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Konkrete Definition einer "korrekten Psyche"

 
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InsularMind
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Inventar


Anm.Dat: Dec 09, 2003
Beiträge: 848
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BeitragVerfasst am: Mo Nov 12, 2007 10:59 pm    Titel: Konkrete Definition einer "korrekten Psyche" Antworten mit Zitat


Ja, nachdem ich nun einige Zeit versucht habe, über die Suche und weiterführende Links im großen Googlegarten herauszufinden, ob diese Frage schon mal behandelt wurde, versuche ich einfach mal, dazu eine Definierungssammlung anzustrengen.

Von welcher Grundidee oder Norm werden die ganzen sogenannten psychischen Störungen denn eigentlich unterschieden? Wie lauten die Richtlinien dazu, welche Maßstäbe werden da aufgestellt, und wer entscheidet, dass genau diese Richtlinien korrekt sind? Kein Fachmensch scheint bereit dazu, eine klare, einfach nachvollziehbare Antwort dazu zu geben. Offenbar gibt es sogar so etwas wie Expertenklüngelei um eine klare Definition davon. Wie können diese Leute sich sicher sein, wenn sie selbst nicht einmal wissen, wo ein Bewusstsein, eine Person, eine Psyche gerade noch "gesund" und ab wo sie als ungesund gilt?

Ich weiß, das Ganze geht in Richtung Normen und Übertragbarkeit auf den Menschen. Diese sehe ich nirgends gegeben, wo Individuen in ihren spezifischen Einzelheiten verglichen stehen.


Shiraffa
Inventar


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BeitragVerfasst am: Di Nov 13, 2007 12:09 am    Titel: Antworten mit Zitat


Wenn du eine offizielle Antwort suchst, hilft dir die ICD-10 weiter. Ansonsten frag dich selbst, deinen entsprechenden Facharzt, Psychiater, Geistheiler oder whatever.

Psychische Gesundheit ist schwer zu definieren und zur psychischen Erkrankung ist es meist nur eine Gratwanderung vom noch als normal geltenden Verhalten hin zur Krankheit.
Ich habe einmal gelernt, dass man eine Verhaltensweise dann als krank bezeichnen kann, wenn sie den Lebensalltag über Maßen bestimmt und beeinträchtigt.

Das ist sicher überholt und auch ganz undefiniert, aber IMHO immer noch ein Anhaltspunkt.


_________________
"Oh, no. It wasn't the airplanes. It was Beauty killed the Beast"

the_midget
Forensianer


Anm.Dat: Jun 28, 2004
Beiträge: 1784


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BeitragVerfasst am: Di Nov 13, 2007 7:00 am    Titel: Antworten mit Zitat


Auch in der Psychologie ist man sich der Kultur- und Normenabhängigkeit der Vorstellung einer gesunden Psyche bewusst.

Kriterien für eine gestörte Psyche sind (ganz grob gesagt):

- verzerrte Realitätswahrnehmung (von "alle wollen mir immer nur böses" bis hin zu Wahnvorstellungen)
- subjektiver Leidensdruck des Patienten
-Verhalten das einen selbst oder andere schädigt

Diese drei Dinge sind denke ich ausschlaggebend dafür, jemanden aus psychologischer Sicht als krank zu bezeichnen oder gegebenenfalls gegen den eigenen Willen zu behandeln. Das was Shiraffa gesagt hat ist auch ein Anhaltspunkt der gerne für eine Abgrenzung herangezogen wird.


gruß

midget


_________________
It's the coming back, the return which gives meaning to the going forth.
We really don't know where we've been until we come back to where we were. Only where we were may not be as it was because of who we've become. Which, after all, is why we left.

Semiramis
Forensianer


Anm.Dat: Aug 21, 2005
Beiträge: 122


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BeitragVerfasst am: Mi Feb 27, 2008 11:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat


Ich hab mal ne Psychologin über ihre Arbeit ausgefragt, die meinte,
solange man mit sich glücklich leben kann und man nicht im Leben dadurch behindert wird,
ist alles in Ordnung.

greetz,
Semi


_________________
We shall not cease from exploration
And the end of all our exploring
will be to arrive where we started
and know the place for the first time

(T.S. Eliot)

willi
Inventar


Anm.Dat: Apr 21, 2003
Beiträge: 450
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BeitragVerfasst am: Do Feb 28, 2008 12:35 am    Titel: Antworten mit Zitat


Hallo

Zitat:
(1) Psychische Störungen
Beeinträchtigungen der normalen Funktionsfähigkeit
des menschlichen Erlebens und Verhaltens, die sich in
emotionalen, motivationalen, kognitiven, behavioralen,
interpersonalen, und/oder körperlichen
Beeinträchtigungen äußern und die von der jeweiligen
Person nicht oder nur begrenzt beeinflussbar sind.
(Bastine, 1998)22

und/oder
Zitat:
(1) Psychische Störungen
1. Devianz: abweichendes Erleben und
Verhalten bezüglich psychologischer Normen
2. Beeinträchtigung der Alltagstüchtigkeit
3. Leidensdruck
4. Selbst-/ Fremdgefährdung
(Comer, 1995)

http://psyserver.uni-graz.at/de/stud/einfuehrungs-vo/Einfuehrung_Klin.pdf
Willi

Natürlich gibt es Normen was psychisch noch gesund ist. Man kann z. B mal ein Spielchen machen und sich vorstellen einen fremden Menschen auf der Strasse zu Begrüssen. Ein normales Verhalten wäre den Gegenüber (mehr oder weniger )selbstsicher, (mehr oder weniger) freundlich und (mehr oder weniger ) gelassen zu begrüssen. Jetzt das kann jeder das Beispiel mit einem Gegenüber mit einer auffälligen Psyche machen und kann erkennen dass Normen bezüglich der Korrektheit der Psyche bestehen.
Willi


_________________
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+ + +
°
Dieser ist es, der da kommt durch Wasser und Blut: Jesus der Gesalbte,
nicht im Wasser allein,
sondern im Wasser und im Blute;
und der Geist ist es, der es als wahr bezeugt,

NoToM
Inventar


Anm.Dat: Jan 13, 2003
Beiträge: 1228
Wohnort: CH


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BeitragVerfasst am: Do Feb 28, 2008 2:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat


Zitat:
(1) Psychische Störungen
Beeinträchtigungen der normalen Funktionsfähigkeit
....


Zitat:
(1) Psychische Störungen
1. Devianz: abweichendes Erleben und
Verhalten bezüglich psychologischer Normen


Normal ?
Laut Wissen.de: normal [lateinisch] allgemein, regelrecht, vorschriftsmäßig; allgemein üblich; geistig gesund.

Ähm ja....

Psychologische Normen? Hmmm....

Wink


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"Von Sinn besselt, von Unsinn umgeben."

Alles wird besser, www.just4fun.ch bleibt gut!

Edo
Mitglied


Anm.Dat: May 15, 2006
Beiträge: 77


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BeitragVerfasst am: Do Feb 28, 2008 6:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat


Homosexualität war bis vor ca 10 Jahren eine psychische Erkrankung.
Als man es dann nciht mehr als Erkrankung ansah wurde Millionen Menschen
auf einen Schlag von Ihren psychischen Leiden erlöst.

So viel zum Thema "normal"
Dazu empfehle ich
http://www.amazon.de/Wie-wirklich-ist-die-Wirklichkeit/dp/3492201741


agentP
Grand Poobah


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Beiträge: 7525
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BeitragVerfasst am: Sa März 01, 2008 12:16 pm    Titel: Antworten mit Zitat


10 Jahre ist ein wenig übertrieben. In den USA wurde Homosexualität als Krankheit bereits 1974 aus dem Katalog gestrichen, in Deutschland zwar tatsächlich erst 1992 (ICD-10), aber bereits seit 1968 als "umstritten" bezeichnet (ICD-Cool.

Wird denn in der Psychologie oder der Psychiatrie überhaupt bestritten, dass "normal" kein scharfer Begriff ist?



Zitat:
Ich hab mal ne Psychologin über ihre Arbeit ausgefragt, die meinte,
solange man mit sich glücklich leben kann und man nicht im Leben dadurch behindert wird,
ist alles in Ordnung.

Finde ich sehr gut diese Definition, allerdings würde mich interessieren, wer die "Behinderung im Leben" feststellt. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass manche diese Behinderung gar nicht wahrnehmen.


_________________
"Wenn ich sicher wüsste, dass jemand in mein Haus käme, mit der festen Absicht, mir Gutes zu tun, würde ich um mein Leben laufen." - H.D. Thoreau, Walden

NoToM
Inventar


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Beiträge: 1228
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BeitragVerfasst am: Do März 06, 2008 1:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat


agentP hat folgendes geschrieben:


Zitat:
Ich hab mal ne Psychologin über ihre Arbeit ausgefragt, die meinte, solange man mit sich glücklich leben kann und man nicht im Leben dadurch behindert wird, ist alles in Ordnung.


Finde ich sehr gut diese Definition, allerdings würde mich interessieren, wer die "Behinderung im Leben" feststellt. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass manche diese Behinderung gar nicht wahrnehmen.


Diese Definition finde ich nicht gut. Schon das Wort glücklich ist "unglücklich" gewählt. Und selbst wenn man bei den begrifflichkeiten ein Auge zudrückt, ist diese Aussage ein Wiederspruch in sich. Angenommen ich bin Dauer-Glücklich, wie sollte man sich da noch "im Leben behindern?" Und was passiert, wenn ich die behinderung auflöse? Bin ich dann Dauer-Überglücklich?

Hat eigentlich jemand eine korrekten Psyche, wenn er bereit ist, einen Krieg anzufangen oder ganz allgemin ein Problem mit Waffengewalt lösen möchte? Oder derjenige der diesem Vorhaben zustimmt ? Oder jene, die beireit sind mitzukämpfen? In meinen Augen nicht.


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willi
Inventar


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Beiträge: 450
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BeitragVerfasst am: Do März 06, 2008 11:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat


NoToM:
Zitat:
Angenommen ich bin Dauer-Glücklich, wie sollte man sich da noch "im Leben behindern?"


Ein Mensch mit z.B einer manischen Episode fühlt sich sehr gut, voller Tatendrang/Energie, Ideen etc. Grob gesagt, kann man sagen er sei für sich gesehen glücklich. Aber für die Umwelt eine riesige Belastung. Auch die Selbstgefährdung (Schulden, körperlicher Raubbau, etc) unheimlich hoch.

So gesehen ist dieser Mensch Dauer-Glücklich aber im "normalen Leben" stark behindert.

Auch gewisse psychotische Episoden können für den betroffenen Menschen als schön erachtet werden, die Lebensfähigkeit könnte aber dann auch gegen Null sinken.

Willi


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