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Erst BenQ - jetzt Nokia
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 16, 2008 8:31 pm


Hallo liebe Foris!

Das Geschehen bei bei Siemens/BenQ haben sicherlich viele verfolgt. Nun schließt Nokia sein Handy-Werk in Bochum. Und das obwohl es Gewinn erwirtschaftet und die Peronalkosten eigentlich nur 5% der Unkosten ausmachen. Zudem wurden 83 Millionen € an Fördergeldern von allen möglichen Stellen abkassiert und nach ablaufen der vertraglichen Frist dieser Gelder wird unmittelbar das "Aus" verkündet. Ohne vorher überhaupt die Belegschaft zu informieren, sondern man geht gleich an die Presse.
Wäre es nicht das sinnvollste, wenn die komplette Belegschaft sorfort jegliche Arbeit niederlegt, sich auch nicht im Geringsten an einen sauberen Übergang der Werksschließung beteiligt (so wie das bei BenQ Z.B. der Fall war), um so die Kosten der Schließung möglichst bis zur letzten Minute so hoch wie möglich zu treiben, so das für spätere Unternehmen, die nur Fördergelder abkassieren wollen ein Zeichen gesetzt wird?


LG


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BeitragVerfasst am: Mi Jan 16, 2008 9:03 pm


Das mit den Fördergeldern ist ne Sauerrei!

ABER: dieses Prinzip ist nich unüblich in Deutschland. Aber solange sowas möglich ist in D dann wird sich das auch nicht in Zukunft ändern.

Fördergelder über 4 Jahre, Bevorzugt Leihkräfte und Arbeiter nur vom A-Amt und zu letzt Leasingfirmen. So wird schön abkassiert und wenns rum ist wird die Bude halt dicht gemacht oder weiter richtung Osten verlegt (Polen, Tschechei)


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BeitragVerfasst am: Mi Jan 16, 2008 9:05 pm


Die maßlose Enttäuschung der Belegschaft kann ich bestens nachvollziehen. Viele müssen vermutlich Familien ernähren. So kurzfristig ohne Vorankündigung auf die Straße gesetzt zu werden birgt sicherlich eine fatale Aussicht auf das Jahr 2008.
Würde mich also nicht wundern, wenn in den nächsten Tagen die Angestellten zu weit extremeren Protestmitteln greifen, als wir es von anderen vergleichbaren Fällen gewohnt sind. Wer weiß, vielleicht finden sich demnächst diverse Besitzgüter Nokias bei ebay

Das wäre natürlich "unanständig" und somit "schändlich" für den Standort Deutschland, würde es doch andere Unternehmen davon abhalten, hier in Zukunft zu investieren.

Trotzdem muss man sich natürlich fragen, was der Staat unternehmen kann, um die Fördergelder, welche uns am Munde abgespart worden sind, wieder von Nokia einzufahren.
Im konkreten Fall - so wie es aussieht - wohl gar nichts. Jedoch sollte man sich für die Zukunft in der Tat eine andere Vorgehensweise überlegen, wie man Betriebe und v.a. multinationale Konzerne langfristig an sich binden kann.

Zitat:
Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat ein neues Wort populär gemacht: die "Subventionsheuschrecke". Der CDU-Politiker geißelte damit das Vorgehen des Mobilfunkriesen Nokia, erst 88 Millionen Euro an Subventionen für sein Bochumer Handy-Werk zu kassieren und dann weiterzuziehen an einen billigeren Standort in Rumänien.

Rüttgers stand heute nicht allein mit seiner Empörung: Auch SPD-Chef Kurt Beck warf dem finnischen Konzern vor, den deutschen Steuerzahler ausgenutzt zu haben. Nordrhein-Westfalen will nun sogar versuchen, zumindest einen Teil der Fördermillionen zurückzubekommen. Doch ist das Vorgehen des Konzerns wirklich so verwunderlich?

Der Bonner Arbeitsmarktexperte Hilmar Schneider hat die Diskussion als zum Teil "verlogen" kritisiert. "Es ist mit Subventionen genauso wie mit Geschenken im Privatleben. Sie können zwar erwarten, dass der Beschenkte ihnen dankbar ist, aber sie können es nicht verlangen", sagte Schneider im ZDF-Mittagsmagazin. So sei das auch bei Nokia. Die Bindungsfristen für die Gelder seien abgelaufen. Die Regierung habe keine Handhabe, um Forderungen zu stellen, sagte der Direktor für Arbeitsmarktpolitik am Institut zur Zukunft der Arbeit in Bonn.

Weiter hier im Link
Die Kohleförderung ist falsch. Warum die Förderung international agierender Unternehmen nicht ebenfalls als eine falsche Investition angesehen wird, ist mir nicht begreiflich.


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Themis
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 16, 2008 9:06 pm


der staat ist selber schuld. solange man ineffiziente produktion subventioniert stört man den markt, was kontraproduktiv ist. jetzt zu jammern weil ein internationaler konzern die produktion schließt ist doch lächerlich.. hätten sie die 83mio mal besser in die unis gesteckt gäbe es das problem jetzt nicht


_Dark_
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 16, 2008 9:25 pm


88 Millionen Förderung, rechnen wir der Einfachheit halber 4.400 Arbeitsplätze.

Macht € 20.000 Subvention pro Arbeitsplatz. Die meisten werden mehr verdient haben, aber nehmen wir € 1.200 brutto an. Dann waren nach 17 Monaten die Fördergelder wieder im Volk.

Verglichen mit den Kohlesubventionen ein echtes Schnäppchen. Wenn es nicht so ein verdammt zynisches Spiel mit den Beschäftigten wäre, könnte Deutschland sich das immer wieder erlauben. Keine Verluste eingetreten.

Klar ist der Staat selber schuld. Nachhaltige Investitionen lockt man nicht mit kurzfristigen Vorteilen, sondern mit einer Steuer- und Wirtschaftspolitik, die nachhaltige Gewinne garantiert.


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BeitragVerfasst am: Mi Jan 16, 2008 9:38 pm


Ein_Liberaler hat folgendes geschrieben:
Nachhaltige Investitionen lockt man nicht mit kurzfristigen Vorteilen, sondern mit einer Steuer- und Wirtschaftspolitik, die nachhaltige Gewinne garantiert.
Richtig... wenn Du noch den Zusatz mit einem Vermerk einer unserem Lebensstandard entsprechenden Bildungspolitik als Mittel zum Standortvorteil hinzufügen würdest, wäre ich voll und ganz mit Dir einer Meinung.

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Themis
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 16, 2008 9:43 pm


Gerne.


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BeitragVerfasst am: Mi Jan 16, 2008 10:00 pm


Themis hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Der Bonner Arbeitsmarktexperte Hilmar Schneider hat die Diskussion als zum Teil "verlogen" kritisiert. "Es ist mit Subventionen genauso wie mit Geschenken im Privatleben. Sie können zwar erwarten, dass der Beschenkte ihnen dankbar ist, aber sie können es nicht verlangen", sagte Schneider im ZDF-Mittagsmagazin.



das ist nicht so ganz richtig. es ist zwar hier nicht anzuwenden, aber der beschenkte darf nicht grob undankbar sein.


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BeitragVerfasst am: Mi Jan 16, 2008 10:11 pm


Wenn der Vertrag abgelaufen ist, wieso ist es dann so verwunderlich, dass Nokia den Standort aufgibt? Wenn sie das nicht gewollt hätten, hätten sie ja wohl auch die Laufzeit länger vereinbaren können. Die Politiker sind ja wohl nicht so naiv zu glauben, ein Unternehmen würde sich über den Vertrag hinaus aus reinen Menschenfreundlichkeit human oder kulant verhalten...


Ihlenam
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 16, 2008 11:32 pm


antimagnet hat folgendes geschrieben:
das ist nicht so ganz richtig. es ist zwar hier nicht anzuwenden, aber der beschenkte darf nicht grob undankbar sein.
zumal der Staat das Geld ja nicht ganz bedingungslos abgibt.
Trotzdem ein interessanter Hinweis.
Wie hieß es doch nochmal bei "Leben des Brian": Geschenkt ist geschenkt und zurückgenommen ist gestohlen LOL
Wie lange darf man sich denn rückwirkend "Geschenke" zurückholen?


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Themis
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BeitragVerfasst am: Do Jan 17, 2008 12:35 am


innerhalb eines jahres, sobald der schenker vom groben undank erfahren hat. wenn ich das richtig interpretiere...


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antimagnet
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BeitragVerfasst am: Do Jan 17, 2008 2:48 am


Ihlenam hat folgendes geschrieben:
Die Politiker sind ja wohl nicht so naiv zu glauben, ein Unternehmen würde sich über den Vertrag hinaus aus reinen Menschenfreundlichkeit human oder kulant verhalten...


Ich weiss ja nicht warum es niemanden bei dem gesamten globalen Lobyismus auffällt, aber es gibt eigentlich klare Tendenzen und auch klare Maßnahmen dagegen was getan werden kann. Einige Staaten machen uns es jetzt schon vor.

- Staatskassen ausnehmen, möglicherweise das Europakonzept auseinandernehmen, was wiederrum die Konzerne vergrößert, kleinere Konzerne und Geschäftssysteme aufkaufen um noch mehr zu monopolisieren und zu kontrollieren. Selbst unsere Staat lässt sich davon beeindrucken und versucht sogleich dasselbe mit der Gesamtbevölkerung, nicht nur mit den zahlungswilligen Konsumenten. (Stichworte: Vorratsdatenspeicherung, eGK, Bundestrojaner, Raucherverbot usw.) -

China macht es uns vor und wir solltens, wenn wir noch ein eigenes nicht Konzernbesetztes Land sein wollen (Irgendwie erinnert mich das gerade an die allseitsbeliebten Asterix & Obelix Comics) genauso handeln wie dieses Land.

Die Rede ist von Patenten. Wovon hat unserer EU, unser Land etwas, das wir Gelder für das Juristisch abgesichertes Patentsystem Steuergelder verschwenden, wo andere Jungunternehmer nur auf die Chance warten mit neuen Ideen und Konzepten Ihre eigenen Unternehmen, mit Standort Deutschland, auf den Markt zu bringen?! Eine Neuregulierung solcher netten Konzernepatente würde wohl genügend Druck ausüben damit diese vielleicht endlich mal Ihr Geld und Ihre Vernunft da lassen, wo Sie gebraucht wird, in der Heimat ihrer Ideen.

Ich hoffe einige von euch denken diesen Faden den ich da versuche zu spinnen etwas weiter. Auch wenn mein vorgeschlagenes Konzept sicher noch nicht ganz richtig und ausgegoren ist, so denke ist muss gerade dieses System, was althergebrachte Firmen "schützt" und Ihnen Macht verleiht aufgebrochen werden. Mir pers. ist es ein Dorn im Auge.

antimagnet hat folgendes geschrieben:
innerhalb eines jahres, sobald der schenker vom groben undank erfahren hat. wenn ich das richtig interpretiere...


Das Jahr ist nur leider schon abgelaufen, wiedermal perfektes Timing Wink

Mein Beitrag soll gerne als Provokation gesehen werden, und ich erwarte Gegenvorschläge oder Gegenargumentationen!
Gruß Kanalisation


Kanalisation
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BeitragVerfasst am: Do Jan 17, 2008 9:00 am


Zitat:
Die Rede ist von Patenten. Wovon hat unserer EU, unser Land etwas, das wir Gelder für das Juristisch abgesichertes Patentsystem Steuergelder verschwenden, wo andere Jungunternehmer nur auf die Chance warten mit neuen Ideen und Konzepten Ihre eigenen Unternehmen, mit Standort Deutschland, auf den Markt zu bringen?!


Willst Du das Patentrecht aufheben? (HAbe ich zumindest so verstanden.)

Also erstmal handelt es sich um das geistige Eigentum der "Erfinder" und dies muß genau so geschützt werden, wie materielles Eigentum.

Und zweitens profitieren doch gerade die Jungunternehmer von den Patentgesetzen. Ein junger Unternehmer erfindet etwas in mühevoller, kostspieliger Weise und lässt sich seine Idee dann schützen um ein Unternehmen zu gründen.

Ohne Patentrecht könnte jeder Hans&Franz (oder Chinese) seine Idee einfach klauen, damit Geld machen und den eigentlichen Erfinder sogar in die Pleite treiben.

ws


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BeitragVerfasst am: Do Jan 17, 2008 9:17 am


Naja, dann muss er halt was neues entwickeln ...

Btw. wär ich ja dafür, das Patentrecht auf 1 Jahr zu beschränken, für ein weiteres Jahr müsste das entsprechende Unternehmen nochmal kräftig zahlen, dann wäre aber Schluß ... wenn das Unternehmen nach zwei Jahren nix brauchbares draus gemacht hat, schaffts evtl. ein anderer ...


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BeitragVerfasst am: Do Jan 17, 2008 9:45 am


Ich für mein Teil glaube nicht an "geistiges Eigentum".

Eigentum ist für mich nur etwas, was man jemand auch wegnehmen kann, aber Ideen kann man verlustfrei teilen...

Der junge Erfinder wird seine Idee entweder verkaufen oder einen kapitalkräftigen Investor suchen müssen... Erst den Vertrag, dann die Idee.


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