Irak - 20.03.2003 Der Krieg hat begonnen..... Rubrik:Politik vom: 20.03.2003
Am 20.03.2003 um 3.30
Uhr Mitteleuropäischer Zeit, knapp eineinhalb Stunden nach Ablauf des
Ultimatums, begann der erste Angriff der "Alliierten Streitkräfte" gegen
den Irak. Beteiligt waren englische und amerikanische
Einheiten. Diese erste Angriffswelle dauerte knapp 2 Stunden.
Eingesetzt wurden Marschflugkörper vom Typ "Tomahawk" und
Präzisionsbomben, die von F-117-Tarnkappenbombern abgeworfen wurden.
Der
US-Präsident, George W. Bush, sprach in einer vierminütigen Fernsehrede
von "ausgewählten Zielen von militärischer Bedeutung". Die Angriffe
sollten Saddam Hussein und seinem inneren Führungszirkel gegolten haben,
der sich nach Geheimdienstangaben in den Zielgebieten aufhielt. Medienberichten
zufolge hatte CIA-Chef George Tenet konkrete Hinweise auf den
Aufenthaltsort Saddam Husseins und überzeugte damit US-Präsidet George
W. Bush, früher als geplant anzugreifen.
Knapp drei Stunden
nach dem Militärschlag strahlte das Irakische Fernsehen eine Ansprache
Saddams aus. Es bleibt unklar, ob die Rede vorher aufgezeichnet worden
war oder ob es sich um einen seiner Doppelgänger handelte.
Nur wenige Stunden nach dem Militärschlag haben irakische Streitkräfte mehrere Raketen auf Kuwait abgeschossen.
Ziele waren der amerikanische Stützpunkt "Camp New Jersey" und die kuwaitische Hauptstadt. Berichte
über Verletzte oder Schäden liegen nicht vor. "Es wurde mindestens eine
El-Samud-Rakete von einer Patriot-Abwehrrakete abgefangen", teilte ein
US-Kommandeur mit. Der kuwaitische Militärsprecher sprach von vier im
Irak abgefeuerten Scud-Raketen. Eine von ihnen wurde abgefangen, die
anderen gingen im Norden und in der Bucht von Kuwait nieder. Es wurde
offenbar kein Giftgas eingesetzt.
Vor allem China kritisierte
die Millitäraktion der USA und ihrer Verbündeten als "Verletzung der
UNO-Charta" und forderte ein sofortiges Ende der Angriffe.
Russlands Präsident, Wladimir Putin, erneuerte dem Krieg gegenüber die ablehnende Haltung seines Landes.
Der französische Staatspräsident, Jacques Chirac, bedauerte, dass die USA
ohne Unterstützung der Vereinten Nationen den Krieg gegen den Irak begonnen
haben. "Er wird schwere Konsequenzen für die Zukunft haben", mahnte der
französische Präsident.
Die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen haben sich betroffen
vom Beginn des Irak-Kriegs gezeigt. Außenminister Joschka Fischer sagte
in Berlin nach seiner Rückkehr von der Sitzung des Weltsicherheitsrats
in New York zum Kriegsbeginn: "Dies ist eine bittere Nachricht"
Die
Empörung über den Kriegbeginn im Irak hat zu weltweiten Protesten in
der Bevölkerung geführt. In Sydney und Manila, aber auch in Ägypten
gingen Menschen aus Protest gegen den Krieg auf die Straße. Auch in
Deutschland protestierten zehntausende Menschen - vor allem Schüler - mit
spontanen Demonstrationen.
Die Vertreter der deutschen Kirchen
haben den Krieg gegen den Irak scharf verurteilt. Der Krieg sei Ausdruck
des Scheiterns der Politik sowie "eine Niederlage der Menschheit"
In der islamischen Welt hat der Beginn des Krieges zu wütenden Reaktionen geführt.
Der Generalsekretär des pakistanischen Bündnisses radikal-islamischer
Parteien Muttahida Majlis-e-Amal (MMA), Maulana Fazlur Rehman, sagte: Der
US-Militäreinsatz rechtfertige einen "anti-amerikanischen Dschihad".
Amerika habe "sein Todesurteil besiegelt". Nunmehr sei ein heiliger
Krieg "gegen die amerikanische Unterdrückung" gerechtfertigt, nicht
jedoch "gegen die westliche Welt im Allgemeinen". Der US-Angriff sei
"ein Krieg gegen die Menschlichkeit".
Auch im größten islamischen Staat der Erde, in Indonesien, rief der Krieg heftige Reaktionen hervor.
Der Chef der zweitgrößten islamischen Organisation Muhammadiyah, Syafii
Ma'arif, sagte: "Es handle sich um einen von einem "paranoiden Führer"
angezettelten Krieg."
Die radikale Organisation Hizbut Tahrir rief "alle Moslems der Welt"
zum "heiligen Krieg" auf, um "die Würde eines islamischen Landes und
seines Volkes" zu verteidigen. In Jakarta kam die indonesische
Regierung, die den Irak-Krieg ebenfalls strikt ablehnt, zu einer
Dringlichkeitssitzung zusammen.
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