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Verfasst am: Di Jul 22, 2003 9:18 pm |
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Hallo Community,
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das hier das richtige Forum ist, aber ich fand hier passt's noch am besten rein
Also, mir gehts um folgendes: Ich höre von meinen Patienten immer wieder, wie negativ, abwertend, teilweise demütigend die Umwelt es aufnimmt, wenn sie erzählen, dass sie psychisch krank sind und in einem psyychiatrischen Krankenhaus behandelt werden. Tatsächlich ist es ja heute immer noch so, dass gegenüber der Psychiatrie viele, viele Vorurteile und Fehlinformationen bestehen...
Deswegen würde mich mal eure Ansicht dazu interessieren: Was stellt ihr euch unter (heutiger) Psychiatrie in Deutschlad vor? Was bedeuetet es für euch, wenn jemand eine psychaitrische Erkrankung hat? Wie steht ihr Psychopharmaka gegenüber? Wie steht es mit Zwangsjacken, Zwangseinweisung, Zwansgmedikation, "Ruhigstellen", "Totspritzen", Forensische Psychiatrie usw.?
Bitte seid aber ehrlich, mich interessiert das wirklich. Insbesondere interessieren mich Meinungen von Personen, die bisher noch keinerlei Berührung mit der Psychiatrie hatten.
Anschliessend bin ich gerne zur Diskussion bereit. Jeden Tag steht etwas über Diabetes, Krebs, Bandscheibenvorfall oder sonstwas in der Zeitung, aber kein Mensch spricht über Schizophrenie....
Also, auf geht's! Auf dn Tisch mit allen Ideen, Vorurteilen, Vorstellungen, Phantasien usw. Ich freu mich drauf
Grüßele
Moppel
_________________ "Tu dem anderen an, was er dir zufügen möchte - und zwar als erster."
Edward Noyes Westcott |
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Moppel Eröffner des Threads
 Mitglied
 Anm.Dat: Jul 18, 2002 Beiträge: 92 Wohnort: München
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Verfasst am: Di Jul 22, 2003 10:33 pm |
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Ich hab überhaupt keine Ahnung von Psychiatrien, aber mir machen sie angst Ich stell mir da immer so ein knastähnliches Gebäude vor, wo lauter irre rumlaufen und davon reden sie seien Vögel oder Hunde... und wer sich zu sehr aufführt, der bekommt nen elektroschock.... naja heutzutage isses vielleicht etwas moderner in solchen kliniken, aber wie gesagt ich hab keine ahnung über psychiatrien...
_________________ Es gibt immer eine andere Warheit.. |
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-Fr35h- Mitglied
 Anm.Dat: Feb 24, 2003 Beiträge: 128 Wohnort: Die Gedankenwelt
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Verfasst am: Di Jul 22, 2003 11:07 pm |
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Hi ! Interssantes Thema ... also ich arbeite mit psychisch kranken Menschen. Ich arbeite allerdings nicht in einer Einrichtung oder KHS. Vielmehr gehe ich zu diesen Leute nach hause und helfe ihnen den "ganz normalen Wahnsinn" des täglichen Lebns zu bewältigen. Wobei mein Klientel eine weite Bandbreite aufweist.
Habe festgestellt, dass die wenigsten "normalen" damit umgehen können. Ein Fall: Junger Mann, lebt seit ewig langer Zeit in einer eigenen Wohnung n einer Kleinstadt. Hat einen ausgedehnten Freundeskreis. Hat eine endogene Psychose, hat aber alles gut unter Kontrolle, aufgrund von Psychopharmaka. (die übrigens weitaus besser sind als ihr ruf, nix rosa Brille ).
Fängt irgendwann an zu kiffen, was sich sehr negativ auf seine Psychose auswirkt. Hört auf regelmäßig Medikamente zu nehmen, dreht langsam ab und musste letzten Endes mit Hilfe von Polizei und Amtsarzt nebst richterlichem Beschluss in die Psychiatrie eingewiesen werden. Mittlerweile wieder Drogenfrei, medikamentös gut eingestellt und wieder zuhause. Der "Freundeskreis", der vorher nichts von dieser Kankheit wusste ist komplett weggebrochen. "Mit dem Psycho will ich nix zu tun haben" ist noch die sanfteste Rechtfertigung dieser Leute.
Meine häufigste Erfahrung ist, das das Umfeld der entsprechenden Personen therapiert werden muss, damit diese Menschen einen anderen Blick für die Sache bekommen. Das Menschenbild ist hierbei eine ganz entscheidende Sache !
Wieviele von euch würden so jemanden als einen
"psychisch Kranken" bezeichnen und wieviele als einen "psychisch kranken Menschen" ???
Aus erfahrung kann ich sagen, dass es nicht viele Leute gibt, die auf den Zusatz "Mensch" in der Bezeichnung wert legen. Und genau dies ist eins der großen Probleme. Denn ein psychisch kranker (Mensch) oder auch ein geistig behinderter (Mensch) ist und bleibt in ertser Linie ein MENSCH und nicht ein BEHINDERTER oder KRANKER.
Bis dieser Denkprozess allerdings einzug in die Köpfe der Normalsterblichen halten wird, wird noch eine Menge Zeit der intolleranz ins Land ziehen ....
@ Moppel
| Zitat: | | Insbesondere interessieren mich Meinungen von Personen, die bisher noch keinerlei Berührung mit der Psychiatrie hatten. |
Bin wohl eher das Gegenteil von den hier erwünschten, es lag mir aber am Herzen auch etwas dazu zu sagen 
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Pain Logenmitglied

 Anm.Dat: Jul 21, 2003 Beiträge: 359 Wohnort: 7.Stock
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Verfasst am: Mi Jul 23, 2003 12:00 am |
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| painworld hat folgendes geschrieben: | Wieviele von euch würden so jemanden als einen
"psychisch Kranken" bezeichnen und wieviele als einen "psychisch kranken Menschen" ??? |
Wo siehst du da den Unterschied?
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Tweedledee Inventar
 Anm.Dat: Dec 20, 2002 Beiträge: 269
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Verfasst am: Mi Jul 23, 2003 12:42 am |
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| Tweedledee hat folgendes geschrieben: | | painworld hat folgendes geschrieben: | Wieviele von euch würden so jemanden als einen
"psychisch Kranken" bezeichnen und wieviele als einen "psychisch kranken Menschen" ??? |
Wo siehst du da den Unterschied? |
Der Unterschied (ich dachte das wäre klar geworden) liegt darin, das man durch die Bezeichnung "psychisch Kranker" den Menschen auf die Krankheit reduziert und "vergisst" (oder zumindest unbewusst verdrängt), daß es sich auch bei "psychisch Kranken" in erster Linie nach wie vor um Menschen handelt. Das ist nicht nur eine Ausdrucksweise sondert spiegelt eine Denkensart wieder.
Die menschliche Psyche funktioniert einfach ein Stück weit so, daß man etwas was man als Mensch definiert einfach anders begenet als etwas was man als krank definiert !
Das hängt wiederum alles noch damit zusammen wie man seine Umwelt wahr nimmt, sich damit auseinander setzt und darauf reagiert ...
Der Denkansatz ist häufiger in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen zu finden als in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen. Liegt wohl auch mit daran, daß in dem einen Bereich überwiegend Pädagogen arbeiten und dem anderen Bereich doch eher medizinisches Personal. Die einen arbeiten halt mit Menschen, die anderen mit Kranken...
Selbst in der Schreibweise schlägt sich der Schwerpunkt nieder.
psychisch Kranker Das HAUPTWORT ist KRANKER
psychisch kranker Mensch Das HAUPTWORT ist MENSCH
... versteht irgendjemand was ich sagen will ???
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Pain Logenmitglied

 Anm.Dat: Jul 21, 2003 Beiträge: 359 Wohnort: 7.Stock
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Verfasst am: Mi Jul 23, 2003 12:51 am |
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da fällt mir noch eine bekannte Sache in diesem Zusammenhang ein...
AKTION SORGENKIND wurde vor nicht allzu langer Zeit in AKTION MENSCH umbenannt. Übrigens genau aus den vorher angesprochenen Gründen. Denn es geht nicht um SORGENKINDER sondern um MENSCHEN !
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Pain Logenmitglied

 Anm.Dat: Jul 21, 2003 Beiträge: 359 Wohnort: 7.Stock
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Verfasst am: Mi Jul 23, 2003 1:11 am |
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nun, ich habe seltsamerweise recht viele personen in meinem bekannten- oder freundeskreis, die bereits in einer psychiatrischen klinik verweilten, sei es wegen suizid-gefahr, paranoider schizophrenie o.ä. der großteil dieser personen sahen und wirkten vom verhalten her während ihres besuches um einiges schlimmer als vor der einlieferung, was wohl auch an diversen medikamenten lag und liegt (hallodol oder wie das gift heisst). die einrichtungen, welche ich als gast (nicht als patient) betreten habe, schienen wirklich in ordnung gewesen zu sein und auch meine bekannten schilderten zumeist nur positives.
ich denke, dass viele vorurteile gegenüber der einrichtung und den patienten von sehr weit hergeholt sind - eben vorurteile. ich habe oftmals das gefühl, dass eben diese menschen, die wegen paranoider schizophrenie oder suizid-gefahr in behandlung sind/waren, deutlich mehr von der realität wissen und erfahren haben, als menschen, die als gesund bezeichnet werden. von meinem krankheitsbild möchte ich garnicht erst reden.
eine genormte gesellschaft gebirt genormte ärzte und diese erklären alles ungenormte für krank.
man muss noch etwas chaos in sich haben, um einen tanzenden stern gebären zu können. friedrich nietzsche
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Iadom Mitglied
 Anm.Dat: Oct 20, 2002 Beiträge: 119
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Verfasst am: Mi Jul 23, 2003 5:28 am |
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| painworld hat folgendes geschrieben: | Der Unterschied (ich dachte das wäre klar geworden) liegt darin, [...]
psychisch Kranker Das HAUPTWORT ist KRANKER
psychisch kranker Mensch Das HAUPTWORT ist MENSCH
... versteht irgendjemand was ich sagen will ??? |
Sorry, du hattest es ja bereits erklärt und ich war wohl mit Blindheit beschlagen. Bitte verzeih meine dumme Frage!
Danke, dass du sie trotzdem nochmal ausführlich beantwortet hast.
Ansonsten wird deutlich was du meinst, und dem kann ich voll und ganz zustimmen.
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Tweedledee Inventar
 Anm.Dat: Dec 20, 2002 Beiträge: 269
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Verfasst am: Mi Jul 23, 2003 8:24 am |
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Das Thema ist sicher vielschichtig. Neben Berührungsängsten dürfte auch das Bedürfnis nach einer perfekten Welt eine Rolle spielen. Fehler und Schwächen können wir bei uns selbst und anderen nur schwer akzeptieren.
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Esajas Mitglied
 Anm.Dat: Apr 12, 2002 Beiträge: 816
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Verfasst am: Mi Jul 23, 2003 9:02 am |
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| Zitat: | | Ich höre von meinen Patienten immer wieder, wie negativ, abwertend, teilweise demütigend die Umwelt es aufnimmt, wenn sie erzählen, dass sie psychisch krank sind [...] |
Das finde ich etwas schwierig zu beurteilen. Wie kommt es denn zu dieser Offenbarung, dass jemand in psychiatrischer Behandlung ist?
Ist es etwas, dass man als Warnung schon mal mit Edding auf der Stirn stehen hat? "Achtung, bin in Behandlung!" Oder lässt man es in jedem dritten Satz in ein Gespräch einfließen?
Ich habe keine Ahnung. In welchen Gelegenheiten kommen Deine Patienten denn in solche Situation - wenn man ihnen die Notwendigkeit/Möglichkeit einer Behandlung nicht ohnehin schon unmittelbar anmerkt.
Ich bin eingekeilt von zwei Nachbarhäusern. Aus einem schreits regelmäßig in die Nacht. Der andere Nachbar steht auch schon mal nachts in meinem Vorgarten und bittet um Hilfe, wenn er verfolgt wird. Ich kann mich nicht besonders darüber freuen, um 2 Uhr morgens deswegen aufstehen zu müssen, aber das ist nun mal so, ob er mein gestöhntes "Och Herr S... nicht schon wieder!" nun als negativ oder demütigend empfindet kann ich nicht sagen. Fakt ist, er sucht regelmäßig Hilfe bei mir.
Noch dazu bemerkenswert finde ich, dass es ja eine Wahrnehmung des Betroffenen ist. Ist dieser denn zu trauen im Falle einer psychologischen Behandlungswürdigkeit? Ich freue mich ganz und gar nicht über Herrn S., aber er bekommt dennoch bei mir ein Glas Wasser und darf sich entweder beruhigen oder auf den Notarzt warten, den ich rufe. Wenn ich das zweite tue, bin ich "einer von denen", also was auch immer, er da wahrnimmt. Letztlich - wo ist die Grenze? Da, wo der Mensch selbst entschieden hat, dass es besser ist, sich helfen zu lassen? Ich meine, wer ist schon vollkommen richtig im Oberstübchen und wer legt das fest?
Ohne leugnen zu wollen, dass es Menschen gibt, die offensichtlich negativ und demütigen damit umgehen, wie aber ist der Umgang mit psychisch kranken Menschen richtig? Und wer gesteht es mir ein, auch mal genervt zu reagieren zu dürfen auf der Straße, im Zug, da wo ich mich einer gewissen Penetranz von Menschen (ob in Behandlung oder nicht), nicht entziehen kann? Ich achte darauf, ob jemand Hilfe braucht. Notfalls frage ich nach. Ich bin aber ungern bereit mir ganze Lebensläufe erklären zu lassen - wenn ich meine Ruhe will und mein Gegenüber frisch aus der Klinik sich selbst resozialisiert, bei mir allerdings auf Granit beißt, wenn ich keine Zeit, keine Nerven usw. für so etwas habe.
Was erzählen Deine Patienten denn so, in welchen Momenten sie das Problem so wahrnehmen? Wenn sie auf Leute wie mich stoßen?
Gruß
R
_________________ Upward, behind the onstreaming, it mooned. |
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Rosskeule Inventar
 Anm.Dat: Oct 07, 2002 Beiträge: 1222 Wohnort: Марии́нский
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Verfasst am: Mi Jul 23, 2003 9:39 am |
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nun, ich hatte genau zweimal mit einem psychiater zu tun:
einmal im frühling 1993, da hab ich nach genau 4 stunden in der militärischen rekrutenschule den feldpsychiater aufgesucht und ihn vor die wahl gestellt, mitverantwortlich für das grösste massaker der militärgeschichte zu werden oder mich in die freiheit zu entlassen.
ich wurde (provisorisch) entlassen.
zwei jahre später musste ich bei einem privaten psychiater zur nachuntersuchung. der typ war pazifist und stellte mir ein dreiseitiges attest aus, das mich definitiv vom kriegspielen bewahrte.
nun zu Moppels eigentlicher frage: ich kenne einige personen aus meinem umfeld, die z.t. schwere psychische störungen hatten/haben. ein beispiel: ein cousin (student der philosophie), rastete eines tages ohne ersichtlichen grund völlig aus, zerstörte seine wohnung, warf das ganze mobiliar aus dem fenster und lief danach splitternackt durch die innenstadt. er wurde von der polizei verhaftet und schliesslich auf wunsch seiner familie in die psychi eingewiesen. er hielt sich für jesus persönlich und hatte riesige angst, umgebracht zu werden. er griff sogar seine mutter tätlich an.
vier jahre nach diesen ereignissen sah ich ihn auf einem familientreffen wieder: abgemagert, abwesend, mit grossen schwarzen augenringen und kaum mehr dazu fähig, einem dialog zu folgen. er lebt von einer iv-rente und wohnt in einem kleinen zimmerchen.
ich wollte ihn vorsichtig auf die damaligen ereignisse ansprechen, doch war ihm die thematik sichtlich unangenehm. er meinte nur, dass ihm die medikamente (die er immer noch einzunehmen hat) ruhigstellen und ihm die angstzustände nehmen. auf mich machte er den erbärmlichen eindruck eines zombies.
einen kurzen augenblick nur zeigte er etwas emotionen und sagte sinngemäss folgendes: die psychiater sind zwar guten willens und behandeln mich bestimmt nach bestem wissen und gewissen. sie haben zwar hunderte bücher über die funktion der menschlichen psyche gelesen, aber von der menschlichen SEELE hätte sie nicht die leiseste ahnung. die medikamente seien seine einzige chance, ein einigermassen vernünftiges leben zu leben.
_________________ ab sofort bis ende september nicht erreichbar.
lese höchstens pm im zweiwochentakt... |
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urtak Neuzugang
 Anm.Dat: Jun 22, 2003 Beiträge: 74
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Verfasst am: Mi Jul 23, 2003 9:54 am |
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| urtak hat folgendes geschrieben: | | ... rastete eines tages ohne ersichtlichen grund völlig aus, zerstörte seine wohnung, warf das ganze mobiliar aus dem fenster und lief danach splitternackt durch die innenstadt.... |
*schluck* Jetzt mal ohne scheiß, ist man irgendwie gefährdet wenn man selbst mal nur solche Gedanken gehabt hat? Also nur Gedanken wohlbemerkt.... 
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XaDis Logenmitglied

 Anm.Dat: Jan 10, 2003 Beiträge: 479 Wohnort: [disconnected]
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urtak Neuzugang
 Anm.Dat: Jun 22, 2003 Beiträge: 74
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Verfasst am: Mi Jul 23, 2003 10:44 am |
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also ich muß sagen, ich halte nur bedingt was von psychiatrie...
wer gibt einem menschen das recht, darüber zu urteilen, was normal ist und was nicht? OK, es gibt fälle, die wahrscheinlich eindeutig sind..
aber nach gutdünken von jemanden, der das studiert hat und dann nach eigenerdenken handeln kann, verurteilt zu werden...
ich stell mir das machmal vor, tausende schwierigkeiten im alltag, z.b. völlig überschuldet, frau reicht scheidung ein, firma pleite und noch so ein paar dinger obendrauf und man rastet mal aus.. (ich meinen jetzt nicht gleich mord oder so)
und du kommst in die psychiatrie... wenn es so ist, wie ich das jetzt schon oft gelesen habe, ist man hilflos ausgeliefert.. selbst wenn ich nach einer woche wieder "normal" wäre, könnten die mich noch jahre dabehalten.. und dann ist noch die sache mit den psychopharmaka und den elektroschocks...
vielleicht ist wie bei allem auch bissl quatsch dabei, aber im kern ist immer ein wenig wahrheit...
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blutkuss Mitglied
 Anm.Dat: Jun 12, 2003 Beiträge: 84 Wohnort: stuttgart
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Seeker Inventar
 Anm.Dat: Sep 06, 2002 Beiträge: 506
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