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Lange
Zeit stand Amerika für einen Traum - den Traum von Freiheit und davon,
dass man dort alles erreichen könnte, wenn man nur hart genug daran
arbeiten würde. Vom Tellerwäscher zum Millionär - wer kennt diese Story
nicht?
Amerika verbindet man mit Easy Rider, Cowboys, Wildwest,
Hollywood, übermotorisierten Sportwagen, Silicon Valley, Las Vegas,
Raumfahrt ... die Liste ließe sich wahrscheinlich noch endlos
fortsetzen...
Das Land der grenzenlosen - Freiheit?
Freiheit
jedenfalls für jene, die den Kurs des "jungen" Staates ausarbeiten.
Aber
wer ist der wirkliche Steuermann dieses mächtigen Imperiums?
Der Präsident ist eher eine kurzfristige "Starbesetzung", die pressewirksam
für die Medien am Steuer posiert. Für vier, maximal acht Jahre gewählt
ist er darauf angewiesen, dass sein Stab, die Geheimdienste und das
Militär ihn gut beraten und in die "Geheimnisse" vergangener Jahre
einarbeiteten. Letzteres natürlich nur, soweit es unbedingt erforderlich
ist. Die Macht der "zweiten Reihe" darf auf keinen Fall unterschätzt
werden!
Viele dort haben mehr Wissen, politische Erfahrung und
mehr "Verbündete" als der Präsident selbst. Donald Rumsfeld z.B. ging
als jüngster Verteidigungsminister der USA in die Geschichte ein -
nicht unter George W. Bush, sondern schon 1975 unter dem damaligen
Präsidenten Gerald Ford. Diese Leute sind die eigentlichen "Baumeister"
der Amerikanischen Politik - über lange Zeit bereiteten sie den Weg vor.
Die Bedingungen waren nach dem Zweiten Weltkrieg auch
ausgespochen günstig: Amerika war ein Synonym für das Gute. Wer hätte
auch schlechtes über die "Befreier" Europas sagen wollen? Zudem zog
eine weitere Gefahr am Horizont auf:
Der Kalte Krieg begann. Der Kommunismus bedrohte die westliche, freie
Welt. Der Feind im Osten rechtfertigte jedes Mittel; und diese wurden
auch ohne Bedenken genutzt. Eigentlich geschah dies jedoch auf beiden Seiten!
Die USA begannen in jener Zeit jedoch neben ihren militärischen Waffen
noch eine ganz Andere zu perfektionieren: Die Macht der Medien. Sie
hatten erkannt, dass im Gegensatz zur absoluten Geheimhaltung, wie es der
Osten betrieb, eine gut inszenierte "freie" Berichterstattung bessere
Ergebnisse erzielt.
Die Öffentlichkeit war ein wichtiger Faktor; das erkannten Militär,
Geheimdienst und Regierung. Die Medien zu steuern bedeutete, die eigene
Macht zu festigen. Man erkannte, dass man auch Fehlschläge
gewinnbringend in der Öffentlichkeit verkaufen konnte, solange die
Schuld nicht vorsätzlich auf eigener Seite lag. In einer Zeit, als die
Bevölkerung ihre Informationen hauptsächlich von Zeitungen und erst
nach und nach übers Fernsehn bezogen, war es noch relativ einfach zu
lenken, das berichtet wurde und dafür zu sorgen, dass kritische Stimmen
verstummten. Wer gegen "die freie Welt" berichtete, war automatisch ein
Kommunist und wurde somit in der Öffentlichkeit nicht mehr
ernst genommen. Dabei war es unerheblich, ob es der Tatsache entsprach oder nicht.
Mit Beginn des "Informationszeitalters" wurde es dann zunehmend
schwerer, die Kontrolle über die Medien zu behalten. Telefon,
Fernsehen, schnelle nationale und internationale Flugverbindungen,
Satellitenübertragung, Internet ... Infomationen begannen, sich in
rasender Geschwindigkeit zu verbreiten. Nach Zusammenbruch des
Warschauer Paktes begann das Argument des Kommunismus auch an Wirkung
zu verlieren. Die Zeiten änderten sich grundlegend. Wurde im Zweiten
Weltkrieg das Mittel Propaganda noch zu Kriegszwecken eingesetzt,
erkannte man nun, dass man mit einer dauerhaften "Berieselung" eine
gute Prophylaxe auf allen Ebenen der Bevölkerung erreichen konnte. Die
Auswirkung ist gerade heute deutlich sichtbar: Patriotismus ist in den
USA nicht wie früher ein nationaler Stolz auf ein demokratisches Land, das
bemüht ist, die Freiheit und die Rechte seiner Bürger zu schützen -
sondern nur noch ein billiges Nachplappern staatlich verordneter
Propaganda, ohne selber nachdenken zu müssen. Die wahren Patrioten der USA sind
jene, die auf den demokratischen Absturz ihres Landes aufmerksam machen
und versuchen, ihn zu verhindern!
Ausschnitte aus den sogenannten "Bill of Rights",
Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, die 1791 in Kraft traten:
ZUSATZARTIKEL I der Verfassung:
Der Kongreß darf kein Gesetz erlassen, das die Einführung
einer Staatsreligion zum Gegenstand hat, die freie Religionsausübung
verbietet; die Rede- oder Pressefreiheit oder das Recht des Volkes
einschränkt, sich friedlich zu versammeln und die Regierung durch
Petition um Abstellung von Missständen zu ersuchen.
ZUSATZARTIKEL IV der Verfassung:
Das Recht des Volkes auf Schutz der Person und der Wohnung,
der Urkunden und des Eigentums, vor willkürlicher Durchsuchung,
Verhaftung und Beschlagnahme darf nicht verletzt werden. Und
Hausdurchsuchungs- und Haftbefehle dürfen nur bei Vorliegen eines
eidesstattlich erhärteten Rechtsgrundes ausgestellt werden - und
müssen die zu durchsuchende Örtlichkeit und die in Gewahrsam zu
nehmenden Personen oder Gegenstände genau bezeichnen.
Nun schauen wir mal, was der sogenannte "Patriot Act"
(Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism) vorsieht:
-
Hausdurchsuchungen dürfen
künftig ohne Hausdurchsuchungsbefehl und Begründung auch in
Abwesenheit der Bewohner durchgeführt werden.
-
Überwachungsmaßnahmen -
zum Beispiel das Abhören von Telefonen oder Internetobservation
durch das FBI oder andere Ermittlungsbehörden - werden durch das
neue Gesetz vereinfacht. Detaillierter Genehmigungen durch Gerichte
bedarf es dazu nun nicht mehr.
- Der Einsatz
des gefürchteten Email-Überwachungsprogrammes "Carnivore" ist
genehmigt.
- Die CIA darf künftig
auch Bürger ihres eigenen Landes ausspionieren.
- FBI-Mitarbeiter dürfen
in Buchläden und Bibliotheken Daten über Kunden und Benutzer
"abfragen". Wer regierungskritische Bücher liest, macht
sich bereits verdächtig.
- Bank und Arztgeheimnis
sind so gut wie aufgehoben.
- Geldbewegungen aller Art
sind ab sofort der Kontrolle der Behörden unterworfen. Einzahlungen
über 10.000 Dollar fallen automatisch in die Kategorie verdächtiger
Finanzbewegungen.
- Die Akten von
Universitäten, Psychiatrien und Kreditinstituten können von
Behörden ab sofort ohne gerichtliche Genehmigung eingesehen werden.
- Jeder Ausländer, ganz
egal mit welcher Aufenthaltsgenehmigung er sich im Land befindet, kann
fortan auf puren Verdacht hin verhaftet und ohne weitere Begründung
sieben Tage lang festgehalten werden. Dies kann sowohl bei der Einreise,
als auch im Inneren des Landes geschehen. Schon die Zahlung von Mitgliedsgebühren
an eine politisch unliebsame Vereinigung kann ausreichen, um des Landes
verwiesen zu werden.
- Der oberste Staatsanwalt
und der Außenminister sind ermächtigt, künftig auch einheimische
Gruppen als terroristische Organisationen einzustufen. Einheimischer
Terrorismus wird wie folgt definiert: "Der Versuch, eine Zivilbevölkerung
einzuschüchtern oder zu nötigen - oder die Politik einer Regierung
durch Einschüchterung oder Nötigung zu verändern"
Diese Vormulierung lässt einen großen und gefährlichen
Handlungsspielraum zu. Damit könnte bei Bedarf auch gegen Aktivisten der Antiglobalisierungs-,
Umwelt- und Tierschutzbewegungen vorgegangen werden.
Und eine Fortsetzung zur Einschränkung der Bürgerechte ist schon in Arbeit!
Die Warnung des Nationsgründers, Benjamin Franklin, scheint in Vergessenheit geraten zu sein: "Wer
bereit ist, grundlegende Freiheiten aufzugeben, um sich kurzfristige
Sicherheit zu verschaffen, der hat weder Freiheit noch Sicherheit
verdient."
Nach dem 11. September 2001 erkannten die Hardliner, dass nun die Gelegenheit
gekommen war, schon lange geplante "Erweiterungen" ihres
Handlungsspielraumes durchzusetzen und dem wachsenden Schwund in ihrer
Kontrollmöglichkeiten entgegenzuwirken. Endlich hatte man nach dem
Zusammenbruch des Ostblocks ein neues "Feindbild". Eine neue
Legitimation zur weiteren Aufrüstung des Militärs, welche vorher von
der Bevölkerung in Bezug auf dringlichere Probleme im sozialen Gefüge des Staates
hinterfragt wurde.
Die derzeitige Regierung zeigt sich unfähig, ihr Land im Sinne ihrer Gründer zu führen:
Aus der VERFASSUNG DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA :
vom 17. September 1787
PRÄAMBEL
Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, von der Absicht
geleitet, unseren Bund zu vervollkommnen, die Gerechtigkeit zu
verwirklichen, die Ruhe im Innern zu sichern, für die
Landesverteidigung zu sorgen, das allgemeine Wohl zu fördern und das
Glück der Freiheit uns selbst und unseren Nachkommen zu bewahren,
setzen und begründen diese Verfassung für die Vereinigten Staaten von
Amerika.
Das Verhalten der Regierung
bei innenpolitischen Problemen sowie das Verhalten nach außen
widersprechen dem gut gemeinten Willen der Verfassung. Die Betrachtung
dessen, was sein soll und dessen was ist, macht aus diesem
Verfassungstext eine Scharade.
Erpressungen durch wirtschaftliche Sanktionen oder das
Androhen von militärischen Aktionen (Den Haag: Wenn amerikanische
Soldaten angeklagt werden sollten, wäre ein Einmarsch in den
Niederlanden möglich) gegen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen;
das Ignorieren internationalen Rechts und das einseitige Kündigen von
globalen Abrüstungs- und Umweltverträgen sind ein Eingeständnis des
Wandels zu einer imperialen Politik der USA, die den demokratischen Weg
verlassen hat.
USA, Land of the Free - nur noch eine leere Metapher, ein Traum aus vergangenen Zeiten?