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Moderne Psychiatrie in Deutschland
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 23, 2003 11:00 am


blutkuss hat folgendes geschrieben:
und du kommst in die psychiatrie... wenn es so ist, wie ich das jetzt schon oft gelesen habe, ist man hilflos ausgeliefert.. selbst wenn ich nach einer woche wieder "normal" wäre, könnten die mich noch jahre dabehalten..


in einer offenen Einrichtung kannst du jederzeit heimlich abhauen Cool

ma im ernst ...

für eine geschlossene Einrichtung bedarf es einen richterlichen Beschluss. Der ist nach 6 Wochen (oder 8 ich weiß es grad nicht 100%ig) hinfällig und du kannst gehen. Es sei denn der Beschluss wird erneuert, dann bist du aber auch noch nicht wieder normal. Das mit der normalität ist zwar nicht einfach aber die Richter die ich kennengelernt habe machen einen guten Job.
Für eine geschlossene Unterbringung muss übrigens eine "massive Eigengefährdung" oder "eine Gefährdung dritter Personen" vorliegen.
Wenn du also gelegentlich oder täglich deinen Blumen im Vorgarten etwas vorsingst oder Baguettebrötchen an dein Gartenhaus nagelst ist das kein Grund Rolling Eyes


Pain
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 23, 2003 10:32 pm


Uiuiuiui....

Da hab ich aber ne gewaltige Lawine losgetreten Very Happy Sorry Leute, war heute länger in der Arbeit, kann deswegen erst jetzt Stellung zu euren zahlreichen Äußerungen nehmen.

Also dann mal los (ich versuch mich auch kurz zu fassen Very Happy)
-Fr35h- hat folgendes geschrieben:
Ich stell mir da immer so ein knastähnliches Gebäude vor, wo lauter irre rumlaufen und davon reden sie seien Vögel oder Hunde... und wer sich zu sehr aufführt, der bekommt nen elektroschock..

Danke, Fr35h für deine ehrliche und offene Antwort. Aber ich kann dich beruhigen, dieses „einer flog übers Kuckucksnest“-Szenario hat absolut nix mit der Realität zu tun. Tatsächlich habe ich noch nie einen Patienten getroffen, der sich für einen Vogel oder einen Hund hielt Very Happy Nee, aber Spaß beiseite, es gibt tatsächlich einige Patienten, deren Verhalten für uns „Gesunde“ (Anführungsstriche!) ziemlich skurril oder bizarr anmutet. Und die (von Scientology gerne zitierten) Elektroschocks gibt es in der Form nicht mehr – und schon gar nicht als Bestrafungsmaßnahme! Was es aber gibt (und durchaus seine Berechtigung hat) ist die Elektrokrampftherapie (EKT). Hierbei wird quasi „künstlich“ ein epileptischer Anfall ausgelöst, der Patient bekommt dafür jedoch eine kurze Narkose, bekommt davon also nix mit! Außerdem wird diese Therapie nur noch sehr selten (etwa als letzter Schritt in der systematischen Depressionstherapie oder bei der lebensgefährlichen perniziösen Katatonie).

painworld hat folgendes geschrieben:
Exclamation Bin wohl eher das Gegenteil von den hier erwünschten, es lag mir aber am Herzen auch etwas dazu zu sagen Exclamation

Kann ich gut verstehen Very Happy

Rosskeule hat folgendes geschrieben:
Das finde ich etwas schwierig zu beurteilen. Wie kommt es denn zu dieser Offenbarung, dass jemand in psychiatrischer Behandlung ist?
Ist es etwas, dass man als Warnung schon mal mit Edding auf der Stirn stehen hat? "Achtung, bin in Behandlung!" Oder lässt man es in jedem dritten Satz in ein Gespräch einfließen?
Ich habe keine Ahnung. In welchen Gelegenheiten kommen Deine Patienten denn in solche Situation - wenn man ihnen die Notwendigkeit/Möglichkeit einer Behandlung nicht ohnehin schon unmittelbar anmerkt.

Also viele Patienten berichten über solche Erlebnisse, wenn es ihnen schon wieder besser geht, soweit, dass ein Außenstehender nicht mehr merken würde, derjenige war mal schizophren. Wenn die Menschen dann in ihre Wohnung zurückgehen (oder auch mal übers Wochenende heimfahren), dann kommt natürlich immer das Gespräch bei den Nachbarn auf, die fragen, wo er/sie so lange war usw. Auch bei Verwandten ist es häufig so. Die verstehen dann nicht, wieso der/diejenige in einem psychiatrischen Krankenhaus war oder so. Die Notwendigkeit der Behandlung sieht man ihnen meist nur im Akutstadium (da bei adäquater Therapie aber häufig nach ein paar Tagen vorbei ist) an, dann nicht mehr. Und ich finde es im Übrigen auch absolut legitim, wenn die psychiatrischen Patienten über ihre Erkrankung berichten. Einen Schienbeinbruch erzählst du doch auch jedem, wieso sollten sie es geheim halten?

Rosskeule hat folgendes geschrieben:
Letztlich - wo ist die Grenze? Da, wo der Mensch selbst entschieden hat, dass es besser ist, sich helfen zu lassen? Ich meine, wer ist schon vollkommen richtig im Oberstübchen und wer legt das fest?

Das ist eine ganz, ganz schwierige Frage (wo ich letztendlich auch häufig mit meiner Oberärztin diskutieren muss Very Happy). Natürlich können wir Psychiater uns nicht anmaßen zu entscheiden, der spinnt und der nicht, der gehört behandelt, der nicht. Die allermeisten Patienten (also bei uns sicherlich 70-80%) begeben sich ja freiwillig in die Klinik, weil sie merken, es geht nicht mehr. Schwierig wird’s dann bei denen, die keinerlei Krankheitseinsicht haben und auch keinerlei Behandlungsbereitschaft. Da kann ich aber auch nicht jeden einsperren, der ein bissl „komisch“ ist. Ich denke, entscheidend ist hierbei zum einen, wie sehr der Patient darunter leidet (wenn er z.B. furchtbar gequält wird von seinen Halluzinationen und daraus selbstmordgefährdet wird) und wie stark die Umwelt darunter leidet. Wenn z.B. ein Wahnkranker ´jetzt mit dem Messer auf seine Nachbarn losgeht, weil er sie in seinem Wahn als des Teufels Diener oder die Mafia oder sonst was verkennt, dann kann man das nicht so lassen.
Aber grundsätzlich hast du recht, es ist auch in der Praxis oftmals nicht so einfach die manifeste Krankheit von „komischen Eigenheiten“ (na, der is halt so) zu trennen. Schwierig, können wir aber gerne noch mal ausführlicher drüber diskutieren.

Rosskeule hat folgendes geschrieben:
Ohne leugnen zu wollen, dass es Menschen gibt, die offensichtlich negativ und demütigen damit umgehen, wie aber ist der Umgang mit psychisch kranken Menschen richtig? Und wer gesteht es mir ein, auch mal genervt zu reagieren zu dürfen auf der Straße, im Zug, da wo ich mich einer gewissen Penetranz von Menschen (ob in Behandlung oder nicht), nicht entziehen kann?

Ich denke, das ist ganz normal. Ich bin natürlich auch manchmal im Stationsalltag total genervt von dem Maniker, der mir grad zum 30. Mal erzählt, was er heute morgen zum Frühstück gegessen hat Very Happy Ich denke aber, es ist der haarfeine aber unheimlich wichtige Unterschied zwischen „mal genervt sein“ und Ignoranz, aber das hast du so wie ich dich versteh ja auch ganz gut im Griff Very Happy

XaDis hat folgendes geschrieben:
urtak hat folgendes geschrieben:
... rastete eines tages ohne ersichtlichen grund völlig aus, zerstörte seine wohnung, warf das ganze mobiliar aus dem fenster und lief danach splitternackt durch die innenstadt....

*schluck* Shocked Jetzt mal ohne scheiß, ist man irgendwie gefährdet wenn man selbst mal nur solche Gedanken gehabt hat? Also nur Gedanken wohlbemerkt.... Shocked Shocked Shocked Shocked Shocked Shocked Shocked

LOL, neee, Urtak hat das schon ganz gut klar gemacht. Sowas ist völlig „normal“, mir passiert das auch Very Happy Very Happy Nur, wenn, du es dann TUST; dann sollten wir mal drüber sprechen Laughing

blutkuss hat folgendes geschrieben:
wer gibt einem menschen das recht, darüber zu urteilen, was normal ist und was nicht? OK, es gibt fälle, die wahrscheinlich eindeutig sind..
aber nach gutdünken von jemanden, der das studiert hat und dann nach eigenerdenken handeln kann, verurteilt zu werden...
ich stell mir das machmal vor, tausende schwierigkeiten im alltag, z.b. völlig überschuldet, frau reicht scheidung ein, firma pleite und noch so ein paar dinger obendrauf und man rastet mal aus.. (ich meinen jetzt nicht gleich mord oder so)
und du kommst in die psychiatrie... wenn es so ist, wie ich das jetzt schon oft gelesen habe, ist man hilflos ausgeliefert.. selbst wenn ich nach einer woche wieder "normal" wäre, könnten die mich noch jahre dabehalten.. und dann ist noch die sache mit den psychopharmaka und den elektroschocks...
vielleicht ist wie bei allem auch bissl quatsch dabei, aber im kern ist immer ein wenig wahrheit...

Blutkuss, auch dir vielen Dank für deine ehrlich Meinung. Allerdings unterliegst du dort einfach einer Fehlinformation, bzw. den Vorurteilen.
Zu der schwierigen Diskrimination zwischen „normal“ und verrückt“ habe ich oben ja schon was geschrieben. Und ich kann’s nur noch mal wiederholen, der allergrößte teil der Patienten kommt ja freiwillig zu uns, weil er/sie Hilfe sucht! Und wir sperren ja auch nicht jeden weg, der mal ein bisschen ausrastet. Eingegriffen mit Polizei und richterlichem Unterbringungsbeschluss (die berühmte Zwangseinweisung) kommt tatsächlich nur bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung zum tragen. In Deutschland darf heute niemand mehr wegen allgemeiner Lästigkeit eingesperrt werden.
Zu deinem letzten Statement kann ich leider nichts anderes sagen, als dass das völliger haarsträubender Unsinn ist. Die durchschnittlichen Verweilzeiten in der Psychiatrie sind heutzutage bei ca. 20-28 Tagen, sobald ein Patient wieder soweit stabil ist, wird er wieder baldmöglichste entlassen Die Vorstellung, die Mensche werden dort für Jahre gegen ihren Willen eingesperrt und gefoltert ist totaler Schwachsinn! Geh einfach mal (und das mein ich ernst) in eine Klinik und sprich etwas mit den Patienten dort, da kannst du wirklich viel lernen!
Zu der Geschichte mit den „Elektroschocks“ habe ich ja auch oben schon was geschrieben. Falls da Bedarf besteht, kann ich das gerne noch mal ausführlicher erklären Very Happy Und auch die Psychopharmaka haben bei dir ein recht schlechtes Bild, wie es scheint. Dazu werde ich unten dann auch noch etwas mehr schreiben.

Seeker hat folgendes geschrieben:
Meist liegt es aber an der Erziehung und der erlebten Vergangenheit das solch eine Schranke einen Riss bekommt. Von FREUD und CO halte ich im übrigen nicht viel. Der hat zuviel Drogen genommen und war sexuell einwenig abgedreht.

Wen genau meinst du denn mit „und Co“ ? Sicherlich spielst du auf die alte Psychoanalytiker-Riege an. Das hat aber nichts mit Psychiatrie zu tun Very Happy

painworld hat folgendes geschrieben:
für eine geschlossene Einrichtung bedarf es einen richterlichen Beschluss. Der ist nach 6 Wochen (oder 8 ich weiß es grad nicht 100%ig) hinfällig und du kannst gehen. Es sei denn der Beschluss wird erneuert, dann bist du aber auch noch nicht wieder normal. Das mit der normalität ist zwar nicht einfach aber die Richter die ich kennengelernt habe machen einen guten Job.

Das ist wahr. Wenn du jemanden gegen seinen Willen in einer psychiatrischen Klinik behalten willst, benötigst du binnen 24 Stunden (in Rheinland Pfalz sinds 72) einen richterlichen Beschluss. Das entscheidet also nicht der Psychiater sondern der Richter. Und der Beschluss wird dann meist für 6 Wochen (manchmal auch nur zwei, je nach Krankheitsbild) gemacht, läuft der Beschluss ab, darf der Patient gehen, so einfach geht das Very Happy Die Erfahrung zeigt eigentlich, dass, die meisten Patienten aber schon nach kurzer Zeit mit einem freiwilligen Aufenthalt einverstanden sind und der Beschluss frühzeitig aufgehoben werden kann. Viele Patienten zeigen sich im Nachhinein auch sehr dankbar dafür, dass man ihnen in der schwierigen Zeit geholfen hat. Sie beschreiben dann auch ganz anschaulich, dass sie zu der zeit einfach nicht wussten, was sie taten und nicht Herr ihrer Sinne waren, also jemand anders für sie entscheiden musste, in die Klinik zu gehen, was im Nachhinein auch die richtige Entscheidung war,

So, nun hab ich mich aber doch nicht so richtig kurz gefasst. Naja, ich bin mal gespannt, was noch so kommt Very Happy

Ich geh jedenfalls jetzt erstmal schlafen,

Grüßele

Moppel


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BeitragVerfasst am: Mi Jul 23, 2003 10:37 pm


Hoppla, nun hab ich aber die Psychopharmaka vergessen. Wenn's euch nichts ausmacht, schreib ich morgen oder übermorgen was dazu. Cool

Grüßele,

Moppel

P.S.: Sorry für den Doppelpost


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BeitragVerfasst am: Mi Jul 23, 2003 11:41 pm


Deutsche Psychatrien sind extrem locker. Man fliegt extrem leicht raus.

Was gut wäre, wenn das Reservoir der Ätzte dort etwas Kundalinierfhaarung hätte. Außerdem brauchen die mehr Personal. Wer will scheisse löffeln? Muß man dazu japanisch reden?

Vertrauen zu entwicklen wäre leichter mit dynamischen Ärzten.


Dilandau
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BeitragVerfasst am: Do Jul 24, 2003 12:04 am


@Moppel
auf wen berufst du dich denn bei deinen analysen? auf freud, jung oder co.!?!?!
freud würde man heute wegen sexueller belästigung verhaften, jung wegen seinen ufo-geschichten ins burghölzli einliefern...
auf wen verlässt du dich also bei deinen analysen? nenne mir den namen, und ich werde dir nachweisen, dass er seine frau verprüglet, oder er stiehlt im supermarkt, oder er ist mitglied der scientologen, oder der vpm, oder mystisch-okkulter freimaurer, oder taubstummer katzenschlächter mit schwimmhäuten zwischen den zehen!!!
Moppel: beschäftigt euch vermehrt mit der menschlichen SEELE!! naja, lest halt mal ein buch dazu, macht euch schlau!!! jung und freud auswendig lernen und danach sexuell vernachlässigte hausfrauen trösten...sorry, das kann jeder mit ein bisschen menschenkenntnis!!! (ok., war ein böser angriff gegen Moppel und seine berufskollegen... entschluldige mich für den ausfall...!) Wink


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urtak
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BeitragVerfasst am: Do Jul 24, 2003 5:20 am


urtak hat folgendes geschrieben:
@Moppel
auf wen berufst du dich denn bei deinen analysen? auf freud, jung oder co.!?!?!
freud würde man heute wegen sexueller belästigung verhaften, jung wegen seinen ufo-geschichten ins burghölzli einliefern...
auf wen verlässt du dich also bei deinen analysen? nenne mir den namen, und ich werde dir nachweisen, dass er seine frau verprüglet, oder er stiehlt im supermarkt, oder er ist mitglied der scientologen, oder der vpm, oder mystisch-okkulter freimaurer, oder taubstummer katzenschlächter mit schwimmhäuten zwischen den zehen!!!
Moppel: beschäftigt euch vermehrt mit der menschlichen SEELE!! naja, lest halt mal ein buch dazu, macht euch schlau!!! jung und freud auswendig lernen und danach sexuell vernachlässigte hausfrauen trösten...sorry, das kann jeder mit ein bisschen menschenkenntnis!!! (ok., war ein böser angriff gegen Moppel und seine berufskollegen... entschluldige mich für den ausfall...!) Wink
Hm, erinnert mich jetzt irgendwie an die Beschuldigung das kein Mensch Sündenfrei ist oder Fehler in seiner Jugend gemacht hat. Wir können das ja ausbauen und auf den vorher schonmal genannten "Jesus" Konflikt eingehen, wäre sicherlich sehr interessant Laughing
Zitat:
(ok., war ein böser angriff gegen Moppel und seine berufskollegen... entschluldige mich für den ausfall...!) Wink
Sofern man sich dafür dann hinterher auch wieder "höfflich" verhält hat man damit sicherlich auch kein problem mehr, oder haben wir hier etwa einen Patienten Question Laughing

Sorry für den Spam, wollt ich aber eben mal kurz Loswerden da einige meiner Nachbarn ebenfalls unter Behandlung sind und ich das schon tröstlich sehe das es Leute gibt die sich um Sie kümmern (obwohl das eher Leute wie painworld sein werden, glaub ich!)

Arrow weitermachen Wink


XaDis
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BeitragVerfasst am: Do Jul 24, 2003 5:57 am


Leider konnte ich mir nicht alle Beiträge in der Eile durchlesen; aber soweit dazu ich arbeite mit der Psychatrie zusammen..... .

Ich arbeite mit geistig und körperlich behinderten Menschen. Hier liegt auch oft eine "Erkrankung" der Psyche vor. Es werden Medikamente (Psychopharmika) verabreicht um Angstzustände, Panikattacken oder Aggressionen zu vermeiden oder zumindest zu lindern.

Das diese vom Arzt veschrieben und nur mit ärtzlicher Verordnung in der Dosis und Zeitintervalle stehen verabreicht werden dürfen ist klar; Ausnahmen hier sind die Notfallpräperate bei "Fallsucht" etc...... .


Don


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BeitragVerfasst am: Do Jul 24, 2003 8:37 am


Also was ich damals mal von meiner Freundin mitbekommen habe gibt es ja einen Unterschied zwischen Psychoanalyiker und Psychologe. Und das die immer ab uns so zu einer Mastervision gegen müssen weil sie sonst die Probleme der patienten annehmen würden und ebenfalls einen Psychater brauchen müssten.

Wo liegt denn nun der genaue Unterschied ? Wann braucht man wen?


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BeitragVerfasst am: Do Jul 24, 2003 12:58 pm


hi alle

ihr werft mit so vielen fachbegriffen um euch... Crying or Very sad
was ist z.B. Fallsucht? was gibt es noch für psychische "erkrankungen"?
ich selber habe keinen kontakt zu psychisch kranken/geistig-oder körperlich behinderten Menschen.
wodurch kommt es eigentlich, dass man schizophren (oder wie das geschrieben wird) wird? Shocked
würde mich über antworten freuen..

bis denn


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..aber lieber träumen anstatt garnicht zu leben!

Yuri
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BeitragVerfasst am: Do Jul 24, 2003 1:03 pm


hier ist war ganz interessantes über Schizophrenie

http://www.bayervital.de/pages/therapiegebiete/schizophrenie/grundwissen/index.jsp


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BeitragVerfasst am: Do Jul 24, 2003 1:30 pm


"ich bin ein kleiner psychopath"
(Albert Einstein 1901-fakultät braunschweig elektromagnetische aussprechung der neuen erkenntnisse)


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BeitragVerfasst am: Do Jul 24, 2003 2:28 pm


ArrowQuelle: Bayer Vital - Therapiegebiete - Schizophrenie - Grundwissen
Dank an Seeker Smile
Welche Auswirkungen hat die Schizophrenie auf den Körper des Erkrankten? hat folgendes geschrieben:
Viele Schizophrene nehmen in der Anfangsphase unerklärliche, aber erkennbare körperliche Beschwerden wahr. Zu den Symptomen können Beschwerden in der Herzgegend gehören, genauso wie Schmerzen im Hals- und Schulterbereich und körperliche Affekthandlungen (Zucken etc.).

Die Patienten haben das Gefühl, ihre Bewegungen und ihre Mimik nicht mehr richtig kontrollieren zu können, beobachten Veränderungen in der Stimmlage und Sprechweise. Dies kann zu großer Unsicherheit und Scheu im Umgang mit anderen Menschen führen, aber auch dazu, dass Worte und Bewegungen umgebender Personen nachgesprochen bzw. nachgeahmt werden.

Die vorhin beschriebenen Störungen des Gefühlslebens können sich auch in körperlichen Antriebsstörungen ausdrücken: Sie reichen von einer Antriebsarmut bis hin zu einer Antriebssteigerung. Extremzustände einer Antriebsstörung sind eher selten; viel häufiger belastet inzwischen das, was man als Minus- oder Negativsymptomatik bezeichnet: eine allgemeine Antriebseinbuße mit Energielosigkeit, fehlender Spontaneität, Rückzugsverhalten und einer sich daraus ergebenden Kontaktverarmung. Parallel dazu fällt vor allem eine Verarmung des Gefühlslebens auf.
*schluck* Shocked Shocked Shocked

(Gibs eigentlich ne Beschreibung für Menschen, die auf Teufel komm raus, nicht normal sein wollen? Idea Twisted Evil)

Wie wirken sich Stoffwechselstörungen im Gehirn aus? hat folgendes geschrieben:
Forscher vermuten, dass eine der Hauptursachen der Schizophrenie eine Stoffwechselstörung im Gehirn ist. Die Übermittlung von Informationen im Gehirn erfolgt durch zahlreiche Botenstoffe wie z.B. Dopamin, Serotonin und Glutamat.

Bei der Schizophrenie liegt nach allem, was man heute weiß, ein Ungleichgewicht dieser informationsleitenden Stoffe vor. Das wiederum führt dazu, dass das Gehirn mit der Verarbeitung der im Übermaß übermittelten Informationen und Reize überfordert ist. Damit sind die Schizophrenie, schizoaffektive und ähnliche Störungen genauso eindeutig definierte Krankheiten wie z. B. Diabetes (Blutzuckerkrankheit) und hoher Blutdruck (Hypertonie).

Uih das erinnert mich jetzt irgendwie an den übermässigen Verzehr von Schokolade und Geschmacksverstärkern... Rolling Eyes Twisted Evil

...und Dopamin? Gibs das auch in Tablettenform beim Apotheker? *habenwill* Laughing

Welche Frühwarnsignale gehen einer Schizophrenie voraus? hat folgendes geschrieben:
Es ist wichtig, die Frühwarnsignale eines Rückfalls in psychotisches Erleben rechtzeitig erkennen zu können, die bei jedem Patienten individuell ausgeprägt sind. Für den Einzelnen muß überprüft werden, ab wann einzelne Signale Anzeichen für eine nahende Psychose und nicht Teil normaler Befindlichkeitsschwankung sind:
  • Spannung und Nervosität
  • Unruhe und Schlafstörungen
  • Appetitverlust
  • Veränderung der Ess- und Trinkgewohnheiten
  • Konzentrationsstörungen
  • Sozialer Rückzug
  • Vernachlässigung der Körperpflege
  • Veränderung im Tagesablauf
  • Schwierigkeiten im beruflichen Bereich (Leistungsabfall)
  • Depressive Verstimmung
  • Interessenverlust
  • Verlust an Freude
  • Wertlosigkeitsgefühle
  • Medikamenteneinnahme plötzlich abgesetzt (abnehmende Krankheitseinsicht)
  • Misstrauen
  • Reizbarkeit/ Aggression
  • Übererregung
  • Gefühl der Schwäche
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Schlechte Träume
  • Grundloses Unwohlsein
  • Zunehmende Religiösität
  • Gefühl, verspottet zu werden
  • Gefühl, alles auf sich zu beziehen
  • Zwangsgedanken
  • Stimmen hören
  • Gefühl, beobachtet und kontrolliert zu werden
  • Körperliche Veränderungen (z. B. Magenschmerzen, Kopfdruck, Zittern)


Shocked Confused Darf ich einen Ankreuztest machen? Davon passt fast alles Embarassed Laughing

Exclamation Sorry, wenn das jetzt so Aussieht als wenn ich mich darüber lustig machen will, aber die Gedanken bei dem Text sind mir gerade wirklich durch den Kopf geschossen *klong* Wink Exclamation


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BeitragVerfasst am: Fr Jul 25, 2003 7:16 pm


Hallo zusammen! Very Happy

urtak hat folgendes geschrieben:
@Moppel
auf wen berufst du dich denn bei deinen analysen? auf freud, jung oder co.!?!?!
freud würde man heute wegen sexueller belästigung verhaften, jung wegen seinen ufo-geschichten ins burghölzli einliefern...
auf wen verlässt du dich also bei deinen analysen? nenne mir den namen, und ich werde dir nachweisen, dass er seine frau verprüglet, oder er stiehlt im supermarkt, oder er ist mitglied der scientologen, oder der vpm, oder mystisch-okkulter freimaurer, oder taubstummer katzenschlächter mit schwimmhäuten zwischen den zehen!!!
Moppel: beschäftigt euch vermehrt mit der menschlichen SEELE!! naja, lest halt mal ein buch dazu, macht euch schlau!!! jung und freud auswendig lernen und danach sexuell vernachlässigte hausfrauen trösten...sorry, das kann jeder mit ein bisschen menschenkenntnis!!! (ok., war ein böser angriff gegen Moppel und seine berufskollegen... entschluldige mich für den ausfall...!) Wink

Urtak, ich denke, dein Problem liegt in einem grundlegenden Missverständnis begründet. Du schmeißt hier Psychotherapeuten und Psychoanalytiker mit Psychiatern in einen Topf!!!! Das sind aber völlig unterschiedliche Dinge! Ich würde mich hüten, bei jemandem eine Psychoanalyse zu versuchen – nicht zuletzt auch, weil ich ja nix davon verstehe Very Happy
Ich bin Psychiater, habe also ein medizinisches Studium hinter mir, ich bin kein Psychologe!!! Da besteht ein immenser Unterschied, der hoffentlich allen hier klar ist, oder irre ich mich???? Im übrigen finde ich deinen Post (auch wenn ich mich dabei nicht angesprochen fühle) ziemlich unfair, du entwertest massiv die Arbeit der Psychologen und zeigst dabei, dass du von der Materie eigentlich überhaupt keine Ahnung hast. Und wenn das so ist, dann würde ich mich an deiner Stelle entweder erstmal schlau machen und dann etwas posten oder lieber etwas ruhiger sein Razz
Ein Psychologe macht ja nun mal was ganz anderes, als „sexuell vernachlässigte Frauen“ zu trösten (wobei es so was natürlich auch gibt Wink ). Aber ich habe ehrlich gesagt keine große Lust, dich über die Arbeit von heutigen Psychotherapeuten und Psychoanalytikern aufzuklären (zumal ich hier über Psychiatrie sprechen wollte), das musst du dann schon selber machen. Ich würde mir jedenfalls nur wünschen, dass du dich vorher etwas besser informierst, bevor du hier so einen (mit Verlaub) Scheiß postest.

Seeker hat folgendes geschrieben:
Also was ich damals mal von meiner Freundin mitbekommen habe gibt es ja einen Unterschied zwischen Psychoanalyiker und Psychologe. Und das die immer ab uns so zu einer Mastervision gegen müssen weil sie sonst die Probleme der patienten annehmen würden und ebenfalls einen Psychater brauchen müssten.
Wo liegt denn nun der genaue Unterschied ? Wann braucht man wen?

Also, auch hier bewegen wir uns von dem eigentlichen Thema, der Psychiatrie weg. Psychiater sind wie gesagt Ärzte, haben also Medizin studiert, ein Psychologe hat Psychologie studiert. Beide bewegen sich aber auf zwar entfernt verwandten aber dennoch sehr unterschiedlichen gebieten.
Wichtige Unterschied hierbei ist, dass ein Psychologe (eben weil er kein Arzt ist) keine Medikamente verschreiben darf, keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen darf, keine Krankenhauseinweisungen veranlassen darf usw. Der Psychologe beschäftigt sich in erster Linie nicht mit „Krankheiten“ im engeren Sinne (denn dafür sind ja die Ärzte da), sondern vielmehr mit allen Arten von seelischen/psychischen Problemen der Menschen. Das können z.B. Panikerkrankungen sein, Angststörungen allgemein, Persönlichkeitsstörungen, auch Zwangserkrankungen, oder auch mal einfach nur Überbelastung, Stress, Schlaflosigkeit, meinetwegen auch erektile Dysfunktion. Das Mittel der Psychologen ist in erster Linie das Gespräch. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Psychotherapieverfahren: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Therapie, Psychoanalyse, usw. Ein Psychoanalytiker ist also ein auf Psychoanalyse spezialisierter Psychologe.
Der Psychiater nun auf der anderen Seite beschäftigt sich mit Erkrankungen der Psyche, also in erster Linie den Psychosen (Schizophrenie, Hebephrenie, Drogenpsychosen, Depression, Manie, bipolare Störungen), aber auch mal Zwangserkrankungen, Persönlichkeitsstörungen usw. Dazu bedient sich der Psychiater zum einen der medikamentösen Therapie (insbesondere bei Schizophrenien und affektiven Störungen – also Depression, Manie, bipolare Störungen) , zum anderen auch der Psychotherapie, eben aber nicht in dem Umfang, wie es ein Psychologe tut. Grundsätzlich stehen den Psychiatern aber auch psychotherapeutische Weiterbildungen offen.
Daraus ergibt sich, dass die Erkrankungen, die sehr gut medikamentös behandelbar sind, dem Psychiater überlassen bleiben sollten (wobei das mache Psychologen oder gar Heilpraktiker gerne vergessen), eine Schizophrenie ohne Medikamente zu behandeln ist meiner Meinung nach fahrlässig! Aber das ist ein anderes Thema Very Happy
So, ich hoffe, der Unterschied ist jetzt zumindest so’n bisschen klarer geworden Very Happy (@Urtak, jetzt hab ich’s doch gemacht…. Razz)

Yuri hat folgendes geschrieben:
ihr werft mit so vielen fachbegriffen um euch... Crying or Very sad
was ist z.B. Fallsucht? was gibt es noch für psychische "erkrankungen"?
ich selber habe keinen kontakt zu psychisch kranken/geistig-oder körperlich behinderten Menschen.
wodurch kommt es eigentlich, dass man schizophren (oder wie das geschrieben wird) wird? Shocked

Zunächst einmal muss man ja die geistig behinderten von den psychisch kranken Menschen trennen, das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe!
Und zu den psychiatrischen Erkrankungen habe ich ja oben schon mal ein bisschen was gepostet, beantwortet das deine Frage? Kannst du damit was anfangen? Sonst bin ich gerne bereit, da mal etwas ausführlicher was zu sagen. Der Link von Seeker ist im Übrigen nicht schlecht Wink
Zu deiner Frage, wie man schizophren wird, kann ich hier auf die Schnelle nix sagen…. Da müsste man nun wirklich (noch) weiter ausholen Very Happy Aber man bekommt eine Schizophrenie ungefähr so, wie man Krebs bekommt – nämlich einfach so – ohne Ursache Very Happy (mal grob vereinfacht). Dazu muss man aber wissen, dass Schizophrenie eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt ist, ca. 0,4% der Menschen in Deutschland sind an einer schizophrenen Psychose erkrankt, 1,7% an einer Psychose allgemein. Ca. 2-5% aller Menschen leiden an einer affektiven Störung (meist einer Depression).Ihr seht, diese Erkrankungen sind also ziemlich häufig!

So, das reicht erstmal. Ich bin aber weiter gespannt auf eure Meinungen Very Happy

Grüßele

Moppel


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BeitragVerfasst am: Fr Jul 25, 2003 8:11 pm


dr. moppel:
du hast recht: mein post war unfair und gemein, bitte entschuldige. Embarassed

aber ich dachte, du wolltest bewusst mit vorurteilen konfrontiert werden.

dr. Moppel hat folgendes geschrieben:
Insbesondere interessieren mich Meinungen von Personen, die bisher noch keinerlei Berührung mit der Psychiatrie hatten.


ich habe tatsächlich keine ahnung, was der unterschied zwischen psychiater und psychologe ist, hab mich halt nie gross damit befasst, bis auf das beispiel im ersten post.

nachtrag: hab soeben deinen letzen beitrag fertiggelesen und weiss es jetzt....


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urtak
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BeitragVerfasst am: Sa Jul 26, 2003 4:08 pm


Urtak, mal unter uns: meine Doktorarbeit ist noch nicht ganz fertig... Ich bin noch kein Dr. Wink


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"Tu dem anderen an, was er dir zufügen möchte - und zwar als erster."

Edward Noyes Westcott

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