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Schlaumeier: Der Staat soll helfen
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BeitragVerfasst am: Di März 18, 2008 10:34 am


Jetzt auf einmal, wenn sich alle Schlaumeier und Besserwisser verzockt haben ... dann sollen WIR ALLE wieder bezahlen.
Wo sind sie jetzt, die "Selbstheilungskräfte des Marktes", die "Eigenverantwortlichkeit" usw. usf.
Warum soll denn eigentlich die Allgemeinheit jetzt einmal mehr die Suppe auslöffeln, die einige wenige uns eingebrockt haben ?

Bankenkrise: Ackermann ruft Regierungen zu Hilfe


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BeitragVerfasst am: Di März 18, 2008 11:00 am


Es wäre ja auch schön gewesen, wenn denn der Herr Ackermann oder die Herren von Spiegel-Online gesagt hätte, was genau die Zentralbanken, die Regierung und die Banken tun sollen, um das Vertrauen herzustellen ...

Den Markt jetzt mit Liquidität zu überschwemmen, wie es die Amerikaner getan haben und wahrscheinlich tun werden, halte ich für den falschen Weg, denn schlußendlich wird die Krise so nur weiter hinausgezögert. Die FED hat sich eh in eine unmögliche Lage hineinmanövriert. Im Zuge des Irak-Krieges und der bisherigen Markterschütterungen wurde bereits soviel Geld in den Markt gepumpt, dass es für sie gar keine wirksamen Maßnahmen mehr gibt. Da hat die EZB bisher die bessere Arbeit geleistet ...

Dass wir alle die Suppe auslöffeln müssen ... nun, dazu wird es imo über kurz oder lang eh kommen ... klar kann eine mögliche Rezession hinausgezögert werden, doch umso härter wird sie dann später alle treffen ...

Interessanterweise gibt es aber auch Menschen, die hier eher die Gefahr einer Deflation, denn die Gefahr einer Inflation respektive Stagflation sehen:

Eine maskierte Deflation, eine absehbare Rallye und eine Echo-Bubble


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BeitragVerfasst am: Di März 18, 2008 11:33 am


Simple Man hat folgendes geschrieben:
Dass wir alle die Suppe auslöffeln müssen ... nun, dazu wird es imo über kurz oder lang eh kommen ... klar kann eine mögliche Rezession hinausgezögert werden, doch umso härter wird sie dann später alle treffen ...


Ach ja ? Wenn es uns dann sowieso trifft, dann zahlen wir eben jetzt nix.
Es ist ja ohnehin unabwendbar.

Komisch nur: Wenn's um den Verdienst des kleinen Mannes geht, dann heisst es sparen, Gürtel enger schnallen, Kräfte des Marktes, Konkurrenzfähigkeit.

Aber wenn wir den Karren, den die ganzen Klugscheisser in den Dreck gefahren haben, wieder flott machen sollen - dann geht's auf einmal um den Sozialismus !

NEIN DANKE !

Sollen Herr Ackermann, die Manager ... jetzt sollen diese Fuzzis mal bitte ihr Portemonnaie aufmachen und die Zeche bezahlen.
Und wenn das Risiko ist, es ginge hart auf hart - SCHEISS drauf !
Wir kleinen Leute haben ohnehin nix mehr zu verlieren ! Wir werden nicht auch noch die Vermögen der Wichtigtuer mit unserem Geld retten !


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BeitragVerfasst am: Di März 18, 2008 2:47 pm


Ehrlich gesagt, hätte ich mir hier einen Beitrag vom Liberalen gewünscht, er ist doch sonst immer einer der schnellsten.
Irgendetwas in der Art wie: "Überlassen wir das doch den Selbstheilungskräften des Marktes".


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BeitragVerfasst am: Di März 18, 2008 3:52 pm


Also, was ich mit meiner Aussage meinte, war folgendes: Es trifft eh alle, imo ... diese Krise könnte sich ausweiten, trifft dann irgendwann die Realgütermärkte und dann den Arbeitsmarkt ...

Btw: Dieses Eingreifen, dass der Herr Ackermann fordert, könnte natürlich damit begründet werden, dass dann die Krise abgemildert wird und sich somit nicht oder nur schwächer auf die Realgütermärkte in Form einer Rezession auswirkt ...

Ich muss sagen, ich bin da ziemlich unsicher ... im Grunde will Ackermann, dass wieder Vertrauen in den Markt geschaffen wird ... durch die Kursrutsche nehmen die Investoren eine abwartende Haltung ein, sie erwarten einen weiteren Kursrutsch und verursachen diesen damit wieder ... selbsterfüllende Prophezeiung, könnte man fast sagen ...

Nur Liquidität in den Markt zu pumpen, hilft da nicht ... wenn die Leute nicht anlegen wollen, dann werden sie das auch nicht tun, nur weil da mehr Geld auf dem Markt ist ... im Grunde dreht sich hier vieles wieder um Unsicherheiten und ich weiß im Moment nicht, wie die ZBs und der Staat diese beheben wollen ... klar, der Staat könnte selber als Investor auftreten und so die Kurse stützen und andere Anleger dazu bringen, ihr Geld zu investieren ... nur fürchte ich, dass viele Aktien eh überbewertet sind und das Problem so nur wieder verlagert wird ... und die Unsicherheit, die bzgl. des Dollars besteht, wird so nur noch verstärkt, imo ...

Ich fürchte fast, das muss ausgesessen werden ... wir haben es hier imo nicht mit einer Deflation zu tun, bei der Keynes'sche Maßnahmen helfen könnten (und irgendwie habe ich das Gefühl, dass Ackermann in diese Richtung tendiert), sondern eher mit einer Stagflation ... zuviel Geld auf dem Markt und verdammt viele Unsicherheiten ...


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BeitragVerfasst am: Di März 18, 2008 4:38 pm


Tja, tut mir leid, ich hänge nicht die ganze Zeit vor dem PC... Ansonsten sehe ich das so wie Simple: Der Spaß ist vorbei. Die letzte Geldspritze von 200 Milliarden muß man mal mit dem amerikanischen BIP vergleichen, um zu erkennen, wie wenig das in Wirklichkeit war. Sie können den Boom nicht ewig künstlich am Leben halten, je länger es gelingt, desto schlimmer wird die Rezession - denn die Rezession ist die Heilungsphase. In der Rezession werden die Fehleinvestitionen des Booms liqudiert. Wir werden die bitteren Früchte einer jahrzehntelangen Inflation ernten.

Kann mir übrigens einer sagen, was Ackermann eigentlich vom Staat will?

Und natürlich bin ich der Ansicht, daß sich die Regierungen raushalten sollten.


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BeitragVerfasst am: Di März 18, 2008 5:11 pm


Ein_Liberaler hat folgendes geschrieben:

Kann mir übrigens einer sagen, was Ackermann eigentlich vom Staat will?


Ich vermute, er will eine soziale Marktwirtschaft: Gehen Spekulationen im großen Stil fehl, dann sollen wir das alle zahlen, das ist sozial.
Wird mit Spekulationen Gewinne erzielt, dann verdienen wenige, das ist dann der Markt.

Er kann nur eines meinen: Geld.
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BeitragVerfasst am: Mi März 19, 2008 11:42 am


ganz doofe frage: wenns noch mehr noch heftiger innerhalb der finanzmärkte kracht, in wie weit kann/wird das dann den normalen Arbeitnehmenden Forenposter "auffallen" bzw. welche auswirkungen hatt das "gemeine" volk zu erwarten?


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BeitragVerfasst am: Mi März 19, 2008 12:03 pm


Natürlich ist es eine Schweinerei was der Herr Ackermann da wieder mal fordert. Es ist auch klar warum: Damit der Betrug des wertlosen Geldes nicht komplett auffliegt. Selbstverständlich sind echte Libertäre schon lange gegen diese Praxis des "Bailout".
http://en.wikipedia.org/wiki/Bail_out_(finance)

Das ist ja nicht das erste mal, das passiert immer wieder. Man muß sich nur ansehen wer die Trümmer aufsammeln kann. Bei Bear Stearns wars mal wieder JP Morgan. Schon komisch das genau diese Banken nie platzen, also die alten wie Morgan, Chase etc. Wieder mal eine große Umverteilung von unten nach oben.


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BeitragVerfasst am: Mi März 19, 2008 6:52 pm


Wer außer dem Staat kann überhaupt helfen?
Ich hab zugegeben keine Ahnung, aber staatliche Schadenbegrenzung hört sich sinnvoller an, als den Karren völlig gegen die Wand knallen zu lassen und dabei feixend zuzuschaun, wie die Wirtschaft den Bach runtergeht.


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BeitragVerfasst am: Mi März 19, 2008 6:57 pm


Der Staat kann auch nicht helfen, er kann die Sache nur rauszögern. Je weiter er sie rauszögert, desto schlimmer wird die Rezession.


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BeitragVerfasst am: Mi März 19, 2008 7:12 pm


Aber das ist dann nach der nächsten Wahl und damit uninteressant soll ich oder soll ich nicht?


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BeitragVerfasst am: Mi März 19, 2008 10:10 pm


Interview mit Joe Ackermann auf faz.net


sowas wie dieser thread passiert, wenn leute ohne ahnung aus dem zusammenhang gerissenen zitaten nachlaufen


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BeitragVerfasst am: Do März 20, 2008 9:10 am


Wie heißt es doch so schön: This System cannot be reformed!

Da kann Merkel so jämmerliche Augenwischereien wie Leitzinssenkungen noch so hoch loben.

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BeitragVerfasst am: Do März 20, 2008 10:13 am


_Dark_ hat folgendes geschrieben:
sowas wie dieser thread passiert, wenn leute ohne ahnung aus dem zusammenhang gerissenen zitaten nachlaufen


Nun, da sich ja zwischenzeitlich auch die Politik mit diesen aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten beschäftigt hat, befinde ich mich ja in bester Gesellschaft.
Die dahinterstehende Fragestellung bleibt: In wieweit soll und kann der Staat eine fehlgelaufene Situation mit Steuergeldern korrigieren ?

dkR hat folgendes geschrieben:
Ich hab zugegeben keine Ahnung, aber staatliche Schadenbegrenzung hört sich sinnvoller an, als den Karren völlig gegen die Wand knallen zu lassen und dabei feixend zuzuschaun, wie die Wirtschaft den Bach runtergeht.


Interessant, dass Ackermann hier den Begriff "die reale Wirtschaft" verwendet, die vor Krisen geschützt werden soll. Bedeutet das nicht im Umkehrschluss auch: Es gibt eine "irreale" (surreale ?) Wirtschaft, die hier betroffen ist ?
Ob der pragmatische Ansatz auch wirklich seine Berechtigung hat - daran lässt sich zweifeln. Wenn große Unternehmen trotz guter Gewinne 1000ende von Leuten entlassen oder trotz großzügiger Subventionen ganze Standorte vorzeitig wieder auflösen, welchen Sinn soll es dann noch machen, ihnen dafür auch noch Geld hinterher zu werfen, dass die Masse so mühsam aufgebracht hat ?


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