in Ansehung des zu dieser Feyerlichkeit bestimmten Tages nicht einig waren
sondern die mehrste unter ihnen lieber den Sonntag, wo sie frey von Geschäften
wären schlugen; weshalben der sehr Ehrw Br Aristides, um die Sache
zur Gewisheit zu bringen , durch Zweytes sub N° 2 beyliegendes Circulare
den Sontag als den 27. Thir-meh, und zwar auf Nachmittags um 3. Uhr, zu
dieser Feyerlichkeit festgesetzet hat.
Aus diesen Circularien hat es sich dann ergeben
a) daß der Br Anacharsis ihn mit einem Amte zu verschonen, zwar gebeten,
aber
doch bey mündlicher Unterredung sich zu Ubenehmung der Censor Stelle
declariret hat.
b) daß der Br Avicenna Verhinderung wegen der auf den 27. dieses
festgesetzten
Magistrats-Einweihung nicht bey wohnen könne; weshalben die Übertragung
des ihm zugedachten Secretariats auf den 30- dieses verschoben worden.
Als nun die Brüder insgesamt in einem Vorzimmer versammlet waren,
so begaben sich
1) Aristides, Attilius Regulus Arcadius, Rousseau und Osmanduas in das
schon den Vormittag zubereitete Einweihungs-Zimmer, thaten ihre Maurer-Schürze
an, hiengen die O Bänder um, und Aristides eröfnete die Versamlung
durch eine Anrede, worinnen er die Absicht der heutigen Zusammenkunft bekannt
machte, sodann den Br Arcadius zum ersten, den Br Rousseau aber zum zweyten
Vorsteher, und den BR Osmanduas zum Introduitor bey feyerlichen Handlungen
anstellete. Sodann wurde
2) der zum Superior bestimmte Br Agathocles, mit dem Maurer-Schurz und
0 Band bekleidet durch den Br Introduitor auf die in dem Einweihungs Hefte
vogeschnebene Weise eingeführt, daselbst geprüft und alsdann vom
sehr Ehrw Br Aristide im Namen der Erh Obern mit den vorgeschriebenen Feyerlichkeiten
zum Superior ecclesiae minervalis Edessensis eingeweihet und ihm seine Instruction
überreicht.
3) Auf eben diese Art wurde hernach der Br Anacharsis zum Censor, und der
Br Cratippus zum Quaestor, jeder aber besonders, eingeweihet und ihnen ihre
Instructionen eingehändigt. Nachdem nun dieser actus vollendet, alle
Brüder sich niedergesetzt, und die Thüre verschlossen: so las
4) der sehr Ehrw Br Aristides die sub N° 3. angebogene Rede von dem
Umfang und der edelsten Art der Wohlthätigkeit ab, stellte zugleich
den neuen Magistraten ihre Pflichten vor und ermahnte sie zu treuer Beobachtung
derselben. Um solche aber
5) noch näher mit ihren Amts-Pflichten bekannt zu machen, so las derselbe
auch die Instructionen der Beamten vor; überliefert
6) dem Br Superior die nöthige 0 Hefte, näml den Vorbereitungs
Aufsatz, das Noviziat- und Minerval-Heft, imgleichen das Heft über
den kleinen Illuminat-Grad, u stelte ihm das Minerval Siegel zu; theilte
hiemächst
7) so wohl den Unterricht für die kleine Illuminaten, als auch die
instruction pro insinuantibus u dessen, was einem jeden Minerval zu wissen
nöthig ist, unter sämtl anwesende Br aus; welche beyde Hefte aber
der Br Superior aus der Ursache, weil solche schon in den ihm anheute überlieferten
0 Heften ohnedem befindl seyen, nicht angenommen hat.
8) wurde auf vorgängige Proposition des sehr Ehrw Br Aristidis einmüthig
beschlossen, daß in Zukunft jederzeit auf den 3. Montag in einem jeden
Monat eine Minerval Versamlung u den folgenden Montag darauf eine Magistrats
Versamlung gehalten werden, u damit nächstkünftigen Monat Merdedmeh
der Anfang gemacht werden solle. Weilen aber
9) die heut erwählte Magistraten äußerten, daß sie
in ihren Ämtern noch neu u in den bey den Minerval Versamlungen vorzunehmenden
Verrichtungen noch ungeübt seyen: so wurde beliebt, auf künftigen
Mitwoch als den 30. Thir-meh eine außerordentliche Minerval-Versamlung
zu halten u sich in allen dabey vorkommenden actibus vorläufig zu üben,
um auf die künftige Versamlung gehörig praeparirt zu seyn; wobey
aber
10) festgesetzt, und den anwesenden Br bekannt gemacht wurde, ihre Quibus
licet bey der auf den 30. dieses zu haltenden Minerval Versamlung ohnfehlbar
einzureichen.
11) Dem Ehrw Br Superior aber wurde aufgetragen, dahin Vorsehung zu thun,
daß der Br Avicenna den noch im Noviziat stehenden Br Strabo die Einrichtung
des Quibus licet mündlich belehren u sich solches von ihm einhandigen
lassen möge, damit er es bey der ersten Minerval Versamlung abgeben
könne.
12) Ferner wurde dem Br Superior aufgegeben, dem Minerval Br Aristippo
die ihm für denselbigen eingehändigte instruction pro insinuantibus
zu zustellen, ihm den Tag der nächsten Minerval-Versamlung bekannt
zu machen u ihn an Ablieferung seines Quibus licet bey der ersten Versamlung
zu erinnern.
13) Gleichergestalt wurde dem Br Superior aufgetragen, nunmehro die Initiation
des Noviziat-Bruders Strabo vorzunehmen, bey diesem actu aber, weil der
zum Secretario bestimmte Br Avicenna dessen Recipient sey, mithin dessen
Pathen vorstelle, einen ändern im kleinen Illuminat Grade stehenden
Bruder das Secretariat administriren zu lassen. Weil aber
14) Strabo schon lange im Noviziat gestanden, u wegen vormahliger Zerrüttung
der hiesigen Minerval Kirche nicht gehörig behandelt u vorbereitet
worden, er aber gleichwohl ein Mann von gesetzten Jahren ist: so wurden
dem Br Superior die von dem Strabo bey seiner Initiation zu beantwortenden
5. Punkte abschriftlich eingehändigt, um solche dem Strabo per modum
dispensationis zu zustellen, damit er sich zu Beantwortung derselben vorbereiten
möge; wie dann auch
15) erwähntem Strabo zu seinem Penso die Frage aufgegeben wurde: Warum
treibt
Reichthum eher und leichter Laster als Tugend hervor? mit dem Beyfügen,
daß er solches Pensum ebenfalls per modum dispensationis nicht just
vor seiner initiation, oder vor Ende seiner Probzeit, doch aber bald nachher
einzuliefern nöthig habe.
16) Hiemächst kam auch der monatliche Beytrag zur Sprache, und es
wurde einmüthig beschlossen, daß ein jeder 0 Bruder künftighin
alle Monat 30. Kreuzer beytragen solle; wobey aber
17) zugleich ausgemacht wurde, daß, wenn ein armer, aber für
den 0 tauglicher Mann zur Reception vorgeschlagen werden sollte, niemahls
von demselben weder ein monathlicher Beytrag noch Receptions Gelder gefordert
werden soll, auch derselbe vor aller Demüthigung dergestalt zu schonen
sey, daß er so viel möglich gar nichts von dem durch die übrige
Brüder geschehenden Beytrag erfahre, weil man sonsten wider die Absicht
des Ordens handeln u manchen tauglichen Mann vom Eintritt in denselben abhalten
würde.
18) Femer wurde auf die Vorstellung des sehr Ehrw Br Aristidis zu mehrer
Bequemlichkeit und Erleichterung der Brüder die Einrichtung getroffen,
die von einem jeden Bruder gemachte Aufsätze, Bemerkungen, Auszüge
aus guten Büchern p.p. durch den ohnehin in Pflichten stehenden 0 Copisten
Kellner auf gemeinsame Kosten mundiren zu lassen, jedoch dergestalt, daß
die Concepte bey guter Zeit an den sehr Ehrw Br Aristides, oder den Br Osmanduas
eingeliefert würden, welche alsdann für die Abschriften sorgen
und solche samt dem Concept einem jeden noch vor der Minerval Versamlung
zurück liefern würden.
19) Auch wurde dem Br Arcadio aufgetragen, da er die beste Gelegenheit
dazu hat, nachstehendes Werk: Adlungs Versuch einer Geschichte der Cultur
des menschlichen Geschlechtes. Leipzig. 1782. zu prüfen, und bey Gelegenheit
daraus zu referiren.
20) Endlich wurden von dem vicarirenden Secretair Osmanduas alle bisher geführte
Protocolle öffentlich abgelesen und damit diese Versamlung geschlossen.
Aristides.
Osmanduas
qua Secretar
Vicar.
|
Agathodes.
Anacharsis
Cratippus.
Arcadius
Avicenna
Attilius Regulus |
Actum.
Minerval Versamlung gehalten unter dem Superiorat des III. Agathocles. Edessa
d 25:
Mederdmeh 1153 Jezdedg.
Presentes.
III.
"
"
"
"
"
"
" |
Agathodes. Superior.
Anacharsis. Censor.
Cratippus. Questor.
Avicenna. Secretaire.
Aristides.
Osmanduas.
Rousseau.
Arcadius.
|
Minerv: Aristippus.
frembde und besuchende Brüder.
Die Versamlung wurde unter den gewöhnlichen Förmlichkeiten eröfnet,
und der Censor befraget, ob er keine Klage vorzubringen habe, auf dessen
Verneinen wurden von demßelben die Quibus Licet eingesamlet, und von
dem Questor die Armen Büchß herumgegeben. Hierauf zeigte, der
Br Secretaire Avicenna an, daß es mit der Aufnahme des Novitzen Strabo einigen Anstand gebe, indem derselbe Bedenklichkeiten dabey geäußert,
die er ihm zwar nach bestem Wissen und Gewissen auszureden sich bemühet,
aber damit nichts bey ihm ausgerichtet habe, es wurde also beschlossen,
ihn seinem freyen Willen zu überlassen, und wenn er nicht wieder von
sich Selbst eine Neigung dazu bezeiget, nicht weiter in ihn zu dringen,
noch weniger ihn bereden zu suchen.
Dann zeigte der Erh Superior an, daß durch das vielfältige Abschreiben
der Hefte, in den Benennungen der Ordensmonate sich Irrthumer eingeschlichen,
darum sollten solche abgeändert und denen Brüdern einem jeden
ein richtiges Exemplar zugestellt werden.
Ferner wurde auch ein Verzeichniß derjenigen Bücher verießen,
welche die Erh Obern denen Minervalen zu leßen anempfehlen.
Br Osmanduas verlaß hierauf eine Abhandlung von seiner eigenen Arbeit
über die Selbst Erkehntniß, welche von allen anweßenden
Br mit dem lebhaftesten Beyfall aufgenommen wurde. Hernach laß Br
Aristides einige sehr schöne Notaten über gute und böße
Handlungen ab. Deßgleichen verlaß Br Glaucus eine von einem
0s Br Namens Bernouilli sehr schön verfertigte Ode auf die Weißheit,
wie auch eine sehr rührende Geschichte eines Mönchen Namens Caßemir.
Br Roscius laß die Einrichtung eines neu angekündigten Journals
vor, welches die 0s Br in Stagira herausgeben wollen. Ferner machte Br Cratippus
bekannt, daß in Neuwied ein neues Erziehungs Institut auf Veranlassung
des 0s errichtet wurde, um darinnen junge Leute für den Orden zu bilden,
er laß dessen Einrichtung vor, und der Plan liegt Hier sub N°
l bey.
Ferner laß derselbe einige schöne Anecdoten vom H. von Pfeiffer
ab, ingleichen eine Stelle aus dem Hamburger Journal von den großen
Revenuen der Catolischen Geistlichkeit.
Bruder Arcadius laß gleichfalls eine schöne Ode an die Thätigkeit
von H. Moritz vor. Br Osmanduas eröfnete auch den Br, daß ihm
ein Famillien Stipendium, für Teologen, Juristen und Ärtzte bekannt
sey, und Gelegenheit habe, solches jungen Leuten zu verschafen; Das medicinische
Stipendium sey jetzo eben vacant, bäte also die Brüder, wenn jemanden
ein würdiger Candidat bekannt sey, ihm solchen vorzuschlagen. -Hierauf
wurde das vorige 0s Protocoll verleßen.
Br Arcadius fragte nach Antwort auf sein letzteres Quibus Licet, welche
aber nach dem letzten Bericht des Bruder Aristides noch nicht eingekomen
ist. Und endlich wurde noch beschlossen, daß wegen einfallender Meß,
den Sonntag zwischen der 2. und 3. Meßwoch die nechste Versamlung
gehalten werden solle, und zwar von 11 bis 12 Uhr. Hierauf wurde die Versamlung
mit diesem Denckspruch:
Der ist ein König der regieret
Der der Begierden Zügel führet
Und den Gefahr und Tod nicht schreckt.
Mit gleichem Mut bey heiterem Himel
Und wenn mit wütendem Getümel
Der Stürme Zorn den Tag versteckt.
Es stürtzen auf der Vorsicht Wincken
Des Welt Gebäudes Pfeiler ein,
Er kann wenn alle Welten sincken
Auf ihren Trümern ruhig seyn.
geschlossen.
Avicenna
Secretaire.
Actum.
Magistrats Versamlung gehalten unter dem Superiorat des Illum. Agathocies.
Edessa d 23 Esphendannad 1153 Jetzd.
Presentes.
III.
"
"
|
Agathocies, Sup.
Anacharsis, Censor.
Cratippus, Questor.
et me Avicenna Secret. |
1) Wurden der Erl Illumin Versamlung das Minerv Protocoll vom 23. Bahman
und
2) Die Quibus licet von N. l á 9- für diesen Monat zugesannt.
3) Hat der Questor die Armen Büchß eröfnen laßen,
worinne sich fl. befunden hat.
Avicenna.
Secretaire.
Actum
Magistrats Versamlung gehalten unter dem Superiorat des Illum.
Agathodes. Edessa d 3. Pharvardin ll54 Jetzd.
Presentes.
III.
"
"
|
Agathocies, Sup.
Anacharsis, Censor.
Cratippus, Questor.
et me Avicenna Secret. |
1) Wurden der Erl Illumin Versamlung das Minerv Prot vom 23. Esphendarmad
und
2) die Quibus licet von N° l á 9 für diesen Monat zugesannt
3) Hat der Questor die Armen Büchß eröfnen laßen,
worinne sich fl..... befunden hat.
Avicenna.
Secretaire.
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| | Kommentar von: lumi , 16.03.2004, 17:41 | dieser artikel ist sehr gut geschreiben er war eine sehr große hilfe für mein referat
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